– Jeder hat mal schlechte Laune –

Manchmal wachen wir morgens auf und haben unfassbar schlechte Laune. Wir spüren ein intensives Gefühl des Unwohl seins, innerer Anspannung und Unruhe, wird sind einfach unglücklich und auch der geliebte, morgendliche Kaffee, scheint uns nicht darüber hinweghelfen zu können.

Die Ursachen können ganz verschieden sein. Vielleicht haben wir etwas geträumt, an das wir uns aber nicht erinnern, dass uns dieses Gefühl verleiht. Vielleicht haben wir Probleme im Beruf und uns stehen Aufgaben bevor, auf die wir uns nicht unbedingt freuen oder denen wir uns nicht gewachsen sehen. Vielleicht müssen wir Menschen begegnen, die uns völlig gegen den Strich gehen. Oder wir haben Probleme und Sorgen in unserer Liebesbeziehung, mit unserem Partner oder den Kindern.

Gründe dafür können noch weitaus vielseitiger sein, doch eins haben sie alle gemeinsam. Sie liegen im Außen und dort, auch nur dort suchen wir. Wir versuchen die Gründe für unser Unglücklich sein stets in der äußeren Welt zu finden und auch nur in diese Richtung geht unser Denken. Ganz zwangsläufig ist es also vorprogrammiert, dass wir anderen die Schuld dafür geben, denn niemand möchte so fühlen und ist bemüht darum diese unangenehmen Gefühle schnellstmöglich wieder verschwinden zu lassen.

So gehen wir also unseren alltäglichen Aufgaben und Pflichten nach, ohne besondere Hingabe und jeder der unseren Weg kreuzt, bekommt erstmal sein Fett weg. Auch wenn wir vielleicht nichts sagen, sind wir nicht gut drauf, wird es unser Gegenüber merken und dementsprechend auf uns reagieren. Nicht selten glauben wir, wenn der Tag schon so beginnt, dann kann daraus nichts brauchbares werden und mit genau derselben schlechten Laune, den negativen Gefühlen werden wir abends zu Bett gehen. Je nachdem was sich am Tage so alles ereignete, könnte sie sich auch noch verschlimmern.

Es ist also einer dieser Tage, an dem wir glauben, das Aufstehen macht doch nicht so viel Sinn und gern würden wir im Bett liegen bleiben, den Tag verstreichen lassen und auf den folgenden warten, darauf eben, dass unsere negativen Gefühle von selbst verschwinden und alles wieder besser wird.

Indem wir aber die Ursachen im Außen suchen, tun wir uns und unseren Mitmenschen keinen Gefallen. Wir sind ungerecht und urteilen schnell, klagen an und beschuldigen. Wir erwarten viel von anderen und sind dann enttäuscht, wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, was den Gedanken vertieft, lieber im Bett geblieben zu sein, wäre besser gewesen. Wir haben die Verantwortung abgegeben und nun warten wir darauf, dass irgendjemand, irgendetwas tut, um das wir uns besser fühlen oder wir bemühen uns unsere Gefühle nicht nach außen zu tragen , sie zu verbergen, bis wir feststellen, wie wenig uns das gelingt.

Doch unsere schlechte Laune, unser Unwohlsein, unsere Unzufriedenheit und unser Unglücklich sein, wollen uns etwas sagen. Wir haben diese Gefühle nicht mitbekommen, um sie zu ignorieren und zu warten, bis sie verschwinden oder Dinge zur Ablenkung zu tun, sodass wir uns besser fühlen.

Sie laden uns ein einmal inne zu halten und auf uns und in uns zu schauen. Sind wir unruhig, unzufrieden und unglücklich, ist das ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht stimmt. Doch sind es nicht die anderen, mit denen etwas nicht stimmt und die sich uns gegenüber nicht gut und angemessen verhalten, sondern wir sind es. Mit uns stimmt etwas nicht, in unserem Leben läuft etwas nicht in den richtigen Bahnen. Wäre es anders, hätten wir diese schlechte Laune nicht.

Nicht immer gelingt es uns die Ursachen sofort zu ergründen, manchmal brauchen wir dafür Zeit. So kann es sein, dass diese negativen Gefühle wiederkehren, bis wir verstanden haben aus ihnen zu lernen. Innere Unruhe, Unzufriedenheit und unglücklich sein, können Motor und Antrieb zu Veränderung und damit ganz automatisch zu Verbesserung sein. Doch nur wenn wir bei uns suchen und nicht bei anderen.

So können wir beispielsweise erkennen, dass wir sehr wohl unzufrieden in unserem Job sind. Doch ist es nicht der blöde Kollege, der herablassende Chef oder die monotonen Aufgaben, die uns bevorstehen, sondern wir. Vielleicht liegen uns die Aufgaben nicht besonders gut und wir würden viel lieber etwas anderes tun, dass wir einerseits besser können und andererseits uns mehr Freude macht. Was hält uns davon ab, uns zu überlegen, was wir eigentlich wirklich tun wollen. Das können Dinge sein, die wir schon als Kinder gern taten, die aber lange in Vergessenheit geraten sind. Meist sind es jedoch genau diese Dinge, die wir besonders gut können und die uns mit Leichtigkeit von der Hand gehen und nicht selten lässt sich damit ein gutes Einkommen erzielen.

Ist es unsere Liebesbeziehung, die uns Unwohlsein bereitet, so müssen wir nicht die Schuld bei dem anderen suchen, weil er dies und das in unseren Augen falsches getan hat. Es ist ohnehin alles immer eine Frage der Sichtweise. Wir können uns aber überlegen, wie wir etwas verändern und für uns verbessern können. Wir können darüber nachdenken, was wir uns wünschen und wie für uns eine glückliche und erfüllte Liebesbeziehung aussehen könnte und was wir bereit sind dafür zu tun.

Dieses Denken lässt uns ins Handeln kommen und so verspüren wir vielleicht das Bedürfnis für den anderen, sowie auch für uns mal wieder etwas schönes zu tun. Wahrscheinlich war das schon lange nicht mehr der Fall und unser Partner wäre vielleicht überrascht. Ein Abendessen zu zweit, ein Spaziergang, den Sonnenuntergang genießen oder einfach bei einem Glas Wein zusammen sitzen und dem anderen zuhören.

Vielleicht entdecken wir, dass auch er dieselben Wahrnehmungen hat wie wir und so haben wir die Gelegenheit gemeinsam an einer Veränderung und Verbesserung zu arbeiten. Vielleicht hat der andere auch gute Ideen, die uns bei der Verwirklichung und Umsetzung unserer Träume und Gedanken helfen können. Wer weiß. Doch wenn wir es nicht versuchen, dann werden wir es auch nicht wissen.

Wenn wir manchmal nicht sofort unser innerstes ergründen können, denn oftmals ist das gar nicht so leicht, weil uns das Ego permanent im Weg steht und uns irgendwelchen Blödsinn erzählt, dann können wir auch in kleinen Schritten vorwärts gehen.

Wir halten erst einmal inne und nehmen unsere Gefühle wahr. Wir versuchen sie nicht weg zu machen oder zu verbergen oder durch Aktivitäten dafür zu sorgen, dass wir sie nicht wahrnehmen. Sie dürfen einfach da sein. Wir trinken unseren Kaffee und bleiben ganz in diesem Moment. Wir nehmen wahr, wie er riecht, wie er schmeckt und wie sich das trinken anfühlt.

Beginnen wir dann den Tag, gehen wir mit offenen Augen unseren Weg. Wir können auf jede Blume achten, die wir sehen, jede Form wahrnehmen, jede Farbe. Wir können auf die Bäume achten, die Wolken und die Vögel, auf kleine Kinder, die lachen und fangen spielen. Es gibt viele Alltägliche Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern können und so geben wir uns Gelegenheit einfach nur da zu sein und wahrzunehmen und das alltägliche Leben ein wenig zu entschleunigen.

Wenn uns das Hinsehen öfter einmal gelingt und wir wissen, wo wir suchen müssen, dann kommen die Einsichten, die wir brauchen, um in unserem Leben weiter zu kommen und tief in uns hinein, meist ganz von selbst. Ein Gedanke, eine Idee, ein Traum. Alles kann Anlass und Antrieb sein, für grundlegende, wertvolle Veränderung.

 

 

 

 

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