Der gemeinsame Weg…

Du wünschst Dir nichts sehnlicher, als den Weg gemeinsam mit dem Menschen zu gehen, den Du über alles liebst. Du sehnst Dich danach eine erfüllte und glückliche Liebesbeziehung zu führen. Du möchtest gern, dass der Mensch an Deiner Seite Dich versteht, respektiert und akzeptiert, dass er Dir die Welt zu Füßen legt und Dich auf Händen trägt. Und wenn Du jemanden gefunden hast, bei dem Du glaubst all das zu erfahren, dann möchte das doch bitte auch für den Rest Deines Lebens so bleiben. Schließlich haben Deine Eltern und Großeltern Dir das schon vorgelebt, dass es funktionieren kann oder zumindest bewunderst Du die Paare, die es seit Jahren und vielleicht Jahrzehnten miteinander geschafft haben, diesen gemeinsamen Weg zu gehen. So fängst Du dann also an Dich zu fragen, warum es bei Dir nicht so „einfach“ funktioniert. Bei diesen Paaren scheint alles so leicht und einfach zu sein, nur bei Dir gibt es immer wieder Streit, Auseinandersetzungen, Wut und Zorn, Herabsetzungen und Demütigungen. Bis Du letzendlich feststellst, dass es vielleicht doch nicht der richtige Partner war, Dich trennst oder vielleicht wirst Du auch verlassen wirst, um dann mit neuer Hoffnung und noch viel mehr Ängsten als zuvor, in Deine nächste Liebesbeziehung zu gehen, um den Kreislauf des Seins aufs Neue zu beginnen. Nun ja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich auch zuletzt.

Du könntest jedoch erkennen, dass nur Du verantwortlich bist. Egal ob Du derzeit in einer Beziehung steckst, die nicht so recht funktionieren möchte und Du Dir wünschst es wäre anders oder auch, wenn Du an zukünftige Beziehungen denkst. Du allein bist dafür verantwortlich, ob es einen gemeinsamen Weg gibt oder nicht, denn ganz allein bei Dir fängt dieser gemeinsame Weg an.

Du denkst, dass Du hast bisher alles erdenkliche getan hast. Du hast Dich aufgeopert und so viel für Deinen Partner getan. Du kümmerst Dich um den Haushalt, die Kinder, gehst arbeiten, bringst das Geld nach Hause, machst Geschenke, bist liebevoll, hörst zu, bist immer da wenn Deine Hilfe gebraucht wird usw… Aber hast Du dabei nicht etwas entscheidendes vergessen? Ich denke schon, denn völlig vergessen hast Du Dich selbst. Hierbei geht es nicht darum, all diese Dinge für den Menschen an seiner Seite nicht zu tun, denn schließlich liebst Du ihn ja und dann macht man das eben. Aber so kann es keinen gemeinsamen Weg geben, denn so gibt es nur einen Weg und das ist der Deines Partners. Es mag auch sein, dass Du Dich in vielen Facetten Deines derzeitigen Seins sehr wohl fühlst, da Du all diese Dinge sehr gerne tust, eben aus Liebe. Aber dennoch spürst Du tief in Dir drin diese Unzufriedenheit und Du fragst Dich warum sie da ist.

Ganz einfach. Weil Du nicht mehr Du selber sein kannst. Weil Du wahrscheinlich noch nicht mal weißt, wer Du überhaupt bist, denn die ganze Zeit schon spielst Du eine Rolle. Du funktionierst nur noch. Du entsprichst permanent den Erwartungen anderer und lebst diese, ohne auch nur ein einziges Mal genau hinzusehen.

Wo also beginnt denn nun der gemeinsame Weg? Er beginnt nicht an dem Tag, an dem ihr zusammen gekommen seid oder zusammen kommen werdet. Er beginnt, wenn Du anfängst Dich mit Dir selbst zu beschäftigen und in Dich hinein zu schauen. Was ist es was Du willst? Wo und was sind Deine Ziele und Träume? In welcher Form kannst Du sie verwirklichen? Wie soll Dein weiterer Weg aussehen und besonders wichtig ist, wie sah Dein vergangener aus? Wie verliefen Deine bisherigen Beziehungen und welche Erkenntnisse hast Du daraus gewonnen? Oder bist Du immernoch jemand, der niemals an irgendetwas Schuld hat? Sind es immernoch nur die anderen, die Dir all die schlimmen Dinge angetan haben? Wenn Du es so siehst, dann hast Du all Deine Macht und Kontrolle über Dich und Dein Leben abgegeben und auf dieser Basis gibt es keinen gemeinsamen Weg.

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