Dich jetzt, im Jetzt finden…

Es gibt Situationen und Menschen im Leben, die mit Sicherheit nicht besonders erfreulich sind und die Begegnung mit ihnen sehr schmerzhaft. Wir sind immer so sehr bemüht darum, all die negativen Gefühle, wie Wut, Kummer, Neid, Zorn, Hass, Schmerz, Traurigkeit, Mutlosigkeit, Angst und innere Leere von uns fern zu halten oder zu beseitigen.Dabei sind sie doch eigentlich unsere besten Freunde und Lehrer, so wie es alle positiven Gefühle auch sind. Der Verstand kommt uns andauernd in die Quere. Nur die wenigsten sind in der Lage zu erfassen, was es da in ihnen denkt. Und wenn wir es hören, wenn wir wirklich einmal zuhören, dann halten wir die Gedanken auch noch für die absolute Wahrheit, da wir glauben, genau das sind wir.

Wir wissen oft gar nicht mehr, was die Wahrheit ist, da wir nicht klar herausfinden können, was unser inneres Gefühl sagt und was die Gedanken, der innere Denker dazu zu sagen hat.

Die Emotion ist da, meist zuerst. Reaktion auf etwas, dass jemand anderes gesagt oder getan hat. Wir werden wütend, doch fast nie merken wir, dass hinter der Wut einfach nur Schmerz verborgen liegt. Dann schaltet sich der Denker ein und erledigt den Rest. Er sorgt dafür, dass wir anklagen, beschuldigen, projezieren. Alles schlechte was wir in uns tragen, bekommt ein anderer Mensch ab und wir glauben es ist gerechtfertigt, denn er ist der Grund dafür, dass wir uns schlecht fühlen und es ist seine Schuld.

Schließlich war er oder sie ja der- oder diejenige, die den Stein ins Rollen gebracht haben und die Ursache des bestehenden Übels sind. Sie haben etwas gesagt oder getan, was uns verletzt hat und nun haben wir den dringenden Wunsch uns zu schützen, zu verteidigen, in den Gegenangriff überzugehen.

Dabei sind genau diese Menschen und diese Situationen die „Arschengel“, wie Robert Betz sie nannte in unserem Leben, die uns mit ihren Worten, ihrem Denken und Handeln, die Möglichkeit geben, zu wachsen und zu lernen. Nämlich nicht über den anderen, sondern nur über uns selbst.

Alles Anklagen, Beschuldigen, Verurteilen, Hassen und in den Krieg ziehen, wird uns kein Stück weiter bringen. Es ändert an der entstandenen Situation nichts und sobald wir versuchen an der Situation oder dem Menschen etwas zu ändern, ist das zumeist Kontrolle und Manipulation. Dies steht uns aber einfach nicht zu.

Jeder Mensch hat das Recht und muss sogar seinen eigenen Weg finden und gehen, um lernen und wachsen zu können. Klar haben wir oft den Eindruck, wir wüssten es besser und es ginge doch leichter und alles sollte irgendwie anders sein. Besonders denken wir dies, wenn es um unsere Liebesbeziehungen geht.

Wenn der andere sich doch nur endlich anders verhalten würde, wenn er uns zuhören, achten, wertschätzen und respektieren würde, dann wäre alles besser. Generell ist es die Schuld des anderen, dass die Beziehung nur so schlecht oder gar nicht funktioniert. Unser Glücklich und unglücklich sein, machen wir abhängig von einem anderen Menschen und wenn etwas für uns negatives passiert, dann geben wir ihm die Schuld, da wir nicht in der Lage sind zu erkennen, dass es niemandes Schuld ist.

Niemals im Leben kann und wird es so sein, dass wir uns mit jedem verstehen, dass wir von jedem angenommen und geliebt werden. Diese sogenannten „Arschengel“ sind ein besonderes Geschenk in unserem Leben und wir selbst waren es, die sie im Leben haben wollten. Nicht bewusst, aber unser tiefstes inneres Sein hat einen Seelenvertrag mit ihnen. Sie sind unsere Lehrer in voller Liebe, auch wenn das Ego das nicht erkennen kann.

Sie bieten uns die Gelegenheit in unser eigenes Innerstes zu sehen, mit allen Schattenseiten die wir in uns tragen. Sie geben uns Gelegenheit bis auf den tiefsten Grund eines Sees hinabzusinken und alles zu sehen, was in uns ist, um dann wieder aufzuerstehen und weiter zu gehen. Das ist die einzige Möglichkeit, zu wahrem Reichtum, innerer Schönheit, wirklichem Glück und innerer Zufriedenheit zu finden. Zu all den Dingen, die man im Leben wirklich braucht.

Das Leben tut niemals etwas um uns zu schaden. Alles unterliegt einem Plan und ohne diese Menschen in unserem Leben, wären wir hoffnungslos verloren. Keine Wandlung würde stattfinden, keine Veränderung, kein lernen, kein wachsen. Niemals könnte sich Bewusstsein entwickeln, für alles was ist. Wir sollten nur aufhören im Gestern und Morgen zu leben und genau hinhören, was das Jetzt zu uns spricht.

Im Jetzt ist das Leben verborgen, im Jetzt können wir alles sein. Im Jetzt gibt es keine Probleme und Sorgen. Nur uns selbst, mit allem was ist. Der größte Schmerz den wir uns selbst zufügen, ist der, dass wir uns gegen das Jetzt wehren. Der innere Widerstand gegen das was ist. Dabei ist genau das Jetzt in dem wir uns in jeder Sekunde befinden, dass für uns der sicherste Ort ist. Der Moment, mit dem wir umgehen können, auf den wir Zugriff haben, in dem die Wahrheit und Wirklichkeit liegt. Alles andere ist eine Illusion…

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