-Fichte- Kulinarisch

Verwendung in der Küche

Fichte und Tanne bilden im Mai ihre jungen Triebe aus, die auch als Maiwipfel oder Maiwuchs bekannt sind. Die jungen hellgrünen Triebe sind beliebt. Mit ihren schleimlösenden und antibakteriellen Eigenschaften sind Fichtentriebe heilkundlich vielfältig einsetzbar. Vielleicht kennst du Fichtenhonig gegen Husten oder Fichtenspiritus bei Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen.

Doch die zarten Maiwipfel von Fichte und Tanne sind auch essbar. Die jungen Maitriebe der Fichte schmecken zitronig, leicht bitter-harzig und sind ein erfrischendes Geschmackserlebnis. Probiere es aus. Fichtentriebe enthalten ätherische Öle u.a. Limonen, das für den zitronigen Geschmack verantwortlich ist, Flavonoide, Vitamin C und Gerbstoffe.

Bitte beachte, dass die jungen Triebe von Fichte und Tanne in freier Natur nur in Absprache mit einem Förster gesammelt werden dürfen! Vielleicht kennst du jemanden, der Fichten auf seinem Grundstück hat und kannst dort einige Maiwipfel ernten. Wie beim Sammeln von Wildkräutern gilt, weniger ist mehr. Sammle nur so viel du wirklich brauchst und nie alle Triebe von einem Zweig!

Rezepte

Fichtengelee:

Dieser Fichtengelee wird aus den frischen Fichtenknospen, den berühmten Maiwipfeln, zubereitet, die ihr ab März, je nach Region und Wetter, sammeln gehen könnt. Ich hatte hier auch schon mal über den Fichtenknospen-Sirup geschrieben, der sehr gut, gegen Erkältungen, uns Linderung verschafft. Die Fichte ist eine große Heilerin des Waldes, denn gerade gegen leichte Erkältungsbeschwerden hilft sie uns und lindert diese Beschwerden, wie auch ihre Vertreter die Tanne und die Kiefer.

Wenn ihr eure Maiwipfel wild im Wald sammeln geht, so beachtet bitte, dass diese Knospen Nahrung vieler Wildtiere ist, wie zum Beispiel Rehe. Denn sie binden Eiweiße mit diesen Knospen, die sie sonst nicht richtig verarbeiten können. Aber auch so mancher Schmetterling ist von der Fichte abhängig. Ich habe mir deswegen die Waldfichte in den heimischen Naturgarten geholt, um da von ihr die Knospen zu ernten. Die Fichte lässt sich auch gut in einem großen Kübel anpflanzen. Eventuell eine Idee, wenn viele Fichtenknospen im Frühjahr verarbeitet werden, um der Natur nicht zu schaden. Auch sollte beachtet werden, dass die Fichte mit der sehr giftigen Eibe verwechselt werden kann.

Fichtengelee Rezept

Zutaten:

  • 500 ml junge hellgrüne Fichtentriebe
  • 500 ml Wasser oder Orangensaft
  • 500 g Gelierzucker
  • Saft von einer halben Zitrone

Zubereitung:

Die Fichtentriebe werden mit dem Wasser oder dem Orangensaft für ca. fünf Minuten gekocht. Dann wird alles durch ein Sieb gefiltert. Die Fichtentriebe könnt ihr danach noch einmal kräftig ausdrücken. Nun fügt ihr den Gelierzucker und den Zitronensaft hinzu. Aufkochen lassen und noch für weitere fünf Minuten köcheln lassen. Wenn ihr alles fertig habt, müsst ihr das Fichtengelee sofort in heiße Gläser füllen und gut verschließen.

Dieses Waldgelee schmeckt auf Quark sehr gut, aber auch sehr lecker zum Süßen von Tee. Wer mag, kann Duftblüten hinzugeben, wie zum Beispiel die Blüten der Kartoffelrose. Sie färben und duften sehr kräftig und die Kombination von Fichte und Wildrosenblüte ist sehr geschmacksintensiv.

Fichtenspitzen-Mousse

Zutaten:

  • 150 g Fichtenspitzen
  • 150 g Zucker
  • 300 g Joghurt
  • 4 Blätter Gelatine
  • ¼ Liter Sahne

Zubereitung:

Die zarten Spitzen der Fichte mit dem Zucker im Mixer sehr fein mahlen. Die Gelatineblätter kalt einweichen, ausdrücken und mit 5 Esslöffeln Joghurt so lange erwärmen, bis sich die Gelatine gelöst hat. Die Gelatine mit dem restlichen Joghurt und dem grünen Zucker vermischen und kaltstellen, bis die Creme zu gelieren beginnt. Jetzt die steif geschlagene Sahne unterziehen und mehrere Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Kräuterseitlinge mit Fichten und Blüten

Zutaten

Zutaten:

Für die Fichtenjus  
50 ml Fichtensirup
250 ml Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer
3 Zweige Rosmarin
  Für den Gemüsefond
  ½ Knollensellerie
3 Zwiebeln
3 Karotten
3 Lauchstangen 2 Handvoll Wildkräuter nach Geschmack
Pfefferkörner schwarz
Rotwein
Olivenöl
Wasser
  
Für die Kräutersaitlinge
  10 Kräuterseitlinge
Meersalz grob
1 Handvoll essbare Blüten

Zubereitung

1. Den Backofen auf die höchste Stufe vorheizen. Gemüse in einen Bräter geben mit etwas Olivenöl übergießen. Das Ganze in den Backofen stellen und ab und zu wenden bis alles scharf angebraten ist. Die Wildkräuter in kleinere Stücke schneiden, zum Gemüse geben und leicht anbraten lassen. Mit dem Rotwein ablöschen, dann mit Wasser auffüllen, bis alles bedeckt ist.

2. Dann im ca. 120 Grad heißen Ofen 1/2 Stunde ziehen lassen. Das verdampfte Wasser jeweils wieder auffüllen. Anschließend den Fond absieben in einen Topf füllen und einkochen lassen. Rosmarin, Salz, Pfeffer und den Fichtensirup hinzugeben und weiter einkochen lassen.

3. Anschließend die Kräutersaitlinge längs halbieren und mit etwas Öl kurz in einer Pfanne anbraten. Mit einem Pinsel die Fichtenjus auf einen Teller streichen und die Kräutersaitlinge und das Gemüse darauf anrichten. Mit etwas Meersalz bestreuen und mit den Blüten dekorieren. Kartoffeln oder Brot dazu reichen.

Fichtenspitzenpesto

Zutaten für ein Gläschen:

  • ca. 120 g Fichtenspitzen
  • optional Parmesan (Menge je nach Geschmack)
  • Pinien- oder Sonnenblumenkerne
  • Etwas Zitronensaft
  • Olivenöl

Zubereitung:

Die Fichtenspitzen gut mit lauwarmem Wasser waschen, am besten funktioniert das in einem Sieb. Die Spitzen mit einem frischen Geschirrtuch trocken tupfen oder eine Salatschleuder verwenden. Die Kerne in einer ungefetteten Pfanne anrösten. Die Triebe zusammen mit dem Parmesan (falls gewünscht), dem Zitronensaft und den Kernen in einen Mixbecher geben. Alles mit Olivenöl bis zur Hälfte bzw. Dreiviertel auffüllen. Mit dem Pürierstab sämig mixen und fertig! 

Mein Tipp: Das Pesto schmeckt hervorragend an Spaghetti oder auch in Kartoffel- oder Nudelsalat untergemischt!

Fichtenspitzen- Schoko- Konfekt

Selbst Skeptiker habe ich damit überzeugt:

  • Junge Fichtentriebe (Menge nach Bedarf)
  • Zartbitter-Kuvertüre

Die Kuvertüre lässt du im Wasserbad schmelzen, um dann die Triebspitzen einzutauchen. Wenn die Schokolade hart geworden ist, kannst du dein Schoko-Konfekt vernaschen oder zusammen mit einer Kugel Eis oder frischem Obst servieren.

Ziegenkäse – Crustini mit Fichtenspitzensirup

Zutaten:

4 Scheibe/nWeißbrot
2 ELOlivenöl
8 Scheibe/nKäse, (Ziegen-Weichkäse)
4 Tasse/nWasser
2 Tasse/nZucker
3 HandvollFichtentriebe, junge
1 HandvollZitronenmelisse
1Knoblauchzehe
1 TLgrobes Meersalz
100 mlOlivenöl
einigeBlüten

Zubereitung:

In zwei getrennten Pfannen jeweils etwas Öl geben und die Weißbrotscheiben bzw. die Ziegenkäsescheiben anbraten.

Fichtenspitzensirup:
Aus dem Wasser und dem Zucker einen Läuterzucker aufkochen die Grob zerkleinerten Fichtenspitzen zugeben, aufkochen und leise simmern lassen. Auskühlen lassen und mindestens 24 Stunden stehen lassen. Danach den Sirup auf die gewünschte Konsistenz einkochen.

Zitronenmelissen-Pesto:
Alle Zutaten im Mörser zerstoßen und gut durchziehen lassen.
Das geröstete Brot aus der Pfanne nehmen, evtl. auf Küchenpapier entfetten. Die noch warmen Käsescheiben darauflegen, mit dem Fichtensirup und dem Pesto anrichten und mit Blüten dekorieren.

Da ich grundsätzlich ohne Rezept und ohne Waage koche, sind die Mengenangaben nur Circa-Angaben!

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