– Die Wut in Dir –

Unbändige Wut trägst Du in Dir,

sie lässt das Blut in deinen Adern zu Eis gefrieren.

Du siehst sie nicht

und hörst sie nicht

riechst sie nicht

und schmeckst sie nicht.

Sie ist nicht greifbar mit einem Deiner Sinne,

denn sie ruht ganz unten und tief in Dir drinnen.

Zugedeckt vielleicht durch Alkohol und Drogen,

vielleicht auch Sport, Beziehung, Sex und anderen Maroden.

Doch lässt Du all diese Schleier mal weg,

kommt sie ans Licht und wird perfekt.

Sie macht Dir Angst und Du versuchst sie zu bezwingen,

sie zu unterdrücken will Dir nun nicht mehr gelingen.

Sie schreit nach Dir und Deiner Liebe,

Will Dir zeigen, was wer sie ist und woher sie kommt, ohne Hiebe.

Sie will gefühlt und angenommen sein,

in ihr das Geschenk, ist zu lernen zu verzeihen.

Gehst Du ihr weiterhin aus dem Weg,

wird sie Dich quälen, bis kein Weg mehr weiter geht.

Sie ist nichts anderes als Dein kindlicher Schmerz

und dem solltest Du nun endlich öffnen Dein Herz.

7 Comments on “– Die Wut in Dir –

  1. Meinst Du mit „kindlicher Schmerz“ ein tiefverwurzelter Schmerz, der in der Kindheit entstand, wo man allen und allem ausgeliefert war?
    Denn das Thema Wut ist für mich ein massives Problem, seitdem ich die AD’s abgesetzt habe. Sie taucht unentwegt auf, und ich bin stockunglücklich darüber, und will sie einfach nur weg haben.
    Dass sie gefühlt wird, ergibt sich ja von selbst – doch annehmen? Das ist schwer, sehr schwer.

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    • Vielen Dank für Deine offenen Worte. Ja es ist der Schmerz gemeint, den wir in unserer Kindheit erlebten und fühlten und der sich jetzt hinter der Wut verbirgt. Für meine Begriffe machst Du einen entscheidenden Fehler im Umgang mit Deiner Wut. Du willst sie weg haben. Das erzeugt in Dir einen inneren Konflikt, durch den Widerstand gegen Deine Wut hervorgerufen. Du willst sie nicht haben und nicht fühlen und tust alles, um sie zu entfernen. Das funktioniert nicht. Es verstärkt diese nur und lässt sie sich Wege bahnen, die einer Depression ähneln oder kommt in einem Maß zum Vorschein, dass Du nicht kontrollieren kannst. Ähnlich wie wenn man den Deckel von einem mit kochendem Wasser gefüllten Topf entfernt.

      Versuch doch mal eins. Setz Dich in einen Raum, wo Du nicht gestört werden kannst. Du solltest Dich dort wohl fühlen und der Raum sollte Dir als eine Art Schutz dienen. Das kann vielleicht auch im Wald sein oder wo immer Du magst. Dann erinnere Dich an eine Situation, die Dich wütend macht oder an eine Person. Das sollte zu Anfang aber nicht das riesen Drama sein, sondern vielleicht ein Mensch, der Dir emotional nicht ganz so nahe ist. Halte Dir die Situation vor Augen und spüre, wie die Wut in Dir aufkommt und wie es sich anfühlt. Wo im Körper kannst Du sie spüren, wie geht es Dir damit und versuche dieses Gefühl nicht als negativ zu bewerten, sondern es einfach für einen Moment auszuhalten. Wenn Du merkst, dass es zu intensiv wird und Du es vielleicht nicht halten kannst, stell Dir eine Rose vor Deinem geistigen Auge vor. Sie soll Dir helfen Dich von dem Gefühl der Wut ein wenig abzugrenzen und diese als eine Art außen stehende Person zu betrachten. Übe das einfach immer wieder und beschäftige Dich weiterhin mit Deinen Themen. Das was ich hier schreibe ist nur der erste Schritt, ein Anfang die Wut erstmal wahrzunehmen und auszuhalten. Später dann wirst Du in der Lage sein sie zu transformieren und dann ist sie absolut nichts bedrohliches mehr für Dich, sondern ein Begleiter, der zu Dir gehört.

      Wenn Du Angst vor Deiner Wut hast, ist es auch eine Option eine Person Deines Vertrauens mit dabei sein zu lassen, die Dir hilft das Gefühl zu halten und mitten hindurch zu gehen.

      Liebe Grüße Nicole 🙂

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      • Vielen lieben Dank, Nicole für Deine Mühe mir zu antworten, denn das sehe ich keinesfalls als selbverständlich an.
        Ich bin allerdings schon so weit, die körperlichen Sensationen der krampfartigen Verspannung im Brustbereich und den Druck hinter der Stirn zu kennen, die ja letztlich den eigentlichen Schmerz verursachen.
        Konnte auch schon ein paar Atem- und Qui-Gong-Übungen finden, um diese, wenigstens teilweise, abzufangen.
        Doch ihr ständiges Wiederkommen ist es, was mir einen grossen Teil meines inneren Friedens raubt …..wobei ich aufgrund Deinen Angaben jetzt annehmen muss, dass es wohl die Weigerung in mir ist, sie „anzunehmen“.
        Aber vielleicht lerne ichs ja noch.
        Nochmals recht herzlichen Dank für Dein Interesse und fürs Zuhören
        und ganz liebe Grüsse aus Wien
        D.B.

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      • Sehr gern geschehen und ich antworte Dir auch gern. Wenn Du das schon kennst und auch weißt, wie es sich anfühlt und dass Du das Gefühl von Wut gut aushalten kannst, dann gehe einen weiteren Schritt und versuche dahinter zu sehen. Beispiel. Du bist wütend auf einen Arbeitskollegen, weil er eben die Kaffeetasse nicht abgewaschen und weggeräumt hat. In welchen anderen Lebenssituationen begegnet Dir soetwas noch und wie fühlst Du Dich dabei? Es könnte beispielsweise sein, dass Dein unbewusster Glaubenssatz lautet, „Du bist nicht wichtig.“ Vielleicht hast Du bereits in Deiner Kindheit Situationen erlebt, in denen Du glaubtest nicht wichtig genug zu sein, sonst hätten Deine Eltern Dir dies oder jenes nicht angetan oder besser zugehört, was auch immer. Wenn es Dir gelingt zu erkennen, welcher Glaubenssatz über Dich selbst hinter dem Verhalten der Person steht, die Dich wütend macht, bist Du wieder einen Schritt weiter. Dann kannst Du lernen zu vergeben, dem anderen und Dir selbst und diese Glaubenssätze umzuprogrammieren. Das klingt hier aber leichter geschrieben, als es tatsächlich ist 🙂 Deine immer wieder aufkommende Wut und ich vermute, die Abstände werden immer kürzer, resultiert tatsächlich aus Deinem Widerstand. Sie kommt so lange so schnell und intensiv wieder, bis Du ihr zuhörst.

        Vielleicht wäre auch wichtig zu erkennen, dass Wut überhaupt nichts schlimmes ist. Die meisten Menschen glauben nur, man darf sie nicht haben, sie ist schlecht und vielen macht sie so viel Angst, dass sie wirklich alles versuchen sie loszuwerden. Doch das muss man nicht, wenn man verstehen lernt, was sie einem sagen will und mit ihr arbeitet, statt gegen sie. Sie ist ein Teil von Dir und durch sie bist Du keinesfalls ein schlechter Mensch. Warum sie also weghaben wollen. Geh davon aus, dass es keinen einzigen Menschen gibt, der frei von Wut ist und sie nicht in sich trägt. Warum soll das bei Dir anders sein. Ohne sie kannst Du nicht wachsen und ohne sie wärst Du nicht der Mensch, der Du heute schon bist. Vielleicht gelingt es Dir nicht sie als positiv wahrzunehmen, aber für den Anfang könntest Du ihr neutral begegnen. Es ist nur Deine Bewertung und Beurteilung, die Deine Wut zu etwas schlechtem werden lässt. Ansich ist sie das aber nicht. Sie ist ein Teil von Dir.

        Liebe Grüße Nicole 🙂

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  2. Danke Nicole, dass Du mich auf den Glaubenssatz hinweist – hat mich auch sofort angesprochen, als Du das Beispiel erwähntest mit „nicht wichtig genug zu sein“. Das könnte gut hinkommen, weil es tatsächlich sehr oft das breite Band der „Rücksichtslosigkeit“ ist, die mir zu schaffen macht.
    Was ja letztlich auch darauf zurückzuführen ist, dass man sich unwichtig vorkommt, wenn die Menschen nur ihre eigene Art und Weise leben, und es ihnen völlig gleichgültig ist, ob andere darunter leiden.
    Und wenn der nächste Schritt jetzt die Vergebung ist, dann bin ich genau da, wo ich jetzt bin. Nämlich dass ich das nicht schaffe. Noch nicht !!!!
    Doch ich will daran arbeiten 😀
    ❤ ❤ ❤

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    • Wie ich schon sagte, geht das auch nicht so leicht. Wäre das so einfach, hätten wir keine Kriege und keinen Hass auf der Welt. Vielleicht kann ich Dir Colin C. Tipping ans Herz legen, mit seinem Buch „Radikale Vergebung.“

      Ich wünsche Dir noch einen schönen Nachmittag 🙂

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  3. Wenn ich deine Zeilen lese fällt mir das Zitat „what you resist persists“ unweigerlich ein. Gemeint ist solange wir etwas weggdrücken und nicht fühlen wollen wird es nur noch größer. Nur wenn wir anerkennen und Raum lassen ist Heilung und innerer Frieden möglich🙏 danke für deinen Reminder😘

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