-Birken- Bedeutsam…

Bei der Birke handelt es sich um einen der frühen Bäume; Fossilienfunde belegen eine Existenz schon vor dem Aussterben der Dinosaurier vor ca. 65,5 Millionen Jahren. Birken haben als einer der wenigen Baumarten bei uns die Eiszeit überlebt und das in Baumähnlicher Form. Viele der anderen Baumarten starben aus und wuchsen erst nach der Eiszeit vor etwa 12000 Jahren neu. Es gibt auch Birken in strauchähnlicher Form. Zum Beispiel die Strauchbirke. Betula humilis ist eine in Nord- und Mitteleuropa verbreitete Birkenart die vorwiegend ihren natürlichen Standort in nährstoffarmen, feuchten Torfmoorwiesen und Flachmoorwiesen findet. Sie ist mit der Betula nana weitestgehend vergleichbar, einzig ihre Wuchshöhe und Breite von 150- 200 cm überragt diese. Dieser etwas sparrig wachsende niedrige Strauch hat leicht bräunliche behaarte Triebe. Die Blätter dieser sommergrünen Birkenart sind wechselständig angeordnet. Ihre rundlich bis eiförmigen Blätter sind ca. 1,5 cm groß, im Herbst bekommen sie eine leuchtend gelbe Färbung. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Mai, wobei die männlichen Kätzchen schlanker als die weiblichen Kätzchen sind.

Die Strauchbirke ist in der freien Natur vom Aussterben bedroht. Der Standort sollte sonnig in gern feuchtem schwachsauer bis saurem Substrat sein. Die Strauchbirke ist außerordentlich frosthart.

Die Strauchbirke bleibt also im Gegensatz zu anderen Birkenarten verhältnismäßig klein. Andere Birken, etwa wie die Moor- Birke erreichen eine Höhe von bis zu 30 Metern, in einzelnen Fällen sogar mehr. An ihren Standort stellt sie keine besonderen Ansprüche, außer das sie viel Licht benötigt. Was den Boden anbelangt ist sie allerdings nicht sehr wählerisch, was dazu führt, dass sie vielerorts zu finden ist. Im Mai bilden die Birken tausende von Samen, die im Gegensatz zu denen der Buche oder der Eiche so leicht sind, dass sie durch den Wind verbreitet werden können und dass in einer Entfernung von bis zu 6 Kilometern. Durch diese Form der Fortpflanzung stellen sie ihr Überleben sicher und können sich rasant ausbreiten, wenn man sie lässt. Dazu kommt, dass die Samen der Birke nicht so wie Eicheln oder Bucheckern zu den Lieblingsspeisen vieler Wildtiere zählen und gefressen werden, was ebenfalls den Fortbestand der Birken sichert.

Birken gehören zu den kälteresistentesten und winterhärtesten Baumarten. Selbst wenn sich im zeitigen Frühjahr schon Blätter und Blüten gebildet haben und es im Mai noch einmal Spätfröste gibt, werden diese zwar erfrieren, doch ist die Birke in der Lage dann erneut auszutreiben. Bei Buchen beispielsweise verhält sich das ganz anders. Wenn sie jedoch im Schatten anderer Bäume leben muss, dann ist ihr Absterben nur eine Frage der Zeit und eigentlich schon vorprogrammiert.

Die Birken sind wahre Säufer und gehen keinesfalls sparsam mit Wasser um. An einem Tag verdunsten sie bis zu 140 Liter Wasser, wohingegen eine Buche nur 30-40 Liter Wasser verbraucht. Allerdings ist hier von noch sehr jungen Bäumen die Rede, die ein ungefähres Alter von 40 Jahren erreicht haben. Bei wesentlich älteren Bäumen steigt der Wasserbedarf noch einmal enorm an. Birken zählen ohnehin zu den Baumarten, die nicht besonders alt werden, da sie als Pionierbäume die Flächen für andere Baumarten bereitstellen und sozusagen aufarbeiten. So beginnen schon mit 80 Jahren die Wurzeln abzusterben und sie können höchstens ein Alter von 120 Jahren erreichen. Eine Buche dagegen erreicht ein Alter von 200-300 Jahren und Eichen können sogar über 1000 Jahre alt werden.

Aus diesem Grund hat es die Natur so eingerichtet, dass Birken relativ schnell geschlechtsreif werden, denn ihre Lebensaufgabe besteht darin möglichst schnell und möglichst viele Samen auszubilden, sodass sie auch weiterhin fortbestehen kann. Die Birke führt ein recht aufopferungsvolles Leben, eben indem sie entstehende Wälder für größere und älter werdende Baumarten vorbereitet. Hierzu ist die Anzahl der keimfähigen Samen der Birke recht hoch und liegt bei etwa 25-40 Prozent, was absolut beachtlich ist im Vergleich zu anderen.

Das in der Rinde enthaltene Betulin ist verantwortlich für die charakteristische weiß Färbung der Birke. Dieser Stoff ist aber auch leicht entzündlich und gut brennbar, weshalb Birkenholz gern als Kaminholz verwendet wird und auch in feuchtem Zustand noch leicht zu entzünden ist. Da Birken sehr viel Sonnenlicht für ihr Wachstum benötigen, soll die weiße Rinde reflektierend wirken und das Betulin dient hier dazu einem Sonnenbrand vorzubeugen.

Bei älteren Bäumen ist die schwarz- weiß gefärbte Rinde typisch. Vereinzelt gibt es auch Birken, die ihre glatte und weiche Rinde, aus der unter anderem das Birkenwasser gewonnen wird, bis ins hohe Alter behalten. Doch das ist eher die Ausnahme. In der Regel bildet sich im Laufe der Jahre die für sie typische Schuppenborke.

Es gibt etwa 40 verschiedene Birkenarten. Hier wären unter anderem die Hänge- Birke, die Strauchbirke, die Weißbirke, die Gold- Birke, die Kupferbirke und eben die Moorbirke zu nennen, die auch die am weitesten verbreiteten Arten sind. Die Blätter sind meistens herzförmig oder rund und im Gegensatz zum Ahorn oder einer Kastanie doch relativ klein. Sie sind sommergrün und wechselständig und hängen an den dünnen Zweigen der aufrechten Kronen oft malerisch herunter.

Als Straßenbepflanzung sind Birken eher weniger geeignet, meist nur dort, wo der Boden nicht zu dicht am Stamm versiegelt ist. In entwässerten Hochmooren aber entstehen oft binnen weniger Jahre ganze Birkenwälder, was oftmals sogar erwünscht ist. Durch sie wird hier die Entwässerung des Bodens beschleunigt und ihr dichtes Blätterdach verhindert, dass sich die lichtbedürftigen Torfmoose zu stark ausbreiten können.

Aus forstwirtschaftlicher Sicht haben Birken eine eher geringe Bedeutung. Sie werden meist als Brennholz genutzt, da diesen einen guten Heizwert besitzt. Doch für viele Tiere und Pflanzenarten sind sie ein wichtiger Lebensraum, so legen zahlreiche Schmetterlinge ihre Eier auf den Blättern ab und auch für uns Menschen bietet sich eine vielfältige Nutzung.

Die beiden einheimischen, baumförmigen Birkenarten, die Sandbirke (Betula pendula) und die Moorbirke (Betula pubescens), sind durch ihre schwarz-weiße Rindenfärbung, durch das Hellgrün des Blattaustriebs im Frühjahr und ihre zierliche Verzweigung landschaftsästhetische Baumarten. Aber nicht nur für die Landschaftspflege und die Waldästhetik sind Birken wertvolle Baumarten, auch tragen sie wesentlich zur Erhöhung der biologischen Vielfalt in unseren Wäldern bei.

Allgemein ist bekannt, dass unsere beiden Birkenarten zu den von Insektenarten beliebtesten Baumarten zählen. So kommen über 160 Insektenarten an Sand- und Moorbirke vor. Die Birken gehören damit nach den Weidenarten und den beiden Eichen zu den von Insekten am stärksten genutzten einheimischen Baumarten. Je nachdem, wie man den Lebensraum Birke für die darauf vorkommenden Insektenarten abgrenzt, kommt man allerdings zu unterschiedlichen Artenzahlen. Außerdem spielt auch die naturräumliche Gegebenheit eine Rolle. So konnten z.B. in Russland 574 Insektenarten, in Großbritannien 334 Insektenarten auf der Birke festgestellt werden.

Besonders bedeutsam sind die Birken für die auf sie lebenden Großschmetterlingsarten. So beherbergen die Eichen mit 170 Arten die meisten Großschmetterlingsarten, dicht gefolgt von den Weiden mit 169 Arten. Auf Birken wurden immerhin 118 verschiedene Großschmetterlingsarten gefunden.

Mit ihren Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Salicylsäure-Verbindungen, Gerbstoffen, Betulin und reichlich Vitamin C zählt die Birke nicht umsonst zu den Heilpflanzen. Sie ist zum Beispiel bei vielen Hautproblemen und schmerzhaften Erkrankungen, aber auch als Reinigungsmittel, kostenloses Nahrungsmittel und für weitere Zwecke verwendbar.

Die Erntesaison beginnt schon früh im März mit den Birkenknospen, gefolgt vom Zapfen des Birkensafts von März bis Mai. Die zarten, jungen und noch etwas klebrigen Birkenblätter können einfach von den Ästen abgestreift werden, sie wachsen schnell wieder nach, aber auch kräftigere Blätter können bis Juni geerntet und verwendet werden. Um die Vorzüge der Knospen und Blätter das ganze Jahr über zu nutzen, bietet sich eine Bevorratung durch Trocknen an. Da Birkenrinde ganzjährig zur Verfügung steht, sollte man nie mehr mitnehmen, als gerade benötigt wird, sodass die Bäume nicht unnötig geschädigt werden.

Da Birken zu den Splinthölzern gehören, bilden sie in den meisten Fällen keinen Farbkern aus. Das Holz der Birke gilt daher als sehr hell mit einer gelblich-weißen bis rötlichen Note. Manche Birkenhölzer fallen fast ganz weiß aus und bringen einen seidigen Glanz mit.

Die Maserung von Birkenholz ist sehr schlicht und hell und weist nur wenige Muster auf. Charakteristisch ist jedoch das Auftreten von vereinzelten rot-braunen Flecken auf dem Birkenholz. Außerdem bringt die Hänge-Birke eine weitere wertvolle Maserung hervor. Das Birkenholz weist dann flammenartige Musterungen auf, die an eine Eisblume erinnern. Diese besondere Birkenart ist auch als Eisbirke oder Flammbirke bekannt und stammt aus Finnland. Die Zeichnungen auf dem Birkenholz sind genetisch bedingt und werden auf folgende Generationen weitergegeben.

In Deutschland besitzt Birkenholz einen weniger wichtigen Stellenwert in der Möbelindustrie, während es in skandinavischen Ländern und Russland am häufigsten als Nutzholz verwendet wird. Neben schlichten Möbel-Stücken finden sich auch Wohnmöbel mit gemasertem Birkenholz wieder, beispielsweise einem Esstisch aus Birkenholz. Auch die geflammte Birke ist eine gefragte Wuchsvariante. Für die Herstellung von Holzbetten lässt sich Birkenholz ebenfalls gut verarbeiten.

Neben der Verwendung im Möbel-Bereich wird das Holz der Birke häufig auch zum Drechseln benutzt und dient als Spezialholz zur Herstellung von Speeren und Diskusscheiben. Außerdem wird Birkenholz im Instrumentenbau eingesetzt und findet Verwendung in Gitarren und Klavieren.

Der größte Teil der Birkenhölzer wird zu Schälfurnieren und weiter zu Sperrholz verarbeitet. Aber auch Messerfurniere werden von der Möbelindustrie vielfach nachgefragt. Hier sind es vor allem die strukturellen Abweichungen wie Maser- oder Eisbirke, die diese Furniere für den Ausstattungsbereich attraktiv machen. Für die Massivholz-Verwendung werden die schweren Birken sowie auch schwere Qualitäten der einheimischen Arten, besonders für Kleinmöbel, Möbelteile, Gestühl, Parkett, Spielzeug und Teile von Tasteninstrumenten, eingesetzt. Die leichten und meist hellen Hölzer werden für Küchengeräte, Streichhölzer, medizinische Spatel, Löffel, Spulen und Lebensmittelkisten massiv verwendet.

Aus der wasserdichten Rinde wurden früher Dachziegel hergestellt oder Schuhsolen und Dosen gefertigt. Ihre Reiser werden noch heute zu Besen verarbeitet und das Holz zu Papier. In früheren Zeiten wurden sogar Birkenteer aus der Birke gewonnen, was als frühe Urform des Kunststoffes gilt und so bietet der Birkensaft unzählige Nutzungsmöglichkeiten. Auch heutzutage wird das Holz der Birke gern noch als Material für feinste Schnitz- und Schreiberarbeiten verwendet.

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