– Brücke der Vergangenheit –

Die Brücke in die Vergangenheit, zu bauen,

ist bei weitem nicht leicht.

Es bedeutet Segen und Fluch zugleich.

Verblasst ist all der Kindheitstraum,

das Drama, die Liebe und alles im Raum.

Zu wissen was geschehen ist,

soll einfach sein, ganz ohne List.

Zu fühlen, was das Kind einst spürte,

wo es war, was es berührte.

Wo sind nur die Erinnerungen hin?

Ohne sie gibt es heute wenig Sinn.

Fragen sind offen, noch und nöcher,

klaffen im Sein, wie riesige Löcher.

Wunden sind da, der Schmerz ist zu spüren,

doch fällt es so schwer, ihn auch zu berühren.

Zu hoch ist die Mauer, zum Schutze des Sein,

zu schwer scheint der Weg in die Vergangenheit hinein.

Doch wichtig ist es diesen zu fühlen,

den Schmerz in jeder Form zu spüren.

Heute sind die Kinder erwachsen,

doch leben sie weiter und wollen wachsen.

Das Kind in Dir, es braucht nur Dich,

es erzählt Dir irgendwann Deine ganz eigene Geschicht.

– Familie ist die Liebe, nach der Du Dich sehnst…. –

Familie ist das größte Gefängnis, dass wir uns auferlegen können.

All die Erwartungen, Glaubenssätze jedes einzelnen, Werte und Sichtweisen,

die ein jeder für sich vertritt

und denen wir versuchen gerecht zu werden.

Wir sehnen uns so sehr nach der Liebe

und wollen etwas, dass sie nicht geben können,

weil sie selbst die Liebe nicht wirklich kennen.

Nicht in ihrer wahren und reinen Form.

Auch sie unterliegen den Trugschlüssen, des Seins,

den Illusionen und haben ihre eigene Welt und ihre eigene Realität geschaffen,

mit all dem was sie sind oder was sie glauben zu sein.

Sie sind Menschen, die wir in den Himmel heben,

denen wir glauben, weil wir denken, sie wissen den richtigen Weg.

Wir leben ihr Leben, weil es uns so richtig erscheint und weil wir selbst sie für weise halten.

Doch sind genau sie es, deren Glaubensmuster wir übernommen haben,

die uns so sehr verändern wollen.

Die am wenigsten damit klar kommen, wie wir sind und was wir sind,

da wir der allgegenwärtige Spiegel sind.

Darin liegt eine unglaubliche Chance.

Die Chance auf Freiheit, die Chance, den eigenen Weg zu gehen.

Zu sich selbst zurück zu finden,

ganz unabhängig und frei von der Liebe anderer.

Wir müssen uns nur trauen.

Wir müssen uns trauen zu lieben und Geschehenes so stehen zu lassen.

Und trotzdem den eigenen Weg zu finden und zu gehen.

– … –

„Wachse wild – beaufsichtige dich nicht ständig – geh deinen Ahnungen nach – lass nichts zwischen dich und das Licht treten – sei nicht geizig mit dir – jage deinem Leben nach – respektiere die Menschen nur als Brüder – genieße das Land, doch besitze es nicht – sei mit Entschlossenheit, was du bist – lass die Gesellschaft nicht das Element sein, in dem du schwimmst – arbeite mehr an dir selbst – mach deinen Lebensunterhalt nicht zu deiner Arbeit, sondern zum Spiel – vereinfache dein Leben – tu, was du wirklich liebst – koste die Welt aus und verwandle sie dir an – lass dich vom Schoss der Erde tragen – nimmt dich in Zucht, um dich der Liebe hinzugeben.“

 

Henry David Thoerau – amerikanischer Schriftsteller und Philosoph
1817 – 1862

– … –

Du fühlst dich gut, du fühlst dich schlecht – diese Gefühle steigen aus deinem Unterbewusstsein, deiner Vergangenheit empor. Niemand außer dir selbst ist dafür verantwortlich. Niemand kann dich wütend machen und niemand kann dich glücklich machen.

– … –

Wenn wir wütend sind, werden wir blind für die Wirklichkeit. Der Ärger bringt uns vielleicht einen kurzen Energieschub, aber diese Energie ist blind und blockiert den Teil unseres Gehirns der das Richtige vom Falschen unterscheidet. Um unsere Probleme zu bewältigen sollten wir realistisch und praktisch denken. Wenn wir dazu fähig sind, müssen wir unsere menschliche Intelligenz richtig einsetzen. Hierzu benötigen wir einen ruhigen Geist.

– Lerne von Deiner Wut –

Wenn wir uns entschlossen haben, mit unserer Wut zu arbeiten, dann sind wir schon einen entscheidenden Schritt voran gekommen. Wir haben uns entschieden, wenigstens die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass sich hinter all der Wut noch viel mehr verbirgt, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Wir haben verstanden, dass sie Geschenke für uns bereit hält, die es auszupacken gilt und wir haben verinnerlicht, dass sie nicht unser Feind ist, sondern ein liebender Begleiter und Freund in unserem Leben. Wir sind bereit ihr zuzuhören und zu erkennen, was sie uns lehren möchte und wissen, dass ihr Dasein berechtigt ist und sie unsere Liebe und Annahme verdient. Weiterlesen

– Begegne Deiner inneren Wut –

Das Thema innere Wut, beschäftigt doch sehr viele Menschen. Es ist davon auszugehen, dass niemand von uns frei von ihr ist und sie nicht in sich trägt, nur gehen Menschen auf ganz unterschiedliche Weise mit ihr um.

In erster Linie wird Wut natürlich als etwas Negatives betrachtet, als etwas Störendes in uns, von dem wir bemüht sind, es weg zu bekommen und wenn das schon nicht gelingt, (was ohnehin unmöglich ist), zumindest in einem gewissen Maß unter Kontrolle zu halten.

Hier bedienen wir uns der unterschiedlichsten Strategien. Einige von uns haben im Laufe ihres Lebens gelernt, ihre innere Wut einfach beiseite zu schieben, sie quasi nicht zu spüren und somit nicht wahrnehmen zu müssen. Sie haben gelernt, sich einfach mit anderen Dingen abzulenken und das Gefühl von Wut somit zu deckeln, sodass es nicht zum Vorschein kommen kann. Sie glauben es ist in keinster Weise angebracht, die Wut zuzulassen, schon gar nicht raus zu lassen und fühlen möchte sie ohnehin niemand. So ist also das Deckeln oder Abdecken der inneren Wut eine lieb gewonnene Strategie.

Viele von uns wünschen sich jetzt vielleicht, sie wären genauso wie diese Menschen, sie könnten das auch, die innere Wut einfach beiseite schieben, sie nicht wahrnehmen und fühlen. Das ist jedoch keinesfalls wünschenswert und die Menschen unter uns, die diese Strategie für sich anwenden, ob bewusst oder unbewusst, sind kein Stück zu beneiden.

Die innere Wut ist dennoch da und wird es auch bleiben. Egal wie sehr wir sie beiseite schieben, sie wird sich einen Weg bahnen, um sich Gehör zu verschaffen. Unterdrücken wir die Wut über einen langen Zeitraum, bricht der Vulkan entweder aus und das wegen einer (für andere Menschen) total unverständlichen Sache oder aber wir werden krank. Eine Depression kann beispielsweise die Folge unterdrückter innerer Wut sein und dem dahinter liegenden kindlichen Schmerz.

Sind wir erst einmal erkrankt, sind wir gezwungen ihr Gehör zu schenken und daran zu arbeiten, sie zu fühlen und zu schauen, was auf der Bühne des Lebens wirklich passiert und was das Geschenk für uns, in ihr verborgen, ist.

Dann gibt es diejenigen unter uns, die ihre Wut versuchen immer wieder zu verbergen, weil sie Angst vor ihr haben. Sie haben Angst die Kontrolle zu verlieren und machen sich große Gedanken darüber, was andere von ihnen denken könnten, wenn sie sie in einem Moment der Wut erwischen würden und vor allem, nicht mehr kontrollieren zu können, was dann geschieht. Sie haben Angst davor, andere mit ihrer Wut zu überrumpeln und Dinge zu sagen oder zu tun, wo sie bei anderen Menschen auf Ablehnung stoßen könnten. Diese Angst verbietet es ihnen, das Gefühl der inneren Wut zuzulassen.

Im Gegensatz zu der erst genannten Gruppe von Menschen, verspüren sie einen unglaublichen Leidensdruck, denn sie sind durchaus in der Lage ihre innere Wut wahrzunehmen und zu spüren, auch wenn sie sie sofort wieder verbergen möchten. Sie spüren den Druck, dass die innere Wut, je mehr sie unterdrückt wird, in immer kürzeren Abständen wiederkehrt und sie haben Angst vor der nächst besten Gelegenheit, in der sie sich zeigen könnte und wo sie diese in eine schwierige Situation bringen könnte. Sie haben diese Erfahrung schon des Öfteren gemacht und die innere Wut brachte ihnen so einige Probleme, sodass sie jetzt alles dafür tun würden, diese weg zu bekommen. Was niemals funktioniert.

Und dann gibt es noch diejenigen unter uns, die wir als sogenannte Choleriker bezeichnen, bei denen ein Wutausbruch dem nächsten folgt und das oft in einer Art und Weise, wo sie permanent mit anderen Menschen aneinander geraten und ihre Emotionen absolut nicht mehr unter Kontrolle haben. Das kann unter Umständen für die Menschen im Umfeld sehr unangenehm und verletzend sein, denn selten möchte jemand sich diesem Geschrei und den dazugehörigen Beschimpfungen einfach aussetzen.

Da diese Menschen ihrer inneren Wut freien Lauf lassen und sie somit ja auch raus lassen, sollte man meinen, dass es ihnen wohl am Besten geht. Wir können uns eigentlich gar nicht vorstellen, dass diese Menschen leiden, da sie sich ja zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit Luft machen und ihre Wut ganz ungebremst an anderen auslassen. Weit gefehlt. Auch diese Menschen haben einen enormen Leidensdruck, der sich einerseits darin begründet, komplett die Kontrolle zu verlieren und andererseits haben sie schon oft in ihrem Leben gemerkt, wie sehr sich andere Menschen von ihnen bedroht fühlen und schon fast vor ihnen flüchten, wenn sich die Möglichkeit bietet.

Sie stoßen mit ihrer inneren Wut also permanent auf Ablehnung und haben nicht selten das Gefühl, nicht richtig zu sein. Dazu kommt, dass dann aus dieser Ablehnung anderer eine Art Selbstschutz erwächst, der letztendlich dazu führt, dass sie immer öfter und wegen Kleinigkeiten an die Decke gehen, denn auch hier wird der inneren Wut kein Gehör geschenkt und nicht mit ihr gearbeitet.

Egal in welche Richtung wir uns drehen, jeder der hier beschriebenen Typen, hat ein enormes Problem mit seiner inneren Wut und wünscht sich, sie wäre einfach nicht da. Wie in einem Gastartikel bereits zu lesen war, ist sie jedoch ein völlig verkanntes Gefühl und in ihr liegt riesiges Potential verborgen. Wenn wir sie nicht hätten, wären wir nicht in der Lage zu lernen und zu wachsen und in unserem Leben voran zu kommen.

Stellen wir uns vor, wir würden keine Wut spüren. Viele würden dann sicher sagen, „Oh das wäre wirklich toll, ganz prima.“ Man könnte eventuell soweit gehen, dass man glaubt, ohne sie gäbe es keine Kriege und keine Streitereien oder Terror und sonstiges mehr. Und schon ist ja ihr negatives Image perfekt. Sie gehört quasi verbannt.

Würden wir keine Wut in uns tragen, hätten wir wie gesagt keine Gelegenheit zu lernen, denn ohne sie gäbe es auch die Traurigkeit, Neid, Missgunst, Schmerz und Leid und all die anderen Gefühle nicht, die sich hinter ihr verbergen. Doch wir würden dann völlig stillstehen. Angenommen es wäre immer alles gut, wir würden nur Freude und Glück in uns spüren und mit einem „Dauergrinsen“ durch die Gegend laufen. Wo bleibt dann unser ganz eigenes Potential? Menschen wären dann auf eine abstrakte Weise total gleich und mit all den positiven Gefühlen, gibt es gar keinen Grund mehr zu Veränderung.

Das Leben wäre ziemlich eintönig und langweilig und die Menschen würden dann davon wahrscheinlich Depressionen bekommen, weil es dann absolut nichts neues und aufregendes mehr gäbe und jeder Tag dem nächsten gleicht, denn es ist ja immer, stets und ständig alles gut und wir sind glücklich. Nur könnten wir die Freude und das Glück dann gar nicht spüren und schätzen, weil wir den Gegensatz dazu nicht kennen würden.

Ich stelle mir das dann wie eine Horde Zombies vor, die ihr Leben lang über die Erde wandeln, ohne einen wirklichen Sinn, einem dahinvegetieren ausgeliefert, ohne freien Willen.

In unserer inneren Wut, liegt ein wahnsinnig großes Potential. Sie kann uns alles, was wir für ein gklückliches und erfülltes Leben brauchen, lehren. Wir müssen nur genau hin sehen. Sie ist nicht unser Feind, sondern liebender Begleiter, der uns hilft zu uns selbst zurück zu finden und den Weg nach Hause zu gehen.

Sie zeigt uns all die Geschenke, die in ihr verborgen liegen, die Traurigkeit, den Kummer, das Leid und den Schmerz dahinter und lassen wir sie zu, lehrt sie uns, wie wir unseren eigenen Schatten begegnen können. Das ist der einzige Weg, wie Heilung und Transformation stattfinden kann und wie all unsere positiven Eigenschaften und Fähigkeiten zu Tage kommen können.

Haben wir einmal gelernt unsere Wut zuzulassen und ihr zuzuhören, kann sich daraus eine kreative Bandbreite des eigenen Selbst entwickeln und wir bekommen die Gelegenheit unser wirkliches Potential voll zu entfalten und für unser Leben nutzen zu können.

Glauben Sie bitte nicht, diese Erkenntnis würde schon reichen und dann würde sich alles ändern. Es hört sich hier so leicht beschrieben an und ganz einfach, doch das ist es keinesfalls. Zu lernen, die Wut anzunehmen, zuzulassen, sie zu fühlen, ihr zuzuhören und danach zu suchen, was dahinter steckt, erfordert in  erster Linie sehr viel Mut, denn nicht selten steht uns das Ego im Weg oder aber wir glauben, dass wir den daraus resultierenden Schmerz nicht halten könnten.

Wir müssen uns also jeden Tag aufs neue dazu entscheiden, jeden Tag aufs neue hinein spüren und uns bewusst machen, dass die innere Wut unser Freund und nicht unser Feind ist. Mit dieser Bereitschaft dies anzuerkennen und sie bewusst einmal wahrzunehmen, haben wir den ersten Schritt zur Veränderung bereits getan. Doch es ist ein Prozess, den wir lernen dürfen, dem wir immer wieder aufs neue Begegnen dürfen und jeder darf frei für sich entscheiden, ob er diese Herausforderung annehmen möchte oder nicht.