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Wenn wir nicht gerade als Einsiedler leben, begegnen uns jeden Tag so viele verschiedene Menschen. Bei der Arbeit, auf dem Weg zur Arbeit, im Fitnessstudio, beim Einkaufen, beim Sprachkurs, in der Kita, wenn wir die Kinder hinbringen oder abholen, bei Kundengesprächen, im Fahrstuhl usw… Täglich gebrauchen wir so viele Worte, führen so einiges an Gesprächen, doch der Mensch, mit dem wir am meisten sprechen und dem wir gleichzeitig am wenigsten zuhören, sind wir selbst…

Es ist erstaunlich, wieviel wir den ganzen Tag über mit uns selbst reden, in unseren Gedanken und wie wenig wir uns dessen doch bewusst sind. Wieviele von uns sind schon zu jeder Sekunde und Minute in ihrem Kopf präsent und hören hin was dort so vor sich geht. Den meisten von uns ist noch nicht einmal klar, dass dort überhaupt den ganzen Tag etwas vor sich geht.

Es beginnt beim Aufstehen… Wir machen uns Gedanken. Über so sehr viele Dinge. Wir denken darüber nach, was wir den ganzen Tag über zu erledigen haben, was wir schaffen wollen und wie wir das alles am besten bewältigen. Wir denken über Probleme nach, alltägliche oder die mit anderen Menschen. Über die Vergangenheit oder die Zukunft, über Sorgen und Ängste oder erinnern uns an schönes, was wir erlebt haben oder uns bevorsteht, über Dinge die wir uns wünschen und noch nicht haben, wie wir sie erreichen können usw… So geht das den ganzen Tag lang, bis wir schlafen gehen.

Doch würden wir uns kurz vor dem Zubett gehen noch einmal fragen, was wir den ganzen Tag gedacht haben und worüber wir uns mit uns selbst unterhalten haben, könnte sich niemand mehr daran erinnern, was er am morgen dachte, gegen Mittag, oder noch vor zehn Minuten, denn zugehört haben wir uns nicht.

Wir wissen sicher noch, was wir alles getan haben und können das mit ziemlicher Genauigkeit auch in zeitlicher Abfolge widergeben, von heute morgen an, bis abends vor dem zu Bett gehen. ‚Den Tag Revue passierten lassen. Doch wir können nicht mehr sagen, welche Gedanken wir hatten, dabei denken wir zu jeder Sekunde, Minute und Stunde und das noch nicht mal irrelevant.

Ganz im Gegenteil. Was wir denken, macht zu einem großen Teil aus, wie wir uns fühlen, wobei umstritten ist, was zuerst besteht. Die Gedanken, mit denen wir angeblich die Gefühle beeinflussen können oder das Gefühl, aus dem heraus unsere Gedanken resultieren.

Einige Theorien besagen, dass das Gefühl viel älter ist, als der Gedanke, denn schließlich konnten wir uns auf unsere Instinkte schon verlassen, bevor wir denken konnten. Schließlich ist denken eine Sprache und sprechen erlernten wir erst, als wir längst nach unseren Instinkten handelten.

Nichts desto trotz sind es die Zwiegespräche mit uns selbst, die uns am häufigsten im Weg stehen, derer wir uns doch aber nur so wenig bewusst sind. Würden wir nur einmal genau hinhören, wären wir auf einer ganz großartigen Entdeckungsreise, wir könnten so viel sehen und lernen. Mal nicht über andere, denn mit den anderen sind wir nur allzu beschäftigt, Tag für Tag. Nein wir wären auf Erkundungstour zu uns selbst. Wir würden viel über uns erfahren und das würde uns vieles erleichtern. Doch wer will schon sich selber sehen, insbesondere seine Schatten. Es ist doch viel leichter die anderen zu sehen.

Doch ob wir dadurch wachsen und lernen, bleibt fraglich. Wenn wir es nicht einmal schaffen uns selbst Gehör zu schenken, wie können wir dann behaupten, wir würden anderen zuhören, sie sehen und verstehen. Steckt nicht in jedem anderen auch ein Teil von uns? So gesehen, sind wir alle eins und miteinander verbunden.

Und wenn es uns dann doch einmal gelingt uns selbst zuzuhören und auf das zu lauschen, was wir den ganzen Tag in Gedanken so reden, dann liegt das göttliche Geschenk darin zu erkennen, dass nichts von all dem wahr ist. Nicht mal ein kleiner Teil, nicht ein einziges Wort. Denn wir selbst haben all dies geschaffen. Niemand anderes. Wir haben mit unseren Gedanken genau die Realität geschaffen, in der wir jetzt und hier leben. Jeden Tag neu…

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