(Sich)Selbstbewußte Eifersucht ???

Eifersucht und Selbstwert

Eifersüchtige Partner sagen oft, dass ihre Eifersucht ein Liebesbeweis wäre. Eifersucht zeige, dass man um den geliebten Partner kämpft. Oder dass man den Partner so sehr liebt, dass man der oder die einzige im Leben des anderen sein will.

Das kann jedoch soweit gehen, dass Eifersucht genau das zerstört, was sie eigentlich schützen will. Je mehr aus Eifersucht der Partner kontrolliert und eingeschränkt wird, umso mehr Druck und Zwang entsteht. Dies wiederum führt oft zu Teufelskreisen. Statt der erwünschten Nähe, verursacht Eifersucht meist mehr Distanz. So will Eifersucht dasselbe vermeiden was sie produziert: Einsamkeit! Durch Eifersucht stellt man sich selbst auch oft stark in Frage. Das eigene Selbstwertgefühl sinkt in den Keller…

Menschen mit guten Erfahrungen und einem stabilen Selbstwertgefühl kommen eher nicht dazu, sich selbst für liebensunwert zu halten. Sie suchen auch nicht ständig nach Beweisen für die Liebe. Eifersucht setzt fast immer schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit voraus. Dies muss nicht heißen, dass es eine schlimme Kindheit oder Fremdgehen in vorherigen Beziehungen benötigt, um eifersüchtig zu werden. Loyalitätsverletzungen aller Art können Auslöser für Eifersucht sein: die Geburt eines Geschwisterchen oder bei einer Beförderung übersehen werden reichen auch schon aus.

Häufig ist Eifersucht Ausdruck eines eher geringen Selbstwertgefühls, viele Betroffene haben Angst, ihren Partner zu verlieren. Sie glauben, nicht attraktiv, nicht intelligent oder nicht liebenswert genug zu sein – und sehen jeden, der oder die genau diese Eigenschaften hat, als eine Gefahr an. Mit Liebe, wie es manchmal gesagt wird, habe Eifersucht nichts, aber auch gar nichts zu tun, sagt Diplom-Psychologin Birgit Spieshöfer aus Verden.

Wer an seiner Eifersucht arbeiten möchte, sollte in sich hineinhorchen und der Ursache auf den Grund gehen. „Betroffene sollten sich zudem fragen, auf was konkret sie eigentlich eifersüchtig sind“, rät Spieshöfer. Liegt es etwa daran, dass der Mann, mit dem die Partnerin gerade lacht, in den eigenen Augen eine tolle Figur hat – während man sich selbst übergewichtig findet? Oder ist die Partnerin eifersüchtig, weil ihr Mann sich angeregt mit einer anderen unterhält, die einen Doktortitel trägt – den man selbst nur zu gerne hätte?

Um sein eigenes Selbstwertgefühl zu stärken, muss man lernen, sich so anzunehmen, wie man ist: „Erst wenn ich mich selbst liebe, bin ich nicht mehr abhängig davon, von jemand anderem geliebt zu werden“, sagt Spieshöfer. Dazu gehört aber nicht nur, sich seine Schwächen einzugestehen, sondern auch, sich seiner Vorzüge bewusst zu werden.

Eine Möglichkeit um an sich und dem Thema Eifersucht (aber auch an vielen anderen Themen) zu arbeiten und sein Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein zu stärken, ist die Arbeit mit dem Inneren Kind.

Die Kindheit ist für viele Menschen der Bereich, in dem Grundsteine für Probleme gelegt wurden, die sie nun in ihrem erwachsenen Leben behindern. Die Einschränkungen machen sich bemerkbar in Situationen, die die Person in Aspekten an Kindheitserlebnisse erinnert.

Durch die aktuellen Ereignisse werden die Verletzungen von früher wieder angerührt. Die Wunde schmerzt wie damals. Die Person fühlt sich im Heute wieder verletzt wie früher. Und sie weiß nicht immer, dass es mit der Vergangenheit zu tun hat. Die Person fühlt sich wieder wie damals, sie ist wieder fünf Jahre alt. Oder sieben oder elf. Aber in ihrem Leben jetzt ist sie 38. Oder 25 oder 53. Trotzdem kann sie sich jetzt mit 38 nur wie die verletzte 5-jährige weinend in die (innere) Ecke verkriechen. Zumindest in ihrem Inneren. Oder wie im Trotzalter aggressiv werden. Je nach Kindheitsalter in dem das Ereignis stattfand, je nach individueller Disposition, je nach Situation und je nach Aufarbeitungsgrad sind die Folgen unterschiedlich ausgeprägt. Die Verknüpfung der verschiedenen Lebenssituationen und Alter ist der Person in vielen Fällen teilweise bewusst. Häufig aber sind das zugehörige Ereignis und die daran angegliederten emotionalen Schichten aber unbewusst.

Die Arbeit mit dem Inneren Kind führt in Meditationen und Übungen zu Ereignissen aus der Kindheit, die Blockaden für die Gegenwart erzeugt haben. Diese Ereignisse werden schrittweise aus dem Unbewussten ins Bewusste geholt. Sie werden in ihrer Tiefe erforscht, gesehen, gefühlt und gelöst. Dir Ursache des Problems ist eine partielle oder totale Ablehnungshaltung – bezogen auf die Situation und die beteiligten Personen. Auch wenn das verursachende Ereignis der Person bereits bewusst war, so gibt es Schichten dazu, die noch unbewusst sind und durch die Arbeit am Inneren Kind erst gesehen werden können. Die Bewusstwerdung als emotional gefühlte und durchlebte Wahrnehmung ist Voraussetzung für die Akzeptanz der gesamten Situation und ihrer Umstände.

Die Innere-Kind-Arbeit am Erwachsenen nimmt im Nachhinein unverarbeitete Kindheitserlebnisse an. Schritt für Schritt wird so nachgeholt, was in der Kindheit aus verschiedenen Gründen nicht in einem gesunden Prozess ablaufen konnte. So kann die erwachsene Person in der Gegenwart Schritt für Schritt die Wunden ihrer Kindheit aufarbeiten und heilen.

Durch das Annehmen der Vergangenheit, das Lösen der Blockade, wird das bis dahin eingefrorene, festgehaltene Potential freigesetzt. Dieser Aspekt des Menschen kann sich nun entwickeln: er kann sich aus den Verknotungen und Verwirrungen lösen und frei werden. Der Anteil kann sich entfalten, sich Raum nehmen und frei gestalten. Je mehr Blockaden gelöst werden, desto freier und selbstbestimmter kann der Mensch agieren. Er oder sie kann zunehmend das Leben frei gestalten und Möglichkeiten wahrnehmen und leben, die für ihn oder sie vorher unmöglich schienen.

Martin Uhlemann schreibt dazu folgendes:

Die Tatsache, dass das Verhalten Deines Geliebten in dieser Zeit KEINE Deiner Erwartungen erfüllt, ist eines der fettesten Geschenke Deines Lebens. Wenn Du stehen bleibst. Hinsiehst. Und es auspackst. Das Geschenk.

Du wirst der Liebe begegnen. Der Liebe ohne Objekt und Grund. Nicht dem, was Du bisher für Liebe gehalten hast. Du wirst Dir begegnen. In Allem was Dich ausmacht. Ob es Dir gefällt oder nicht. Ob Du es ablehnst oder nicht. Du nimmst zurück, was zu Dir gehört.

Dein Geliebter, ist ein Teil Deiner Selbst. 
Alles was Du an Dir selbst ablehnst,
jede Bedingung die Du an Deine Liebe zu Dir knüpfst,
wird Dir durch Ihn gespiegelt.

Exakt in dem Maße, in dem Du jedem Anteil Deiner Selbst Liebe schenkst, ohne jede Bedingung Liebe schenkst, ordnen sich die Dinge. Um Deine Liebe. Um Dein Ja. Um Deine Annahme. Die Dinge geschehen von Innen nach Außen.

Liebe! Und Alles ändert sich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: