-Böse Menschen gibt es nicht, nur unsere inneren Dämonen und Schatten-

Kein Mensch ist von Grund auf schlecht, kein Mensch wird böse geboren. Wenn wir auf die Welt kommen, gibt es dort einzig und allein Licht. Mit einem Gefühl von getrennt sein und unseren vorbestimmten Erfahrungen, die wir zu meistern haben und dennoch leuchtet zuerst ein helles Licht.

Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ich jemals ein Baby angesehen habe und dachte, „Meine Güte, Du bist aber hässlich und böse…“

Wir tendieren immer wieder dazu die Menschen um uns herum in Schubladen von gut oder schlecht einzuordnen. Dies ist unserem trügerischen Verstand und dem selbstgeschaffenen Ego geschuldet.

Wenn im Fernsehen mal wieder von einem Mord berichtet wird, dann beurteilen wir das als die reine Inkarnation des Bösen und unser Urteil steht ganz klar fest. Dieser Mensch ist das Böse. Doch wie ist es dann möglich, dass nicht selten ein Mörder ein Doppelleben führt. Nämlich das eine Leben in seinen tiefsten Schatten, wo er zu tiefst zu bemittleiden ist, da er keine andere Wahl für sich und seine Seele fand, als diese Schatten zu leben und auf der anderen Seite führt er ein Leben, mit Frau und Kindern, von denen er zutiefst geliebt wird. Wäre er das reine Böse, wäre das doch gar nicht möglich, denn dann gäbe es an diesem Menschen nichts liebenswertes.

In meinem Leben ist es mittlerweile so, dass mir ganz viele liebe, freundliche Menschen begegnen und dennoch geschieht es manchmal nach einiger Zeit, dass ihre Schatten ans Tageslicht treten. Ich bin genauso wie viele andere auch, weit entfernt davon mir immer alles schön zu reden und auch wenn ich mich sehr darum bemühe, gelingt es mir doch nicht immer das gute im Menschen zu sehen, sondern auch ich halte ihn dann für böse und schlecht.

Wenn ich meiner Wut und meinem Zorn dann freien Lauf gelassen habe, wo ich bemüht darum bin, dass zu tun ohne mit dem anderen in den Krieg zu ziehen, auf eine Weise, die für mich gesehen nützlich ist, kehre ich zu mir selbst zurück. Es geht dann hier nicht mehr darum den anderen anzuklagen, für etwas das er gesagt oder getan hat, sondern ich beginne nun damit hinzuschauen, was es mit mir macht.

Es ist nämlich die Boshaftigkeit oder Bösartigkeit des anderen, die uns Schmerz fühlen lässt, sondern das was wir in uns tragen, geht mit den Schatten des anderen in Resonanz. und das bereitet uns Schmerz und Leid. Gemeint ist damit beispielsweise, wenn Dich jemand herablassend behandelt oder Dich als Wertlos darstellt oder wenn Dir jemand das Gefühl gibt, dass Du nicht gut genug bist und nichts zustande bringen würdest.

In diesem Moment ist Dein Gegenüber für Dich das Böse. Wie kann er oder sie sich nur erdreisten soetwas über Dich zu sagen oder nur zu denken und Dich auch noch so mies behandeln. Er ist aber nicht schlecht oder böse, sondern dieser Mensch dient Dir auf einer höheren Ebene und zeigt Dir, mit welchen Aspekten in Dir Du Dich herumschlägst, vor denen Du die Augen verschließt und eröffnet Dir dadurch zu lernen.

Vielleicht bist Du der Mensch, der über sich selbst glaubt, er wäre wertlos, nicht gut genug, würdest nichts zustande bringen usw. Deshalb ist Dein Gegenüber nicht das Böse und Du auch nicht das Gute und schon gar nicht das Opfer dieser scheinbar gemeinen Menschen. Natürlich bist Du zuerst einmal wütend und vielleicht gehst Du zum Gegenangriff über, in dem Du herabwürdigst, beschuldigst, anklagst und verletzt.

Zwei Ego kämpfen miteinander, nicht aber die beiden Menschen, die sich in dieser Situation begegnen. Hinter der Wut auf den anderen liegt immer etwas ganz anderes verborgen. Nämlich Schmerz. Sich diesen ganz eigenen inneren Schmerz anzusehen, kann hin und wieder zu noch mehr Schmerz führen, denn in Dein eigenes Inneres zu sehen und das zu beleuchten, was Du in Dir trägst, ist nicht immer leicht und manchmal braucht es auch Zeit.

Leichter ist es jedoch dem anderen die Schuld zu geben, denn so müssen wir uns nicht mit uns selbst auseinandersetzen. Dem anderen die Schuld zu geben verschafft uns ein Gefühl der Erleichterung und Erhabenheit über die Situation. Wir fühlen uns besser. Doch ist dies nur eine Illusion des Ego, denn es fühlt sich bedroht und jedes Recht haben wollen, auf das wir bestehen, wo wir den anderen ins Unrecht setzen, ist für das Ego das tägliche Überlebenselexier, denn es hat permanent Angst zu sterben und ist deshalb immer zum Angriff bereit.

Es ist auch überhaupt nichts schlimmes daran wütend zu sein und uns auf eine gesunde Weise Luft zu machen, ohne jedoch den anderen zu verletzen. Doch dürfen wir in dieser Wut nicht stecken bleiben. Die Wut ist ebenfalls unser Geschenk, wenn wir in der Lage sind, sie auszupacken und hinein zu sehen. Der hinter der Wut verborgene Schmerz, die Traurigkeit, manchmal Leere oder Einsamkeit, verletzter Stolz unser eigenes Denken über uns selbst, sind die Dinge, die wir darin erkennen können.

Der Lehrsatz daraus lautet, dass vieles von dem einfach nicht die Wahrheit ist. Es sind nicht die anderen, die in böser Absicht etwas tun oder sagen, um uns zu verletzen. Wir verletzen uns selbst, mit dem was wir über uns selbst denken und auch glauben. Die Glaubenssätze, die wir in uns tragen dürfen wir erkennen und transformieren. Wir dürfen verstehen, dass es nicht wahr ist und die Schönheit erkennen, die in jedem von uns verborgen ist.

Robert Betz nennt diese Menschen unsere „Arschengel“. Und ich finde dieses Wort gleichermaßen niedlich wie zutreffend. Wir brauchen diese Menschen und sie dienen uns in Liebe. Auf einer höheren Ebene haben wir Seelenverträge mit ihnen geschlossen und wollten, dass sie in unserem Leben sind. Wie sonst sollten wir sonst die Möglichkeit bekommen, so tief in uns hinein zu sehen, unser Innerstes zu beleuchten und wie sonst könnten wir sonst die Wahrheit erkennen. Ohne die Wahrheit gibt es auch keine Transformation und in einer Zeit des Wandel, ist die Transformation durch Bewusstheit das einzige, was uns den Weg zeigt zu inner Liebe, innerem Leuchten, innerem Frieden und innerem Glück…

One Comment on “-Böse Menschen gibt es nicht, nur unsere inneren Dämonen und Schatten-

  1. Ein Kreuzchen kann ich nicht machen. Richtig ist vieles, aber es fehlt mir noch etwas. Keiner ist von Geburt an böse. Dämonen und Schatten kommen aber erst, wenn man sie zuläßt. Wenn wir uns aber dem Guten zuwenden, müssen sie weichen.

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