Löwenzahn

Der gewöhnliche Löwenzahn ist bei uns auf Wiesen, an Wegen und auf Äckern zu Hause. Aber auch an Stellen, wo eine Vegetation eigentlich unmöglich scheint, zum Beispiel in Fugen gepflasterter Wege oder am unteren Teil von Hauswänden.

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Der Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Seine Blätter stehen in einer Rosette am Boden um den Stängel herum. Dieser kann bis zu 40 cm hoch werden und ist innen hohl. In ihm ist eine milchige Flüssigkeit enthalten, die auf der Haut braune Flecken hinterlässt. Die Blätter des Löwenzahns sind stark gezahnt und so geformt, dass der Regen über sie zur Blattmitte, der Rosette gelangt und somit die bis zu 1 Meter lange Pfahlwurzel erreicht.

Von März bis Juli blüht der Löwenzahn und seine Blüten können einen Durchmesser von 6 cm erreichen. Die Blüte setzt sich aus vielen einzelnen Zungenblüten zusammen und dennoch reagiert der Blütenkopf als gesammtes, als wäre es nur eine einzige Blüte. Das bedeutet, bei feuchter Witterung oder auch nachts, schließt der Löwenzahn sein Blütenköpfchen und bei Sonnenschein öffnet er es wieder.

Die kleinen Zungenblüten des Löwenzahn sind zwittrig, das heißt sie haben männliche und auch weibliche Geschlechtsorgane gleichzeitig. Findet durch die Insekten jedoch keine Bestäubung statt, ist er in der Lage sich selbst zu bestäuben. Nach der Befruchtung bildet sich die charakteristische Achelle, die wir als Pusteblume kennen.

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Als Wildpflanze ist der Löwenzahn in den gemäßigten Zonen der gesammten nördlichen Erdhalbkugel vertreten und wächst besonders gern auf stickstoffreichen Böden. In unseren Gärten wird er oft als Unkraut bezeichnet und bekämpft, dabei ist er eine wertvolle Heilpflanze und wird ebenso in der Küche verwendet.

Der botanische Name des Löwenzahns Taraxacum officinale, wird bereits im 11. Jahrhundert schriftlich erwähnt.

Seine heilende Wirkung schätzen wir besonders in Bezug auf unsere Nieren und die Leber. Löwenzahn wirkt harntreibend  und blutreinigend und enthält eine hohe Konzentration an Bitterstoffen (Taraxin). Die Blätter enthalten ebenfalls wertvolle Inhaltsstoffe, wie Gerbstoffe, Cholin, Flavonoide, Inulin, sowie Vitamine und Mineralstoffe mit hohem Kaliumanteil.

Aus diesem Grund wird der Löwenzahn gern bei Entgiftungs- bzw. Entschlackungskuren eingesetzt. Er entgiftet die Leber und Nieren, indem die Gifte im Körper über den Urin ausgeschieden werden. Gallen- und Harnwegsbeschwerden können so gelindert werden, aber auch Gicht oder Hautkrankheiten, wie Akne und Exeme können gemildert werden.

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Innerlich angewendet hat der Löwenzahn positive Auswirkungen bei rheumatischen Beschwerden und kann so zum Beispiel als Tee eingenommen werden.

Wer Löwenzahn sammeln und verwenden möchte, sollte folgendes wissen:

Die Frühjahrswurzeln enthalten die meisten Bitterstoffe und im Spätsommer steigt der Inulingehalt der Pflanze stark an. Im September ist im Löwenzahn das meiste Taraxin enthalten. Das ist wichtig, wenn man die Wirkstoffe gut nutzen möchte, um zum Beispiel aus den Blättern oder der Wurzel einen Tee, Löwenzahnsirup oder Löwenzahnsaft herzustellen.

Im Frühjahr beginnt der Löwenzahn aus den Wurzeln neue Blattrosetten auszubilden. Sie enthalten weniger Bitterstoffe und sind deshalb bestens zum Verzehr in Salaten geeignet. Sie sind auch anderweitig in der Küche verwendbar und lassen sich zum Beispiel auch zu einem wohlschmeckenden Pesto weiterverarbeiten.

Grundsätzlich sind alle Pflanzenteile des Löwenzahns essbar, sowohl die Wurzel und die Blätter, als auch die Blüten und der Stängel. Der Stängel lässt sich wunderbar wie Schnittlauch über den Salat gestreuselt, verwenden. Alle Teile des Löwenzahns sind ungiftig, doch sollten die Stängel mit ihrem Milchsaft nicht in größeren Mengen verzehrt werden, da sie bei empfindlichen Menschen zu Magen- Darm- Problemen führen können.

So findet Löwenzahn also eine vielseitige Anwendung, nicht nur als Heilmittel, sondern auch bei der Herstellung von Naturkosmetik oder eben in der Küche.

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Löwenzahnsalat

Um einen gesunden und gut schmeckenden Salat anzurichten, wird folgendes benötigt.

  • Löwenzahnblätter (möglichst junge)
  • Löwenzahnblüten
  • Löwenzahnstängel
  • Rukola oder Feldsalat
  • Radieschen (die nehmen dem Löwenzahn den bitteren Geschmack)
  • Kräuteressig, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Honig

Die Blätter des Löwenzahn, Rukola und Feldsalat gut waschen und in kleine Teile schneiden, ebenso die Radieschen. Alles in eine Schüssel geben. Aus dem Kräuteressig, Olivenöl, Honig, Salz und Pfeffer und den zerkleinerten Stängeln ein Dressing herstellen. Wer mag kann auch noch Joghurt oder Senf mit hinein tun. Das Dressing über die Blätter geben, alles gut miteinander vermengen und den Salat mit Löwenzahnblüten dekorieren. Wer möchte kan auch noch geröstete Pinien-, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne darüber geben. Fertig ist der Salat. Guten Appetit.

Die vielen Vorteile des Löwenzahns können auch als Getränk genutzt werden. So kann man aus den Blättern und der Wurzel einen Tee herstellen. Einfach eine Handvoll junger Blätter und eine Löwenzahnwurzel gründlich waschen, zerkleinern und mit einem Liter kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen, alles abseihen und über den Tag verteilt genießen.

Ebenso lässt sich aus ihm Kaffee herstellen, was früher das Getränk der armen Leute war. Löwenzahnkaffee wird aus der Wurzel gewonnen, ist regional überall verfügbar, ein natürlicher Muntermacher, verdauungsfördernd, blutreinigend und harntreibend. Dieser Kaffee ist eine gute Alternative zu schwarzem Tee oder dem heute üblicherweise verwendeten Kaffee. In Notzeiten während und nach dem Krieg, hatte dieses Getränk Hochkonjunktur, denn Nahrungsmittel waren knapp und Kaffee eher selten oder gar nicht zu erhalten.

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Um Löwenzahnkaffee herzustellen, wird folgendes benötigt:

  • Löwenzahnwurzeln
  • Messer
  • Pfanne
  • Backblech oder Teller
  • Kaffeemühle

Löwenzahn mit etwa 10 cm langen Wurzeln sammeln. Am besten mit einem Unkrautstecher oder einem alten Messer, da der Löwenzahn tief verwurzelt ist. Die Blätter abtrennen (und für Salat oder Tee verwenden) und die Wurzeln gründlich waschen. Dann die Wurzeln in kleine Stücke schneiden und auf dem Backblech oder einem Teller verteilen und einen Tag in der Sonne trocknen lassen.

Die Wurzelstückchen dürfen innen nicht mehr feucht sein, falls doch, sollte man ihnen einen weiteren Tag zum trocknen lassen. Die getrockneten Wurzeln werden nun in der Pfanne ohne Fett und unter ständigem rühren und wenden geröstet, sodass sie nicht anbrennen. Nach dem Abkühlen die Stückchen in die Kaffeemühle geben und mahlen. Fertig ist das Kaffeepulver.

Für eine Tasse Löwenzahnkaffee einen gehäuften Teelöffel in die Tasse geben und mit heißem Wasser aufbrühen. Wer möchte kann auch noch eine Prise Zimt hinzugeben.

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