-Hängebirke- Merkmale

Botanischer Name: Betula pendula

Familie: Birkengewächse (Betulaceae)

Weitere Namen: Sandbirke, Weißbirke oder Warzenbirke

Merkmale:

Wuchs:

Die Bäume besitzen einen langen, durchgehenden Stamm und eine lockere Krone. Typisch für die Hänge- Birke sind die spitzwinkligen Äste mit den überhängenden Zweigen. Ihre Wuchsform gestaltet sich sehr vielseitig. Charakteristisch sind auch die wechselständig angeordneten 4- 10 cm langen Blätter. Die Rinde ist bei jungen Bäumen schwarzbraun bis grau und nimmt später die typische sich weiß abrollende Form an. Die Stämme der Hänge- Birke können bis zu 80 cm dick werden und der Baum kann eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Die Hänge- Birke wächst in den ersten 20-25 Jahren sehr schnell mit einem meistens durchgängigen Stamm und einer lichten Krone. Es gibt aber auch Arten, die kleiner bleiben, wie die Strauchbirke beispielsweise.

Knospen:

Die Knospen der Hänge- Birke sind eiförmig, stumpf und sitzen gehäuft an den Triebenden. Sie werden bis zu 4 mm lang und sind bräunlich bis glänzend grün gefärbt. In ihrer Form sind die Knospen leicht zugespitzt.

Blätter:

Die Blätter sind wechselständig angeordnet, leicht herzförmig und an den Rändern doppelt gesägt. Sie sind ca. 2-6 cm lang und haben kurz nach dem Austrieb eine frischgrüne, später dann eine dunkelgrüne Farbe. Im Herbst verfärben sich die Blätter dann gelb und manchmal auch gelborange. Sie produzieren ein Sekret, dass durch zahlreiche über das Blatt verteilte Harzdrüsen abgesondert wird. Dieses macht die jungen Blätter klebrig und lässt sie nach Balsam duften. Später vertrocknet dieses und wird zu dünnen weißlichen Schüppchen.

Blüten:

Zwischen März und Anfang Mai setzt die Blüte der Hänge- Birke ein. Die männlichen Kätzchen stehen auch den Winter über am Baum und haben eine gelborange Farbe. Bei den weiblichen Kätzchen stellt sich im Laufe des Spätsommers eine intensive Braunfärbung ein. Die Kätzchen der Hänge- Birke sind einhäusig geschlechtig, also entweder männlich oder weiblich. Die etwa 2-4 cm langen weiblichen Blüten wachsen im Frühjahr zusammen mit den ersten Blättern und hängen am Ende der Kurztriebe. Die männlichen 5-6 cm langen Kätzchen haben sich im Herbst des Vorjahres gebildet und überwintern am Baum, bevor sie sich im kommenden Frühjahr öffnen. Die Befruchtung wird vom Wind übernommen, der tausende von Pollen über weite Entfernungen durch die Luft trägt. Die Hänge- Birke ist, wenn sie freistehend ist, in einem Alter von ca. 10 Jahren geschlechtsreif. Bei in Waldbeständen stehenden Birken setzt die Geschlechtsreife dann 10 Jahre später ein.

Früchte:

Die Früchte der Hänge- Birke reifen von August bis September heran. Die dünnhäutigen Nüsschen werden etwa 3 mm lang. Es handelt sich dabei um winzige Nüsse mit zwei Flügeln, sogenannte Flügelnüsschen. Sie entwickeln sich im Laufe des Sommers und etwa zwei Wochen, nachdem die Nüsschen vom Baum abgefallen sind und durch den Wind weggetragen wurden, beginnen die Früchte zu keimen. Die daraus sprießenden Hänge- Birkensämlinge können schon im ersten Jahr eine Höhe von über einem Meter erreichen.

Rinde:

Die Rinde der Hängebirke hat bis zu einem Alter von 50 Jahren, bis der Baum aufhört zu wachsen, eine glänzend weiße Farbe. Deshalb wird sie weit verbreitet auch Weißbirke genannt. Danach nimmt färbt sich die Rinde eher graubraun. Wie bei allen Birken lösen sich die abgestorbenen Rindenabschnitte in mehr oder weniger breiten Streifen. Gut zu erkennen ist die Hänge- Birke an ihren einjährigen Trieben. Sie sind kahl und mit kleinen klebrigen Harzdrüsen versehen. Diese Tatsache hat ihr den weniger schön klingenden Namen Warzenbirke eingebracht. Sehr typisch für die Hänge- Birke ist die schwarze, tief gefurchte Borke an der Basis ihres Stammes. Die Rinde jüngerer Äste ist weiß- rosa, die an den Zweigen glänzend braun- rot bis braun schimmert.

Birkenholz:

Unter der Rinde der Birke befindet das weiße bis weißgelbe Holz. Dabei kann man die Unterschiede zwischen dem Splint- und dem Kernholz kaum erkennen. Das Birkenholz ist nur schwer zu spalten, dafür elastisch und es schwindet stark. Deshalb ist es als Bauholz eher ungeeignet, wird aber häufig als Brennholz verwendet, da es einen enormen Heizwert aufweist. Besonders gut verarbeitet werden kann es zu Furnierholz und auch Leitern, Tische, Stühle oder Holzschuhe werden aus dem Holz der Hänge- Birke gefertigt. Birkenholz lässt sich allerdings nur schlecht lagern und neigt dazu zu vergilben oder fleckig zu werden.

Standort/Vorkommen:

Die Hänge- Birke ist von Natur aus sehr genügsam und fühlt sich als Lichtbaumart besonders an sonnigen Standorten wohl. Häufig anzutreffen ist sie in Heidelandschaften oder in Moorgegenden, ebenso wie die Moor- Birke. Sie ist ebenfalls in Wäldern zu finden, dort aber eher an lichten Standorten oder den Waldrändern. Die Hänge- Birke stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, was die Nähstoff- und Wasserversorgung angeht.

Sie gedeiht auf nähstoffreichen bis sauren Böden, an feuchten bis trockenen Standorten, aber  auch auf nährstoffarmen Böden kommt sie noch gut zurecht. Auch was die Beschaffenheit des Bodens angeht, ist sie sehr anpassungsfähig. Sie besiedelt steinige und felsige Böden ebenso, wie tonige und lehmige Böden. Das was sie dringend für ihr Wachstum braucht, ist Licht. Muss sie ihr Dasein im Schatten anderer Baumarten fristen, ist ihr Absterben vorprogrammiert.

Dafür ist sie, genau wie die Moor- Birke überaus frosthart. Wegen all dieser Eigenschaften gilt sie als Pionierbaumart, da sie Standorte besiedelt, die andere Baumarten meiden oder wo diese nur schlecht zurechtkommen. Sie ist damit der Wegbereiter für beispielsweise Eichen oder Buchen, die sich nach der Birke dort ansiedeln können, da sie entscheidend zur Bodenverbesserung beiträgt.

Mit einem Alter von max. 120 Jahren hat die Hänge- Birke ein recht kurzes Leben, wenn man bedenkt, dass die meisten anderen Baumarten wesentlich älter werden. Deshalb besteht ihre Lebensaufgabe darin, sich bereits in jungen Jahren auf die Entwicklung und Ausbreitung ihrer Samen zu „konzentrieren“ und damit ihren Fortbestand zu sichern.

Die Birke, auch Sand-, Weiß- oder Hängebirke genannt, ist eine eurasische Pflanze – sie besiedelt mit Ausnahme Südeuropas und des nördlichen Skandinaviens ganz Europa. Im Osten reicht ihr Verbreitungsgebiet bis nach Sibirien und Nordiran. In Südeuropa trifft man sie nur in höheren Gebirgslagen, in den Alpen bis in Höhen von 1900 m an. Hauptsächlich kommen die Laubbäume in den Nadelmischwäldern Sibiriens und Skandinaviens vor, sind aber auch in Mitteleuropa, Nordamerika und Asien weit verbreitet.

Unterschied zwischen Hänge- Birke und Moor- Birke:

Die Moor- Birke unterscheidet sich von der Hänge- Birke durch aufsteigende oder waagerecht abstehende Äste und flaumig behaarte junge Zweige und Blätter. Die Blätter sind aus herzförmigem, abgerundetem Grund eiförmig, nur kurz zugespitzt, verkahlend und besitzen Blattzähne ohne feine Spitzen. Moor- und Hängebirken können sich gut paaren, wodurch Hybriden mit neuen Eigenschaften und anderen Lebensraumanforderungen entstehen.

Die Moor- Birke ähnelt im Wuchs oberflächlich betrachtet der Hänge- Birke, hat aber eine fast bräunliche Rinde. Der Stamm ist weiß-grau bis hellbraun, und es findet sich bei der Art dort nicht die typische rissige Felderung wie bei der Hänge-Birke. … Ein weiterer Unterschied ist die Blattform. Während die Blätter der Hänge-Birke doppelt gesägt sind, sind die der Moor-Birke einfach gesägt.

Im Unterschied zur Hänge- Birke, deren junge Zweige stets kahl sind, weisen diese nämlich bei der Moor- Birke eine dichte, flaumartige Behaarung auf. Bei der Hänge- Birke ist die Krone des älteren Baumes durch die schlaff überhängenden Äste viel dichter und zierlicher als bei der Moor- Birke, deren Äste besenartig aufrecht stehen.

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