In den Spiegel sehen, in Dein wirkliches Ich…

In den vergangenen 6 Jahren, insbesondere in diesen 6 Jahren, habe ich so unendlich viel gelernt und doch begreife ich immer wieder, man ist niemals fertig damit. Nicht das ich in den Jahren zuvor nicht gelernt hätte oder nichts getan hätte, doch niemals zuvor, tat ich es so bewusst, wie ich es heute tue. Ich bin ein ganz normaler Mensch, nicht besser oder schlechter als alle anderen um mich herum sind. Und doch ertappe auch ich mich dabei, mich über einen anderen Menschen zu stellen oder eben darunter, je nach Situation und Charaktere, obwohl ich sehr bemüht um Mitgefühl, Verständnis und Aktzeptanz anderen gegenüber bin und so gern frei von jeglichem Urteil sein möchte und dennoch bin auch ich nur liebenswert menschlich in den Momenten, in denen es mir nicht gelingt.

Ich habe so viele Jahre lang geglaubt, dass mit mir etwas nicht stimmt. Mir war viele Jahre nicht bewusst, dass ich die Gabe habe in das innerste der Menschen zu sehen, ihr wirkliches Ich und hinter ihre aufgesetzten Masken. Und auch ich verstecke mich schließlich auch immernoch in meinem Schreiben hinter der Anonymität des Internet, denn letztendlich kann mich niemand der hier lesenden wirklich verletzen, denn selbst wenn jemand Kritik an meinem Text übt, bin ich mittlerweile sehr gut in der Lage damit umzugehen. Es ist also auch irgendwie eine Art Maske hinter der ich mich da verstecke und dennoch eine mir sehr willkommene Möglichkeit mein innerstes nach außen zu tragen, ohne Gefahr zu laufen mich zu verbrennen.

So viele Jahre habe ich versucht zu sein, was andere in mir gesehen haben, was andere wollten, dass ich bin. Nur um ein bisschen Liebe zu erhaschen, ein wenig Aufmerksamkeit, Zuwendung, Zuhören und das Gefühl, dass es vielleicht irgendjemanden gibt, der mein inneres versteht. Ich stieß nur auf Gegenwehr, ich war nie genug, nie perfekt, nie wirklich angenommen und geliebt. Immer sollte etwas anders sein. Ich sollte anders sein. Ich sollte mich anpassen, meine Meinungen und Sichtweisen waren nicht richtig, was ich tat war nicht richtig und die Wege die ich einschlug und ging, schon mal gar nicht. Dabei waren diese das einzig authentische an mir.

Dann kam der große Crash. Plötzlich erkannte ich, dass nicht die Menschen um mich herum mich achtlos behandelten und mich als wertlos erachteten, sondern ich selbst ging mit mir so um. Es war nicht deren Schuld und gleichzeitig nicht meine. Es dauerte nur sehr lange durch diesen Prozess des lernens hindurch zu gehen. Plötzlich war ich mit all meinen Ängsten konfrontiert und jeder, der schon mal vor etwas Angst hatte, weiß was das mit einem macht. Ich verlor alles was mir lieb und teuer war, aber ich war glücklich, denn zum ersten Mal in meinem Leben, war ich ich selbst.

Mir blieb allerdings auch nicht viel mehr, als ich selbst. Ich fühlte nur noch Schmerz, es flossen unendlich viele Tränen. Menschen die ich über alles liebte, waren plötzlich aus meinem Leben verschwunden. Niemand blieb mehr und ich stand da, konfrontiert mit der riesigen Angst vor dem allein sein und dann noch mit mir selbst, genau dem Menschen, den ich am meisten verurteilte und hasste… Mit mir selbst allein gelassen zu sein, war sowohl die beste und zugleich auch die schlimmste Erfahrung, die ich bis dahin gemacht hatte…

Heute stehe ich morgens auf, sehe in den Spiegel und sehe dort mein Ich. Ich kann mich nicht mehr verlieren, werde niemals allein sein, kenne meine Schwächen und Fehler manchmal noch viel besser als meine Stärken. Daran ist eben weiter zu arbeiten. Doch das was ich da sehe, dass bin genau ich. Wertvoll, wundervoll, schön, athentisch und ehrlich. Ich liebe das Leben, kann mich über so kleine Dinge freuen, hab so viel zu geben, kann so viel Licht und Wärme sehen.

Und das wundervollste daran ist, dass Menschen, die ich glaubte verloren zu haben, von denen ich dachte, es gäbe kein Zurück und keine Annäherung mehr, sich plötzlich wieder in meinem Leben befinden. Aber sie haben sich mit mir verändert. Ich konnte ihre Einzigartigkeit sehen, ihr mancherhinsicht anders denken akzetieren und respektieren und habe dennoch gelernt offen zu sein und authentisch all das sagen zu dürfen, was mich wirklich bewegt und was ich in meinem innersten trage. Sie lieben mich mehr, als jemals zuvor. Sie schätzen so unendlich, dass ich jetzt ich selbst bin, dass auch sie sich mir gegenüber so offen zeigen, dass es nichts anderes als Liebe mehr gibt. Egal welches Problem entsteht, der Unterton ist immer Liebe und der Grund ist Authenzität.

Wenn wir in den Spiegel sehen und ausschließlich ja zu dem sagen können, was wir dort sehen, wenn wir sagen können, ja das und so bin ich und genau so will ich auch sein. So fühle ich mich frei. Ich habe Ecken und Kannten, Macken und Fehler, Ich lerne niemals wirklich aus. Ich muss aber meine Schattenseiten nicht verbergen. Jeder von uns hat sie und sie gehören genauso dazu. Dennoch ist jeder Mensch so wundervoll auf seine Weise. Auch mir fällt es manchmal sehr schwer das in einigen Menschen zu erkennen. Doch bei denen, wo ich das Licht und die Liebe sehen und fühlen kann, ist alles immer ganz leicht.

Für all das bin ich unendlich Dankbar. Für die Wertschätzung, die Liebe, das annehmen, das akzeptieren, das mit wachsen und das sich bemühen… Geld mag ja so einiges im Leben erleichtern, doch diese Dinge sind mein wahrer Reichtum….

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