Gedanken…

„Was für ein blöder Tag…“

An manchen Tagen fällt es uns doch überaus schwer mit Schwung und Elan aus dem Bett zu springen und in einen erfüllenden und wundervollen Tag zu starten. Ich kenne nur wenige Menschen, denen das überhaupt des Öfteren gelingt. Ein Blick aus dem Fenster oder auf das Außenthermometer genügt schon, um dass wir uns die Bettdecke über den Kopf ziehen möchten und einfach da bleiben möchten, wo wir gerade sind. Der morgendliche Kaffee scheint die Lebensgeister auch nicht unbedingt zu erwecken, zumindest erfüllt er nicht den Zeck, den wir ihm zugeschrieben haben, da wir ihn doch zu unserem morgendlichen Begleiter gemacht haben.

Unsere Gedanken kreisen um den vor uns liegenden Tag und so mancher hat dann einfach keine Lust auf die nervigen Kollegen, die anstehende langweilige Arbeit oder die anstrengenden Kunden. Doch mal ganz ehrlich, hätten wir an solchen Tagen die Möglichkeit zu Hause zu bleiben und einfach das zu tun, worauf wir Lust haben, würde unsere Stimmung trotzdem nicht heller und freundlicher aussehen. Der Kaffee würde uns nicht fröhlicher machen und wir würden uns darüber Gedanken machen, was wir noch alles zu erledigen haben. So könnten wir dennoch nicht entspannen und in diesem ganzen Grau eine Möglichkeit finden den Tag nach unseren Bedürfnissen zu gestalten. Vielleicht gammeln wir sogar nur auf der Couch herum, was uns am Ende des Tages das Gefühl gibt, einfach nichts geschafft zu haben, die Zeit verschwendet zu haben und so gehen wir mit genau dem miesen Gefühl zu Bett, mit dem wir morgens aufgestanden sind.

Wenn wir aber nicht einfach frei entscheiden können, quälen wir uns mehr schlecht als recht zur Arbeit, um dort unsere Erwartungen bestätigt zu sehen. Hier und da gibt es wirklich Menschen, denen wir aus dem Weg gehen möchten, gerade dann, wenn sie auch noch schrecklich gut gelaunt sind. Wir sehen bestätigt, dass uns die Arbeit einfach keinen Spaß macht und wir keinen Elan finden können, um das von jetzt auf Gleich zu ändern. Wir möchten uns ja gern von guter Laune anstecken und inspirieren lassen, doch dann folgt dem wieder der Blick aus dem Fenster und schon ist dieser Vorsatz über den Haufen geworfen. Der Weg zu Arbeit war ohnehin nicht gute Laune erregend, da es kalt und nass war und unsere Gedanken garantiert um nichts positives kreisen. So verhalten wir uns wie Marionetten, erfüllen alles was uns bevor steht und von uns erwartet wird, um dann mit genau dem selben miesen Gefühl zu Bett zu gehen, dass wir gehabt hätten und immer noch haben, wenn wir gar nichts getan hätten.

Was steckt nun also dahinter und was können wir tun, um genau diese Tage positiver zu gestalten und uns aus diesem Loch, in das wir hineingefallen sind selbst wieder zu befreien.

Es sind unsere Gedanken, die uns im Weg stehen und auch sie sind dafür verantwortlich, dass wir uns schrecklich fühlen. Wenn wir aus dem Fenster sehen und es ist kalt, grau und nass, so sehnen wir uns nach der Sonne und vielleicht danach bei 30 Grad am Strand zu liegen und einen Cocktail zu schlürfen. Doch was passiert, wenn wir 30 Grad haben und nicht am Strand liegen, sondern genauso wie jeden Tag unseren Verpflichtungen nachgehen müssen? Würden wir uns dann nicht über ein paar Wolken und etwas Schnee oder Temperaturen um die Null Grad freuen, wenigstens für einen kleinen Moment?

Viele Menschen sehnen sich stets und ständig nach den Dingen und Gegebenheiten, die sie gerade nicht haben können. Da ist es ganz zwangsläufig der Fall, dass wir unzufrieden sind und uns schlecht fühlen. Doch in diesen Fällen ist es ebenfalls so, dass wir unser Wohlbefinden abhängig von äußeren Umständen machen. Umständen, auf die wir gar keinen Einfluss haben und die wir nicht ändern können und das sehnen nach anderen Umständen, hilft uns kein Stück weiter.

Die Gedanken und Bewertungen über äußere Umstände, unsere Gedanken und Bewertungen sind dafür verantwortlich, ob wir uns gut oder schlecht dabei fühlen. Gedanken beeinflussen unsere Gefühle und viel schlimmer ist, dass sie häufig gar nicht wahr sind. Nehmen wir also ein anderes Beispiel:

Wir haben uns über einen anderen Menschen geärgert. Er oder sie hat etwas getan oder gesagt, dass uns verletzt und in uns das Gefühl von Ärger oder sogar Wut hervorgerufen hat. Je nachdem welche Bedeutung dieser Mensch für uns hat, desto intensiver empfinden wir den Ärger über ihn und die entstandene Situation. Doch hat dieser Mensch das wirklich mit Absicht getan? Hat er die Worte wirklich ausgesprochen, um uns zu verletzen und zu kränken? Oder sind wir nicht viel eher selbst verantwortlich dafür, wie wir über die Situation und diesen Menschen denken und fühlen wir uns nicht nur mies, weil wir diese negativen Gedanken, ohne jegliches Mitgefühl uns selbst oder dem anderen gegenüber hegen?

Manchmal kommt es auch vor, dass wir andere Menschen für unser Wohlbefinden verantwortlich machen, insbesondere Menschen die uns gut kennen und mit denen wir viel Zeit verbringen. So stehen wir morgens vielleicht schlecht gelaunt auf, eben weil der Tag so grau ist und der Kaffee seinen Zweck nicht erfüllt hat. Nun erwarten wir von unserem Partner, er möge doch bitte dafür sorgen, dass wir uns besser fühlen. Da er vielleicht aber spät dran ist und in Eile, bekommt er gar nicht mit, wie wir uns gerade fühlen oder dass wir schlecht drauf sind. Er verabschiedet sich hastig und schon ist er aus dem Haus. Wir interpretieren sein Verhalten als Dessinteresse und glauben nun ihm nicht wichtig genug zu sein, da er nicht bemerkt hat, was wir uns gerade von ihm wünschen oder brauchen. Wir glauben, dass dieser Mensch uns lange und gut genug kennt und es eigentlich ja sehen und wissen müsste, was uns fehlt. Das selbe geschieht uns im Laufe des Tages vielleicht auch noch mit Kollegen und Freunden und so gehen wir auch in diesem Fall deprimiert und schlecht gelaunt am Ende des Tages zu Bett und sagen uns vielleicht, dass wir es zu Beginn dieses „furchtbaren“ Tages ja eigentlich schon geahnt haben. Wir wussten, wie der laufen würde.

Doch sind unsere Bewertungen und Gedanken in diesen Dingen und den Menschen gegenüber wirklich richtig? Interessieren sie sich wirklich nicht für uns und unser Befinden oder ist es nicht eher so, dass sie ohnehin nichts hätten für uns tun können, solange unsere Gedanken in diesen negativen Gefilden schweifen?

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Was können wir nun also tun, um aus dieser Misere auszusteigen und uns trotz schlechtem Wetter, Kälte und fehlendem Sonnenschein oder auch unter dem Aspekt anstehender nerviger und anstrengender Arbeit gut zu fühlen?

  • Wir können unsere Gedanken und Sichtweisen ändern und damit ändern wir auch unser Befinden. Nicht alles was wir glauben zu wissen, besonders in Bezug auf andere Menschen entspricht tatsächlich auch der Wahrheit. Es ist allein unser Ego und unsere Gedanken darüber, die uns zu diversen Überzeugungen gelangen lassen.
  • Wir können uns zum Beispiel bei unserem morgendlichen Kaffee die Plantagen vorstellen, auf denen er wächst und die dazugehörige Sonne und die Temperaturen, die er benötigt. All das steckt in jeder einzelnen Kaffeebohne und verhilft uns zu einem guten Start in den Tag.
  • Wenn wir nach draußen sehen und es ist so trist und grau, können wir uns vorstellen, wie die Wolkendecke ein kleines Stück aufreißt und ein paar Sonnenstrahlen durch sie hindurch dringen. Die Sonne ist schließlich immer da, wenn auch manchmal verborgen hinter einem Schleier aus Wolken.
  • Wir können einen Moment innehalten und schon zu Beginn des Tages Dankbarkeit üben. Dankbarkeit für alles, das sich in unserem Leben bereits befindet, ohne uns nach etwas zu sehnen, dass wir nicht haben, aber glauben zu brauchen, um uns gut zu fühlen.
  • So können wir Dankbar sein für unsere Gesundheit, dafür dass sich alles an und in unserem Körper befindet, dass wir all die Dinge tun können, die wir vor haben zu tun.
  • Wir können Dankbar sein für die lieben Menschen, die wir in unserem Leben haben, die uns wertschätzen, akzeptieren und respektieren, genau so wie wir sind und uns dies jeden Tag aufs Neue in ihrre ganz eigene Art zeigen. Das kann unser Partner sein oder unsere Kinder. Das können Familienangehörige, wie Eltern, Geschwister, Großeltern, Tanten Nichten und Neffen oder Enkelkinder sein.
  • Wir können Dankbar sein, für die Arbeit die wir haben und machen können. Sie erfüllt uns und macht uns Spaß. Sie lässt uns das notwendige Geld verdienen, um das wir gut leben können. Wir können Dankbar sein, für manch netten Kollegen, mit dem wir immer mal wieder den ein oder anderen Plausch halten können und der uns mit seinem Sein ein Lächeln ins Gesicht zaubert oder in der Lage ist uns aufzumuntern, einfach weil er da ist.
  • Wir können uns über Kunden und Klienten freuen, denen wir helfen können, mit dem was wir sind und jeden Tag tun. Wir haben etwas zu bieten, dass für andere Menschen sehr hilfreich sein kann und sie weiter bringt. Wir können sie ein stück ihres Weges begleiten und können mit ihnen so unendlich viele Dinge teilen.
  • Vielleicht haben wir Haustiere, die wir lieben. Die brauchen wir nur anzusehen und von ihnen bekommen wir ebenfalls so viel Liebe geschenkt. Hier finden wir die Liebe sogar in ihrer reinsten Form, denn sie ist nicht an Bedingungen oder Erwartungen geknüpft.
  • Auch wenn jemand schlecht gelaunt vor uns steht oder etwas sagt und tut, dass uns nicht gefällt, können wir uns frei dazu entscheiden das nicht persönlich zu nehmen und auf uns als Person zu beziehen. Wir müssen nicht glauben, dass wir etwas falsch gemacht haben oder nicht richtig so sind, wie wir sind. Wir müssen nicht glauben, dass wir anders oder besser sein müssten. Wir müssen uns nicht mit anderen vergleichen. Wir könne uns frei entscheiden, alles und jeden so anzunehmen, wie er ist oder wie es gerade geschieht und dann unsere Gedanken und Bewertungen in eine positive Richtung lenken. Nicht immer hat alles immer nur und ausschließlich mit uns zu tun. Jeder Mensch hat sein eigenes Päckchen zu tragen, seine eigenen Gedanken und Gefühle und so kann es vorkommen, dass ganz ohne unser zutun ein Mensch sich mit uns nicht wohl fühlt. Dafür sind wir aber nicht verantwortlich, es sei denn wir haben absichtlich versucht zu verletzen.
  • Wir können uns bemühen in allem und jedem das Schöne und Gute zu sehen. So begegnen uns vielleicht auf dem Weg zur Arbeit völlig fremde Menschen, die uns einfach ein Lächeln schenken und wir können zurücklächeln und ihnen etwas zurück geben.
  • Vielleicht treffen wir einen Obdachlosen, dem wir unser Frühstück in die Hand drücken können, sodass wir auch ihm den Start in den Tag etwas verschönern können.
  • Wir können in der U-Bahn Gespräche mit anderen Menschen führen, auch wenn sie uns völlig fremd sind. Das gibt uns ein gutes Gefühl und vielleicht erleben wir diese Gespräche als Bereicherung, weil sie uns Sichtweisen eröffnen, die wir zuvor nicht so sehen konnten.
  • Wir können bei der Arbeit einem Kollegen, den wir vielleicht gar nicht mögen ein Lächeln schenken oder ein nettes Wort zukommen lassen. Wir wissen nicht was hinter seinem nervigen Verhalten steckt und so können wir ihm vielleicht ein Stück Freude schenken. Wie oft war es schon so, dass man mit Menschen, die einem anfangs völlig unsympathisch waren später ganz wundervolle Freundschaften unterhalten konnte, einfach weil sich herausgestellt hat, dass dieser Mensch ja ganz anders ist, als wir es ursprünglich sahen und glaubten. Es waren unsere Gedanken und Bewertungen, unser Urteil, dass uns von diesem Menschen so denken ließ. Taten wir ihm damit nicht aber eigentlich Unrecht?

Wenn wir uns bemühen aus allen Situationen das Beste zu machen und in anderen Menschen das Gute zu sehen, dass nun mal in jedem vorhanden ist, dann wird so vieles für uns viel leichter. Wenn wir es schaffen unsere Gedanken in positive Richtungen zu lenken, dann werden wir uns gut fühlen, da es nicht geben kann, dass uns aus der Bahn wirft und uns schlecht fühlen lässt. Gedanken beeinflussen unsere Gefühle und nur wir allein sind dafür verantwortlich.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wundervollen Start in den Tag. Gern könnt ihr mir von euren Erfahrungen berichten. Ich freue mich darauf.

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