Siddharta Gautama

Buddha: Das Leben des Siddharta Gautama

Einsicht unterm Feigenbaum

Siddhartha Gautama erlangte der Legende nach bei der Meditation unter einer Papelfeige Erleuchtung.

Buddha ist der geistliche Titel des Siddharta Gautama, Begründer des Buddhismus. Seine Lebenszeit wird in das 5. bis 4. Jahrhundert v. Chr. datiert. Von Siddhartas historischem Lebenslauf sind nur wenige Ereignisse wirklich belegt.

Vielmehr wurde er von seinen Anhängern durch Legenden und Mythen erweitert, so dass sich bald ein fester Kanon der Lehren und der mit dem Leben des Stifters verwobenen Legenden herausbildete und Allgemeingut wurde. Buddha-Biografien wurden erst recht spät verfasst, so zum Beispiel das „Buddhacarita“ und der „Lalitavistara“, die beide etwa aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. stammen.

Die Geburt des Prinzen

Siddharta Gautama wurde als Adelsspross in Lumbini, im Grenzgebiet zwischen dem heutigen Nepal und Indien geboren. Er gehörte zur Familie der Gautama, die wiederum dem Shakya-Klan angehörte.

Schon bei Buddhas Geburt wurde klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Menschen handelte. Seine 40-jährige Mutter Maya hatte davon geträumt, dass der Bohisattva (Buddhawesen) in Gestalt eines kleinen weißen Elefanten in ihren Schoß eingedrungen war. Mayas Schwangerschaft verlief ohne die geringsten Beschwerden und sie gebar Siddharta schließlich schmerzlos.

Zahlreiche Götter eilten anschließend herbei, um dem Kind zu huldigen. Direkt nach seiner Geburt machte der kleine Prinz sieben Schritte in jede Himmelsrichtung und verkündete, dass er der Retter der Welt sei. Als Jugendlicher beschämte er mit seinem Können seine Lehrer.

Als sehr junger Mann mit 16 Jahren heiratete er die Prinzessin Yashodhara. Als er 29 Jahre alt war, gebar sie ihm einen Sohn namens Rahula („die Fessel“).

Eine entscheidende Wende

Obwohl Gautamas Vater versuchte, Siddharta vor beunruhigenden Erfahrungen zu bewahren, erblickte dieser bei Ausfahrten einen kranken, einen alten und einen toten Mann. Weil ihn der Gedanke erschreckte, dass dies auch sein Schicksal sein werde, suchte er nach einem Ausweg.

Auf einer vierten Ausfahrt sah er einen abgemagerten religiösen Asketen, der ihn stark inspirierte. Daraufhin verließ er nur eine Woche nach Rahulas Geburt Frau und Kind, um ebenfalls den Weg der Askese zu beschreiten. Er rasierte seinen Bart und sein Haupthaar ab, legte die gelben Gewänder der Asketen an und zog „aus der Heimat in die Heimatlosigkeit“.

Nachdem Siddharta sechs Jahre lang härteste Askese betrieben hatte und bei zwei religiösen Lehrern in die Schule gegangen war, merkte er jedoch, dass ihn die völlige Entsagung nicht zur Erleuchtung gebracht hatte. Es folgte schließlich die Abkehr von der Askese aufgrund der Einsicht, dass alle Extreme nicht den Weg zur Erlösung weisen, sondern ein mittlerer Weg gefunden werden muss. Er nahm also wieder etwas Nahrung zu sich, worauf ihn seine damaligen Begleiter allerdings verließen.

Bei Vollmond unterm Bodhi-Baum

Zu den entscheidenden Ereignissen im Leben Siddhartas, die immer wieder überliefert wurden, gehört die Szene unter dem Bodhi- oder Erleuchtungsbaum. Während einer Vollmondnacht meditierte er unter einem Feigenbaum.

Dabei durchlief er vier Stadien fortschreitender Einsicht und es gelang ihm endlich „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Er erlangte Erleuchtung (Bodhi) und wurde zum Buddha, zum „Erwachten“. Seine Erleuchtung bestand in der Erkenntnis der Leidhaftigkeit allen

Daseins, der Herkunft des Leidens, der Möglichkeit seiner Aufhebung und in dem Wissen um den Weg zur Aufhebung dieses Leidens. Diese Erkenntnisse werden auch als die „Vier Edlen Wahrheiten“ bezeichnet. Obwohl Buddha dieses Wissen für sich behalten wollte, begann er auf Bitten des Gottes Brahma damit, es den Menschen mitzuteilen.

Buddhas Leben als Wanderlehrer

Seine erste Predigt hielt er in Sarnath, ein Ort in der Nähe von Varanasi (Benares) am Ganges. Über 40 Jahre lang unterrichtete Buddha eine ständig wachsende Zahl von Schülern, von denen zumindest einige in der Lage waren, seine Lehre zu begreifen und dem von ihm vorgezeichneten Weg zu folgen.

Als Wanderlehrer zog er später durch Nordindien und gründete einen Mönchs- und einen Nonnenorden (Sangha), in den auch seine Gattin Yasodhara und sein Sohn Rahula aufgenommen wurden. Im Alter von 80 Jahren soll er an einer verdorbenen Mahlzeit gestorben und ins Parinirvana eingezogen sein.

Siddharta hat keinen Nachfolger und keine eigenen Schriften hinterlassen. Seine Lehrreden erhielten nach längerer mündlicher und schriftlicher Überlieferung erst im 1. Jahrhundert v. Chr. im Tripitaka ihre kanonische Form.

Nur einer von vielen

Nach späterer buddhistischer Lehre gibt es in jeder Weltperiode einen Buddha, sodass der historische Buddha nur ein Buddha in einer langen Reihe von Welterleuchtern ist, die sämtlich die höchste Erkenntnis aus eigener Kraft erlangen. Er ist auch nicht der Letzte, denn der Buddha der Zukunft, der die buddhistische Lehre erneuert, wird der Buddha Maitreya (der Mitleidvolle) sein.

Laut buddhistischem Glauben soll nach einer gewissen Zeitspanne die buddhistische Lehre in Vergessenheit geraten und somit eines neuen „Erwachten“ bedürfen, um sie zu verkünden. In der hinduistischen Mythologie wurde der Buddha in die Reihe der Avataras (Verkörperung) des Vishnu aufgenommen.

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