Wenn wir Anklagen, beschuldigen und verurteilen, ist es keine Liebe

Immer wieder begegnen mir Menschen, die so voller Selbsthass, Wut und Zorn sind, sich aber weigern genau diese Gefühle wahrzunehmen und zu spüren. Sie klagen andere an, beschuldigen und verurteilen und merken dabei kaum, dass das was sie an dem anderen anklagen, wofür sie ihn beschuldigen und was sie verurteilen ausschließlich mit ihnen selbst zu tun hat und rein gar nichts mit dem, was der andere gesagt oder getan hat…

Immer dann, wenn wir uns ärgern oder wütend werden, ist es eine Situation, die uns selbst betrifft. Doch statt genau hinzusehen, was da eigentlich in uns passiert, ist es für viele von uns doch viel leichter die Schuld bei einem anderen zu suchen. In meiner Wahrheit ist das reiner Selbstschutz, um nicht den eigenen Schmerz anschauen zu müssen. Jeder von uns trägt ihn in sich, jeder von uns kennt das Gefühl von Wut und Zorn. Doch dahinter verborgen sind meist die Ängste, Wünsche und Hoffnungen jedes einzelnen und der Wunsch danach angenommen und geliebt zu sein.

Nicht nur wir klagen an und beschuldigen, sondern erfahren dies auch von anderen. Wir werden angeklagt und wir werden beschuldigt. Kaum jemand ist in einer solchen Situation in der Lage refelktiert zu sein und zu spüren, was da in ihm passiert. Doch wir können uns in jeder Situation neu entscheiden. Wir können uns entscheiden zu lieben, uns selbst und den anderen, genau so wie er eben gerade ist.

Doch statt uns für diesen Weg zu entscheiden, wählen wir einen anderen. Wir sagen, „Aber Du hast…“ „Du hast mich verletzt…“ „Du achtest und respektierst mich nicht…“ „Du hast etwas falsches gesagt…“ „Du hast Dich nicht richtig verhalten…“ „Du hast mich enttäuscht…“

Eigentlich sagen wir damit dem anderen, Du bist nicht richtig und meinen damit uns selbst, denn wir glauben wir sind nicht richtig. Was an einem anderen nicht okay ist, ist in uns selbst in erster Linie nicht okay, was wir an dem anderen verurteilen, verurteilen wir an uns selbst. Ein Nein zu einem anderen, ist ein Nein zu uns selbst.

Sicher müssen wir nicht alles gut finden, was ein anderer sagt oder tut. Wir dürfen Grenzen setzen und unsere Werte kommunizieren. Dazu gehört aber auch, dass wir uns selbst treu sind und bleiben. Dass wir uns selbst an die Grenzen und Werte halten, die wir von anderen erwarten, dass sie diese respektieren und einhalten.

Wenn also jemand im Außen Deine Grenzen und Werte verletzt oder überschreitet, dann schau genau hin. Wo bist Du vielleicht der Mensch in Deinem Leben, der sich selbst nicht respektiert und die eigenen Grenzen und Werte weder klar definiert, noch kommuniziert. Wo sagst Du oft Nein zu Dir?

Wenn Dich jemand kritisiert oder verurteilt, bedeutet das nicht, dass dieser Mensch automatisch recht hat. Auch hier kannst Du frei entscheiden. Es ist nur eine Meinung, eine von vielen. Du kannst Dir überlegen, ganz für Dich selbst, was davon möchtest Du annehmen und was ist zutreffend. Wieviel von dem was gesagt oder getan wurde, betrifft mich aber auch nicht.

Bleib einfach bei Dir und schau hin, was es mit Dir macht und dann entscheide. Aber ohne mit dem anderen in den Krieg zu ziehen, denn auch die anderen im Außen haben ihre eigenen Baustellen und Themen. Auf Anklage und Urteil mit Gegenanklage und Abwertung des anderen zu reagieren, kann niemals der Weg sein und hat auch nie mit Liebe zu tun. Es ist Verrat, nämlich ausschließlich an Dir selbst.

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