Der essbare Waldgarten- Teil 1

Wie das Leben manchmal so spielt, ist mir ein kleines Stück Wildnis in die Hände gefallen. Gemeint sein soll damit ein kleines Stück Land, mit unglaublich viel Wildnis und natürlich jeder Menge Arbeit. Also war ziemlich schnell die Idee geboren daraus einen essbaren Waldgarten zu machen.

Die Startbedingungen sind gar nicht mal so schlecht, denn immerhin gibt es schon ein paar alte Pflaumenbäume, drei große Kirschbäume, drei Fichten und einige Holunderbüsche. Im Gestrüpp des Bodens konnte ich mühelos Brennnesseln erkennen, ziemlich viel Schöllkraut, was für kulinarische Zwecke ungeeignet ist, da giftig (aber die Insekten freuen sich darüber) und wilde Brombeeren, die in Schach gehalten werden müssen, da sie sich sonst innerhalb kürzester Zeit über den gesamten Boden ausbreiten.

Zu entdecken waren ebenfalls die Samenstände vom Johanniskraut des letzten Jahres und ein paar vertrocknete Blüten eines Doldenblütlers, bei dem ich erst noch herausfinden muss, welche Pflanze das nun ist. Auch einige Nachtkerzen werden dieses Jahr dort blühen, denn ihre Blattrosetten sind schon zu sehen.

Das was es auf diesem kleinen Stück Wildnis in enormer Größe gibt, ist ein Loch und was es nur wenig gibt, ist Wasser. Natürlich war der erste Gedanke, dieses riesige Loch mit Lehm auszukleiden, denn das wäre die natürlichste Art einen Teich anzulegen und dann das Regenwasser vom Haus (also der Ruine, die sich ebenfalls hier finden lässt) in den Teich zu leiten. Doch leider musste ich diese Idee ziemlich schnell wieder verwerfen, denn zum einen ist der Grundwasserspiegel in dieser Gegend ziemlich tief und durch klimabedingte Veränderungen und auch bauliche Maßnahmen in der Umgebung im Laufe der Jahre sogar noch weiter gesunken. Somit ist es unmöglich diesen Teich auf Lehmbasis mit Regenwasser zu befüllen und einen konstanten Wasserpegel zu halten. Also wäre es dann quasi je nach Wetter auch weiterhin nur ein Loch. Ein schlammiges Loch vielleicht, aber ein Loch.

Da es in dieser Gegend im Sommer auch sehr wenig regnet und ich aber dennoch Wasserquellen benötige, musste also die nächste Idee geboren werden. Also habe ich alte Plastebehälter genommen und in der Mitte aufgesägt (mein lieber Papa war das tatsächlich) sodass ich sie wie eine Treppe platzieren konnte. Am untersten Ende habe ich das „Loch“ noch ein wenig tiefer gegraben und dieser Teil wird mit Teichfolie ausgekleidet. Die Wannen werden miteinander verbunden und vom Haus zum Teich habe ich einen kleinen Bachlauf gegraben. Ich hatte das Glück, dass das benötigte Gefälle natürlicherweise schon vorhanden ist, sodass ich einfach drauf los buddeln konnte.

Dieser wird ebenfalls mit Resten von alter Teichfolie ausgekleidet und die Teile werden miteinander verbunden. Am Ende des Bachlaufs steht unter dem herunterhängenden Dach eine Badewanne, die das Regenwasser auffangen soll. Unter der Wanne befindet sich ein Rohr. Also… Das Wasser tropft in die Wanne, fließt in das Rohr, vom Rohr in den Bachlauf, vom Bachlauf in die Behälter, die Behälter füllen sich einer nach dem anderen und überschüssiges Wasser fließt in den kleinen Teich am Ende. So ist der Plan.

Auf diese Weise wäre eine Wasserquelle für Insekten und Tiere vorhanden, natürlich alles so gebaut, dass niemand darin ertrinken kann, denn das zu beachten vergessen leider viele und ich habe eine Möglichkeit Regenwasser aufzufangen und es ebenfalls als Gießwasser nutzen zu können.

Natürlich gehört zu einem Waldgarten noch einiges mehr, außer einer Wasserquelle, aber Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut. Erstmal muss etwas Ordnung gemacht werden, denn in den letzten Jahren war das Ganze Stück sich selbst überlassen. Dann habe ich eine Wildpflanzenhecke geplant, aus Holunder, Vogelbeere, Schlehe, Weißdorn, Schneeball, Hundsrose und mal sehen, was mir noch so in die Finger kommt.

Es wird einen Teil geben, wo ich Wildblumen aussäen werde. Königskerze, Nachtkerze, Wilde Möhre, Malve, Johanniskraut, Wegwarte, Wilder Thymian und vieles mehr. Nicht nur eine prima Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten, sondern auch wir dürfen uns diese Pflanzen schmecken lassen. Es gibt noch viel mehr Ideen, die ich gern verwirklichen möchte, wie ein Insektenhotel oder eine Totholzhecke. Ich werde alles bebildern, um es hier mit Euch zu teilen. Wer von Euch hat auch einen Naturgarten oder welche Ideen habt ihr, um einen Garten naturnah zu gestalten. Lasst mich gern daran teilhaben, ich freu mich darauf.

Eure Nicole

3 Comments on “Der essbare Waldgarten- Teil 1

    • Vielen lieben Dank 🙂 Anstrengend ist es in jedem Fall, aber auch spannend. Ich bin selbst gespannt darauf, wie es sich entwickelt und die Ergebnisse sein werden. Die Natur ist ja in ständiger Veränderung und mit ihr zu arbeiten ist eine Herausforderung, aber es macht auch unglaublich viel Spaß 🙂

      Liebe Grüße Nicole

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