In der Natur, um von ihr zu lernen…

In der Natur kommen wir zur Ruhe und finden Frieden, sie teilt ihr Wissen mit uns und verhilft uns zu neuer Kraft.

Geheimnisvoll am lichten Tag
Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

Johann Wolfgang von Goethe

Ich liebe es durch die Natur zu wandern, durch den Wald, besonders wenn mich bei meinen Streifzügen meine Gefährten, meine drei Hunde begleiten. Diego, Dina und Akela (zwei Labradormixe und ein Wolfhund), die nicht nur seit Jahren schon an meiner Seite sind, sondern die mich auch schon so viel gelehrt haben.

Ich liebe es ebenso sehr all die wunderschönen Augenblicke, die Wildpflanzen und Bäume, Sträucher und Blumen, Wiesen, Felder und Wälder und manchmal sogar ein paar Tiere mit meiner Kamera einzufangen und auf diese Weise ein Stück Natur und damit Momente meines Lebens festzuhalten. Wenn ich mit den Hunden in der Natur bin, bin ich im „Hier und Jetzt“. Ein Gefühl „Angekommen“ und zu Hause zu sein. Ein Gefühl von Geborgenheit und mit allem verbunden zu sein.

Ich liebe es Neues zu entdecken, Neues auszuprobieren und in all dem immer wieder auch etwas neues zu lernen. Als Kräuterpädagogin nehme ich euch mit, auf meine Streifzüge durch unsere wundervolle und kostbare Natur. Hier auf meinen Seiten habe ich die Gelegenheit all diese wunderbaren und kostbaren Momente mit den Menschen zu teilen, mein Wissen weiterzugeben und meinen Beitrag zum Erhalt unserer Natur und ihrer Vielfalt zu leisten.

gelesen aus dem Buch „Kraftort Natur“ von Jennie Appel und Dirk Grosser

„Uns längere Zeit in der Natur aufzuhalten kann sich anfühlen, als würden wir endlich die Medizin zu uns nehmen, nach der sich Körper und Seele seit langer Zeit sehnen. Jeder Schluck dieser Medizin legt unseren innersten Kern frei, dessen Kompass wir fortan folgen können, um unseren Weg zu finden. Wir können uns vom postmodernen Zynismus abwenden und zum Anerkennen der Heiligkeit allen Lebens zurückkehren- eine Heiligkeit, die sich übrigens auch auf unser eigenes Leben erstreckt.

Die Medizin, die wir im Wald, auf den Bergen oder am Meer mit jedem Atemzug und jedem achtsamen Blick und aufmerksamem Zuhören in uns aufnehmen, verwandelt uns innerlich. Wir können wieder der leisen Stimme unserer eigenen Vision lauschen und uns nach und nach von ihr erfüllen lassen.

Wir lernen das Unwichtige vom Wichtigen zu unterscheiden und unser Leben voller Mitgefühl, Liebe und Dankbarkeit zu leben.“

(Seite 72)

Ich halte es für überaus wichtig, dass die Menschen wieder mehr zur Natur zurückkehren und damit auch zu sich selbst. Für mich ist es wichtig. Sie schenkt uns nicht nur ihre Schönheit und Wunder, sondern gibt uns Gelegenheit in uns hineinzuhorchen und hinzuschauen, was es dort im Verborgenen liegt und was es noch zu entdecken gibt, dass gesehen werden will. Wir können zur Ruhe kommen, die Stille hinter allem genießen, selbst hinter dem lauten Gezwitscher der Vögel, was keineswegs störend ist. Ein einfacher Waldspaziergang führt zu mehr Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und neuer Kraft, mehr als es jede Pille je könnte.

Es ist an der Zeit, dass wir unserer Natur etwas davon zurück geben, dass wir die Augen öffnen und lernen, dass wir unser Wissen weiter geben. Wir können uns entscheiden, sie zu schützen und endlich wieder mit ihr im Einklang zu leben, so wie es unsere Vorfahren schon getan haben und es einige wenige „Naturvölker“ immernoch tun. Wir können uns bemühen, das längst vergangene Wissen unserer Vorfahren, zusammen zu tragen und an unsere nachfolgenden Genrationen weiter zu geben, sodass auch sie davon profitieren können.

Die Natur kann uns so unendlich viel lehren. Sie zeigt uns Veränderung und Beständigkeit, Kommen und gehen, Werden und einfach Sein… Es gibt noch so viel altes Wissen, dass wie ein Schatz im Verborgenen liegt und nur ergründet werden möchte. Dazu kommt neues Wissen, neue Erkenntnisse, die Altes vervollständigen.

Abgesehen von der natürlichen Schönheit, die uns jede Jahreszeit zu bieten hat und die uns die Natur jedes Jahr neu präsentiert, gibt es so viel wissenswertes, dass wir erfahren können. Welche Pflanzen, Bäume, Blumen, Kräuter, Früchte und auch Tiere gibt es überhaupt, mit welchen Pflanzen, Früchten oder Samen und Wurzeln können wir heilen? Was davon können wir essen und was davon tut uns wirklich gut?

Wie erhält der Wald sein Gleichgewicht in der heutigen Zeit, wo der Mensch doch allgegenwärtig und nur allzu dominant ist. Was geschieht im ökologischen System der Wälder und wer oder was trägst dazu bei? So wie Pilze das unterirdische WLAN des Waldes bilden und die Bäume von dieser Symbiose nicht nur profitieren, sondern auch so viel geben.

In früheren Zeiten ernährten sich die Menschen überwiegend von dem, was ihnen der Wald gab, denn Supermärkte wie heute gab es nicht. Sie wussten noch, welche Pflanzen essbar waren und welche giftig. Verloren gegangenes Wissen, dass wieder entdeckt werden will. Wie schön wäre es, wenn wir durch altes Wissen unsere Wurzeln wiederentdecken, wenn wir altes und neues Wissen vereinen und es an unsere Kinder weiter geben, wie es (bis vor kurzem) noch von Generation zu Generation der Fall war.

So möchte ich euch mitnehmen, auf all meine Streifzüge, teilhaben lassen, an allem was ich lerne und was mir begegnet. Ich möchte euch zeigen, wieviel Ruhe und Frieden man in der Natur finden kann, wie sie uns auf diese Weise lehrt, zu uns selbst zurück zu finden. Wenn Menschen wieder mehr Wissen erlangen, wenn sie die Schönheit sehen und die Schätze der Natur zu würdigen wissen, so glaube ich kann es möglich sein, dass immer mehr Menschen den Wunsch haben mit der Natur im Einklang zu leben.

Geh nur einen einzigen Tag raus in die Natur, sieh Dir an, was sie mit Dir macht, wie sie das macht. Das Licht der Sonne zwischen den Bäumen hindurch scheinend. Die Wege des Waldes so geformt, als wüssten sie längst, wo Du hinzugehen hast. Das Singen der Vögel, das Zirpen der Grillen, das Blühen der Blumen… Ein perfekter Sommertag. Das Rauschen des Meeres, die Anmut der Wellen, das Leben in allem, was um Dich herum ist.

Naturfreund ist derjenige, der sich mit allem, was in der Natur lebt, innerlich verbunden weiß, an dem Schicksal der Geschöpfe teilnimmt, ihnen, soviel er kann, aus Leid und Not hilft, und es nach Möglichkeit vermeidet, Leben zu schädigen oder zu vernichten.

Albert Schweitzer