-Birken- In der Volksmedizin

Anwendung der Birke in der Heilkunde

Verwendete Pflanzenteile:

Knospen, Blätter, Rinde und Pflanzensaft

Inhaltsstoffe:

Flavonoide, ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine, Vitamin C, Calcium, Methylsalicylsäure, Betulin

Zur Anwendung kommen sowohl der Saft des Baumes, als auch die Blätter, Knospen und die Rinde. Sie sind reich an Flavonoiden, Phenolen, ätherischen Ölen und Kalium. Die Blätter, Knospen und der Saft weisen aber auch einen beträchtlichen Anteil an Vitamin C auf. Menschen mit einer vorliegenden Nieren- oder Herzinsuffizienz sollten von der Anwendung absehen, genauso Kinder unter 12 Jahren und schwangere oder stillende Frauen.

Die Rinde besitzt aufgrund der ätherischen Öle eine entzündungshemmende, anti- infektiöse, antibakterielle und wundheilende Wirkung. Sie wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend. Darüber hinaus verfügt die Birke über harntreibende und entwässernde Eigenschaften, wodurch die Ausscheidung von Abfallprodukten aus dem Körper unterstützt und gefördert wird. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden zusätzlich gestärkt. Die einzelnen Bestandteile der Birke wurden oft bei Wassereinlagerungen, Cellulite, durch Gicht bedingte oder rheumatischen Schmerzen und zur Vorbeugung von Nierensteinen oder zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt.

Birkensaft:

Birkensaft oder auch Birkenwasser sammelt sich im Stamm und den Ästen einer Birke und kann im Frühjahr „gezapft“ werden. Besonders Waldarbeiter schätzten früher diese Trinkquelle und schon die alten Germanen erkannten die heilende Wirkung der hellen, farblosen Flüssigkeit.

Heute findet man Birkensaft noch häufig in Shampoos oder anderen Drogerieprodukten. Der Birkensaft wird gewonnen, indem im Frühjahr, meist im April, der Stamm oder Ast angebohrt wird. Nach einer halben Stunde ist ein Glas mit dem austretenden Saft gefüllt. Bis zu 200 Liter produziert eine Birke in einem Jahr. Man sollte jedoch nicht mehr als fünf Liter zapfen und dem Baum anschließend eine Erholungsphase von mindestens zwei Jahren gönnen.

Im Birkenwasser befinden sich sogenannte Saponine. Die sekundären Pflanzenstoffe wirken unter anderem entzündungshemmend, schleimlösend und verdauungsfördernd. Dass sie zudem harntreibend sind, macht Birkenwasser für Detox-Kuren bestens geeignet. Hinzu kommen Flavonoide, die als Radikalenfänger gelten. Und sie stärken unser Immunsystem.

Doch Birkenwasser enthält auch viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Hierunter zu finden sind Kalzium, Magnesium, Kalium, Zink, PhosphoroderEisen. Die Kombination der Mineralien macht den Saft sogar zum isotonischen Getränk.

Durch Bitterstoffe, Vitamin C und wertvolle Aminosäuren soll Birkenwasser weiterhin für reine Haut sorgen und die Haare gesünder aussehen lassen.

Blätter:

Die Blätter der Birke besitzen ähnliche Eigenschaften wie der Saft. Die frischen oder getrockneten Blätter eignen sich hervorragend um einen Tee daraus herzustellen und diesen im Rahmen einer Kur über 3 Wochen regelmäßig zu trinken. Birkenblätter und Birkenknospen wirken harntreibend und blutreinigend. Ein Tee aus Birkenblättern gilt deshalb als Mittel gegen Wasseransammlungen, Harnwegsinfekte, Hautausschläge, Rheuma und Gicht.

Birkenblätter können von März bis Juni gesammelt, an einem luftigen Ort getrocknet und in dunklen Gefäßen aufbewahrt werden. Die jungen, faserarmen und eiweißreichen Blätter passen als matt-neutral schmeckende Beigabe in Brote, Bratlinge, Saucen und Kräutermischungen. Für Rohkost-Salate sind die Blätter eine Bereicherung, z.B. zusammen mit Löwenzahn, Kresse und Feldsalat. Birkenblätter lassen sich ähnlich wie Sauerkraut einlegen und eignen sich für die Herstellung von Frischpflanzensäften sowie für kalte oder heiße Vitalgetränke.

Grundrezept für Birkenblättertee: Einen gehäuften Esslöffel getrocknete Birkenblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und täglich drei Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken.

Schmerzlinderndes Birkenblätter-Bad bei Rheuma: Übergießen Sie 250 g getrocknete, kleingeschnittene Birkenblätter mit zwei Litern kochendem Wasser und lassen Sie den Ansatz zehn Minuten ziehen. Gießen Sie den abgeseihten Sud in ein warmes Vollbad und baden Sie bei Gliederschmerzen 15 Minuten lang darin.

Haarkräftigende Birkenblätter-Spülung: Übergießen Sie zwei Esslöffel kleingeschnittene Birkenblätter mit einem Liter Obstessig und lassen Sie alles zwei Wochen an einem warmen Ort ziehen. Filtern Sie den Ansatz ab. Verdünnen Sie jeweils einen Teil des Birkenessigs mit drei Teilen Wasser und spülen Sie Ihre Haare nach dem Waschen damit.

Knospen:

Die Knospen werden im Frühjahr gesammelt, idealerweise noch bevor sie sich vollständig geöffnet haben. Sie kommen aufgrund ihrer harntreibenden und entzündungshemmenden Wirkung zu Einsatz, werden aber auch bei einem zu hohen Cholesterinspiegel angewandt. Die Knospen tragen die ganze Kraft des Baumes in sich und haben eine stärkende, entgiftende und ausleitende Wirkung auf unseren Körper. Einen schlimmen Husten kann man mit einem Tee aus jungen Birkenknospen stillen. Zubereitet wird er mit einem Esslöffel leicht zerdrückter Birkenknospen und 250 ml heißem Wasser. Er sollte zunächst zehn Minuten ziehen, bevor die Knospen abgesiebt werden und der heiße Auszug zur Hustenlinderung getrunken wird. Der Tee schmeckt leicht hölzern und süßlich.

Rinde:

Birkenrinde wurde schon vor Jahrhunderten als vielseitiges Baumaterial eingesetzt.  Schon seit dem Mittelalter fand sie auch als Naturheilmittel Verwendung. Eine Wunde heilt leider nicht so schnell, wie sie entstanden ist. Betulin hilft dabei, die Wundheilung schneller einzuleiten. Der Stoff ist Bestandteil der Birkenrinde und sorgt für ihre charakteristisch weiße Farbe. Die Birkenrinde steht heute erneut im Fokus, und zwar im Rahmen von Studien, die das Ziel haben, ihre Extrakte im Detail auf das medizinische Potential hin zu untersuchen. Dabei wurde festgestellt, dass Wirkstoffe aus der Birkenrinde die Wundheilung bei unterschiedlichen Verletzungen fördern, z. B. bei Gürtelrose, Verbrennungen zweiten Grades oder bei Hauttransplantationen.

Wissenschaftler haben nun im Rahmen einer aktuellen Studie die Wirkungsmechanismen auf molekularer Ebene untersucht und herausgefunden, an welchen Punkten und in welchen Stadien der Wundheilung die pflanzlichen Wirkstoffe aus der Birkenrinde wirken. Für die Untersuchung konzentrierten sich die Wissenschaftler auf sekundäre Pflanzenstoffe, so genannte pentazyklische Triterpene. Dabei handelt es sich um chemische Verbindungen, die der Pflanze zur Abwehr von Schädlingen und zum Schutz vor UV-Strahlung dienen. Für den Menschen haben solche sekundären Pflanzenstoffe häufig eine medizinische Wirkung.

Viele Triterpene wirken beispielsweise antimikrobiell. Birkenrinde kann positive Wirkungen auf trockene und geschädigte Haut entfalten. Ein besonderes Augenmerk hat sie wegen ihres möglichen Effekts gegen die sogenannte Aktinische Keratose verdient. Bei dieser Hauterkrankung handelt es sich um eine durch Licht ausgelöste Hautveränderung, bei der Hornzellen (Keratinozyten) vermehrt gebildet werden und aus der sich in den Folgejahren in 10 bis 20 Prozent der Fälle ein Hautkrebs entwickelt. Außerdem soll Birkenrinde bei Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis Linderung verschaffen können. Eine neue Studie zum Birkenkork, das ist die weiße Schicht der Birkenrinde, konnte positive Effekte auf die Wundheilung nachweisen.

14 Comments on “-Birken- In der Volksmedizin

  1. Und ich habe auf mehrtägigen Touren mit Birkenblättern gewaschen, als Ersatz für chemische Reinigungsmittel. Wer es nicht glaubt: Einige Blätter in eine Tüte, etwas Wasser dazu und schütteln oder rubbeln. Dann entsteht eine Schaukugel Flüssigseife. 🙂
    LG vagabundinchen

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    • In Birkenblättern sind aber eigentlich gar nicht so viele Saponine enthalten. Besser eignen sich zum waschen Kastanien und Efeublätter würden auch gehen. Ansonsten gibt es Waschnüsse zu kaufen, wenn man kein chemisches Waschmittel benutzen möchte. Kastanien kann man allerdings auch zu Pulver verarbeiten und sich damit einen kleinen Vorrat anlegen. Birkenblätter sind besser für die Küche und ähnliches geeignet.

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      • Stimmt. Freu mich schon drauf, wenn ich wieder ernten kann. Im Moment sind nur zwei winzige Gierschblätter zu sehen. Alles andere schläft noch.
        Dauert also noch. Aber ich habe noch je ein halbes Marmeladenglas voll Brennnessel- und bunte Wiesenmischung-Pulver

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      • Ansonsten kann man schon ein paar Baumknospen sammeln, natürlich nicht so viele von nur einem Baum. Gundermann findet man auch, Vogelmiere und vielleicht auch schon ein paar Gänseblümchen. Ich habe mir vor zwei Tagen noch ein paar Hagebutten gepflückt und verarbeitet. Es hängen ja noch einige. Demnächst müsste dann auch Scharbockskraut zu finden sein.

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      • Hagebutten habe ich auch noch einige entdeckt unten am Wasser, aber die waren alle schrumpelig. Da war ich mir unsicher. Momentan hole ich mir nur Brombeerblätter, zusammen mit den Rehen wahrscheinlich, denn die neueren Blätter an den langen Ableger am Rand sind alle abgeknabbert.

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      • Tja die Rehe wissen eben auch was gut ist. 🙂 die Hagebutten kann man trotzdem verwenden, auch wenn sie schrumplig sind. Sie sollten nur nicht braun oder schwarz sein und nicht schimmlig. Wenn man sich unsicher ist, kann man auch einige aufschneiden und wenn die Kerne innen noch hell sind, dann sind sie gut.

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      • Danke für den Tipp, dann werde ich mir die noch einmal genauer anschauen. Mich würde noch interessieren, ob man auch die großen Kultur-Hagebutten essen kann, die in den Parkanlagen. Natürlich abseits der Straßen

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      • Ja, grundsätzlich kann man alle Hagebutten essen, auch die der Gartenrosen. Jedoch schmecken diese nicht so intensiv wie die der Hundsrose oder anderer wilder Sorten. Man könnte die „Kultur- Hagebutten“ aber mit Saft oder anderen Früchten mischen und das Mus dann weiter verarbeiten. Dann kann man das geschmacklich so nutzen, wie es einem gefällt.

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      • Cool, da kenne ich nämlich ein paar versteckte Ecken hier, an denen die wachsen.. Beim Pflücken sollte man jedoch nicht vergessen, dass auch einige Wildtiere die gerne nutzen. Also nicht alles ernten.. 🙂 Denn die können ja nicht auf Supermarktwaren zurückgreifen, wenn das Angebot in der Natur knapp wird

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      • Ich hab mir jetzt, als alle Weihnachtsbäume am Straßenrand lagen, ein paar Tannenzweige abgekupfert. Hab ja selber keinen Baum, weil ich das für Verschwendung von Ressourcen halte. Sollte man im Wald oder auf den Schonungen stehenlassen. Die verwende ich jetzt zum Räuchern. Für die Nahrung natürlich nicht, weil ich nicht weiß, wo die herkommen.

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