Trennungsschmerz überwinden…

Den Schmerz einer Trennung empfinden beide Partner, egal ob wir verlassen wurden oder selbst verlassen haben. Wir haben ein Stück unseres Weges mit einem Menschen verbracht, den wir geliebt haben, vieles geteilt haben, der uns sehr gut kennt, so wie wir ihn und mit dem wir viele schöne Momente verbracht haben.

Der Partner, der die Beziehung beendet, hat oft schon einige Zeit zuvor das Leid erfahren, welches eine Trennung mit sich bringt. Der der verlassen wurde, fühlt sich mit der Entscheidung des anderen meist völlig überrumpelt. Manchmal sind wir dann völlig schockiert, weil wir nicht darauf vorbereitet waren, es vielleicht noch nicht einmal geahnt haben und manchmal haben wir es kommen sehen und wollten es dennoch nicht wahr haben.

Für beide ist jedoch die gemeinsame Zeit jetzt zu Ende und alle Träume, Ziele und Pläne, alle Gemeinsamkeiten und Vertrautheiten sind jetzt vorbei und das tut erst einmal sehr weh. Was können wir nun aber tun, um unseren Trennungsschmerz möglichst gut zu überwinden? Was können wir tun, um in unser neues, erfülltes Leben ohne diesen Menschen an unserer Seite zu starten?

Allgemein bekannt ist ja die Methode, gerade bei Frauen, sich erst einmal einen neuen Haarschnitt zuzulegen. Dieser soll die Veränderung und den Beginn eines neuen Lebensabschnittes symbolisieren. Doch in den allermeisten Fällen ist es damit nicht getan, denn wir Quälen uns mit Fragen, die gemeinsam verlebte Zeit betreffend, die nun allerdings in der Vergangenheit liegt und an der wir nichts mehr ändern können. Wir geben entweder uns selbst oder dem anderen sie Schuld daran, dass unsere Liebesbeziehung gescheitert ist und so glauben wir, dass der andere oder auch wir selbst für all das Leid, das wir gerade empfinden verantwortlich ist.

Doch hat niemand wirklich Schuld. Hinter dem Leid und dem Schmerz, liegen Geschenke verborgen, die zugegebener Maßen eine unschöne Verpackung haben, doch wir brauchen sie nur zu öffnen und hinein zu sehen.

Befinden wir uns in einer Partnerschaft, ist es meist so, dass der Partner unser Spiegel ist und die uns gegenüber stehende Seele, die uns ganz einfach nur vor Augen hält, was tief in uns drin verborgen liegt, was wir an uns selbst nicht lieben und annehmen und wo wir immer noch glauben, dass ein anderer uns Schmerz zufügen würde.

Wir können also nach Beendigung der Beziehung in uns hinein hören und alles noch einmal Revue passieren lassen, falls wir uns nicht im Laufe der Partnerschaft unserer eigenen Themen bewusst geworden sind. So gibt es beispielsweise einige Situationen, in denen wir uns ungeliebt, wertlos und respektlos behandelt gefühlt haben. Doch ist es nicht eigentlich so, dass wir selbst diejenigen sind, die sich lieblos und respektlos behandeln und glauben wir nicht von uns selbst, dass wir es nicht wert sind, die Liebe zu erhalten, die wir uns wünschen?

Oft gehen wir in unsere Liebesbeziehungen mit einem geringen Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Wir tragen so viele alte Glaubenssätze in uns, die wir uns schon als Kinder angeeignet haben und von denen wir lernen dürfen, dass sie in den wenigsten Fällen der Wahrheit entsprechen. Wir glauben vielleicht, wir sind zu dick, nicht intelligent genug, nicht erfolgreich, haben es nicht verdient, glücklich zu sein oder glauben wir haben nur das Recht auf die Liebe eines anderen, wenn wir ausreichend dafür getan haben oder in uns selbst den perfekten Menschen sehen. Doch das ist alles nicht wahr. Es sind Gedanken, die in unseren Köpfen herum spuken und unser Handeln beeinflussen. Wir glauben, dass was der Kobold auf unserer Schulter, der innere Kritiker, was er uns zuflüstert, dass muss wahr sein und so kreieren wir in vielen Dingen unsere ganz eigene, aber doch so unzutreffende Wahrheit.

Um mit unserem Trennungsschmerz besser umgehen zu können, können wir uns einmal Gedanken zu der oder den vergangenen Beziehungen machen. Wir können uns die Vorwürfe, Beurteilungen und Verurteilungen ins Gedächtnis rufen und uns einmal fragen, was von dem, was wir dem anderen so an den Kopf geworfen haben, glauben wir eigentlich über uns selbst? Sind es nicht die Dinge, die wir an dem anderen glauben so furchtbar zu finden, die uns zeigen, wo unsere ganz eigenen Baustellen sind? Wenn wir solche Dinge gefunden haben und erkannt haben, dass nur wir allein für unser Leid und unseren Schmerz verantwortlich sind, dann können wir damit beginnen, die Verantwortung dafür zu übernehmen und zu heilen. Niemand anderes kann das für uns tun.

Viele von uns gehen mit eben diesem geringen Selbstwertgefühl in neue Beziehungen und mit eben diesen ganzen unbearbeiteten Themen in sich drin. Wenn wir das tun, dann jedoch nicht aus der tief empfundenen Liebe zu uns selbst heraus, sondern als Bettler. Wir versuchen von dem anderen etwas zu bekommen, dass wir glauben uns selbst nicht geben zu können. Wir sehnen uns so sehr, nach der Annahme, Liebe und Anerkennung eines anderen, weil wir uns selbst nicht genug sind und nicht verstehen, dass nur wenn wir mit uns allein glücklich sind, wenn wir uns selbst genug sind, dass wir nur dann die Chance auf eine glückliche und erfüllte Liebesbeziehung haben.

Einen Partner zu finden, mit dem wir glücklich zusammen leben können, sollte niemals unser einziger Lebensinhalt sein und wir sollten nicht glauben, dass wir ohne einen zweiten Menschen an unserer Seite, der uns wenigstens eine Zeit lang fühlen lässt, dass wir liebenswert sind, kein glückliches und erfülltes Leben führen können.

Eine gescheiterte Partnerschaft oder auch eine Liebesbeziehung mit ständigen Höhen und Tiefen oder andauernden Problemen, zeigt uns nur die Aspekte in uns selbst, die wir an uns verurteilen, beurteilen oder derer wir uns vielleicht noch gar nicht bewusst sind. Wenn wir das alles jedoch erkennen, dann können wir unserem Partner, auch wenn er sich nicht mehr in unserem Leben befindet danken. Dafür, dass er in unser Leben kam, um unseren eigenen Heilungsprozess in Gang zu bringen oder voran zu treiben und dass er uns in all seinen Facetten gezeigt hat, was noch unbearbeitet in uns verborgen liegt.

Niemals wird es zu unserer Heilung beitragen, wenn wir den anderen hassen oder ihm die Schuld geben und niemals können wir heilen, wenn wir uns selbst beschuldigen und verurteilen. Wir können genau hinsehen und erkennen, dass jede einzelne Liebesbeziehung die wir eingehen und jeder Mensch, der uns ein Stück unseres Weges begleitet, ein Geschenk für uns ist, da wir durch diese Menschen die Möglichkeit haben so unendlich viel über uns zu lernen. Wir können uns frei entscheiden welchen Weg wir gehen möchten. Den der Dankbarkeit, weil wir vielleicht von unserem Partner schon so viel gelernt haben und auch für all die schönen Zeiten, die wir zusammen hatten oder wir entscheiden uns für den Weg der Wut und des Zorn, womit wir jede Verantwortung für unsere eigenen Gefühle abgeben und uns die Chance verbauen, dass Leben in seiner Schönheit und Fülle so zu sehen, wie es wirklich ist.

4 Comments on “Trennungsschmerz überwinden…

  1. Ja, das ist sicherlich so, wie du es schreibst. Aber es ist ein etwas längerer Weg, finde ich. Man ist nach einer Trennung nicht sofort froh, dass man die Zeit mit dem anderen hatte und auch die Möglichkeit, etwas über sich zu lernen. Erstmal ist Trauer angesagt. Und die Trauer über den Verlust finde ich auch wichtig. Schmerzhaft, aber wichtig. Aber wenn uns etwas so tief weh tut, ist das tatsächlich der beste Weg, etwas über sich selbst zu lernen. Das kann aber eine Weile dauern. Aber ich stimme dir zu: Wenn der andere sich nicht wie ein völliger Idiot benommen hat, macht es auf jeden Fall mehr Sinn, etwas Positives aus der Situation zu ziehen.

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    • Vielen Dank für Deinen Kommentar 🙂 Natürlich geht es nicht von heute auf morgen, dass wir das Ende eine Liebesbeziehung verdaut haben. Sich die Zeit für die Trauer zu nehmen und den damit verbundenen Schmerz zu fühlen ist natürlich richtig und sinnvoll. Nur verfallen eben so viele Menschen aus ihrem eigenen Schmerz heraus dahin, dass sie dem anderen die Schuld für den Schmerz und das nicht funktionieren der Beziehung geben und anfangen zu hassen. Das allerdings verlängert meiner Meinung nach das Leid nur noch. Der Buddha sagte schon, Wut und Hass sind wie eine glühende Kohle, die Du in die Hand nimmst und nach einem anderen wirfst. Du verletzt Dich nur selbst. Was ich in meinem Artikel beschrieben habe, soll keinesfalls bedeuten, dass der Trennungsschmerz in drei Tagen erledigt ist. Es ist nur eine Sichtweise, die es uns erleichtern kann besser damit umzugehen, es gut zu verarbeiten und nicht in ein Loch zu fallen, aus dem wr so schnell nicht wieder raus kommen.

      Liebe Grüße Nicole 🙂

      Gefällt 1 Person

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