-Königskerze- In der Volksmedizin

Anwendung in der Heilkunde:

Verwendete Pflanzenteile:

Wurzel, Blätter, heutzutage aber meist die Blüten

(Die gesammelten Pflanzen werden erst einige Stunden in der Sonne angetrocknet, danach trocknet man schonend im Schatten weiter. Die getrockneten Blüten und Blätter werden luftdicht und dunkel aufbewahrt.)

Inhaltsstoffe:

Schleimstoffe, Saponine, Flavonoide, Rutine, Invertzucker, Sterole, Kämpferol, Iridoide, ätherische Öle, Phenolcarbonsäuren wie Kaffee- und Ferulasäure

Eigenschaften:

Reizlindernd, auswurffördernd und schweißtreibend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, fiebersenkend, diuretisch

Anwendbar bei:

Entzündliche Erkrankungen der Luftwege, wie Bronchialkatarrh , Husten mit festsitzendem Schleim, Bronchitis, Heiserkeit, Kehlkopfentzündung, Keuchhusten, Magen- und Darmkrämpfe, Verbrennungen, Gesichtsschmerzen, Neuralgien – insb. Trigeminusschmerzen, Rheuma und Gicht, Ohrenentzündung, entzündliche Hauterkrankungen wie Abszesse, Furunkel und Ekzeme, Augenentzündungen, schlecht heilende Wunden, Hämorrhoiden und Afterjucken.

Die Königskerze enthält viele Flavonoide und Saponine. Dadurch sind die Anwendnungen Balsam für alle Schleimhäute im Körper. Durch die enthaltenen Schleimstoffe überziehen sie die gereizten Körperschleimhäute mit einer schützenden Schicht. Damit helfen sie bei Heiserkeit, Reizhusten sowie bei allen Bronchialerkrankungen. Außerdem nutzen sie auch bei Allergien und allergischem Asthma.

Es gibt zwar auch Husten- und Bronchialtees, die nur aus Königskerzenblüten bestehen, verbreiteter (und sinnvoller) sind jedoch getrocknete Verbascumblüten in Teemischungen mit Pflanzen, die ähnlich als Schleimlöser wirken oder Husten stillen. Schleim löst zum Beispiel die Wilde Malve, und Thymian wirkt gegen Husten.

Weiter beruhigen sich auch die Schleimhäute von Ohren und Magen wieder. Wie beim Johanniskraut lassen sich die Inhaltsstoffe der Blüten in Öl ausziehen. Dieses Königskerzenblütenöl wird in der Erfahrungsheilkunde bei Wunden, Juckreiz, Furunkeln, Neuralgien und Rheuma als Umschlag aufgelegt. Bei Schmerzen im Ohr, Furunkeln oder schuppigem Zustand an der Ohrmuschel und im äußeren Gehörgang träufelt man das Öl in die Ohren.

Sowohl die zerstoßenen Blätter als auch die pulverisierten Blüten sind zur äußeren Anwendung nützlich als Breiumschlag bei schlecht heilenden Wunden und bringen eine rasche Hilfe bei Insektenstichen. Traditionell werden diese auch bei Frostbeulen, Hautentzündungen oder Prellungen verwendet.

Im Grunde genommen ist es die einzigartige Wirkstoffkombination, die sowohl reizmildernd als auch Auswurf fördernd wirkt. Das vorhandene Aucubin verleiht der Königskerze zusätzlich keimhemmende Wirkung. Und sogar Bakterien wie Streptokokken können dadurch im Wachstum gehindert werden.

Zerdrückte Blätter äußerlich angewendet wirken durchblutungsfördernd und helfen bei der Wundheilung.

Den Hippokratikern war die Königskerze bereits im fünften und vierten vorchristlichen Jahrhundert zur äußeren Anwendung bekannt. Gestoßene Königskerzenblätter gaben schleimige Gemische zur Behandlung von Wunden. Dioskurides beschreibt mehrere Arten der „phlomos“-Pflanze, deren Unterscheidung Plinius jedoch für nahezu überflüssig hält, da sie alle dieselben Eigenschaften haben. Beide empfahlen die Anwendung bei chronischem Husten und äußerlich als Wundheilmittel.

Im Hochmittelalter begegnen wir die Königkerze unter dem Namen „Wullena“ bei Hildegard von Bingen. Sie verordnete die Blüten bei heiserer Stimme und als Herzmittel. Wer ein schwaches oder trauriges Herz hat, soll die „Wullena“ zusammen mit Fleisch, Fischen oder Kucheln (Kuddeln?) ohne andere Kräuter kochen und essen, dann wird sein Herz gekräftigt und wieder freudig werden. Das eine derart stattliche Pflanze mit sonnengelben Blüten das Herz erfreut oder antidepressiv wirkt, mag nicht verwundern. Zu dieser Zeit wurde sie auch häufig von Mönchen in den Klostergärten gezogen.

Die in Wasser gekochten Blüten und das Kraut sind im 16. Jahrhundert auch zum Heilen „wider alle hitzige Geschwär des Affters“, worunter sowohl Hämorrhoiden als auch Feigwarzen zu verstehen sind, verwendet worden.

Alte Rezepte

Tee:

1 TL. Blüten mit ¼ L kochendem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen
lassen, mit Honigbeigabe trinken. Gut absieben, die verbleibenden feinen
Härchen können reizen. Als Hustentee mit Thymian und Lindenblüten sehr
wirksam. Kinder lieben den feinen honigartigen Geschmack.

Königskerzenöl:

1 Handvoll frische Blüten in ein Glas mit 100 ml
Olivenöl, Rapsöl oder ein anderes bevorzugtes Öl geben. Abdecken und 3
Wochen an einem sonnigen Platz stehen lassen, jeden Tag schütteln.
Abfiltern und in einer dunklen Flasche kühl lagern. Dieses Öl kann
tropfenweise bei Ohrenschmerzen in den Gehörgang eingeführt werden.
Äußerlich auch bei juckender Haut, z. B. nach leichten Verbrennungen.

Kräuterbutter:

Bei Husten und Bronchitis – ein altes Rezept meiner Großmutter!
Sie hat frische Blüten der Königskerze und fein geschnittene Blätter des
Spitzwegerichs mit Butter vermengt und später eingefroren. Früher wurde
es im Keller aufbewahrt. Hatte jemand Husten, bekamen wir immer ein
kleines Stückchen dieser Butter auf die Zunge und ließen es schmelzen.
Nächtliche Hustenattacken und Reizhusten, Stimmverlust – alles hat man
damit behandelt.

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