-Gundermann- Geschichte, Magie…

Geschichte, Magie & Mythologie

Bereits Römer und Germanen haben dieses Kraut genutzt, um Wunden zu heilen und Würmer loszuwerden. Äußerlich angewendet, klärt Gundermann die Haut und hilft bei Entzündungen. Insekten nutzen den Gundermann als Nektarpflanze. Aurorafalter und Zitronenfalter sowie Grünaderweißling und Rapsweißling saugen gern am Gundermann Nektar. Außerdem ist Gundermann eine besonders beliebte Bienenweide.

Volksnamen wie Heilrauf verweisen bereits darauf, dass der allgegenwärtige Gundermann als Allround-Arznei galt. Er sollte gegen Durchfall, Lebererkrankungen, Lungenleiden, Gelbsucht und Magenbeschwerden helfen, den Harn wie den Schweiß treiben. Die Volksheilkunde der Vergangenheit basierte nicht nur auf den Wirkstoffen, die die evidenzbasierte Medizin heute nachweist, sondern auch auf dem Glauben an Magie, Zauber, an Geister, Hexen und Dämonen.

Namen wie Engelkraut, Widerruf, Donnerrebe oder Gewitterblume zeigen, dass der Bodendecker in diesem Glauben an Übernatürliches als mächtiges Kraut galt – wie viele Pflanzen, die reale Heilwirkung haben, galt die Gundelrebe als Schutzmagie. So mischten Bauern Kühen Gundermann ins Futter, damit sie viel Milch gaben, und wischten das Milchgeschirr mit dem Kraut aus.

Der Begriff Kranzkraut stammt daher, dass ein Kranz mit Gundermann es möglich machen sollte, Hexen zu erkennen. Gundermann sollte das Haus vor Blitzeinschlag und Sturmschäden schützen, daher die Namen Donnerrebe und Gewitterblume. Magisch-religiöse Rituale vermischten sich mit praktischen Heilanwendungen: Pflückte man Gundermann zu Pfingsten während der Predigt, sollte es gegen jede Krankheit wirken. Am Johannistag auf schmerzende Körperstellen gelegt, sollte es rheumatische Beschwerden beenden.

In der Signaturlehre der frühen Neuzeit galt das Blatt als pflanzliche Entsprechung der Niere – wegen der Form der Blätter. Deswegen sollten diese gegen Krankheiten helfen, die mit den Nieren assoziiert wurden. Eine reale Wirkung als Diuretikum mit schwachem, positivem Effekt bei Nierenleiden spielte vermutlich bei diesen esoterischen Assoziationen hinein.

Heute fast vergessen, galt die kleine Pflanze bereits unseren vorchristlichen Vorfahren als mächtiges Zauberkraut. Die vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen konnten nach altem Glauben nur im Bunde mit dienstbaren Geistern vollzogen werden. Der Bezug zur Geisterwelt ist mit der Entwicklung der evidenzbasierten Wissenschaften weitgehend verloren gegangen. Die Mannigfaltigkeit der im Volkstum bewahrten Bräuche zeigt jedoch, welch wichtige Pflanze Gundermann einstmals darstellte. Die kleine Gundelrebe galt als schutzmagisch. Man glaubte auch, dass sie hellsichtig machen konnte.

Walpurgisnacht

In der ersten Mainacht mischten die Bauern den Kühen Gundermann mit Salz ins Futter, damit sie viel Milch gaben. Das Milchgeschirr wurde mit der Pflanze ausgewischt.

Angst vor Hexen war im Mittelalter weit verbreitet. Mit dem hellsichtig machenden Kraut hoffte man Hexen zu erkennen. Dies sollte in der Walpurgisnacht möglich sein, wenn man einen Gundermann-Kranz auf dem Kopf trug.

Zauber und Milchsegen

Nach einem anderen Zauber wand man den Gundermann um eine gelbe Kerze. Wenn man diese Kerze an einem Dienstag abbrennt, soll man erkennen können, wer einem Böses will.

Gundermann gehörte zu den wichtigen magischen Kräutern, welche Haus und Hof vor Blitz und Sturm schützten.

Allerlei Zauber betrafen Milch und Vieh. Gundermann galt wohl als besonders wirksam für diese Milchzauber. Das Kraut, verstärkt mit einem Zauberspruch, versprach, den Milchertrag zu fördern. Bei den kirchlichen Milchsegen übernahm der heilige Geist oder die Jungfrau Maria die magische Unterstützung.  Dazu musste in einem vorgeschriebenen Ritual Gundermann geerntet werden. Die abschließende Handlung, das Hochwerfen des Krautes in Richtung Osten, verstärkte man mit den Worten:

Ich wirff dich auf die Wolckhen

dass mir unser lieber Herr Jesus Christ

Widergeb mein Kees und mein Molckhen

Im Namen des…usw

Die erste Milch nach dem Austrieb des Viehs sollte durch einen Kranz aus Gundermann gemolken werden, damit die Milch nicht versiegt.

Bei anderen Bräuchen verschmolzen Heilanwendung und Magie. So gab man in das Nest der Brutgans etwas Gundermann, damit die Gössel gesund und stark schlüpfen. Den Bruthennen wurde er klein geschnitten unters Futter gemischt, damit die jungen Küken kräftig wurden.

Gesund mit Magie

Neben der Anwendung als Arznei galt Gundermann auch durch seine magische Kraft als heilend. So sollte etwa das Umhängen mit Gundermann den Stuhlgang befördern.

Ungerade Zahlen unterstützten abergläubisches Zaubern. Wer etwa 7 Gundelrebenblätter in ein ungebleichtes Tuch gibt und um den Hals getragen mit sich führt, vertreibe den „Brand im Mund“. Mit 77 Blättern auf eine Wunde gelegt, ist die Heilung garantiert.

Der an Pfingsten während der Predigt gepflückte Gundermann galt als wirksam gegen jede Krankheit.

In Frankreich legte man am Johannistag Gundermann auf rheumatische Körperstellen, damit die Krankheit verschwinde.

Astrologie

Die im Mittelalter blühende Alchemie fügte den Gundermann in ihr Wissenschaftsbild ein. Blattform, Blütenfarbe und Wachstum galten als Hinweis auf Verwendung und Eigenschaften von Pflanzen. In diesem System stand Gundermann für die Planeteneigenschaften von Venus und Merkur.

In der Blattform erkannte man die Signatur der Niere. Sie spiegelt die langjährige Verwendung als Heilpflanze bei nierenassoziierten Erkrankungen wieder. Wobei die Anwendung gewiss schon vor der astrologischen Deutung bestand.

Seinem Wesen nach fördere die Pflanze auf geistiger Ebene Gelassenheit, lebenserweckende Wärme, das Loslassen und den Neubeginn.

Räuchern mit Gundermann

Mit Gundermann zu räuchern, hält zwischenmenschliche Beziehungen stark zusammen; wie die Familie und auch wichtige Freundschaften. Diese Räucherung wirkt sehr stark Schaden abwehrend und gibt guten Energien die Chance, ihre Wirkung auf uns freizulassen. Eine Gundermann-Räucherung verleiht uns Hellsichtigkeit. So dass wir unserer Intuition freien Lauf lassen können. Aber auch um Gefahren und Schaden durch andere Menschen vorher abwenden zu können, ohne dass sie uns mit voller Wucht treffen. Wenn ihr schon im Vorfeld eine Vorahnung habt, so glaubt euren Bauchgefühl, das es auch so ist und kommen wird. Mentale Hoffnungslosigkeit löst sich in dieser Räucherung vollkommen auf und wir schöpfen neuen Mut und Urvertrauen; in uns selbst.

Dieses Räucherwerk hebt unseren Geist auf eine Ebene, die uns die Weissagung verleiht. Mit dem Gundermann als Räucherung entwickeln wir Instinkte, die uns zeigen, wer es schlecht mit uns meint. Unsere Intuition, unser Bauchgefühl baut sich auf, bis wir uns bewusstwerden, dass wir uns darauf verlassen können, ohne anzufangen Zweifel zu zeigen.

Schon die Germanen räucherten den Gundermann, um Haus und Hof beisammen zu halten und Schutz zu erhalten. Früher setzte man sich Kränze des Gundermanns auf dem Kopf, um Hexen und schlechte Menschen zuerkennen. Dieser Brauch war in der Walpurgisnacht weit verbreitet. Diese Pflanze war eine heilkräftige und zauberwidrige Pflanze des Volksglaubens. In Viehställen verräucherte man den Gundermann früher sehr viel, um das Vieh vor dem Behexen zu schützen.

Um mit dem Gundermann zu räuchern, nehmt ihr die getrockneten Stiele, Blätter und Blüten. Der Gundermann hat einen erdigen und sehr angenehmen Räucherduft. Getrockneter Gundermann harmoniert super mit der Haselwurz, Efeu und etwas Lärchenharz zu einem weissagenden Räucherwerk.

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