Raus aus der Opferrolle

Raus aus der Opferrolle…

Viele Menschen leben in unerfüllten und unglücklichen Liebesbeziehungen, die vollgestopft sind von Problemen. Sie fühlen sich hilflos und verzweifelt, weil sie sich nach Harmonie und Liebe in ihrer Partnerschaft sehnen, doch diese will sich irgendwie nicht einstellen. Sie schauen sich in ihrem Umfeld um und glauben, bei allen anderen würde es besser laufen. Sie beginnen ihre Beziehung mit der anderer zu vergleichen und auch die Menschen oder sich selbst. Sie glauben in anderen Liebesbeziehungen zu sehen, was ihnen fehlt und das nur sie sich in solch schwierigen Partnerschaften befinden. Vielleicht ziehen sie auch die Meinung von Freunden, Familie oder Bekannten zu Rat, doch dabei gibt es häufig ein großes Problem.

Nur die wenigsten Menschen sind, wenn sie sich in ihrer Liebesbeziehung nicht wohl fühlen in der Lage auch beide Seiten darzustellen. Wenn sie sich mit anderen Menschen über ihren Partner unterhalten, dann tun sie das aus ihrer ganz eigenen Sichtweise heraus. Sie erzählen von ihren Problemen, Sorgen, Ängsten und Wünschen, sie berichten emotional, vielleicht sind sie auch wütend oder traurig. Sie stellen ihren Standpunkt dar, der einzig und allein auf ihren Glaubenssätzen, Vorstellungen und Werten basiert und klagen den anderen an. Wenn sie aber nur von einer Seite aus berichten, kann sich der Gegenüber kein wirkliches Bild der Situation machen, denn er kennt ja nur die eine Geschichte. Viele Menschen fragen auch gar nicht nach der anderen Seite, denn ihnen geht es ja um den Menschen, der zu ihnen kommt mit seinem Problem und sie möchten gern, dass es ihm besser geht und versuchen zu helfen. Oft tendieren diese Ratgeber dann dazu, Ratschläge zu geben, die nicht wirklich hilfreich sind. Sie meinen es eigentlich nur gut, doch wenn sie wirklich helfen möchten, dann müssten sie auch nach der anderen Seite fragen, um die eigentlichen Probleme zwischen zwei Menschen verstehen zu können. So kommt es, je nach dem wie schwerwiegend die Probleme zu sein scheinen oft zu Aussagen wie, „das würde ich nicht mit mir machen lassen,“ oder „wieso bist Du mit diesem Menschen noch zusammen, wenn er Dir nicht gut tut?“ oder „Du solltest Dich besser trennen.“

Dabei passiert folgendes. Entweder fühlt sich der Betroffene in seinen Ansichten bestätigt, da es ja noch andere Menschen zu geben scheint, die seine Ansichten und Werte teilen und die Dinge genauso sehen, wie er selbst. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass er in Zukunft an einer Lösung arbeiten wird oder zu Kompromissen bereit sein wird. Diese Bestätigung der eigenen Meinung führt eher dazu, dass die Situation in der Partnerschaft eskaliert und noch festgefahrener wird, als es ohnehin schon der Fall ist, da der Mensch glaubt im Recht zu sein.

Bilder von der Digitalkamera 473

Es geht jedoch nicht darum, dass man mit anderen Menschen nicht über seine Probleme innerhalb der Partnerschaft reden soll oder kann. Ganz im Gegenteil, oft hilft es sehr sich austauschen zu können und das Gefühl zu haben, dass man verstanden wird. Freunde oder Familie geben uns in solchen Dingen vielleicht ein besseres Gefühl, wir können uns angenommen und geliebt fühlen und stehen mit allem nicht mehr ganz so allein da. Doch wäre es wichtig, Menschen um sich herum zu haben, die vor allem auch ehrlich sind. Menschen, die sich trauen uns zu sagen, wenn sie glauben, dass wir uns nicht richtig verhalten haben, auch wenn es unter Umständen sehr unbequem sein könnte. Wenn wir wütend oder traurig sind, möchten wir nicht so gern unsere eigenen Fehler unter die Nase gerieben bekommen, doch nur wenn wir bereit sind auch solche Dinge zu hören, dann können wir lernen und uns verändern.

Es geht dabei ebenfalls nicht darum, die Meinung des anderen zu übernehmen oder uns selbst an einer schwierigen Situation die Schuld zu geben. Es geht auch nicht darum zu sagen, andere haben in dem was sie sagen oder denken völlig recht und wenn wir nur anders sein könnten, dann würde die Partnerschaft viel besser funktionieren. Es geht einfach nur darum eine andere Sichtweise zu gewinnen und mit einzubeziehen, dass man verschiedenste Wege gehen kann, um an sein Ziel zu gelangen, nämlich das eine glückliche und erfüllte Partnerschaft führen zu können.

Bilder von der Digitalkamera 385

Für den Partner, der angeklagt wird, ist es ohnehin sehr schwierig, wenn er gesagt bekommt, „Meine Freundin sieht das genauso, wie ich“ oder „meine Eltern denken auch so darüber“. Damit suggerieren wir dem anderen, dass er nicht nur in unseren Augen nicht gut und richtig ist, sondern auch in den Augen anderer und niemals kann das zu Verständnis, Mitgefühl und einem Miteinander führen.

Wenn wir die Probleme in unserer Partnerschaft gern lösen möchten und einen gemeinsamen Weg finden möchten, wo beide sich in ihrer Haut wohl fühlen, dann müssen wir zuerst einmal aufhören den anderen anzuklagen, zu beschuldigen und zu verurteilen. Wir sollten ganz bei uns bleiben und herausfinden, wie diese Problem überhaupt entstanden sind. Oft geben wir dem anderen daran die Schuld, dass es uns in unserer Beziehung nicht gut geht und sagen ihm ganz offen, dass er schuld daran ist. Wir glauben, dass wenn er viele Dinge nicht gesagt oder getan hätte, dann wären wir nicht gekränkt und verletzt. Doch das ist nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass in unserem Erwachsenen Dasein niemand mehr die Macht und die Möglichkeit hat uns zu verletzen und Schmerzen zuzufügen.

In dem Moment aber, in dem wir glauben, ein anderer wäre dafür verantwortlich, geben wir jede Macht und Kontrolle an den anderen ab. Das führt dazu, dass wir uns klein und hilflos fühlen und denken, wir können nichts dagegen tun, dass ein anderer uns so behandelt. Wir glauben wir sind diesem Menschen ausgeliefert und nur er hat die Fäden in der Hand, um etwas zu verändern. Solange wir aber so denken, stecken wir fest, denn wir sind so nicht in der Lage wirklich etwas zu tun. Wir haben die Verantwortung über uns selbst abgegeben und befinden uns jetzt in einer abwartenden Position. Wir warten, was der andere als nächstes tun wird. Wir warten in einer erwartenden Haltung und sind dann erneut zutiefst gekränkt, verletzt und enttäuscht, wenn wir feststellen, dass wieder einmal nicht erfüllt wurde, was wir erwartet haben.

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Der erste Schritt wäre also, sich seiner eigenen Worte und Taten bewusst zu werden. Wir können lernen, dass die Verantwortung dafür ganz bei uns liegt und sollten dies anerkennen. Immer nur zu jammern und uns über den anderen zu beklagen, bringt uns kein Stück weiter, denn wir können uns nur selbst ändern, nicht aber den anderen. Auch können wir unsere Macht und Kontrolle über uns selbst wieder übernehmen, denn wir haben tausende Möglichkeiten mit solch schwierig erscheinenden Situationen umzugehen. Wir können uns frei entscheiden, was wir tun möchten. Wir können Grenzen setzen, wir können Kommunikation führen, wir können somit klar und deutlich äußern, was wir möchten und was nicht. Wir können sagen, was wir bereit sind zu tun und was eben nicht und wir können in einer nicht fordernden Haltung dem anderen gegenüberstehen und sagen, was wir uns wünschen. Wir können mit gutem Beispiel vorangehen, dem anderen Respekt und Wertschätzung entgegenbringen, was jedoch nicht gelingt, wenn wir weiterhin in der Opferrolle verharren. So sind wir nämlich nicht mehr in der Lage das gute in dem anderen zu sehen und vielleicht auch seine Bemühungen.

Aus der Opferrolle heraus sehen wir nur alles schwarz und fühlen uns schwach. Die Stärke jedoch, die wir brauchen, liegt in uns selbst und diese gilt es erst einmal zu erkennen. Wir können beginnen uns selbst wertzuschätzen und unsere guten Seiten zu sehen. Wir können uns eingestehen, dass wir nicht vollkommen und fehlerfrei sind und dass wir trotzdem genauso gut und richtig sind. Wenn wir dazu in der Lage sind, dann können wir auch anderen Menschen zugestehen, dass sie ebenfalls Fehler machen, doch ohne sie dafür zu verurteilen. Wir können verstehen, warum der andere sich in der ein oder anderen Situation ganz anders verhält, als wir es vielleicht getan hätten und können ihm gleichzeitig dieses anderssein „erlauben“, ohne verletzt, gekränkt oder wütend zu sein.

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Es gibt unzählige Möglichkeiten den Problemen in einer Liebesbeziehung zu begegnen und etwas zu verändern. Jedoch nicht, wenn wir uns als Opfer sehen, denn dann werden wir den Kreislauf aus Problemen und Streit nicht durchbrechen können. Wir werden uns stetig mit dem Gedanken befassen uns zu trennen, doch sollten wir uns fragen, ob wir bereit waren in unseren Bemühungen alles Erdenkliche zu tun, dass es in unserer Liebesbeziehung wieder bergauf gehen kann. In jeder Partnerschaft gibt es „Gute und Schlechte Zeiten“. Jedes lang verheiratete Paar berichtet davon, in jeder langjährigen Partnerschaft findet man die ein oder anderen Probleme. Trennung ist jedoch erst dann eine Überlegung wert, wenn man zuvor alles andere bereits versucht hat. Es gab schließlich Zeiten, als man sich in den anderen verlieben konnte und unendlich viel Gutes an ihm fand. Einen Grund also, warum man mit diesem Menschen zusammen ist und eben nicht mit einem anderen.

Ich bin sehr gespannt, wie ihr die Dinge seht oder wie ihr Probleme in eurer Partnerschaft löst. Hinterlasst mir gern einen Kommentar oder besucht mich auf meiner Website http://www.lebe-liebesbeziehung.de. Ich würde mich freuen.

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