-Fichte- Merkmale & mehr…

Fichten

Botanischer Name: Picea

Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)

Weitere Namen: Rotfichte, Rottanne, Feichten, Gräne, Krestling, Pechtanne, Rothtanne, Rottanne, Schwarztanne

Merkmale:

Die Gemeine Fichte besitzt einen geraden, mit grauer bis rotbrauner dünnschuppiger Rinde besetzten Stamm. Sie kann bis zu 60 m hoch werden und einen Durchmesser von 1 bis ca. 1,5 m Durchmesser aufweisen. Falls man sie nicht vorher fällt, kann sie sogar ein Alter bis zu 600 Jahren erreichen. Im Gegensatz zur Tanne, die eine abgeflachte Krone aufweist, ist die Fichte im Alter kegelförmig. Die Nadeln der Fichten verteilen sich, bis auf eine schmale Naht an der Zweigunterseite, rund um den Zweig und sitzen an braunen Stielen. Sie sitzen auf einer Art Nadelkissen, das nach Abfallen der Nadeln am Ast verbleibt.

Dadurch erscheint der kahle Zweig rau, im Gegensatz zur Tanne, bei der sich dann der Zweig glatt anfühlt. Die Zapfen der Fichten benötigen ein ganzes Jahr zur Samenreife. Die ausgereiften Zapfen hängen nach unten und werden nach der Reife als Ganzes abgeworfen. Sie weisen dann eine Länge von ca. 10 bis 15 Zentimetern auf. Auch hier unterscheiden sie sich von den Tannen, die ihre Zapfen nie als Ganzes abwerfen.

Zweige und Knospen

Junge Zweige besitzen feine Furchen. Diese befinden sich zwischen erhabenen Rücken, die durch die Abfolge der „Blattpolster“ (Pulvini) gebildet werden. Diese Blattpolster werden entweder als Achsenprotuberanzen oder als Blattgrund gedeutet. Sie enden nach oben in einem stielähnlichen Fortsatz. Dieser Fortsatz („Nadelstielchen“) ist rindenfarbig und steht vom Zweig ab, wodurch dieser raspelartig aussieht. Dem Nadelstielchen sitzt die eigentliche Nadel auf. Diese beiden Merkmale – Furchen und abstehende Nadelstielchen – sind für die Gattung Picea spezifisch.

Knospen sind vielfach ei- bis kegelförmig. Sie sind je nach Art mehr oder weniger stark verharzt. Die Knospenmerkmale sind für die jeweilige Art charakteristisch. Blütenknospen und die in den basalen Teilen auftretenden Proventivknospen weichen jedoch oft von diesen artcharakteristischen Merkmalen ab.

Nadeln

Picea-Arten besitzen die für Koniferen typischen immergrünen, nadelförmigen Blätter, die in der Regel einen recht xeromorphen Bau aufweisen. Die Nadeln sind vom rindenfarbenen „Nadelstielchen“ (Blattkissen) durch eine Trennschicht abgegrenzt. Hier löst sich die Nadel nach dem Absterben ab: Die Nadel schrumpft an der Kontaktfläche aufgrund von Wasserverlust, das verholzte Blattkissen hingegen nicht. Im Normalfall bleiben die Nadeln sechs bis 13 Jahre auf den Zweigen, bei Stress fallen sie eher ab.

Die Morphologie und Anatomie der Nadeln sind wesentliche Merkmale für die Unterscheidung der einzelnen Fichtenarten: Nadelquerschnitt, Mesophyllstruktur, Anordnung der Spaltöffnungen (Stomata) und der Harzkanäle.

Die Nadeln der einzelnen Arten entsprechen in der Regel einem von folgenden zwei Typen:

  • äquifazial/amphistomatisch: die Nadeln sind im Querschnitt viereckig, etwa so hoch wie breit oder sogar höher. Die Stomata sind allseitig verteilt, die Nadeln allseitig gleich gefärbt.
  • invers-dorsiventral/epistomatisch: die Nadeln sind dorsiventral abgeflacht, breiter als hoch. Auf der Blattunterseite fehlen die Stomatalinien und sind nur auf der Oberseite als weiße Streifen sichtbar. Die Nadeln sind daher zweifarbig.

Bei den Seitenzweigen der Picea-Arten sind die Oberseiten der Nadeln jedoch nach unten gerichtet, sodass die weißen Streifen scheinbar auf den Nadelunterseiten stehen.

Die Nadeln sind meist 1 bis 2 Zentimeter lang und spitz oder zugespitzt, bei manchen Arten sogar scharf und stechend (z. B. Picea pungens).

Die Nadeln sind an den Zweigen spiralig angeordnet. Dennoch gibt es artspezifische Unterschiede, wie die Nadeln an den horizontal wachsenden (plagiotropen) Seitenzweigen angeordnet sind: Sie können ringsum vom Zweig abstehen wie etwa bei Picea asperata und Picea pungens, oder an der Zweigunterseite streng (Picea glehnii) oder schwach (Picea schrenkiana) gescheitelt sein.

Blüten, Zapfen und Samen

Picea-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), d. h., es gibt weibliche und männliche Blütenorgane getrennt voneinander an einem Baum. Nur ausnahmsweise kommen auch zweigeschlechtige Blüten bzw. Blütenstände vor. Die Blütenstände werden an vorjährigen Seitensprossen gebildet. Blühreife tritt im Alter von 10 bis 40 Jahren ein. Die Blütezeit findet im Zeitraum April bis Juni statt.

Die männlichen Blüten stehen einzeln, sind länglich-eiförmig und 1 bis 2 Zentimeter lang. Anfangs sind sie purpurn bis rosa, zur Reife gelb. Der Pollen hat zwei Luftsäcke. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).

Die weiblichen Blütenzapfen entstehen meist aus endständigen Knospen. Sie sind zunächst aufrecht, krümmen sich jedoch nach der Befruchtung nach unten. Unreife Zapfen sind grün, rot bis dunkelblau und schwarzviolett gefärbt. Bei manchen Arten gibt es sogar einen Farbdimorphismus, der mit einem Selektionsvorteil rot/purpurn gefärbter Zapfen in alpinen/borealen Gebieten erklärt wird. Die Zapfen reifen zwischen August und Dezember und sind dann meist braun, eiförmig bis zylindrisch. Der Samen fällt zwischen August und Winter, teilweise erst im nächsten Frühjahr aus, wird also durch den Wind verbreitet. Danach werden die Zapfen als Ganzes abgeworfen. Die Zapfen sind 2 bis 20 Zentimeter lang. Die Deckschuppen sind immer kürzer als die Samenschuppen und deshalb am Zapfen nicht sichtbar.

Die Samen sind mit einer Länge von 3 bis 6 Millimetern relativ klein. Fertile Samen sind dunkelbraun bis schwarz, unfruchtbare Samen sind heller. Ihre Flügel sind hell, gelb- oder rosa-braun und etwa 6 bis 15 Millimeter lang.

Hier einige Informationen zur Fichte kurz zusammengefasst.

  • Immergrüner Baum mit großer ökologischer Amplitude.
  • Wichtige, relativ anspruchslose und dennoch leistungsfähige Wirtschaftsholzart Eurasiens – „Brotbaum“ der Forstwirtschaft.
  • Einstämmig mit einer Wuchshöhe von 30 bis 50 Meter.
  • Baum regelmäßig kegelförmig mit mehr oder weniger spitzer Krone. Im Freistand bis zum Boden beastet.
  • Beastung sehr variabel.
  • Blattorgane nadelförmig, vierkantig, zugespitzt, 6 bis 8 Jahre am Baum bleibend und einem Stielchen entspringend, das nach dem Nadelfall am Zweig verbleibt und dem kahlen Zweig eine raue Oberfläche verleiht.
  • Weibliche Blüten aufrecht, ziemlich groß, leuchtend purpur, männliche Blüten geschlossen rot, beim Stauben gelb. Blüht April / Mai / Juni.
  • Windblütig mit Blüten vom „unbeweglichen Typ“.
  • Zapfen einjährig, hängend und als Ganzes abfallend. Ihre Länge schwankt mit der geographischen Herkunft, ebenso die Form der Zapfenschuppen.
  • Pollen mit zwei Luftsäcken (Heuschnupfenerreger).
  • Samen beflügelt.
  • Alle 3 bis 4 Jahre findet eine besonders reiche Samenbildung statt.
  • Holz leicht und hell; viel genutzt als Bau- und Konstruktionsholz, für Masten und Papier.
  • Spezielle Verwendung des extrem engringigen Holzes als Resonanzholz.
  • Flachwurzelnde Halbschattbaumart mit geringen Wärme- und Nährstoffansprüchen.

Die gewöhnliche Fichte gehört zu den Kieferngewächsen und wird auch als Rottanne oder Rotfichte bezeichnet. Es werden zirka 35 Arten unterschieden. Von einem zentralen Stamm gehen weit ausladende Äste aus, die etagenförmig angeordnet und mit immergrünen Nadeln versehen sind. Die Flachwurzler mit dem kegelförmigen Umriss können zu mächtigen Riesen bis 60 Meter Höhe und einem Stammdurchmesser bis 2 Meter heranwachsen. Die grünen Nadeln, die sich alle 6 bis 13 Jahre erneuern, sitzen nicht direkt an den Zweigen, sondern auf kurzen Holzstielen. Dieses Detail unterscheidet sie von den Tannennadeln, die direkt aus dem Zweig herauswachsen.

Die Zweige sind außerdem nicht glatt, sondern in Längsrichtung gefurcht. Tannenzweige hingegen sind nahezu glatt. Die spitzen Nadeln haben einen quadratischen Querschnitt, sind spiralig aufgereiht und zeigen in alle Richtungen. Tannennadeln sind flacher, haben eine hellere Unterseite, weiche Enden und sind gescheitelt angeordnet. Die länglichen Zapfen fallen als Ganzes ab und hängen nach der Befruchtung nach unten, während sie bei Tannen nach oben stehen. Fichtenbäume wachsen schnell, können aber trotzdem sehr alt werden. Ein Baum in Schweden soll angeblich 9550 Jahre alt sein und wäre somit der älteste Baum überhaupt. Für gewöhnlich wird ein Alter von bis zu 600 Jahren erreicht. Auf die zapfenartigen, aufrechtstehenden roten Blüten muss man lange warten. Erst nach 20 bis 40 Jahren erscheinen sie zum ersten Mal.

Standort/Vorkommen:

Fichten werden intensiv forstwirtschaftlich genutzt und leider auch oft in Monokultur angebaut, wodurch die Wälder aus dem Gleichgewicht geraten und Schädlinge sich breit machen. Sie sind relativ anspruchslos, nur dauerhafte Staunässe wird nicht vertragen. Auch zu heißes und trockenes Klima wird nicht gerne toleriert. Kühle, feuchte und schattige Plätze sind besser geeignet als sonnige. Sie sind sehr winterhart und gedeihen daher auch in kalten Zonen, wo Laubbäume nicht mehr wachsen. In Mischwäldern sind sie die am häufigsten vorkommenden Bäume, noch vor den Rotbuchen. Man sieht sie auch oft in Gärten, aber wegen der starken Schattenbildung sind sie auf kleinen Grundstücken nicht zu empfehlen.

Fichten gedeihen in weiten Teilen Europas mit Ausnahme der Gebiete ganz im Westen und Süden. Sie sind im Flachland wie im Gebirge anzutreffen und steigen in den Berner Alpen (Schweiz) bis 2000 m hoch. Sie wachsen, mit Kiefern und Birken, am weitesten nördlich. Oft werden Fichten über ihr natürliches Verbreitungsgebiet hinaus in reinen, gleichaltrigen Beständen angebaut (Kahlschlagwirtschaft) oder sie sind u. a. mit Tanne, Föhre und Buche vergesellschaftet. In der Schweiz und in Österreich übertrifft die Fichte in ihrer Ausdehnung die andern Bäume und prägt nachhaltig die Landschaft. Mit Fichten wurden etliche Kahlschlagflächen (Raubbau im 18. Jh.) wieder aufgeforstet.

Verwendung: Das Holz ist vielseitig verwendbar für Furniere, Holzwerkstoffplatten, Vollholz-Möbel, Musikinstrumente, Bodenbeläge, Sauna-Bauteile, Fenster und Türen, Treppen, Blockhäuser und andere tragende Baukonstruktionen, Holzwolle, Kisten, als Brennstoff und für die Zellstoffindustrie.

Holz-Eigenschaften: Fichtenholz ist hell und relativ weich, aber mechanisch stabil. Typisch ist die lebhaft-rustikale Maserung mit zahlreichen dunklen Ast-Stellen. Astfreies Holz hat einen höheren Preis.

Die Fichte gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae), zu der etwa 45 Arten zählen. Der Baum stammt ursprünglich aus Nord-Europa, ist aber auch in vielen Teilen Asiens in großer Höhe zu finden. Man unterscheidet eine Fichte von einer Tanne, indem man sich die Nadeln genauer anschaut: Bei einer Fichte sind sie flach und stehen getrennt voneinander auf dem Zweig, bei einer Tanne sind die Nadeln rund und stehen beieinander. Im Gegensatz zur Weißtanne (Abies) wird bei der Fichte (Picea) ein Teil der Rinde mit abgerissen, wenn man die Nadel vom Zweig zupft. Außerdem befindet sich bei Fichten immer ein kleines Fähnchen an der abgelösten Nadel.

Wissenswertes

Dort, wo das Grün so dichte um Kirch und Rasen steht,
Da wo die alte Fichte allein zum Himmel weht;
Da ruhet unsrer Toten frühzeitiges Geschick,
Und leitet von dem Boden zum Himmel unsern Blick

Johann Wolfgang von Goethe

In der Botanik zählt die Pflanzengattung der Fichten (botanisch: Picea) zur Pflanzenfamilie der Kieferngewächse (Pinaceae) in der Ordnung der Koniferen (Coniferales, Pinales). Der immergrüne Nadelbaum hat seine Verbreitung vor allem in der nördlichen, gemäßigten Zone vor und weltweit gibt es 38 Arten.Fichtenbäume (englisch: spruce) wachsen als mittelgroße und große Bäume mit einer Wuchshöhe von 20 bis 70 Metern und werden je nach Art bis zu 600 Jahre alt.

Von einigen Arten ausgenommen zählen Fichten zu den schnell wachsenden Baumarten. Die meisten Fichtenbäume sind sehr winterhart, weil sie bei Frost ihre Photosynthese mehr oder weniger einstellen. Aufgrund von diesem Merkmal ist die Fichte ein typischer Baum für die kalte Klimazonen.

Sie blüht abhängig vom jeweiligen Klima erstmals nach etwa 20 bis 40 Jahren. In der Blütezeit von April bis Juni können die männlichen Blüten-Pollen ganze Landstriche überdecken. Die Fichte zählt zu den einhäusigen, windblütigen Samenpflanzen, d.h. an jedem Baum befinden sich sowohl männliche als auch weibliche Blüten-Organe und die Vermehrung erfolgt durch Windbestäubung.

Diese Wurzelverwachsungen, die sich über ganze Fichtenwälder ausbreiten, bieten den einzelnen Bäumen gleich mehrere Vorteile. So erhöht sich die Standfestigkeit jeder einzelnen Fichte, weil sie mit einer oder mehreren anderen einen viel größeren Wurzelteller ausbildet als allein. Und weil die Bäume auf diesem Weg auch Informationen austauschen, spricht man ja vom Wood Wide Web. „Wird ein Baum von Käfern befallen, fangen die Zweige an, Abwehrstoffe zu produzieren, und das wird auch dem Nachbarbaum mitgeteilt.“ Zu diesem großen Vorteil gesellt sich allerdings ein großer Nachteil, denn über das Netz der Wurzelverwachsungen können auch Pilzkrankheiten verbreitet werden.

Heute ist die Fichte die häufigste Forstbaumart. „Die damit verbundenen Probleme haben ihren Ruf erheblich ruiniert, daran ist aber die Fichte unschuldig.“ Der Anbau von gleichaltrigen Reinbeständen – also in Monokultur – führt dazu, dass diese besonders anfällig gegen Windwurf sind, trotz der Wurzelverwachsungen, und dass sie besonders anfällig gegen das massenhafte Auftreten von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer sind. Können diese sich doch in solch einer Monokultur rasant ausbreiten.

Dabei sind die ausgedehnten Fichtenwälder im Flachland etwas, das es ohne den Menschen nicht geben würde. Denn Picea abies, wie der lateinische Artname der Fichte lautet, ist eigentlich ein Baum der Mittel- und Hochgebirge. Ins Tiefland ist sie nur so massenhaft gekommen, weil sie wegen ihres geraden und relativ schnellen Wuchses zum „Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft“ geworden ist – Fichten werden im Alter von 70 bis 100 Jahren geerntet. Und weil das relativ leichte, feste und elastische Holz gut als Bau- und Konstruktionsholz und zum Möbelbau geeignet ist, ist es begehrt.

Allerdings hat Andreas Roloff, der in Diera-Zehren zu Hause ist, Vorkommen von natürlichen Flachlandfichten gefunden – in unserer Region eine Rarität. Sie befinden sich an der äußersten Grenze des Kreises im Naturschutzgebiet Waldmoore bei Großdittmannsdorf und im Naturschutzgebiet Moorwald am Pechfluss. „Dort sind die Böden so kalt, da gibt es noch im Mai Bodenfröste, dort befinden sich Kaltluftschneisen – da fühlen sich die Fichten wohl, als ständen sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im Gebirge.“

Andreas Roloff war bis 2015 Vorsitzender des Kuratoriums „Baum des Jahres“. In dieser Eigenschaft hat er Gewächse wie den Berg-Ahorn, die Elsbeere oder den Wild-Apfel zu Bäumen des Jahres mitgekürt. Aber die Fichte? Diesen Allerweltsbaum? Rein zahlenmäßig wächst der doch wie Unkraut im Wald.

Mit solchen Vorurteilen ist Vorsicht geboten. Das massenhafte Vorkommen ist kein Garant für die ungefährdete Existenz eines Lebewesens. Ältere Leser werden sich erinnern, dass sie als Kind ganzen Schwärmen von Schmetterlingen hinterhergejagt sind. Und heute? 2002 wurde der Hausspatz zum Vogel des Jahres gekürt. Zwar soll es weltweit noch 500 Millionen Individuen geben, aber „nach deutlichen Bestandsrückgängen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem im Westen Mitteleuropas wurde die Art in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen“. Und erinnern Sie sich, dass noch vor zehn Jahren jede Tankstelle ein Sprühgerät an der Waschanlage stehen hatte, um die Insekten von der Windschutzscheibe zu lösen. Heute kann man kilometerweit fahren, ohne einen einzigen Fleck von einem toten Käfer auf der Windschutzscheibe zu haben.

Was hat das alles mit der Fichte zu tun? „Die Fichte gilt als diejenige Baumart, die das schlechteste Anpassungspotenzial an die kommenden klimatischen Veränderungen unter den Waldbäumen hat“, schreibt das Kuratorium „Baum des Jahres“. Sie werde besonders unter hohen Temperaturen und Trockenheit zu leiden haben. Eine Prognose für Baden-Württemberg sagt, dass 2050 nur noch etwa fünf Prozent der Fichtenbestände auf geeigneten Standorten stehen werden. „Selbst in den Hochlagen des Schwarzwaldes, also dort, wo die Fichte von Natur aus zu Hause ist, wird es nur noch suboptimale Klimaverhältnisse für sie geben.“ Warum soll es im Erzgebirge besser sein?

Die Fichte hat keine spektakuläre Blüte, keine spektakuläre Blattfärbung, sie ist immer grün. „Wenn man sich aber mit ihr beschäftigt, dann findet man viele interessante Dinge“, so Andreas Roloff. Er erklärt, dass es zum Beispiel ein Fichtenbarometer gibt. Wenn man immer die selben Seitenäste einer Fichte beobachtet, so wird man sehen, dass sie sich heben und damit feuchtes Wetter ankündigen und dass sie sich senken und trockenes vorhersagen. „Bei Windstärke 4 hören sie ein helles gleichmäßiges Rauschen in der Krone.“

Und dann weiß Professor Roloff noch etwas: „In der Mythologie steht die immergrüne Fichte als Symbol für die Unendlichkeit des Lebens. Maibäume waren früher häufig Fichten, die aus dem Wald geholt und als Schutzbaum aufgestellt wurden.“

Die folgende Liste zeigt ein Übersicht von einheimischen und exotischen Fichten-Arten, wie man sie als Setzlinge in den meisten Baumschulen kaufen kann:

Unterschied Fichte und Tanne

Fichtenbäume sind flachwurzelnde Bäume und bilden wie auch die Douglasie keine tiefen Pfahlwurzeln aus. Flachwurzler sind bei starken Stürmen im Vergleich zu Tiefwurzlern wie dem Tannenbaum deutlich windempfindlicher und können leichter am Standort umfallen.

Im Unterschied zu Tannennadeln sind die vierkantigen, dunkelgrünen Fichtennadeln wie auch Kiefernnadeln spitz und nicht flach.

„Die Fichte sticht, die Tanne nicht“

(Gängiges Sprichwort zum Unterschied von Tannennadeln und Fichtennadeln)

 Wie kann man Fichtenbäume und Tannen noch unterscheiden? Die Rinde der Fichte ist im Vergleich zur Rinde vom Tannenbaum nicht glatt, sondern eher rissig und im Fall der „Rottanne“ (Picea abies), der häufigsten Fichtenart in Deutschland, hat die Rinde einen rötlichen Farbton.

Dagegen bekommen Tannenbäume im Alter Harzblasen auf ihrer grauen Rinde, die sich dann silber oder weiß verfärbt wie z.B. bei der Edel-/Silbertanne und Weißtanne.

Ein weiterer Unterschied zwischen Fichte und Tanne besteht in der Form ihrer Baumkrone. Diese ist beim Tannenbaum eher nach oben abgerundet und beim Fichtenbaum spitz und kegelförmig zulaufend.

Unterschied von Tannen- und Fichtenzapfen

Fichtenzapfen wachsen zunächst aufrecht und hängen nach der Befruchtung an den Ästen herunter, während Tannenzapfen generell aufrecht wachsen (und Kiefernzapfen generell hängend wachsen).

Ein weiterer Unterschied zwischen Tannenzapfen und Fichtenzapfen betrifft ihr Abfallen: die Zapfen der Fichte fallen im Unterschied zur Tanne nicht schuppenweise vom Baum, sondern fallen nach Freisetzung der Samen als Ganzes zum Boden und zerfallen dort.

Aus diesem Grund sind im Wald auch keine Tannen-Zapfen zu finden, sondern überwiegend Fichten-Zapfen.

Einheimische Fichten

In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt nur die folgende heimische Fichtenart vor:

Europäische/Gemeine Fichte (Picea abies)

Wegen ihrer rötlich-braunen Rinde wird die Gemeine/Europäische Fichte umgangssprachlich auch Rotfichte oder Rottanne genannt. Das liegt daran, weil in früheren Zeiten noch nicht zwischen Tannen und Fichten unterschieden wurde, nachdem beide Nadelbäume viele gemeinsame Eigenschaften aufweisen.

„Ein Fichtenbaum steht einsam im Norden auf kahler Höh’.
Ihn schläfert; mit weißer Decke umhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme, die, fern im Morgenland,
einsam und schweigend trauert auf brennender Felsenwand.“

(Heinrich Heine, 1797 – 1856, deutscher Dichter, in: Buch der Lieder von 1827, S. 137)

Exotische Fichten

Die folgende Liste zeigt exotische Fichten-Arten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht heimisch sind und deren ursprüngliches Vorkommen in Kleinasien, Südost-Europa oder Nordamerika liegt:

  • Kaukasus-Fichte (Picea orientalis)
  • Serbische Fichte (Picea omorika)
  • Stechfichte/Blaufichte (Picea pungens)
  • Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana ‚Conica‘)

Ökologischer Nutzen

Große Fichtenbäume bieten einigen Kleintieren Lebensraum, Brutplatz und Nahrungsgrundlage. Zu nennen sind Vögel wie z.B. Eulen, Häher, Fichtenkreuzschnabel und Spechte.

Oder Schmetterlinge wie Kiefernschwärmer, Kiefernspinner, Klosterfrau, Nadelholz-Rindenspanner oder Nonne, deren Raupen sich von Fichtennadeln, Kiefernnadeln und Lärchennadeln ernähren. Aus diesem Grund ist der Fichtenbaum einer der wenigen Nadelholzgewächse, die sich als Heckenpflanzen für eine Schmetterlingshecke eignen.

Ökologisch von Bedeutung ist die Fichte außerdem für Flechten wie die Bartflechte (Usnea barbata), die bevorzugt an den Ästen und am Stamm von Lärchen- und Fichtenbäumen wächst und auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen steht.

Wie andere große Nadelbäume sind Fichten für kleine und mittelgroße Gärten nicht geeignet, weil sie mit ihren dichten Baumkronen den Garten verschatten, schnellwüchsig sind, mit ihren herabfallenden Nadeln den Boden übersäuern und so in ihrer Umgebung anderen Pflanzen die Existenzgrundlage nehmen.

Trotzdem werden Fichtenbäume in der Gartengestaltung wegen ihrer schönen und zum Teil leuchtenden Blüten geschätzt. Sie verlangen jedoch einen großen Garten als Lebensraum, um sich ausbreiten zu können, ohne dabei andere Pflanzen fast vollständig zu verdrängen.

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