Warum Natur, Natur & Ichse…

Eigentlich gibt es meinen Blog und meine Seite bereits seit zwei Jahren. Einige von euch wissen das vielleicht. Ursprünglich sollte es um Menschen gehen und unsere Zwischenmenschlichen Beziehungen, egal in welchem Bereich. Nun, da ich die Fähigkeit habe hinter die Masken und Rollen, die Menschen sich so auferlegen zu sehen und feststellte, dass diese nicht jeder besitzt, dachte ich anfangs, das wäre eine ziemlich gute Idee.

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Nicht ohne Grund war es bis dahin so, dass ich ein guter Ratgeber war für Menschen um mich herum, die entweder in schwierigen Beziehungen steckten oder anderweitig Probleme mit sich selbst und anderen hatten. Nur allzu oft bekam ich gesagt, „Woher weißt Du das denn nur?“.

Sie saßen vor mir und brachen in Tränen aus, weil ich ihr inneres Ich sehen konnte und es ihnen so gut erklärte, dass sie sich selbst besser verstehen konnten. Oftmals musste ich dafür noch nicht mal denjenigen lange kennen. Ich konnte das einfach, selbst wenn man in geselliger Runde mit auch Fremden zusammen saß.

Meinen Exfreund lernte ich auf diese Weise kennen, der so fasziniert davon war, dass er sich größte Mühe gab mich näher kennen zu lernen, was dazu führte, dass wir uns schlussendlich ineinander verliebten.

Auch für Menschen in meinem Umfeld, für meine Freunde zum Beispiel wurde ich zum Beziehungsexperten, da es mir ziemlich leicht fiel, die andere Seite zu sehen und zu verstehen. Das schien ihnen sehr hilfreich zu sein, denn ich konnte den Partner so gut erklären, dass mir häufig die Rolle des Übersetzers zukam.

Also dachte ich, „Gut. Diese Fähigkeit ist Dir gegeben und scheinbar haben andere sie häufig nicht. Vielleicht kannst Du anderen damit helfen und so daraus etwas machen. Etwas das mich mit Stolz erfüllt und meinen Drang nach mehr Miteinander und Menschlichkeit, sowie meine Harmoniesucht und die Suche nach ständig neuem befriedigt.“ Ich schreibe in einem Blog und baue meine ganz eigene Seite dafür.

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Anfangs lief das auch ziemlich gut und es machte mir wirklich Freude. Doch dann geriet ich selbst in eine Beziehung, die bei weitem nicht leicht für mich war und wo es zeitweise so schien, als wäre mir meine Fähigkeit verloren gegangen. Was bei anderen so sehr gut funktionierte, half bei mir selbst alles nichts. Dazu kamen so die ein oder anderen Schwierigkeiten in Bezug auch auf andere Menschen.

Je mehr ich mich mit mir selbst beschäftigte und versuchte die dahinterliegende Psychologie zu verstehen, desto mehr ging schief. Plötzlich war ich damit konfrontiert, dass ich die Wahrheit und das eigentliche Ich zwar sehen konnte und auch den passenden (manchmal auch leichteren) Weg parat hatte, doch ich musste lernen, dass die Menschen die Wahrheit gar nicht immer wissen wollen. Eigentlich viel zu selten.

Menschen sind aufgrund ihres Ego immer bemüht darum die Schuld von sich weg und anderen in die Schuhe zu schieben. Konfrontiert man sie mit ihren eigenen Schatten, wo viele Probleme sich von allein auflösen würden, würden sie sich ihnen nur stellen, dann werden sie oft schrecklich böse. Die Wahrheit und auch die eigenen selbst gehassten Seiten anzusehen, ist häufig so schmerzhaft, dass es den Menschen nicht gelingt.

Ich merkte so also, dass ich kaum noch jemandem eine Hilfe war, sondern eher der Mensch, von dem sich andere distanzierten, weil sie Angst vor mir hatten. Menschen hassen es, wenn jemand sehen kann, wer sie wirklich sind. So verlor ich die Lust am Schreiben, die Lust an meinem Blog, die Lust auch nur annähernd mich weiterhin mit solchen Themen auseinander zu setzen.

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Eine ganze Zeitlang war Ruhe und mein Blog vegetierte so vor sich hin. Fast ein Jahr lang. Hier und da mal ein paar Aufrufe, ein paar wenige Leser, aber auch das interessierte mich nicht mehr.

Doch was mir fehlte, war die Kommunikation mit anderen und vor allem das schreiben. Also begann ich mir zu überlegen, was ich stattdessen schreiben könnte. Mir fiel nichts ein, was ich wohl noch besonders gut könnte, dass lohnenswert war darüber zu schreiben.

Bis ich eines Nachmittags in meinem wunderschönen Naturgarten saß (der mittlerweile seit sechs Jahren besteht und jedes Jahr noch wundervoller wird), und mich mit meiner Mami unterhielt. Mütter wissen alles immer sehr genau und so auch meine. Sie wusste damals schon, dass ich schwanger war, noch bevor ich es wusste. Also musste Mami ran und ich fragte sie, was ich besonders gut kann.

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Mami’s Antwort lautete… „Cole sieh Dich doch mal hier um. Du bist kreativ und so naturverbunden, dass Du es schaffst aus Deinem Garten in jedem Jahr etwas neues und aus ihm etwas besonderes zu machen.“ Ich war sehr erstaunt, dass sie das sagte und es so sah, denn die allermeisten Menschen mögen nur Spießergärten, wo alles akkurat zu wachsen hat, mit Ordnung und in Reih und Glied, alles an seinem vorbestimmten Platz. Aber doch nicht meinen Chaosgarten, die ich aufgrund seiner Vielfalt so sehr liebe.

Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wie so oft in meinem Leben, die Muddi hat einfach recht. Ich verbringe so viel Zeit in meinem Garten, weil ich es liebe in der Natur und einfach draußen zu sein. Ständig mache ich irgendwelche Bilder von tollen Sachen, die die Natur mir so offenbart und bin immer völlig erstaunt, dass so viele andere Menschen diese Dinge gar nicht wahrnehmen.

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Ich liebe es durch den Wald zu spazieren, gemeinsam mit meinen Diggis und zu suchen, was wohl wieder alles wächst. Ich genieße die Ruhe so sehr, dass ich innerlich ganz still werde und mich über das Zwitschern der Vögel oder auch im Winter über die absolute Stille freunen kann. Nur ein paar Bäume knarren bei Wind dann in ihren Ästen.

So war also die neue Idee geboren und diesmal macht es mir richtig Spaß. Ich hab meine ganze Webseite umgebastelt und ich liebe es, meine Bilder mit euch zu teilen. Immer wieder durchstöbere ich eure Beiträge und stelle fest, dass es noch mehr Menschen so wie mir ergeht. Dann freue ich mich über die Bilder aus anderen Ländern und Regionen und finde die Reisen, auf die ich so mit euch gehe wirklich spannend.

Ich hoffe euch geht es mit mir genauso und gern möchte ich euch auf meine Wanderungen mitnehmen und an meinen Entdeckungen teilhaben lassen. Viel Spaß damit…

5 Comments on “Warum Natur, Natur & Ichse…

  1. Ja, das EGO und die Wahrheit – sich selbst erforschen und die eigene Wahrheit, das ist nicht leicht…. und man muss erst mal erkennen, dass das EGO alles tut, damit alles bleibt wie es ist, es mag keine Veränderung, dann hat es Angst, es glaubt dann sterben zu müssen…. Es will ja für unser (körperliches ) Überleben sorgen und das tut es ja auch in der Regel. Aber inneres Wachstum, dass wir unseren Schatten betrachten, das will es nicht und erst wenn wir – unser wahres Selbst – sich weiterentwickeln will, erst dann müssen wir diese EGO-STimme differenziert wahrnehmen, unterscheiden können, erst dann können wir wirkliche Veränderung erfahren und Neues lernen und alte Probleme hinter uns lassen. Das EGO-Denken kann nichts dazu lernen.

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    • Vielen lieben Dank, für diesen tollen Kommentar. Auch ich musste das für mich selbst erkennen und lernen und bin noch lange nicht fertig. Doch ich wünschte mir, noch sehr viel andere Menschen würden auch diese Wege gehen. Ich durfte aber auch lernen, dass man andere Menschen nicht ändern kann und es auch nicht darf. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Dennoch vielen Dank für Deine Worte… 🙂

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      • Mir geht es ähnlich – es schwierig Menschen zu finden, die es nötig finden sich selbst zu erforschen und innerlich sich weiterentwickeln wollen/können. Ja, man kann es bei anderen nicht vorantreiben, man würde gerne helfen – aber das ist ein einsamer, alleiniger Weg und man kann froh sein, wenn wir auf unseren Weg Gleichgesinnte trifft und sich austauschen kann.

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