Lass los was Du liebst…

Lass los was Du liebst, gehört es zu Dir, kommt es zurück…

Viele von uns glauben tatsächlich, wenn wir in einer Liebesbeziehung leben, dass wir den anderen besitzen, dass er uns gehört und dafür zuständig ist, uns glücklich zu machen. Wir haben ihm die Verantwortung für unser glücklich oder unglücklich sein übertragen, da wir diese schon vor langer Zeit abgegeben haben.

In manchen Fällen ist es so, dass es unmöglich ist unsere Liebesbeziehung zu retten, solange wir nach diesen Glaubensmustern leben und uns in unserem selbst geschaffenem Gefängnis befinden. So ist eine Trennung oft unumgänglich, jedoch nicht in dem Glauben, mit dem nächsten Partner wird alles anders und besser oder wir könnten noch etwas besseres finden, viel mehr in dem Bewusstsein, dass wir erst zu uns selbst finden und unseren eigenen Weg erfahren und ergründen müssen, bevor wir völlig frei und bedingungslos uns selbst und einen anderen Menschen lieben können.

Wir stehen also vor dem berühmten Scherbenhaufen, die Träume, Ziele und Pläne, die wir gemeinsam mit dem anderen verfolgten und lebten, sind zerplatzt. Alles sollte eigentlich ganz anders laufen und keinesfalls ohne den Partner, sondern mit ihm. Also gilt es jetzt sich mit Geschehenem auseinander zu setzen, die Scherben zusammen zu fegen und unser neues Glück daraus zu bauen. Ich kann jedem nur davon abraten das in Form einer neuen Beziehung zu versuchen, die die eben erst gescheiterte ersetzen soll.

Eine Liebesbeziehung zu beenden oder auch verlassen zu werden, ist für beide Seiten gleichermaßen schmerzhaft und es gibt nicht die eine Seite, die es einfacher hat oder weniger darunter leidet. Schließlich haben wir geliebt, so glauben wir zumindest, denn eigentlich waren wir doch sehr weit entfernt davon, nur wird uns das nicht immer sofort bewusst. Jedes Scheitern einer Liebesbeziehung hat seine Ursachen auf beiden Seiten und es macht absolut keinen Sinn, dem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, denn auch wir haben unseren Teil dazu beigetragen. Viel mehr können wir uns dafür entscheiden, die Verantwortung für uns selbst und unsere Gefühle zu übernehmen und uns auf Erkundungsreise in unser eigenes Inneres zu begeben, um uns dort auf die Suche nach den wirklichen Ursachen zu machen.

Wir können uns die Zeit nehmen, um in Ruhe zu überlegen, was wir denn jetzt eigentlich wollen, wie es weiter gehen soll und wohin unser Weg uns führt. Wo sehen wir uns beispielsweise in 10 Jahren? Manche von uns beginnen nach der Beendung einer Liebesbeziehung noch einmal ganz von vorn. Doch gilt es an dieser Stelle nicht in Selbstmitleid zu versinken. Natürlich dürfen und sollten wir uns die Zeit nehmen zu trauern, denn ein für uns bisher wichtiger Lebensabschnitt liegt nun hinter uns, doch sollten wir nicht allzu lange in der Vergangenheit kramen, uns vielleicht mit Schuldgefühlen oder Vorwürfen dem anderen Gegenüber aufhalten, sondern den Blick nach vorn richten und Geschehenes genau so akzeptieren, wie es nunmal jetzt ist.

Vergangenes können wir ohnehin nicht mehr ändern und das Morgen ist noch nicht da. Doch wir können erneut planen, träumen und uns neue Ziele setzen oder neue Wege finden. Wir haben wieder die Chance und Gelegenheit herauszufinden, Stück für Stück, wer wir eigentlich sind und wohin wir gehen wollen, was wir von uns selbst und unserem zukünftigen Leben erwarten, was wir tun wollen und welche Möglichkeiten uns zur Verfügung stehen. Jetzt heißt es vielleicht ein neues zu Hause zu finden, eine neue Arbeitsstelle und die Sozialkontakte werden ebenfalls erneuert. Wir haben verstanden, dass vergangenes vergangen ist und die Zukunft in unseren Händen liegt.

Doch dürfen wir ebenfalls erkennen, dass das eigentliche Leben und unser Glück sich im Hier und Jetzt befindet, in diesem und jedem Augenblick.

Manchmal scheint es schwer zu sein einen kompletten Neuanfang zu wagen, denn wir haben uns zurück gezogen und jeder bewältigt hinter ihm liegendes auf seine eigene Art und Weise. Manche fürchten sich vor dem was jetzt auf sie zukommt und haben Angst es allein nicht zu bewältigen. So bedarf es doch einiger Bemühungen eine neues Heim und eine Anstellung zu finden, die einem nicht nur das Geld bringen soll, um den Lebensunterhalt zu finanzieren, sondern auch noch Spaß macht. Das ist zu viel des Guten glauben manche von uns dabei, doch können wir uns dazu entscheiden uns mit nicht weniger zufrieden zu geben und zu verstehen, dass wir genau das verdient haben und es einfach wert sind.

Wir dürfen uns natürlich immer mal wieder zwischendurch die Zeit nehmen unsere Wunden zu lecken. Das ist gut und richtig und trägt dazu bei, dass wir die Trennung gut verarbeiten können. Ein Neuanfang geht manchmal mit so vielen Aufgaben und Erledigungen einher, dass wir es vielleicht vergessen auch einmal inne zu halten und vergangenes Revue passieren zu lassen. Das gefährliche daran ist, dass uns die Gedanken daran einholen werden, sobald wir alles erledigt haben, das neue Heim und der neue Job bereits da sind und wir dann zur Ruhe kommen. Dann fällt nämlich auch der Ganze Druck, den die Ängste in uns verursacht haben ab und der ein oder andere verfällt dann in eine Art Starre oder auch Depression, weil plötzlich alles so leer zu sein scheint ohne den anderen. Also sollten wir uns trotz der vielen Erledigungen die Zeit nehmen, hin und wieder eine Pause zu machen und in uns hinein hören, was da gerade passiert und was uns beschäftigt.

Manchen Menschen erscheint die Herausforderung sich um all diese Dinge zu kümmern so groß, dass sie gar nicht recht wissen, wo sie anfangen sollen und sie lassen sich von dem entmutigen. So ist es unglaublich schwer einen Schritt nach dem anderen zu gehen und zu sehen, dass sich jeden Tag aufs Neue alles ein klein wenig ändert. Ich habe einmal gelesen, „Nichts ist beständiger, als die Veränderung“ und ich weiß gar nicht, von wem dieses Zitat stammt, doch es trägt sehr viel Wahrheit in sich. Alles ist in ständiger Bewegung und Veränderung, niemals bleibt etwas gleich und wenn es nur unsere Gefühle sind. Doch betrifft das auch alle anderen Umstände, Situationen und Gegebenheiten in unserem Leben.

Ein Neuanfang ist jedoch keinesfalls etwas so hartes und schreckliches, wie mancher von uns vielleicht glaubt. Ich bin der Überzeugung, dass alles im Leben einen Sinn hat und alles zu irgendetwas gut ist. Wir sind die Schöpfer und kreieren unser Leben selbst und so kann ein Neuanfang unglaublich viel Gutes und Schönes mit sich bringen. Es heißt ja nicht grundlos, dass sich eine Tür öffnet, wo sich eine andere schließt.

Keinesfalls müssen wir betrübt sein und uns vor dem fürchten, was auf uns zukommt. Das Leben meint es nicht schlecht mit uns, es schickt uns nichts, um uns zu verletzen oder gar zu zerstören. So schlecht, wie wir es manchmal annehmen und meinen, ist es oft gar nicht und wenn wir später zurück blicken, dann können wir genau das erkennen. Das Leben hält so viel Aufregendes bereit, es ist ein Abenteuer und wir dürfen vertrauen. Wir dürfen Vertrauen in uns selbst haben, in unsere Fähigkeiten und darin, dass sich alles zum Guten wenden wird. Wenn wir das noch nicht können, weil wir vor so vielen Dingen Angst haben, dann liegt das Geschenk darin, es zu lernen.

Wir verlassen unser geliebtes zu Hause, dass wir liebevoll ein- und hergerichtet haben, gemeinsam mit unserem Partner. Doch müssen wir nicht an der Vergangenheit festhalten, sondern dürfen uns darauf freuen, was vor uns liegt. Wir können unser neues Heim genauso liebevoll einrichten und wir können uns Gedanken machen, was wir vielleicht sogar neues ausprobieren können. Vielleicht wählen wir ganz andere Farben als zuvor oder andere Möbel. Wir können alles so gestalten, wie es uns gefällt und wie es aus dem Neubeginn heraus entstehen möchte.

Wir können uns trauen auf andere Menschen zuzugehen und deren Freundlichkeit und Wohlwollen zu genießen. Wir können so viel Glück finden in dem Lächeln eines anderen oder einfach einem freundlichen Gespräch. Niemals sind die Menschen von Grund auf Böse, in jedem steckt eine gute Seele. Wir können uns dazu entscheiden, diese in ihm zu entdecken und ans Licht zu bringen.

Wir müssen keine Angst vor der Zukunft haben, da sie so aufregende und wunderschöne Dinge für uns bereit hält. Wir brauchen nur hinzusehen und dem Wunder ein klein wenig Raum geben und dann können wir beobachten, dass sich alles zusammen fügt. Wir dürfen Vertrauen, denn dieses Urvertrauen, dass in uns selbst liegt, lässt alle Ängste in uns schwinden und hilft uns, selbst auferlegte Grenzen zu durchbrechen, etwas zu riskieren, uns einfach zu trauen. Wir werden stärker und verstehen es mit dem Strom zu fließen, statt dagegen. Wir müssen nicht kämpfen, denn wenn wir kämpfen, ist es vielleicht nicht richtig und wir sollen einen anderen Weg wählen. Wenn wir Vertrauen haben, dann gelingen die Dinge fast wie von selbst und wir erkennen die vielen Türen und Tore, die sich uns öffnen.

Manche glauben vielleicht auch, dass sie es nicht verdient hätten, glücklich und frei zu leben, weil sie viel Schuld mit sich tragen und sich immer wieder unbewusst für irgendetwas bestrafen müssen. Es gibt jedoch nichts in unserem Leben, was wir bereuen müssen. Handeln wir denn nicht jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen? Natürlich machen wir Fehler, das geht jedem von uns so. Doch aus ihnen lernen wir auch und somit gibt es keinen Grund uns Vorwürfe zu machen und uns zu bestrafen oder uns mit falschen Glaubenssätzen jegliche Chance auf ein neues, erfülltes und glückliches Leben zu verbauen.

Wir dürfen uns glücklich und gut fühlen, auch ohne den anderen. Das bedeutet keinesfalls, dass uns der andere schon lange egal war. Es bedeutet lediglich, dass wir uns neu orientieren dürfen, dass wir uns für alles erlebte bedanken und unsere Chancen darin erkennen und dass wir daran glauben, dass wir es auch allein schaffen, glücklich und zufrieden zu leben. Wir sind schließlich unseres eigenen Glückes Schmied und müssen nicht glauben, dass wir erst jemand anderen brauchen, um uns gut, richtig und wertvoll zu fühlen.

Ein Neuanfang ist etwas Wunderbares. Wir lassen Vergangenes in Liebe zurück und starten unser neues Leben in Liebe und Vertrauen zu uns selbst. Dem Wunder Raum geben heißt, dass wir immer offen bleiben für alles Neue und die Schönheit, die in allen Dingen liegt sehen können. Verschließen wir unser Herz, weil wir vielleicht so sehr verletzt wurden, dann wird es uns schwer fallen die Großartigkeit und Leichtigkeit, die sich in allem verbirgt auch wahrzunehmen. Doch tragen wir trotz allem Liebe in unserem Herzen, so strahlen wir das auch aus und bekommen gleiches zurück. Das Leben hält so viel schönes für uns bereit, wir brauchen nur zuzugreifen.

One Comment on “Lass los was Du liebst…

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