Erkenne, was dahinter steckt…

Manchmal befinden wir uns und leben in unglücklichen und unerfüllten Liebesbeziehungen. Es geht uns schlecht, wir fühlen Schmerz, begegnen einem nicht enden wollendem Leid. Wir klagen unseren Partner an, geben ihm die Schuld an allem und glauben, wenn er sich nur endlich ändern würde, dann könnten wir mit ihm glücklich sein. Liebeskummer gibt es nicht nur nach unseren Liebesbeziehungen, sondern auch wenn wir uns noch mitten drin befinden.

Auf der Seite www.seele-verstehen.de wird eine mögliche Ursache wie folgt beschrieben…

Die Liebe zwischen zwei Menschen hat Philosophen, Dichter und Liedermacher seit Anbeginn der Zeit beschäftigt. Besonders die letzten beiden beschäftigen sich gern auch mit den „Schattenseiten“ der Liebe, wenn es zu Liebeskummer kommt.

  Liebe gibt es in vielen Varianten, meist ist sie an Bedingungen geknüpft: „Ich liebe Dich weil …“ oder „Ich liebe Dich, wenn …“. Viele Menschen meinen daher, die Liebe entwickelt sich, von Sympathie über Zuneigung zu Innigkeit. Je besser die Bedingungen erfüllt sind, desto „größer“ wird die Liebe. Es gilt dann aber auch der Umkehrschluss: Wenn die Bedingungen nicht mehr erfüllt sind, vergeht die Liebe.

  Es gibt in Hochzeitsansprachen gern den Hinweis von älteren, erfahrenen Menschen, dass zu Beginn einer Ehe oft zwei falsche Annahmen gemacht werden: Sie glaubt, den kriege ich noch hin und er meint, sie bleibt immer so, wie sie ist. Für mich sind in diesem klassischen Satz „er“ und „sie“ austauschbar, den Fehler begehen beide Partner gleich oft.

Auf www.brigitte.de steht es folgendermaßen…

Die Liebe ist das schönste Gefühl, das wir erleben dürfen – aber leider gibt es wie überall im Leben eine Kehrseite der Medaille: Wird die Liebe nicht erwidert oder scheitert sie, leiden wir sehr darunter. Gefühle, die sich dann breitmachen, sind Trauer, Wut, Verzweiflung und Mutlosigkeit.

Wir fühlen uns zurückgestoßen, vernachlässigt und jede Sekunde schießt uns ein „Ich vermisse ihn so schrecklich“ ins Herz. Praktisch jeder von uns muss mindestens einmal im Leben so eine Phase durchmachen und überwinden. Das zu schaffen, ist gar nicht so einfach. Der Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“ ist zwar meistens zutreffend, daran zu glauben, fällt aber ziemlich schwer in der Krise.

Ob unglücklich verliebt, Pech bei der Partnersuche, aktuelle Beziehungsprobleme (z. B. fremdgehen) oder Trennungskrise – wir leiden aus verschiedenen Gründen. Warum wir den Liebesschmerz erleben, sagt aber nichts über die Intensität des Kummers aus. Eine unerfüllte Liebe kann genauso wehtun wie eine Trennung nach 20 Jahren Ehe. Es wäre also falsch, den Schmerz von vornherein von der Länge der Liebe abzuleiten.

Viele Menschen leben und bleiben in ihren unglücklichen und unerfüllten Liebesbeziehungen, weil sie nicht den Mut finden sich vielen Dingen in ihrem eigenen Leben zu stellen. Sie haben sich eine Comfortzone um sich herum geschaffen oder leben eine Zweckbeziehung, tun alles, um von dem anderen ein Stück Liebe und Aufmerksamkeit zu erhaschen und hoffen, dass irgendwann alles gut werden wird. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Sie kämpfen, sie bemühen sich, verbiegen sich und irgendwann geben sie auf.

Das bedeutet Schweigen, Ignoranz und ein nebeneinander her leben, ohne die Liebe für sich selbst und den anderen spüren zu können. Sie können sich trotz aller Probleme und Schwierigkeiten nicht von ihrem Partner lösen, einfach aus Angst. Angst vor dem Alleinsein, Angst es Allein nicht zu schaffen, Angst allein total unglücklich zu sein, sich ungeliebt und einsam fühlen zu müssen, ohne einen zweiten Menschen an ihrer Seite. Manchmal scheint der Weg bis zur Trennung schier unendlich zu sein. Es können Jahre und manchmal auch Jahrzehnte vergehen. Doch warum fällt es uns so schwer, eben diese Co- Abhängigen Beziehungen zu verlassen? Wir bleiben in der Beziehung aus Angst. Eine Leserin beschreibt das so…

„Wir hatten ein Haus und einen riesigen Garten mit Pool. Finanziell ging es uns sehr gut und bevor ich in meine Beziehung kam, hatte ich nichts. Das glaubte ich wenigstens. Ich dachte, wenn ich gehe, wenn ich ihn verlasse, dann bin ich undankbar und weiß das alles nicht zu schätzen. Schließlich konnte ich mir plötzlich so vieles leisten und sah doch immer wieder um mich herum, dass es so vielen Menschen um einiges schlechter ging. Ich dachte, allein würde ich es nicht schaffen, ich dachte, wenn ich ihn verlasse, dann wird es mir sehr schlecht gehen und ich werde in ewiger Armut leben müssen.

Ich übte Dankbarkeit jeden Tag, für all das was ich hatte und schob all meine Ängste beiseite und doch stiegen sie immer wieder auf. Ich fürchtete mich vor dem totalen Neuanfang und glaubte fest, wenn ich gehe, dann würde ich es später bereuen. Alles was bei einem Neuanfang auf mich zukommen würde, dass machte mir unglaubliche Angst, denn ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde. Es erschien mir alles zu viel und wollte all diesen Schmerz nicht fühlen. Den einer Trennung, den über die kaputte Beziehung, den über alles was zwischen uns geschehen war. Den Schmerz und die Traurigkeit in mir, über die nicht funktionierende Beziehung schienen zu groß und waren überwältigend, sodass ich glaubte im Falle einer Trennung würden meine Gefühle mich überrennen und ich würde keine Licht mehr sehen. So verschloss ich vor allem die Augen und blieb… Ich blieb in meinem goldenen Käfig gefangen, aus Angst…“

Es sind nicht nur die äußeren Ängste, die uns in einer Liebesbeziehung bleiben lassen. Zukunfts- und Existenzängste, können so bedrohlich wirken und uns sogar lähmen, sodass wir gar nicht fähig sind überhaupt etwas zu tun. Doch hinter all dem stecken unsere ganz eigenen und meist verborgenen Ängste. Wir bemerken sie nicht und wollen sie uns nicht ansehen. Wir stellen uns ihnen nicht und schauen stattdessen auf den anderen. Wir leben vielleicht nach dem Model unserer Eltern und Großeltern, die jung zusammenkamen und es immer noch sind.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Das Leben und alles was in ihm passiert, hat einen bestimmten Sinn und wir sind da um zu lernen. Die Liebe ist der wesentlichste Bestandteil unseres Lebens und aus ihr heraus können wir wachsen und Leben. Doch gemeint ist damit nicht die Liebe zu einem anderen Menschen, denn die entsteht ganz von allein, wenn wir dazu bereit sind. Es meint die Liebe in uns drin und zu uns selbst, die es zu entdecken gilt.

Das nicht Alleinsein können birgt die Angst in sich, mit sich selbst allein sein zu müssen. Wir fürchten uns davor eine Leere zu spüren und glauben einsam sein zu müssen, wenn wir Allein sind. Wir fühlen uns ihr Hilflos und ohnmächtig ausgesetzt und können dieses Gefühl kaum ertragen. Dabei kann es ganz leicht sein die Zeit mit sich selbst zu genießen, nämlich dann wenn wir in der Lage sind uns selbst zuzuhören und auf uns selbst zu vertrauen. Jedes einzelnes unserer Gefühle hat einen Sinn, einen Zweck, es will uns etwas sagen, doch allzu oft vertrauen wir ihm nicht, wollen es nicht fühlen, es einfach nur weg haben. Gefühle wie Schmerz, Trauer und Wut sind für uns nur schwer auszuhalten, doch sie wollen uns nur etwas zeigen.

Diese Gefühle entstehen im Zusammenhang mit unseren Gedanken. Es sind nicht die Situationen und andere Menschen, die uns Leid spüren lassen, sondern wir sind es mit unseren Sichtweisen und Gedanken darüber. Ein anderer Mensch ist nur das Geschenk, dass uns offenbart, woher dieses Leid kommt und worin es sich begründet und so haben wir die Chance zu heilen. Wenn wir jedoch immer wegsehen, dann werden wir diese Dinge nicht erfahren und können uns auch nie ganz und glücklich fühlen, sondern werden immer darauf angewiesen sein, dass uns ein anderer glücklich macht oder eben auch nicht.

Viele unserer Ängste und Gedanken über uns selbst finden sich in unserer Kindheit, als wir auf die Liebe Erwachsener angewiesen waren, um zu überleben. Doch keinesfalls können wir nun unseren Eltern die Schuld geben, denn sie wussten es nicht besser, trugen ihre eigenen verletzten Kinder in sich und tun das sehr wahrscheinlich auch heute noch. Wir haben die Aufgabe in unserem Leben die Verantwortung zu übernehmen, zumindest wenn wir bestrebt sind eine glückliche und erfüllte Beziehung sowohl im Bereich der Partnerschaft als auch in anderen Bereichen zu führen. Wir können lernen die Verantwortung für unser Denken, Handeln und fühlen ganz bei uns allein liegt und bei niemand anderem sonst und das wir mit dem unser eigenes Leben oder unsere eigenen Dramen kreieren.

Wir können lernen uns selbst so anzunehmen und zu lieben wie wir sind und wir können verstehen, dass das was wir denken und fühlen nur ein ganz kleiner Teil des Ganzen ist. Unser ganz eigener Anteil an dem, was uns in unserem Leben widerfährt. Wir können lernen damit aufzuhören andere zu beschuldigen für das, was sie uns (wie wir glauben) abgetan haben und anfangen in uns hineinzuhören, warum uns das Verhalten eines anderen überhaupt schmerzt. Wo liegen die Ursachen und Gründe dafür? Wir haben die Macht so viele Dinge zu verändern, wir müssen nur den Mut finden und uns etwas trauen.

Lernen nicht mehr der Vergangenheit nachzuhängen und uns keine Sorgen wegen der Zukunft zu machen, einfach weil wir uns selbst Vertrauen. Weil wir wissen, dass wir mit unseren Fähigkeiten und den was in uns steckt schon alles schaffen werden und das Leben nicht für uns parat hält, dass uns in irgendeiner Form schaden soll. Wir können so viel lernen, wenn wir es nur wollen und nicht vor so vielem in uns die Augen und vor allem unser Herz verschließen. Liebe ist eins der wundervollsten Gefühle, die wir erleben und empfinden können, doch sie beginnt in erster Linie in uns selbst. Wenn wir das nicht erkennen, laufen wir Gefahr niemals wirklich glücklich sein zu können.

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