Die Stimme in Dir

Deine innere Stimme…

Viele Menschen sind sich ihrer inneren Stimme und ihres inneren Dialoges, den sie täglich mit sich führen gar nicht bewusst und einige wollen sich dessen auch nicht bewusst werden. Doch sie ist da und bei weitem nicht immer der angenehmste Begleiter, da sie uns nicht die Wahrheit sagt. In der heutigen Zeit sind wir nur allzu beschäftigt, denn wir gehen unserem Beruf nach, kümmern uns um die Familie, treffen Freunde, haben Hobbys oder gehen anderen Tätigkeiten nach, die unsere volle Aufmerksamkeit beanspruchen. Deshalb nehmen wir uns nur wenig Zeit inne zu halten und genau hinzuhören, was dieser Dialog mit uns selbst eigentlich beinhaltet oder wir haben Angst davor mit uns selbst allein zu sein und auch auf diese Art können wir unsere innere Stimme nicht wahrnehmen und hinhören, was sie uns eigentlich erzählt.

Die innere Stimme ist so etwas wie unser ewiger innerer Kritiker. Sie ist unser Ego. Ein Ego, dass wir uns schon in unserer Kindheit zugelegt haben. Dieses Ego diente zu unserem Schutz und half uns zu überleben. Als Kinder waren wir abhängig von der Liebe und Zuwendung Erwachsener, zumeist unserer Eltern, aber auch Geschwister, Großeltern, Lehrer und Freunden. Ohne ihre Liebe und Zuwendung wären wir gestorben und so lernten wir, wie man sich zu verhalten hat, um das zu bekommen, was man braucht. Auch Dinge die sie uns sagten, machten wir zu unseren Wahrheiten und so formten wir unsere heutigen Glaubenssätze über uns selbst und andere. Das Ego half uns in vielen Situationen zurecht zu kommen, besonders in denen, die sehr schmerzhaft für uns waren, doch heute steht es uns oft im Weg.

Wenn wir uns einmal die Zeit nehmen und zur Ruhe kommen, so können wir dem inneren Dialog folgen. Doch dieser ist oft kein besonders freundlicher. Das Ego sagt uns, wie wir über uns selbst und andere Menschen denken. Da wir oft nicht besonders viel von uns halten und uns schnell für unsere Schwächen und Fehler verurteilen, tun wir das ganz automatisch auch im Umgang mit anderen Menschen. Unsere innere Stimme hat uns gelehrt vorsichtig und wachsam zu sein. Sie wurde genährt von unseren Erfahrungen, insbesondere von den vermeintlich schlechten. Nur wenige Menschen sind in der Lage, auch in für sie schlechten Lebenssituationen etwas Gutes zu sehen und daran zu wachsen. So wird das Ego stetig genährt, sodass es uns immer und immer wieder Dinge sagen und tun lässt, die wir auch anders sehen oder behandeln könnten. Die innere Stimme trägt dazu bei, dass wir uns mit anderen vergleichen und messen. Wir glauben immer Menschen um uns herum zu sehen, die besser sind als wir. Wir sagen uns selbst, der eine ist intelligenter, der andere attraktiver, der nächste redegewandter oder fleißiger. Sie zeigt uns ständig unsere Schwächen auf und erzählt uns, in wie vielen Dingen wir nicht perfekt sind, obwohl wir es doch so gern sein möchten.

Wenn wir dem inneren Dialog einmal folgen, können wir feststellen, dass wir uns den ganzen Tag lang ziemlich herunterputzen. Wir reden mit uns selbst, wie es vielleicht unsere Eltern getan haben oder andere Menschen in unserer Kindheit, die uns nahestanden und deren Aussagen und Glaubenssätze wir übernommen haben und für unsere Wahrheit hielten. Es sind Sätze, wie:

„Du schaffst das nicht.“
„Du kannst das nicht.“
„Du bist nicht gut genug.“
„Du bist es nicht wert.“
„Du bist faul.“
„Du bist dumm.“
„Du bist hässlich.“
„Du bist fett.“
„Nie kannst Du etwas richtig machen.“
„Immer verdirbst Du Dir alles selbst.“

Das sind nur ein paar wenige Beispiele, doch von denen gibt es in dem Dialog mit uns selbst noch viele mehr. Solche inneren Dialoge hindern uns am weiterkommen und führen dazu, dass wir uns selbst permanent im Weg stehen. Sie hindern uns daran neue Dinge auszuprobieren, da wir vielleicht glauben es sowieso nicht zu können oder zu schaffen. Wir können nicht offen auf andere Menschen zugehen, da wir zu viele schlechte Erfahrungen gemacht haben und unsere innere Stimme uns permanent dazu ermahnt vorsichtig zu sein.

Die innerer Stimme, unser Ego, der ewige innere Dialog mit uns selbst, der bei weitem nicht freundlich und liebevoll stattfindet, ist der Teil in uns, der dazu führt, dass wir uns permanent schlecht fühlen. Unser Selbstwertgefühl sinkt, wir empfinden keine Liebe für uns selbst, da wir ständig glauben nur Fehler zu machen und schlecht zu sein. Manche Menschen sind geplagt von Selbsthass, Selbstverachtung und umgeben von Zweifeln und Verurteilung ihrer eigenen Person. Häufig kann man das bei Menschen beobachten, die unter Depressionen leiden. Besonders sie verurteilen sich selbst aufs härteste und tragen viel Schuld mit sich herum. So wie viele Menschen mit sich selbst umgehen, über sich selbst denken und sich selbst behandeln, würden sie es mit anderen Menschen nicht tun. Sie gehen härter mit sich selbst ins Gericht, als sie es bei anderen in der Lage wären.

Die innere Stimme, das Ego, kann man nicht einfach beseitigen. Es ist eine erlernte Strategie, die uns jahrelang gedient hat, doch niemals sagt sie uns die Wahrheit. Niemals zeigt sie uns die Wirklichkeit, so wie die Dinge wirklich sind. Doch wir können lernen uns selbst anders wahrzunehmen, unser Denken mit Achtsamkeit zu beobachten und Tag für Tag daran arbeiten uns selbst immer wieder die Wahrheit zu sagen. Wir können unserem Ego sagen, dass wir Dankbar sind, dass es immer da gewesen ist, um uns zu beschützen, doch dass wir es jetzt nicht mehr benötigen und unsere eigenen Entscheidungen treffen. Wir können Verantwortung übernehmen und üben uns selbst jeden tag ein bisschen mehr genau so anzunehmen und zu lieben, wie wir sind.

Wenn ein guter Freund zu uns kommt und uns erzählt, dass er einen Fehler gemacht hat, dann putzen wir ihn ja auch nicht herunter und erzählen ihm, was für ein schlechter Mensch er ist, dass er so etwas tun konnte. Im Gegenteil, wir sind liebevoll und begegnen ihm mit Verständnis. Wir finden tröstende Worte und sagen ihm, dass er trotz seiner Fehler ein wundervoller Mensch ist und wir ihn lieben.

Genauso können wir uns selbst auch behandeln und können auch für uns tröstliche Worte aus Liebe und Verständnis finden. Wir können uns beispielsweise sagen, dass wir unser bestes gegeben haben und auch wir immer wieder dazulernen. Wir können anerkennen, dass wir nicht nur Fehler und Schwächen haben, sondern auch ganz großartige Seiten an uns, die für viele andere Menschen hilfreich sind. Wir können erkennen, dass es keinen einzigen Menschen gibt, der fehlerlos ist und trotzdem jeder auf seine ganz eigene Art und Weise perfekt und liebenswert ist. Wir können üben uns selbst gegenüber tolerant und geduldig zu sein, so wie wir es bei anderen Menschen auch sein können. Wir müssen uns nicht ständig selbst verurteilen für das, was wir glauben nicht zu können, zu schaffen oder wo wir glauben nicht gut genug zu sein, denn das ist nicht die Wahrheit. Das ist nur das, was unser Ego uns glauben lässt und uns erzählen möchte, um uns immer und immer wieder zu schützen.

Natürlich ist das kein Prozess der Veränderung, der von heute auf morgen geschieht. Zu viele Jahre schon haben wir unsere innere Stimme nicht wahrgenommen und alles geglaubt, was sie uns zu sagen hatte. Doch jetzt als Erwachsene haben wir die Macht frei zu entscheiden, was wir glauben möchten. Wenn wir uns jeden Tag ein paar Minuten mehr Zeit nehmen genau hinzuhören, dann werden wir verstehen, welche Glaubenssätze tief in uns verankert sind und wir werden feststellen, dass wir bisher kein gutes Haar an uns gelassen haben. Wenn es uns schwer fällt unserem Ego zu wiedersprechen, weil wir glauben, dass es recht haben könnte, so können wir uns immer wieder die eine Frage stellen. „IST DAS WIRKLICH WAHR???“ Ist es wirklich wahr, dass wir es nicht schaffen? Ist es wirklich wahr, dass andere besser, attraktiver, intelligenter, fleißiger oder sonst etwas sind? Ist es wirklich wahr, dass wir es nicht können oder nichts wert sind? Sich diese eine Frage zu stellen, kann sehr hilfreich dabei sein, den stattfindenden negativen Dialog zu beenden und wir können damit beginnen uns so zu sehen, wie wir wirklich sind. Sich selbst anzunehmen und zu lieben, ist der Schlüssel zu einem glücklicheren Leben.

Wenn Du Begleitung auf diesem Weg möchtest, um herauszufinden, wer Du wirklich bist, besuch mich auf meiner Website www.lebe-liebesbeziehung.de

3 Comments on “Die Stimme in Dir

  1. Es gibt ein sehr interessantes Buch von Erika Chopich. „Aussöhnung mit dem inneren Kind“ Vielleicht wäre das etwas für Dich. Das gibt es auch als Hörbuch, welches man ganz nebenbei im Auto hören kann 🙂

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