-Löwenzahn- in der Volksmedizin

Anwendung in der Heilkunde

Verwendete Pflanzenteile:

Grundsätzlich lassen sich beim Löwenzahn alle Pflanzenteile verwenden – die Wurzel ebenso wie das frische Kraut. Die Zusammensetzung der Wirkstoffe ist jedoch abhängig von der Jahreszeit. Im Frühjahr enthält die Wurzel erheblich mehr Bitterstoffe.  Die im Herbst geerntete Wurzel ist wesentlich bitterstoffärmer, enthält aber dafür reichlich Inulin. Das macht sie zu einem hervorragenden Gemüse für Diabetiker. Denn, Inulin kann als Stärkeersatz dienen, da es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst.  Für die Verwendung des Löwenzahns als Salat werden die im Frühjahr geernteten Blätter verwendet. Löwenzahntee lässt sich sowohl aus den getrockneten oder frischen Blättern als auch aus der Wurzel herstellen.

Inhaltsstoffe:

Löwenzahn enthält Bitterstoffe, sogenannte Triterpene, Sterole, Flavonoide und Cumarine. Vor allem in der Wurzel stecken viele Carotinoide, Zucker, Inulin und verschiedene Vitamine wie C, E, und Vitamin B. Die Blätter und Blüten sind reich an Mineralstoffen, wie Kalium und Spurenelementen, wie Zink und Kupfer.

Anwendungsgebiete:

Die Bitterstoffe bewirken, dass mehr Speichel und Magensäure ausgeschüttet werden. Gleichzeitig fördern sie die Freisetzung von Verdauungshormonen und -enzymen und kurbeln die Gallentätigkeit an. Durch diese Effekte regt Löwenzahn den Appetit an und bringt die Verdauung auf Trab. Auch wenn sich nach einer fettreichen Mahlzeit der Bauch bläht und sich ein unangenehmes Völlegefühl einstellt, kann die Heilpflanze helfen. Weitere Inhaltsstoffe des Gewächses wie Flavonoide und reichlich Kalium können leicht wassertreibend wirken. Mithin kommt Löwenzahn häufig in sogenannten Blutreinungs- und Entschlackungstees vor.

Die Wirkungen von Löwenzahn

Der Löwenzahn hat viele heilende Eigenschaften und Wirkungen. Dazu kann er in Form von Salat, Tee, Pflanzensaft (der weiße Milchsaft aus den Stängeln), Frischpflanzenpresssaft, Kaltwasserauszug, Kaffee, Wein oder Löwenzahnwurzelextrakt genutzt werden. Wichtig ist dabei, das Präparat der Wahl regelmäßig und kurweise über mehrere Wochen hinweg einzusetzen oder noch besser: den Löwenzahn einfach täglich frisch zu essen.

Löwenzahn bei Verdauungsbeschwerden

Besonders bekannt ist der positive Einfluss des Löwenzahns auf sämtliche Organe, die an der Verdauung beteiligt sind. So steigert Löwenzahn die Magensaftsekretion, wirkt appetitanregend und außerdem krampflösend.

Aus diesem Grunde setzt man Löwenzahntee, Löwenzahnsalat, Löwenzahnpresssaft sowie den kraftvollen Löwenzahnwurzelextrakt bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl ein.

Löwenzahn hat ferner choleretische Wirkung. Das bedeutet, er regt die Produktion der Gallenflüssigkeit in der Leber an, führt dazu, dass die Gallenflüssigkeit schön dünnflüssig bleibt und verbessert den Fettstoffwechsel, hilft also beim Abbau z. B. einer Fettleber (in Verbindung mit einer passenden Ernährung).

Bei Problemen mit der Leber oder der Galle ist der Löwenzahn also eine der wichtigsten Heilpflanzen und wird folglich nicht nur bei Leberreinigungen, sondern traditionell auch bei Hepatitis (Gelbsucht), Gallensteinen und Leberzirrhose eingesetzt – selbstverständlich unter Aufsicht eines phytotherapeutisch bewanderten Heilpraktikers oder Arztes.

Löwenzahn bei Krebs

In letzter Zeit widmet sich die Wissenschaftlerwelt vermehrt den möglichen Einsatzgebieten des Löwenzahns im Bereich der Krebstherapie. Es soll schon jetzt vielversprechende Hinweise darauf geben, dass Löwenzahn Inhaltsstoffe beherbergt, die das aggressive Wachstum von Tumoren hemmen können.

So veröffentlichte das Fachmagazin International Journal of Oncology im Jahr 2008 eine Studie, welche die positive Wirkung von Löwenzahntee nachwies. Es handelte sich dabei um einen Tee aus Löwenzahnblättern, der die Anzahl von Brustkrebszellen vermindern konnte.

Die Forscher testeten nun auch Prostatakrebszellen auf die gleiche Weise und erhielten ähnliche Ergebnisse. Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass Löwenzahnextrakt als „neues“ Anti-Krebs-Mittel zur Unterstützung der Krebstherapie betrachtet werden könne.

Die Fachzeitschrift International Journal of Oncology veröffentlichte im Jahr 2011 einen Bericht, dass ein Nahrungsergänzungsmittel, das u. a. Löwenzahn enthielt, das Wachstum von Prostatakrebszellen hemmen könne.

Eine dritte wissenschaftliche Löwenzahn-Studie wurde im Januar 2011 in der Fachzeitschrift Journal of Ethnopharmacology publiziert. Hierbei sollte die Wirkung von Tee aus Löwenzahnwurzeln auf Leukämiezellen getestet werden. Es zeigte sich, dass der Tee die Leukämiezellen töten konnte. Man nimmt nun an, dass der Löwenzahnwurzel-Tee Substanzen enthält, welche den Leukämiezellen ein sog. Apoptose-Signal übermitteln.

Apoptose heißt so viel wie Zelltod-Programm. Dieses Programm sorgt in einem gesunden Organismus dafür, dass entartete Zellen rechtzeitig Selbstmord begehen, bevor sie dem Körper schaden können. Interessanterweise blieben unter der Wirkung des Löwenzahnwurzelextraktes gesunde Zellen unangetastet. Sie erhielten kein Apoptose-Signal.

In einer weiteren Studie zu Löwenzahn aus dem Jahr 2011 konnte gezeigt werden, dass Löwenzahnwurzel-Extrakt sogar bei solchen menschlichen Melanom-Zellen (Hautkrebszellen) den programmierten Zelltod auslösen konnte, die bereits resistent gegen schulmedizinische Medikamente waren.

Weitere Anwendungen:

Zur Aktivierung der Nierenaktivität sind Zubereitungen des Löwenzahns gut geeignet. In größeren Mengen findet der Tee zur Durchspülungstherapie bei Neigung zur Bildung von Nierensteinen oder zur Austreibung kleiner Nierensteine Verwendung.

Dabei werden 2 Eßlöffel Droge mit 1/2l kaltem Wasser übergossen, kurz zum Sieden erhitzt, nach 15 min abgeseiht und mit warmem Wasser auf 1,5l Tee verdünnt. Diese Menge sollte in 15 – 20 min getrunken werden. Durch die starke Wasserausscheidung erhofft man sich auch eine Ausschwemmung kleiner Nierensteine.

In der Volksmedizin werden Löwenzahnteekuren auch bei rheumatischen Erkrankungen, bei Gicht und zur Stärkung des Bindegewebes empfohlen. Durch die den Stoffwechsel anregende Wirkung findet man den Löwenzahn auch in den sogenannten Blutreinigungstees, jenen Mischungen, die bei rheumatischen Erkrankungen, aber auch bei Hautproblemen gegeben werden.

Sinnvoll ist es, Löwenzahnwurzel und Löwenzahnkraut in Gallenteemischungen mit Schafgarbe, Pfefferminze, Wermut und anderen gallenwirksamen Teedrogen zu mischen, während er in harntreibenden Teemischungen mit Goldrute, Hauhechelwurzel, Orthosiphonblättern, Birkenblättern, Schachtelhalm u.a. kombiniert wird.

Außer den Teezubereitungen eignen sich zur kurmäßigen Anwendung auch Preßsäfte aus Frischpflanzen.

Die frischen Löwenzahnblätter eignen sich zur Salatkur im Frühjahr, die im Herbst inulinreichen Wurzeln sind geröstet ein Kaffeeersatz.

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