Die Bereitschaft zu wachsen und zu lernen…

In unseren Liebesbeziehungen kommt es häufig vor, dass sich beide Partner im Laufe der Zeit in verschiedene Richtungen entwickeln. Meist beginnen wir unsere Beziehungen mit einem geringen Selbstwertgefühl, ohne uns selbst wirklich wahr zu nehmen, uns zu kennen oder uns selbst zu lieben und erwarten von dem anderen, dass er all die Leere in uns füllen möge. Daraus ergeben sich innerhalb der Partnerschaft viele Konflikte und Probleme, die nach einigen Jahren kaum noch lösbar zu sein scheinen. So kommt es zur Trennung, wir suchen uns den nächsten Spielgefährten, um dann festzustellen, dass wir uns in einem immer fortlaufenden Kreislauf befinden, mit immer den selben Problemen.

Doch das muss nicht so sein. Wir können uns frei entscheiden und alles was in unserem Leben und in unseren Liebesbeziehungen geschieht, liegt in unserer Hand. Wir können uns entscheiden, zu wachsen und zu lernen oder aber dafür, weiter in der Opferrolle zu verharren, zu jammern und uns zu beklagen und damit zu leben, dass wir keine Veränderung erreichen werden.

Jeder von uns sehnt sich nach Liebe. Wir allen wollen bedingungslos akzeptiert und geliebt werden, doch einige von uns bleiben in genau diesen Bedürfnissen stecken und verstehen nicht, dass nur sie selbst dafür verantwortlich sind, sich selbst das zu geben und dies nicht der Verantwortung eines anderen liegt. Zu wachsen und zu lernen bedeutet in erster Linie ganz bei uns selbst zu bleiben, uns selbst besser kennen zu lernen, uns mit uns selbst zu beschäftigen und an uns selbst zu wachsen. Wir können nicht von einem anderen erwarten, dass er das für uns tut und wir können andere Menschen nicht für unsere guten und schlechten Gefühle verantwortlich machen.

Häufig laufen unsere Liebesbeziehungen so, dass wir versuchen den anderen nach unseren Wünschen und Vorstellungen zu formen und zu verändern und wir glauben, wenn wir das nicht erreichen, dann würde der andere uns nicht genug lieben. Doch in erster Linie müssen wir uns selbst formen und Verändern und die Verantwortung für unsere Gefühle, Entscheidungen und Handlungen übernehmen. Wenn wir dazu in der Lage sind und vor allen dazu uns selbst so anzunehmen und zu akzeptieren, wie wir sind, dann verändern sich die Menschen und Umstände um uns herum ganz automatisch, ohne dass wir etwas dafür tun müssen.

Menschen, die uns gut tun, treten in unser Leben, Menschen die wir lieben können und von denen wir nicht erwarten, dass sie uns lieben, denn das tun sie ganz von selbst. Menschen, die uns nicht gut tun, verschwinden, denn sie finden bei uns keine Egonahrung mehr und können ihren eigenen Selbstwert nicht darüber definieren, dass sie uns klein machen und schlecht behandeln. Wir selbst können frei entscheiden, mit wem und auf welche Weise wir uns umgeben möchten, und mit wem nicht und wir befinden uns dann nicht mehr in diesem ewigen Kreislauf, aus Schmerz, Verletzungen, Demütigungen oder allen anderen negativen Gefühlen, von denen wir bisher glaubten, dass andere Menschen mit ihrem Verhalten uns gegenüber für diese verantwortlich sind.

In einer Liebesbeziehung kann es jedoch vorkommen, dass einer der beiden Partner lernt, wächst und voran kommt und der andere dazu nicht in der Lage ist und in seinem gewohnten Muster stecken bleibt. Viele versuchen dann den Partner davon zu überzeugen, dass eine Veränderung unbedingt nötig sei und wenn der andere sich nicht auch verändern wolle und ebenfalls lernen möchte, dann kommt es vor, dass wir in ein Loch fallen, weil wir glauben, wir wären es nicht wert, dass der andere ebenfalls zu der Bereitschaft zu lernen voranschreitet. Wir müssen jedoch verstehen, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, für sein Denken und Handeln und wir weder die Macht haben, noch ein Recht dazu, dem anderen unsere Gedanken und Meinungen  auf zu zwingen und ihn zur Veränderung zu drängen.

Wenn sich jemand nicht weiterentwickeln möchte, in seinem Denken also stecken geblieben ist und seinerseits keine Veränderung in seinem Leben haben möchte, sondern weiterhin nur sich selbst sieht, dann sind wir deswegen jedoch keinesfalls machtlos und müssen uns den Gegebenheiten weder unterordnen, noch müssen wir uns selbst zurück nehmen. Wieder können wir uns frei entscheiden. Nämlich dafür den anderen gehen zu lassen. Die meisten von uns können das nur nicht, weil sie den tiefsitzenden Schmerz des allein seins nicht ertragen können und sich damit auch nicht konfrontieren wollen und so werden auch sie über kurz oder lang stecken bleiben.

Wenn einer der beiden Partner innerhalb einer Liebesbeziehung nicht dazu bereit ist, sich auch verändern, lernen und wachsen zu wollen, dann können wir gar nichts mehr tun und das sollten wir auch nicht. Wenn die Bereitschaft zum Wachstum nicht von beiden Seiten da ist, dann können wir aus dieser Situation viel lernen, statt immer wieder zu versuchen auf den anderen einzureden und dazu zu bringen zu erkennen, dass eine Veränderung doch nur gut für ihn wäre und damit auch für uns und die Partnerschaft. Das Geschenk liegt darin zu lernen, wie wir loslassen können und dass es manchmal besser ist seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen, als gemeinsam mit dem anderen immer auf ein und der selben Stelle stehen zu bleiben.

Nur wenn beide Partner bereit sind an sich zu arbeiten und damit ist tatsächlich gemeint, jeder an sich selbst und nicht an dem anderen, dann kann sich auch eine scheinbar schwierige Liebesbeziehung in eine gut Richtung entwickeln. Das geschieht jedoch keinesfalls, wenn nur einer der Partner zur Veränderung bereit ist und es ist  nicht unsere Aufgabe, den anderen von der Richtigkeit und Wichtigkeit zu überzeugen. Niemals können wir einen anderen Menschen dazu zwingen, die Dinge so zu sehen, wie wir sie sehen. Durch gute Kommunikation können wir jedoch erreichen, dass wir den anderen besser verstehen und er uns. Aber auch das funktioniert nur, wenn beide Partner dazu bereit sind. Ist das nicht der Fall, können wir uns entscheiden zu gehen und den anderen an dem Punkt zurück zu lassen, an dem er sich vermeintlich ja wohl fühlt (was meistens jedoch nicht der Fall ist) Jemanden zum Wachstum zu zwingen, macht absolut keinen Sinn.

Stattdessen haben wir aber die Wahl. Wir können die Chance und Gelegenheit nutzen, um uns ganz auf uns selbst zu konzentrieren, uns um uns selbst zu sorgen und zu kümmern und die Verantwortung für unser eigenes Glück und Wohlbefinden zu übernehmen. Wir können lernen, wie wir uns selbst glücklich machen können, denn nur wenn wir dazu im Stande sind, dann werden wir auch anderen die Liebe zu Teil werden lassen können, die jeder von uns ganz tief in sich trägt.

Wenn einer der beiden Partner nicht dazu bereit ist, zu wachsen und zu lernen, dann bedeutet das keinesfalls, dass wir gescheitert sind. Es bedeutet viel mehr, dass wir die Gelegenheit bekommen aus Abhängigkeit, Partnerschaftsproblemen und allen damit verbundenen negativen Gefühlen heraus zu finden und unser ganz eigenes, vor allem aber glückliches Leben schaffen, in dem Wissen, dass alles was passiert seine Richtigkeit hat und sich immer alles zum positiven wenden wird.

 

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