Wölfe

Wölfe sind wunderschöne und faszinierende Tiere. Seit Menschen sich niederließen, um sesshaft zu werden und begannen Viehzucht zu betreiben, stehen sie mit dem Menschen in Konflikt. Wölfe wurden weltweit gnadenlos gejagt, doch nunmehr erholen sich ihre Bestände. In den Karpaten lebt die zweitgrößte Wolfspopulation Europas.

Er inspirierte zahlreiche Märchen und Sagen und ruft Furcht und Hass hervor. 150 Jahre galt er in Deutschland als ausgerottet, heute siedelt er sich erneut wieder an und findet hierzulande einige wenige Rückzugsorte.Der Wolf war neben dem Menschen das am weitesten verbreitetste Säugetier. Bis zur Jungsteinzeit bevölkerte er fast die gesammte Nordhalbkugel. Heute sind es nur noch knapp zwei Drittel seines ursprünglichen Lebensraumes. Überall dort, wo er mit dem Menschen zusammen traf, wurde er verfolgt und gejagt und so verschwand er vielerorts für lange Zeit völlig.

Das letzte Wolfsrudel in Brandenburg wurde 1850 gesichtet. Mitte der 1990er Jahre wanderten Wölfe aus Polen nach Deutschland ein. Von diesem gesichteten Rudel überlebte jedoch keines der Tiere, da in der DDR noch Wölfe geschossen werden durften. Erst seit der Wiedervereinigung werden Wölfe streng geschützt und so siedelte sich im Jahr 2000 das erste Wolfsrudel seit 150 Jahren auf einem Truppenübungsplatz in der sächsischen Oberlausitz an.

Für Naturschützer einer der größten Erfolge, den Wolf in deutschen Wäldern zu reintegrieren. Derzeit leben deutschlandweit ca. 105 Wolfsrudel, 25 Paare und 13 territoriale Einzeltiere.

NABU erklärt hierzu: “ Es gibt für Wölfe ausreichend natürliche Beute, da sich in Deutschland ein hoher Berstand an Rehen, Rothirschen und Wildschweinen findet. Dies belegen die beständig hohen Abschusszahlen der Jäger. Wölfe erfüllen als großer Beutegreifer eine wichtige Funktion im Ökosystem. Beute und Beutegreifer haben sich abhängig voneinander in der Evolution entwickelt. Durch die Ausrottung des Wolfes entstand eine Lücke, die die eingespielten Wechselbeziehungen innerhalb des Ökosystems beeinträchtigt hat. Nicht zu Unrecht wird der Wolf als die „Gesundheitspolizei“ des Waldes bezeichnet, da er häufig auch kranke und schwache Tiere frisst und somit den Bestand seiner Beutetiere „gesund“ hält.“

Aufgrund der vom Menschen dicht besiedelten Gebiete, den Konflikten mit Viehzüchtern und durch das enorme Netz an Straßen, wird es jedoch nie dazu kommen, dass der Wolf sich in Deutschland flächendeckend ansiedeln kann. Dabei stammt des Menschen liebstes Haustier, der Hund vom Wolf ab.

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Wölfe gibt es jedoch nicht nur in Deutschland und sie leben auch nicht nur in Wäldern. Sie sind sehr anpassungsfähig und überall dort, wo der Mensch sich den Lebensraum des Wolfes zu eigen gemacht hat, ist er dennoch in der Lage sich seiner Umgebung anzupassen. In Spanien finden wir sie inmitten von Agrarmonokulturen und in Italien besiedeln sie Vororte Roms.

Aber auch in Gegenden von den arktischen Tundren bis zu den Wüsten Nordamerikas und Zentralasiens sind sie anzutreffen, zumeist in Grasland und Wäldern.

So verschieden wie ihre Lebensräume, sind auch die Arten, die sich unter dem Begriff Wolf entwickelt haben. Im Norden Europas und Russland lebt der Europäische Grauwolf. In den Wäldern Nordamerikas der Timberwolf. Hoch im Norden finden wir die Polarwölfe und den arktischen Wolf, im Norden Asiens den großen Tundrawolf, den Steppenwolf und den indischen Wolf. Sie alle unterscheiden sich in Größe und Fellfarbe, so ist der arabische Wolf die kleinste und leichteste Wolfsart. Dennoch teilen sie alle das selbe Schicksal, wenn sie dem Menschen zu Nahe kommen.

Wölfe sind hochintelligente Tiere, sehr familiär und Sozial. Das Geheimnis für ihren Erfolg bei der Jagd, ist Kooperation. Das jeder seinen Platz im Rudel kennt, ist wichtig für dessen Einheit, denn der Jagderfolg eines Rudels hängt von dessen Zusammenarbeit ab. Sie kommunizieren mittels Körpersprache ihre Stimmung und ihren Rang und testen damit Grenzen aus. Auch ihr Heulen dient der Kommunikation miteinander, beispielsweise um das Rudel zusammen zu rufen.

Sie haben einen sehr ausgeprägten Geruchsinn, so können sie ihre Beute auf 3 Kilometer Entfernung wittern. Neben ihrer guten Anpassungsfähigkeit besitzen sie beträchtliche Ausdauer. Das ist nicht nur bei der Jagd von großer Bedeutung. Wölfe durchstreifen täglich ihre riesigen Reviere und markieren ihre Grenzen, um andere Rudel fern zu halten. Man schätzt, dass sie am Tag etwa 60 km weit laufen können und bei kurzzeitigen Sprints eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreichen. Mit ihrem außerordentlich guten Gehör, können sie Geräusche noch auf 10 km Entfernung wahrnehmen. Ihre bevorzugte Beute sind Rehe, Rothirsche und Wildschweine, aber auch kleinere Tiere, wie Hasen, Kaninchen, Mäuse oder Aas. Auch Früchte und Beeren betrachten sie als eine vorzügliche Delikatesse.

Wölfe leben im Familienverbund zusammen, dem schon erwähnten Rudel. Es besteht meist aus 5-10 Tieren, dem Elternpaar und den Jungen aus vorangegangenen Jahren, sowie vereinzelt fremden Jungtieren, die sich dem Rudel angeschlossen haben. Jedes Rudel hat einen Alphawolf und die Alphawölfin. Nur den beiden ist es vorbehalten Junge zu bekommen. Dies dient der Ordnung im Rudel und soll die Überlebenschancen des Wolfs erhöhen, da sich nur die stärksten und gesündesten Tiere fortpflanzen. Die Wolfseltern leben monogam und werden ihr Leben lang zusammen bleiben. Die anderen Rudelmitglieder unterstützen sie bei der Aufzucht ihrer Welpen.

Zwischen Februar und März beginnt bei den Wölfen die Paarungszeit. Die Wölfin trägt ihre Jungen etwa 9 Wochen, sodass sie dann ca. im April/ Mai mit 300- 500 Gramm in einem unterirdischen Bau zur Welt kommen. Bei der Geburt sind sie jedoch taub, blind und ungelenk. Im Alter von drei Wochen sind ihre Augen geöffnet und die Kleinen üben fleißig, sich auf den Beinen zu halten.

Die Wölfin bekommt zwischen drei und sieben Junge, die sie in den ersten Wochen mindestens fünf mal täglich säugt. Später, wenn die Kleinen Fleisch fressen können, werden sie vom Elternpaar und von den jüngeren der des vorangegangenen Jahre mit aufgezogen und versorgt. Mit etwa acht Wochen können sich die Welpen in Begleitung der Erwachsenen Tiere schon etwas weiter weg vom Bau bewegen, um die Umgebung zu erkunden und in ersten spielerischen Rangeleien ihre Fähigkeiten zu austesten.

Sind die Welpen dann zwei bis drei Jahre alt, verlassen einige der Jungtiere das Rudel, um einen Partner zu finden und ein eigenes Rudel zu gründen. Dabei legen sie bis zu 1000 Kilometer zurück….

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  1. Pingback: Der Wald – Lebe – Liebesbeziehung

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