Die Macht der Worte…

Die Macht der Worte…

Einer der häufigsten Gründe, dass es Probleme in einer Beziehung gibt, ist fehlende oder falsche Kommunikation. Das betrifft nicht nur unsere Liebesbeziehungen, sondern findet sich auch in vielen anderen Zwischenmenschlichen Beziehungen und Bereichen. Z.B. im Beruf, in der Familie, unter Freunden oder auch im Umgang mit Klienten und Kunden. Oft sind es nur Kleinigkeiten oder Missverständnisse, die durch mangelnde oder fehlerhafte Kommunikation zu einem riesen Problem werden können.

Schauen wir uns dazu einige Beispiele an. Du bist bei der Arbeit und plötzlich kommt Dein Chef zu Dir ins Büro gestürmt, schreit Dich an, weil irgendetwas nicht funktioniert hat, es ein Problem gibt oder Du vielleicht einen Fehler gemacht hast. Er dreht sich um, geht und lässt Dich wütend, entmutigt vielleicht auch überrascht, weil Du damit nicht gerechnet hast, aber auf jeden Fall frustriert zurück. Wer lässt sich schon gern anschreien und sich auf diese Art und Weise seine Fehler um die Ohren hauen? Hier reagieren die meisten Menschen auf zwei verschiedene Arten. Entweder ärgern sie sich vor sich hin und beginnen sich Vorwürfe zu machen, weil sie glauben sie sind nicht gut genug und das hätte ihnen nicht passieren dürfen. Oftmals gelingt es dann nicht das Thema bei der Arbeit zu lassen, sondern es begleitet sie in ihr Privatleben. Oder sie laufen ihrem Chef nach und schreien zurück, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen und vielleicht auch gar nichts falsch gemacht haben, sondern der Fehler woanders lag. Auch das ist aber sehr Kontraproduktiv, da nur wenige Firmenchefs sich etwas von ihren Angestellten sagen lassen. Kommen solche Situationen häufiger vor, weil vielleicht der Chef ein vermeintlicher Choleriker ist oder Du Dir Kritik generell viel zu sehr zu Herzen nimmst, führt das immer zu einem sehr angespannten und schlechten Arbeitsverhältnis, in dem gute Arbeit zu leisten fast unmöglich ist.

Ein weiteres Beispiel. Du bist mit einem Freund verabredet und bist ein Mensch, dem Pünktlichkeit sehr wichtig ist. Dein Freund kommt zu eurer Verabredung jedoch zum widerholten Mal zu spät. Vielleicht hattest Du bei euren letzten Treffen auch schon mal durchklingen lassen, dass Dir das nicht gefällt und weil das jetzt erneut der Fall ist, fühlst Du Dich respektlos behandelt oder nicht ernst genommen und ärgerst Dich darüber. Vielleicht wirst Du sogar wütend. Dein Freund trifft nun endlich zu eurer Verabredung ein und auch hier reagieren viele Menschen auf zwei Arten. Entweder versuchen sie ihren Ärger runterzuschlucken, weil sie keine Auseinandersetzung möchten. Schließlich hattet ihr ja was vor und es sollte ein schöner Abend werden. Oder sie konfrontieren ihren Freund direkt mit ihrem Ärger, was meist in Form von derber Kritik oder Vorwürfen geschieht, womit in jedem Fall der Abend erstmal keinen guten Start hat. Im schlimmsten Fall triffst Du Dich nicht mehr mit diesem Menschen, weil Du es nicht ausstehen kannst, dass er ständig zu spät kommt und so kann eine Freundschaft auch ihr Ende finden.

Oder Du hast einen Arbeitskollegen, der ständig Deinem Chef hinterherläuft. Seine Arbeit macht er nicht besonders gut, aber er versteht es, seinen Arbeitgeber etwas anderes glauben und sehen zu lassen. Ständig haut er andere in die Pfanne und schwärzt sie an. Er bedient sich verschiedener Lügen, um an sein Ziel zu kommen und schafft es immer wieder mit seiner übertrieben freundlichen Art, sich selbst gut dastehen zu lassen. Du verstehst nicht, warum andere in Deinem Umfeld das nicht mitbekommen und nicht sehen und warum Dein Chef darauf hereinfällt und ihm auch noch alle möglichen Vergütungen und Vorteile zukommen lässt. Vielleicht haben es andere jedoch auch bemerkt, aber keiner traut sich etwas zu sagen, da sich niemand den Zorn seines Arbeitgebers zuziehen möchte und schließlich wäre man ja nicht viel anders als diese Person, wenn man sich nun an höherer Stelle darüber beschweren würde. Solch eine Situation verursacht ebenfalls Frustration und Wut, die niemals gut für ein Arbeitsklima sein kann. Dadurch dass niemand etwas sagt, wird sich das ganze aber auch nicht in Luft auflösen und so steht immer etwas im Raum, dass nicht geklärt werden konnte.

Ein besonders heikles Thema ist das unserer Liebesbeziehungen. Hier treffen zwei völlig verschiedene Menschen aufeinander, auch wenn sie anfangs glauben sich in vielen Dingen zu gleichen. Zwei Menschen mit völlig unterschiedlichen Sichtweisen, Meinungen, Erfahrungen und Vorstellungen. Das führt ganz zwangsläufig im Laufe der Zeit zu Problemen und ist auch völlig normal. Findet hier jedoch keine, mangelhafte oder fehlerhafte Kommunikation statt, dann können sich die Probleme innerhalb der Partnerschaft so anhäufen und aufstauen, dass es dadurch zur Trennung kommt. Ein klassisches Beispiel. Die Frau möchte ihrem Mann etwas gutes tun und hat trotz ihres anstrengenden Arbeitstages das Abendessen gekocht. Vielleicht sogar sein Lieblingsgericht, da ihr aufgefallen ist, dass sie schon länger keine gemeinsame Zeit verbracht haben. Sie richtet sich hübsch her, hat den Tisch schön gedeckt, ein paar Kerzen angezündet und jetzt wartet sie darauf, dass ihr Mann nach Hause kommt. Er jedoch kommt mal wieder sehr spät von der Arbeit, ohne ihr Bescheid gegeben zu haben. Das Essen ist kalt und die Laune im Keller. Oder er hatte einen schlechten Tag, Ärger mit dem Chef oder einem Kunden und bringt den ganzen Frust mit nach Hause. Die Begrüßung fällt ziemlich rar aus und er verschwindet gleich vor dem Fernseher ohne seine schöne Frau oder den schön gedeckten Tisch überhaupt bemerkt zu haben. Es könnte genauso andersrum rum sein, denn auch Männer können gut kochen 😊, das Problem bleibt jedoch dasselbe. Auch hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Entweder frisst der eine Partner die Wut, Enttäuschung und den Ärger in sich hinein, der dann an anderer Stelle und meist wegen einer Kleinigkeit wieder zum Vorschein kommt oder es bricht ein riesen Streit vom Zaun, in dem beide ihre Sichtweise darstellen, dem anderen Vorwürfe machen, glauben im Recht zu sein, vielleicht eine Entschuldigung erwarten, die es nicht gibt oder, oder, oder. Meist ist es nur in der Verliebtheitsphase der Fall, dass man dem anderen in einer solchen Situation mit Verständnis begegnet.

Was hat jetzt also Kommunikation und vor allem richtige Kommunikation mit solchen Situationen zu tun und wie kann man mit ihrer Hilfe Probleme lösen? Kommunikation ist meines Erachtens nach eines der wichtigsten Hilfsmittel innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen. Findet sie nicht statt und das vor allem in höflicher und respektvoller Form, immer beim eigenen „Ich“ bleibend, kann auch keine Konfliktlösung stattfinden. In allen genannten Situationen und vielen weiteren, wäre der erste Schritt hinzugehen und das Gespräch zu suchen. Doch an dieser Stelle bringe ich gern ein Zitat von Buddha. „Wenn Du wütend bist, sage und tue gar nichts.“ Gemeint ist damit, dass es völlig kontraproduktiv ist, wenn Du in Deiner Wut los tobst, um dem anderen „Deine“ Meinung zu geigen. Es ist erst einmal völlig normal, dass Du verärgert bist. Doch hier ist es wichtig sich selbst zu beruhigen, bevor man das Gespräch sucht. Wenn Du wütend bist, ist Dein Gehirn nicht mehr in der Lage rational zu denken. Du handelst emotional und impulsiv und so begegnest Du auch Deinem Gegenüber. Das kann niemals gut ausgehen, da jeder Mensch auf Wut ebenfalls wütend reagiert. Also könntest Du Dir zuerst ein paar Minuten nehmen, Dich selbst beruhigen, indem Du ein paar Mal tief durchatmest und dann das Gespräch suchen. Nimm das was der andere gesagt oder getan hat nicht persönlich. In den meisten Fällen steckt etwas ganz anderes dahinter und hat nichts mit Dir zu tun. Begegne dem anderen nicht mit Vorwürfen, sondern frage ihn erstmal nach seinen Beweggründen oder danach, wie er die Situation sieht und bewertet. Urteile nicht nach Deinen Maßstäben und sage erstmal auch nicht so viel. Höre genau zu und bemühe Dich die Seite und Sichtweise des anderen zu verstehen. Oftmals sind es ganz eigene Sorgen und Ängste, die sich hinter dem Verhalten verbergen. Wenn der andere sich geöffnet und Dir seine Sichtweise geschildert hat, kannst Du ihm Deinen Standpunkt mitteilen. Bleibe an dieser Stelle aber immer bei Dir. Niemals führen Vorwürfe wie, „Du hast…“, „Du bist schuld, dass…“ oder „Dein Verhalten ist…“ zum gewünschten Ergebnis. Du kannst aber an dieser Stelle erklären, wie Du Dich fühlst, was Du denkst und was es mit Dir macht, wenn der andere sich Dir gegenüber so verhält. Beginne den Satz mit „Ich“, anstatt mit einem „Du“. Äußere Wünsche und fange nicht an den anderen zu erpressen. Du könntest z.B. sagen, „Ich würde mir wünschen, Sie würden das nächste Mal in einem angemessenen Ton mit mir sprechen, statt mich anzuschreien.“ Oder, „Ich würde mir wünschen, Du könntest das nächste Mal pünktlich sein.“ Oder, „Ich würde mir wünschen, Du könntest das nächste Mal Bescheid geben, wenn es bei der Arbeit später wird.“ Nur auf der Basis des Fragens, des Zuhörens und des respektvollen und höflichen miteinander Sprechens ist es möglich, den Kreislauf von Wut, Zorn und Herabsetzung zu durchbrechen und eine wirkliche Lösung des Problems für sich selbst und sein Gegenüber zu erzielen.

Wenn Du mehr dazu wissen möchtest oder vielleicht Begleitung wünschst, dann kontaktiere mich auf meiner Website www.lebe-liebesbeziehung.de. Gern helfe ich Dir weiter und begleite Dich ein Stück Deines Weges.

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