Vielen Dank für Ihren Mut…

Vielen Dank für Ihren Mut…

Eine heutige Begebenheit, hat mich zu einem neuen Blogartikel inspiriert in dem es darum gehen soll, wie wichtig es mir doch erscheint in den verschiedensten Lebensbereichen einfach nur mutig zu sein. Allein durch unseren Mut können wir doch so viel verändern und bewirken, doch oftmals sind wir uns dessen gar nicht bewusst.

Als ich mich heute auf dem Heimweg von der Arbeit befand, stand am Ortseingang unseres Dorfes ein Auto mit Warnblinkanlage. Eigentlich nichts ungewöhnliches, besonders wenn man in einer Großstadt arbeitet und sich dort an jeder Straßenecke liegen gebliebene Fahrzeuge finden lassen. Da wir jedoch ziemlich abgelegen wohnen, entschied ich mich kurzerhand umzudrehen und den „Liegenbleiber“ zu fragen, ob er Hilfe benötigt. Ganz offensichtlich war er sehr überrascht, etwas verängstigt und doch recht froh zugleich. Er schilderte mir kurz sein Problem, ich rief meinen Mann an, der zufälligerweise Mechaniker ist und während dieser sich auf dem Weg zu uns befand, unterhielten wir uns.

Ich war erstaunt über die Warmherzigkeit und Freundlichkeit des jungen Mannes, was ich dem schulde, dass auch ich anderen Menschen nicht immer vorurteilsfrei begegne. Besonders nicht, wenn einem tagtäglich so viele unzufriedene oder auch wütende Menschen begegnen und wo doch überall publiziert wird, welche Grausamkeiten es in der Welt doch gibt. Aufgefallen ist mir das aber erst, als ich im Nachhinein darüber nachdachte.

Sicherlich hat jeder von uns schon einmal eine solche Situation erlebt oder zumindest wäre es doch wünschenswert, wenn noch viele andere Menschen einfach ihre Hilfe anbieten. Was mich jedoch wirklich zu diesem Artikel veranlasst hat, war, dass er mich fragte, ob ich denn gar keine Angst hätte. Ich war zuerst etwas irritiert und erstaunt zugleich über seine Frage. Ich fragte ihn, was er damit meine und er antwortete mir, „Sie als Frau halten an und fragen ob Sie mir helfen können, haben Sie denn gar keine Angst? „ Ich entgegnete ihm, dass ich keine Angst hätte, denn schließlich habe ich ja einen großen Hund im Auto und gleichzeitig war mir durchaus bewusst, dass das nicht der Grund gewesen war, warum ich anhielt, denn wie hätte mein Hund im Notfall aus dem Auto kommen können, um mir zu helfen? Es sei denn er hätte den direkten Weg durch die Scheibe genommen. Klar können bestimmte Hunderassen so etwas auch und tun es vielleicht auch, wenn ihre Besitzer in Gefahr sind, doch das ist alles nur Gedankenspielerei.

Als mein Mann eintraf und ich wusste, dass die beiden das Problem beseitigen würden, verabschiedete ich mich und der junge Mann sagte zu mir: „Vielen Dank für ihren Mut und ihre Hilfsbereitschaft. Ich werde all meinen Freunden davon berichten.“ Ich war peinlich berührt, glücklich ihm geholfen zu haben und erstaunt zugleich.

Als ich nun zu Hause war, ließ mich das was er gesagt hatte und seine große Dankbarkeit nicht mehr los und ich dachte über seine Worte nach. Er hatte ja irgendwie Recht. Wie kam ich eigentlich dazu einfach in einer solch verlassenen Gegend anzuhalten, noch dazu im Dunkeln und einen wild fremden zu fragen, ob er meine Hilfe möchte. Ich meine, hört man denn nicht stets und ständig von all den Verbrechen, die sich tagtäglich ereignen, von den Betrügereien und gesetzeswidrigen Machenschaften, von all den Gefahren, denen wir uns nicht aussetzen sollen und wurden nicht in der Vergangenheit schon so viele Fälle Publik gemacht, wo Menschen auch nur helfen wollten und dafür teuer bezahlen mussten, zum Teil sogar mit ihrem Leben?

Natürlich hätte mir sonst was passieren können und ich denke jeder von uns ist in der Lage sich die grauenvollsten Bilder auszumalen. Doch es gibt nur einen Grund, warum ich anhielt und meine Hilfe anbot. Ich dachte nicht darüber nach und das ist auch gut so. Ich befand mich rein im gegenwärtigen Augenblick, ohne belastende Gedanken der Vergangenheit oder damit verbundener schlechter Erfahrungen und auch ohne Sorgen die Zukunft betreffend. Ich machte mir keine Gedanken, was alles passieren könnte, sondern handelte rein instinktiv aus der Situation heraus. Hätte ich mir erst Gedanken darüber gemacht, was alles passieren könnte, wäre ich aus Angst davor wahrscheinlich weiter gefahren und hätte mein schlechtes Gewissen damit beruhigt, dass es ja einfach zu gefährlich gewesen wäre.

Da ich das nicht tat, konnte ich jedoch eine neue wundervolle Erfahrung machen, nämlich die, einen weiteren sehr netten Menschen kennen gelernt zu haben, der ganz offensichtlich sehr froh und Dankbar über meine Hilfe gewesen war.

Mir fiel auf, dass man diese Situation auch auf viele andere Lebensbereiche übertragen kann. Wie oft ist es so, dass unsere Ängste, Bedenken und Sorgen uns von dem eigentlich nötigen Handeln abhalten, nur weil wir uns schon vorher ausmalen, was alles schief laufen und schreckliches passieren könnte. Wer weiß denn schon, was im nächsten Moment passieren wird und ob nicht aus jedem rein instinktiven Handeln auch etwas sehr gutes entsteht. Ständig leben viele von uns entweder in der Vergangenheit oder machen sich Sorgen um die Zukunft, wobei das eine nicht mehr zu ändern und das andere noch gar nicht da ist. Das was eigentlich zählt und was uns zu wahrem Glück verhilft, ist der gegenwärtige Augenblick und in diesem finden wir alles, was ist und was wir wirklich brauchen.

Manchmal braucht es nur ein bisschen Mut, um die Dinge zu verändern oder besser gesagt, ändern sie sich oft von selbst, wenn wir all unsere Ängste einfach beiseite lassen. Natürlich ist die Angst ein naturgegebener Instinkt, den wir schon seit Urzeiten in uns tragen und der uns in vielen Zeiten der Evolution gute Dienste erwies, in dem er uns vor Gefahren warnte und damit unser Überleben sicherte. Wäre ja auch blöd gewesen, wenn wir den Säbelzahntiger, der hungrig im Gebüsch lauerte mit offenen Armen begegnet wären, um ihn freundlich zu begrüßen. Doch heute schützen uns unsere Ängste oft gar nicht mehr, sondern stehen uns viel mehr im Weg und mit ihnen setzen wir uns und anderen Grenzen, die wir eigentlich gar nicht brauchen.

Sehen wir uns zum Beispiel unsere Liebesbeziehungen an. Wir bewegen uns ständig in unserer selbst geschaffenen Comfortzone und wiegen uns in angeblicher Sicherheit. Wir tolerieren, akzeptieren und verbiegen uns, einfach weil uns der Mut fehlt. Der Mut sich aus dieser Sicherheit und Comfortzone heraus zu bewegen und neue Dinge zu probieren. Wir malen uns in unseren Gedanken aus, was alles passieren könnte, wenn wir dieses oder jenes sagen oder tun, dabei könnte es so viel Gutes bewirken und so viel Veränderung schaffen. Doch auch dazu fehlt vielen von uns der Mut, da sie mit Veränderungen nicht umgehen oder ihnen nichts Positives abgewinnen können. Mutig zu sein ist in so vielen Lebensbereichen so wichtig und so viele von uns trauen sich nichts zu.

Nehmen wir zum Beispiel den Angestellten, dem der Mut fehlt nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, aus Angst, wie der Chef darauf reagieren könnte. Er malt sich in seinen Gedanken vielleicht sogar aus, dass er den Job verlieren könnte und gibt sich dann mit dem zufrieden was er hat. Hätte er Mut gehabt und den Chef gefragt, hätte er vielleicht aber Respekt für seinen Mut erhalten und eben die gewünschte Gehaltserhöhung, was er ohne diesen jedoch nicht erfahren wird.

So gibt es unzählige Beispiele, in denen es sich bewährt mutig zu sein und das zu tun, was man gerade für richtig hält. Wenn man nichts Schlechtes im Sinn hat, kann daraus auch nichts Schlechtes resultieren…

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

– Demokrit, griechischer Naturphilosoph

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