Hinfallen, Aufstehen, Krone richten, weitergehen…

Schon innerhalb vieler Liebesbeziehungen befinden wir uns gerade zum Ende hin in einem unglaublichen Drama. Es gibt ständig Streit, die Kommunikation ist alles andere als Respekt- und Liebevoll und bei vielen von uns neigen sich nun die Machtkämpfe dem Ende zu, da eigentlich niemandem mehr etwas neues einfällt, womit man den anderen noch treffen und ihm eins rein würgen könnte. So kommt es zum großen Knall und damit dem Ende der Beziehung, an welchem das Drama keinesfalls beendet ist, sondern in vielen Fällen erst beginnt.

Es spielt gar keine Rolle, ob es um den geht, der verlassen wurde oder den, der Verlassen hat. Beiden geht es gleichermaßen schlecht und für beide ist ein gemeinsamer Lebensweg nun zu Ende und wir stehen vor einem riesigen Scherbenhaufen, den es zusammen zu fegen gilt. Wir sollten uns an diesem Punkt zurück ziehen, uns ein wenig Zeit gönnen, um die Wunden zu lecken und dann das Spiel des Lebens, in seinen zahlreichen neuen und schönen Facetten beginnen und genießen, denn eigentlich ist es ja viel zu kurz, um die Tage in einem nicht enden wollenden Krieg zu verbringen. Doch leider sind viele Menschen nicht in der Lage eine Trennung in angemessener Weise dem anderen gegenüber zu vollziehen.

Nach dem Ende der Liebesbeziehung und bei einer Scheidung, kommt es nicht selten vor, dass ein so genannter Rosenkrieg entbrennt. Dieser hat die verschiedensten Ursachen, doch in jedem Fall ist klar, dass er für niemanden von Nutzen ist und niemand sich damit einen Gefallen tut. Es ist ein Krieg, in dem es niemals einen Gewinner gibt, sondern beide Seiten gleichermaßen als Verlierer aus der Situation herausgehen.

Wenn ist zu einer Trennung kommt, ist dem im Allgemeinen nicht mehr sehr viel gutes Vorausgegangen. Auf jeden Fall bringt sie sehr viel Leid mit sich, für den der Verlassen wurde und auch für den der gegangen ist. Irrtümlicherweise glauben viele, der der gegangen ist hätte es leichter, doch dass ist nicht richtig, denn auch bei ihm ging Schmerz und Leid voran, gefolgt von schlaflosen Nächten und langen Überlegungen, ob das für einen überhaupt der richtige Weg ist und wie man diesen beschreiten kann oder ob man es nicht sogar im Nachhinein bereut.

Die Gründe für eine Trennung könnten nicht unterschiedlicher sein, denn die Menschen mit ihren Meinungen, Sichtweisen und Werten sind es ja auch. Egal, ob jemand betrogen und belogen wurde, allein gelassen, herabgesetzt, gedemütigt und verletzt. Viele Menschen sind aus diesen Gründen nicht in der Lage anzuerkennen, dass diese gescheiterte Beziehung nur einem Zweck diente, nämlich zu lernen und über sich selbst hinauszuwachsen. Mehr über sich selbst zu erfahren und das eigene Innere Ich besser kennen und verstehen zu lernen. Sie sehen sich nicht in der Lage sich zu verneigen, sich zu bedanken und dann einfach zu gehen, sondern sie fühlen ihren eigenen Schmerz so stark und sehen diesen als so überwältigend, dass sie nicht mehr in der Lage sind einen klaren Gedanken zu fassen. Sie projizieren alles auf den ehemaligen Partner und geben ihm die Schuld am Scheitern der Beziehung, verurteilen ihn dafür, was er ihnen angetan hat und beginnen zu hassen. Hass kann aber niemals etwas gutes sein, weder in unseren Gedanken, noch führt er dazu, dass dem gute Taten folgen.

Einigen Menschen fällt es auch unglaublich schwer damit umzugehen, wenn der Partner gegangen ist. Sie glauben ohne diesen Menschen an ihrer Seite nie wieder glücklich sein zu können und nie wieder jemanden zu finden, den sie so lieben können, wie sie es derzeit tun. Aus dieser Verletztheit heraus fangen wir an Dinge zu tun, die nicht nur dem anderen, sondern in erster Linie uns selbst und unserem Selbstwert schaden. Wir beginnen dem anderen hinterher zu laufen. Manchmal betteln wir, er möge doch bitte bei uns bleiben. Wir schnüffeln ihm hinterher, stalken ihn in den Social Networks, manche legen Fake Profile an, um wenigstens auf diese Art und Weise noch am Leben des Ex- Partners teilhaben zu können und sich nicht allzu verloren zu fühlen. Einige schlafen noch mit ihrem Ex- Partner. Die Beziehung hat nicht funktioniert, doch den sexuellen Kontakt möchten wir nicht missen und das Problem auf diese Weise zu lösen, scheint anfangs ganz leicht. Doch schon ganz bald wird wenigstens einer der beiden merken, dass ihm oder beiden dass überhaupt nicht gut tut und das Drama sich ganz automatisch fortsetzt. In anderen Fällen wird um Haus, Geld und Kinder gestritten, oft mit allen Mitteln und auf die erbärmlichste Art und Weise, weil keiner der beiden in der Lage ist dem Drama zu entfliehen. Auch hier beginnen Kreisläufe, die nur schwer ein Ende finden, da jeder stets und ständig etwas böses vermutet in dem was der andere sagt und tut. Es kann ja auch sein, dass wirklich die Absicht zu verletzen hinter den Handlungen steckt, doch ist das für uns Grund genug uns genauso zu verhalten? Ist es erwachsen zu sagen oder zu denken, „Das kannst Du mit mir nicht machen, das zahl ich Dir heim?“ Aber nach vielen gescheiterten Beziehungen scheint es um nichts anderes mehr zu gehen, sondern einzig und allein darum, den anderen so richtig zu treffen, nämlich da wo wir uns sicher sind, dass es weh tut.

Wenn wir uns in eine Partnerschaft begeben und über Jahre mit dem selben Menschen zusammen leben, dann gehört es ganz zwangsläufig dazu, dass man den anderen inn- und auswendig kennt. Es gab einmal Zeiten, da haben wir diesen Menschen unendlich geliebt, weil er so wahnsinnig viele gute Seiten hatte und so viel für uns getan hat. Ist die Liebesbeziehung zu Ende, vergessen jedoch viele, sehen nur noch die Macken und Fehler des anderen und das was er uns unserer Ansicht nach alles angetan hat oder noch tut. Wir baden uns in Selbstmitleid und Hass, doch hassen wir nicht ihn, sondern uns selbst. Leider werden sich viele dessen gar nicht bewusst. Wir verachten uns selbst dafür, dass wir es einfach nicht auf die Reihe bekommen haben diese Beziehung am Leben zu halten und dass wir jetzt vor dem besagten Scherbenhaufen stehen. Das gestehen sich jedoch die wenigsten Menschen ein und so projizieren sie all ihre Wut, ihren Zorn und Hass in den anderen und lassen sich von diesen Gefühlen zu Taten anleiten, die eigentlich keines Menschen würdig sind und wider jeder Selbstachtung streben.

Es wird nicht nur verbal verletzt, sondern der Krieg nach einer Beziehung kann noch ganz andere Formen annehmen und bis ins unendliche ausufern. So wird beispielsweise Telefonterror betrieben in Form von ständigen Nachrichten oder Anrufen, Rufmord im Freundes- und Bekanntenkreis ist an der Tagesordnung. Wir versuchen den anderen ganz offen zu demütigen und zu verletzen, indem wir uns voller Freude zum Beispiel mit unserem neuen Partner präsentieren und dafür sorgen, dass der andere das auch auf jeden Fall mitbekommt und weiß. Es wird um die Kinder gestritten, die Kinder werden oft mit einbezogen und soweit beeinflusst, bis wir sie auf unsere Seite gezogen haben. Ist ein Haus, Firmen oder Geld im Spiel, wird um dieses erbittert gekämpft, da jeder glaubt dafür etwas getan zu haben und das ihm der größere Anteil zusteht. Niemand möchte etwas hergeben und niemand dem anderen auch nur ein bisschen zu viel lassen. Es werden Autoreifen zerstochen, oder selbes wird mit einem Schlüssel zerkratzt, mit Eiern beworfen…. Es gibt ja so unzählige Strategien, was sich Menschen einfallen lassen, um einen anderen fertig zu machen, mit dem sie einmal ihr Leben verbrachten, den sie für all das gute in ihm geliebt und geschätzt haben. Traurig…

Was können wir nun also tun, um aus diesem Kampf auszusteigen oder erst gar nicht in ihn hinein zu geraten? Nun. Allererstes und wichtigstes Gebot ist Kontaktsperre und das erfordert bei manchen von uns eine gehörige Portion Selbstdisziplin und Eigenverantwortung. Wir können uns bewusst werden, dass es uns nicht gut tut, wenn wir weiterhin in Kontakt zu unserem Ex- Partner stehen. Niemand spricht davon, dass man mit diesem Menschen niemals wieder ein Wort reden darf, doch zuvor ist es unabdingbar, dass beide Partner die Gelegenheit bekommen zur Ruhe zu kommen, sich mit geschehenem auseinander zu setzen und die Trennung zu verarbeiten. Es bringt uns überhaupt nichts, wenn wir ständig gucken, was der andere macht, mit wem er gerade unterwegs ist oder ob schon jemand neues in sein Leben getreten ist. All das hält uns nur davon ab, uns mit uns selbst zu beschäftigen und so verbauen wir uns die Chance auf einen recht zeitnahen Neubeginn in unserem Leben, da wir uns in unseren Gedanken stets und ständig mit ihm und seinem neuen Leben beschäftigen.

Allzu oft wird bei solchen Vorschlägen entgegnet, „Aber wir leben doch noch zusammen“ oder „Wir haben doch Kinder und so müssen wir miteinander sprechen“. Auch hier gibt es die Möglichkeit einer räumlichen Trennung. Jeder kann sich in einen Bereich der Wohnung oder des Hauses zurückziehen. Getrennte Schlafzimmer sind in diesem Fall unumgänglich und auch der verbale Kontakt sollte in diesem Fall (gerade wenn Kinder im Spiel sind) zwar auf das Nötigste beschränkt werden, aber in einem höflichen, angemessenem, sachlichen Ton erfolgen. Sieht man sich selbst dazu nicht in der Lage oder befürchtet Auseinandersetzungen und Gefühlsausbrüche des anderen, macht es in manchen Fällen Sinn eine NEUTRALE dritte Person hinzu zu ziehen. Ist eine räumliche Trennung innerhalb der eigenen vier Wände nicht möglich, besteht auch die Möglichkeit, bei Freunden, bekannten oder Verwandten unterzukommen, auch ein Hotelzimmer wäre vorübergehend eine Lösung. Oftmals scheitert es aber nicht an den zahlreichen Möglichkeiten, die uns offen stehen, sondern eher daran, dass einer der beiden Partner das nicht möchte, weil er die Trennung nicht akzeptiert oder aus verschiedenen anderen Gründen. Um eine Trennung jedoch ruhig und gesund zu vollziehen, wäre es das beste.

Sollten materielle Dinge zu klären sein, sollte man das natürlich erstmal in einem sachlichen Gespräch miteinander versuchen, wobei es natürlich wichtig ist, dass sich beide Parteien an das besprochene halten. Oftmals steht jedoch die eigene Gier im Vordergrund und das man dem anderen so absolut nichts mehr gönnt, dass es oft zu solchen Gesprächen auf sachlicher Ebene erst gar nicht kommt. Auch die eigenen verletzten Gefühle spielen hierbei eine Rolle. Befürchten wir vom ehemaligen Partner letzteres, so können wir einen Anwalt zu Rate ziehen und diesen beauftragen. Auf diese Weise gelingt es uns die Kontaktsperre, die uns über kurz oder lang sehr gut tun wird, beizubehalten, denn der Anwalt kann sich um alle Belange kümmern. Hierbei sollte es jedoch wiederum nicht darum gehen, den anderen völlig fertig zu machen und ihm das letzte Hemd auszuziehen, sondern um die Interessenvertretung beider Seiten gleichermaßen. Es wird ja oft behauptet, dass es die Anwälte sind, die die Kriege vor Gericht führen und diese gibt es aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen sicher auch. Doch die treibende Kraft dahinter ist immer der Mandant. Bemühen wir uns also darum, dass alles gerecht zugeht, dann wird das unser Anwalt auch tun.

Zu hören ist auch immer wieder, dass der Streit, die Probleme und der Stress nach der Trennung von dem anderen ausgingen und wir arme Opfer ja nur darauf reagiert haben, weil uns gar nichts anderes übrig blieb und wir uns wehren mussten. Ein anderer Mensch kann uns nur in dem Maß verletzen, in dem wir es erlauben. Selbst wenn er uns mit den schlimmsten Worten bedenkt und die schlimmsten Lügen vorwürft oder erzählt. Wir ganz allein tragen die Verantwortung für unser Denken und Handeln. Wir allein entscheiden, was davon wahr ist und was nicht, was wir uns anhören und was nicht, wie weit wir bereit sind das zu ertragen und auch wie wir damit umgehen. Wir haben die Fäden in der Hand uns auf diesen Krieg einzulassen oder ihn zu beenden. Letzteres können wir tun, indem wir uns verneigen, uns bedanken und einfach gehen…

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