-Gänseblümchen- Geschichte, Magie…

Geschichte, Magie & Mythologie

Gänseblümchen gibt es schon seit Tausenden von Jahren, mit dem Beweis, dass sie von den alten Ägyptern bereits 2.200 v. Chr. Zur Verwendung in pflanzlichen Heilmitteln angebaut wurden. Es gibt Steinschnitzereien, die Gänseblümchen aus dem Jahr 3000 v. Chr. darstellen.

So klein und unscheinbar das Gänseblümchen auch sein mag, so hat es doch schon bei unseren Ahnen eine so enorme Bedeutung gehabt, dass es ihnen heilig war. Im Mittelalter schon stand das Gänseblümchen für Reinheit und Unschuld und auch bei den Germanischen Stämmen verkündete der sich im Frühjahr öffnende Blütenkelch die Anwesenheit des Sonnengottes Baldur. Dieser Vergleich ist nachvollziehbar, da das Gänseblümchen die Blüte immer nach der Sonne ausrichtet.

Nachts und bei trübem Wetter hält es sein Köpfchen geschlossen, aber sobald die ersten Sonnenstrahlen es bescheinen, wendet es sich der Sonne zu. So ist es dann schon von weitem auf den Wiesen zu erkennen und die alten Germanen verglichen es mit dem Leuchten der Augen Baldurs. Wo Baldur weilt, beschert er allen Lebewesen Freude und Lebensenergie. Alle Korbblütler, die in der Mitte eine gelbe Scheibe und außen weiße Blüten besitzen, wurden als die Augen Baldurs bezeichnet. So wurde das Gänseblümchen im nebligen und oft verregneten England besonders verehrt. Dort heißt sie auch heute noch „Day’s Eye“ (Auge des Tages) oder kurz Daisy.

Einer altrömischen Sage von Vertumnus nach, (Er galt als Gott der Wandlung und Veränderung. Die Jahreszeiten fielen in seinen Zuständigkeitsbereich ebenso wie die menschlichen Launen.) sah dieser das schöne Mädchen Belida und in ihm loderte unkeusche Begierde auf. So versuchte er die Liebliche an sich zu reißen und um ihm zu entkommen, ließ sich Belidas auf die Erde fallen und verwandelte sich in ein Gänseblümchen. In Italien werden deshalb die Gänseblümchen immer noch Bellide genannt, in Erinnerung an diese Nymphe.

Das Gänseblümchen ist aber nicht nur dem Sonnengott Baldur geweiht, sondern auch der Göttin Freya. Freya, auch Freia oder Freyja (altnordisch „Herrin“), ist der Name der nordischen Wanengöttin. Sie ist die Tochter des Meergott Njörd und der Riesin Skadi und ist die Göttin der Liebe, des Frühlings, der Fruchtbarkeit und des Zaubers. Das Landvolk sah das Wehen der Frühlingswinde und die Rückkehr der Singvögel als Einzug der Göttin und meinten, wo ihre Füße den Boden berühren und ihr Wagen vorbeizieht, da fangen die Blumen an zu blühen. In England heißt es deshalb, wenn man mit einem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kann, dann ist es Frühling.

Einer christlichen Legende nach soll das Gänseblümchen aus den Tränen Marias entstanden sein, als sie mit ihrer Familie auf der Flucht nach Ägypten war. Da im Zuge der Christianisierung vieles aus altem Glauben und Bräuchen übernommen und abgeändert wurde, ist naheliegend, dass dieser Glaube schon aus der Römerzeit stammt. Plinius (Er war ein römischer Gelehrter, Offizier und Verwaltungsbeamter, der vor allem durch die Naturalis historia, ein enzyklopädisches Werk zur Naturkunde, Bedeutung erlangt hat.) berichtet, dass die Römer das Gänseblümchen „helenium“ nannten und das es aus den Tränen der schönen Göttertochter Helena entstanden sein soll.

Auch bei den Kelten spielte das Gänseblümchen eine besondere Rolle. Die Bezeichnung „Maßliebchen“ ist wahrscheinlich keltischen Ursprungs. „Mas“ ist ein altkeltisches Wort, welches Anger bedeutet und einen Grasplatz mitten im Dorf bezeichnet, auf dem die Mädchen die Gänse hüteten. Die Sprachforscher sind sich hierüber jedoch nicht einig und so wird ebenso behauptet, das Wort „Maß“ aus Maßliebchen sei auf das niederdeutsche Wort „mat“ oder „met“ zurück zu führen, was Speise bedeutet und wahrscheinlich darauf hinweisen soll, dass das Gänseblümchen zum einen essbar ist und zum anderen appetitanregend wirkt.

Keltischen Ursprungs ist wahrscheinlich auch der Aberglaube, dass der Verzehr von Gänseblümchen das Wachstum dämpfen soll. So erzählt eine Irische Sage von der Fee Milkah, die dem Kind eines Königs heimlich Speisen verabreicht, die mit dem Gänseblümchen zubereitet wurden, sodass es nie erwachsen wird. In manchen abgelegenen Gegenden der Britischen Inseln kann es auch heute noch vorkommen, dass jungen Hundewelpen Milch, in der Gänseblümchenwurzel mitgekocht wurden, zu trinken gegeben wird, weil man glaubt, so wurde das junge Tier nicht weiter wachsen.

Später im 18. Jahrhundert wurde ein Gerücht dem heiligen Kraut fast zum Verhängnis: man raunte, das Gänseblümchen sei ein wirksames Mittel zur Abtreibung. Auch die Kirche glaubte dem Gerücht und es begann ein regelmäßiger Kreuzzug gegen das kleine Blümchen. So gab es 1793 eine Verordnung, die jeden Bauern verpflichtete, sämtliche Gänseblümchen auf seinem Land zu vernichten. Das wäre fast das Aus gewesen für das damals recht seltene Blümchen, hätten sich nicht zeitgleich die offenen Rasenflächen der Englischen Gärten verbreitet. In deren kurzgehaltenen Rasenflächen fand das Gänseblümchen „Unterschlupf“, denn es wächst so niedrig, dass es nicht abgemäht wird.

Heute weiß man besser über die medizinische Wirksamkeit des Gänseblümchens Bescheid. Das inzwischen weltweit verbreitete Gänseblümchen wird in der Frauenheilhunde als „Arnika der Gebärmutter“ sehr geschätzt, denn es hilft sowohl während, als auch nach der Schwangerschaft.

Magische Zaubereien:

Die magischen Eigenschaften von Gänseblümchen werden seit langem in Liebeszaubern verwendet. Die meisten werden bereits Gänseblümchen-Magie verwendet haben, als sie jünger waren. Eine Kindheitserinnerung daran hat sicher jeder, wie er nacheinander Gänseblümchenblätter herausgezogen hat und gesagt hat: “Sie / er liebt mich, sie / er liebt mich nicht”? Das ist eine sehr einfache Form eines Liebeszaubers… Man konnte diese Methode auch zur Wahrsagerei verwenden, um die Antwort auf jede andere Ja / Nein-Frage herauszufinden.

Wenn man eine alte Liebesbeziehung wieder entzünden möchten, legt man einige Gänseblümchen unter das Kopfkissen. Dies wird dazu beitragen, die Person, nach der man sich sehnt, wieder ins Leben zu bringen und diese gleichzeitig von sich träumen zu lassen. Gänseblümchen werden im Allgemeinen nicht als Blume der leidenschaftlichen Liebe gesehen. Sie werden vielmehr in Liebeszaubern für lang anhaltende Liebe oder Freundschaft verwendet.

Ebenso kann man einen kleinen Beutel mit getrockneten Gänseblümchen befüllen und ihn über die Betten der Kinder hängen, um sie nachts zu schützen. Füllt man eine kleine Vase mit Gänseblümchen und bewahrt diese zu Hause auf, so bildet man um sich herum ein Schutznetz, in dem man sich sicher und fröhlich fühlen kann. Wenn man Gänseblümchen auf den Schreibtisch legt, kann man damit Leidenschaft für ein Projekt wiederbeleben, mit dem man zuvor zu kämpfen hatte oder nicht weiterkam.

Gänseblümchen werden oft zu einfachen Blumenkronen verarbeitet, die während Beltane (der Beginn des Sommers) und anderen Sommersabbaten getragen wurden. Sie sind auch die Lieblingsblumen der Feen. Als Amulett getragen, verleiht die Wurzel des Gänseblümchens Zuneigung, Klugheit und Verstand…

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