Er rettet Weihnachten… – ein Weihnachtsmärchen.

Für alle, die Weihnachten genauso sehr lieben wie ich, hier ein weiteres Weihnachtsmärchen… Einen schönen 1. Advent wünsche ich Euch und viel Spaß beim zuhören.

Ach ja, natürlich gehört für mich zur Weihnachtszeit auch ein Adventskalender dazu, den ich in jedem Jahr von meinem Mann geschenkt bekomme. Schon als Kind habe ich mich jeden Tag darauf gefreut und war immer sehr neugierig, was sich wohl hinter jedem Türchen verbirgt. Am liebsten mag ich die Kalender, die nicht etwa mit Schokolade gefüllt sind, sondern die, hinter denen sich kleine Bilder verbergen. Sie sehen aussen wundervoll aus und innen kann man sich zu jedem Bild seine eigenen Sachen denken. Hinter dem heutigen Türchen fand ich ein Bild einer Katzenmama, die sehr glücklich ihre drei Katzenbabys kuschelte. Nun, meine Katze bekam diesen Mai fünf Baby’s, von denen zwei meine Schwester bekam und die restlichen drei uns jeden Tag viel Freude bereiten und uns jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Es macht sehr viel Freude sie zu beobachten, sie spielen zu sehen und zu kuscheln und sie beim heranwachsen und erwachsen werden zu begleiten…

In diesem Sinne, für alle einen schönen Abend und eine fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit…

Der kleine Engel Abigail…

Abigail antwortete eines Tages auf ein Inserat im „Engel-Anzeiger“. „ENGEL GESUCHT“ stand da, und zwar solche, die willens wären, sich für die Teilnahme an einem großartigen Spiel auf der Erde zu inkarnieren. Und so war der Wortlaut der Anzeige: ENGEL GESUCHT! Voraussetzung: Erfahrung im Bereich Inkarnation Erwünscht: Bereitschaft zum Reisen. Geboten wird die Teilnahme am größten derzeit bekannten Projekt der Jetzt-Zeit. Das Projekt trägt die Bezeichnung „PLANET ERDE“. Bewerbung nur für Fortgeschrittene möglich! (Anfänger zwecklos) Nun, Abigail war schon einmal auf der Erde gewesen, genau zwei irdische Tage lang. Und so hoffte sie, das sei Qualifikation genug für den Job. Vor dem eigentlichen Bewerbungsgespräch saß sie im Wartezimmer zusammen mit anderen Engelbewerbern, die alle viel älter waren als sie selbst, und lauschte deren Erzählungen über ihre unterschiedlichen Inkarnations-Erlebnisse auf dem Planeten Erde. Weiterlesen

Buddha lehrt…

Hier habe ich euch einige meiner Lieblingszitate des berühmten Buddha zusammengestellt, von denen ich glaube, dass sie sehr viel Wahrheit in sich tragen… Viel Spaß beim stöbern…

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Das Weihnachtsbrot im Schnee

Das Weihnachtsbrot im Schnee

 von Andrea Schober

Kaltenbeuren war ein kleines Dorf. Es lag zwischen Wiesen und Feldern weitab von größeren Städten. Früher gab es hier viele Bauernhöfe. Die Bauern kannten einander, trafen sich häufig um sich auszutauschen oder feierten zusammen. Die Kinder gingen vormittags zusammen in die Dorfschule und spielten nachmittags auf den Höfen oder auf den Wiesen.
So änderte sich das Dorfbild immer mehr bis schließlich nur noch ein Bauernhof übrig war.

Als die Kinder größer wurden verließen viele von ihnen Kaltenbeuren, um anders wo eine Ausbildung zu machen und zu arbeiten. Als sie selber dann eigene Kinder hatten, kamen viele von ihnen zurück und bauten die Bauernhöfe um. Ältere Höfe wurden abgerissen und neue Häuser gebaut.

Die neuen Häuser waren natürlich viel moderner und schöner als die alten Bauernhöfe.

Meist wurden die Gärten eingezäunt und jede Familie hatte vor ihrem Haus ihren eigenen Spielplatz. Die Dorfschule wurde ebenfalls geschlossen. Die Kinder wurden meist mit dem Auto in die Schule gefahren, in die Stadt wo auch die Eltern arbeiteten. Sie kannten einander kaum, weil sie meist erst spät nachmittags nach Hause kamen und sich dann oftmals ihre eigenen Schulfreunde mitbrachten.

Meistens spielten die Kinder im eigenen Garten, aber manchmal, wenn es ihnen zu langweilig wurde, lockte es sie zum Bauernhof vom Bauern Lehnhart. Der Bauer Lehnhart und seine Frau hatten keine Kinder, aber viele Tiere. So schauten die Kinder gerne schon mal durch das Tor oder kletterten auf die Mauer um zu sehen, was auf dem Bauernhof passierte. In den Ställen gab es Kühe und Schweine. Auf dem Hof liefen einige Katzen herum und es gab einen eingezäunten Hühnerstall. Auch Britta und Hans waren neugierig und schauten sich die Tiere von außen an.

Dann kamen drei Jungen vorbei. Britta und Hans kannten sie nicht, aber hatten die Drei schon öfter gesehen. Die Jungen gingen auf die beiden zu und lachten laut „Na, ihr Wickelkinder! Habt ihr noch nie ein Huhn gesehen?“

Britta war erschrocken, so dumm angesprochen zu werden und wusste nicht, was sie sagen sollte. „Der Lehnhart sperrt Euch in den Stall, wenn er Euch hier sieht“, sagte der Junge weiter. „Der spinnt nämlich!, Also macht dass ihr hier wegkommt!“ Schnell liefen die beiden wieder nach Hause.

Beim Abendbrot erzählten Britta und Hans ihren Eltern, was ihnen beim Lehnhart-Hof passiert ist. Diese sagten daraufhin: „Wir möchten auch nicht, dass ihr zum Lehnhart-Hof geht. Die     Lehnharts passen nicht in unser Dorf. Sie leben zwischen Schweinemist und Kuhfläden Außer mit ihren Tieren reden sie mit niemandem.“

Britta und Hans schauten sich an: „Aber ihr redet ja auch fast nur mit eurem Handy. Wann sprecht ihr schon mal mit unseren Nachbarn?“

Die Eltern antworteten: „Das ist etwas anderes. Wir haben immer noch viel zu organisieren, wenn wir abends heimkommen. Tagsüber haben wir dazu bei der Arbeit keine Zeit. Schließlich wollen wir nicht eines Tages wieder Ställe ausmisten“.

So dachte wohl fast jeder im Ort. Keiner wollte mit den Lehnharts auf eine Stufe gestellt werden. Die ehemaligen Bauernhofkinder hatten es geschafft, sich ein anderes Leben aufzubauen und meinten nun „etwas Besseres“ zu sein.

Als der Winter kam saßen die Familien fast nur noch im Haus. Auch der Schnee, der in den letzten Tagen des öfteren vom Himmel fiel, interessierte die Eltern nicht und die Kinder fanden es schnell langweilig draußen allein im Schnee zu spielen.

Kurz vor Weihnachten fing es dann noch stärker an zu schneien. Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht schneite es. Am nächsten Morgen schimpften die Erwachsenen, weil sie soviel Schnee schippen mussten und nicht wussten, wie sie mit dem Auto zur Arbeit kommen sollten. Die Straßen waren nicht geräumt und die Autos kamen nur im Schneckentempo voran.

Aber es schneite immer noch weiter. Zum Glück hatte tagsüber eine Schneefräse die Hauptstraße in den Ort zurück freigeräumt. Doch dann in der Nacht kam ein richtiger Schneesturm auf. Der Schnee wurde von den ganzen Feldern und Wiesen ringsum teilweise meterhoch aufgetürmt und dazu schneite es weiter heftig.

Als die Eltern von Britta und Hans, die mit Nachnamen Dübner hießen, die Haustür am nächsten Morgen öffneten, glaubten sie ihren Augen nicht. Der Schnee lag bis auf Brusthöhe vor der Haustür. Es war kein Durchkommen. Nicht einmal zur Garage konnten sie gehen. Überall lag Schnee.

Der Vater schlüpfte schnell in seinen Ski-Anzug und zog sich Gummistiefel an.     Er kletterte auf den Schneewall vor der Haustüre und sank gleich darauf ein. Mühsam arbeitete er sich zur Garage vor. Aber es war aussichtslos mit dem Auto irgendwo hinfahren zu wollen. Überall war nur Schnee zu sehen. Von den Hecken und Sträucher in den Vorgärten war nichts mehr zu erkennen.

Zumindest schaffte Herr Dübner es, den Schnee vor der Garage so weit auf Seite zu schieben, dass er das Garagentor öffnen konnte. Mit dem Schneeschieber bahnte er sich nun einen Weg zur Haustür zurück, was schon unheimlich viel Arbeit war. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn und er sagte: „Wir sind eingeschneit und zwar völlig. Aus unserm Ort kommt niemand mehr weg!“

Britta und Hans jubelten. Sie freuten sich, dass sie nun gar nicht zur Schule mussten. Die Eltern waren ratlos und hofften nur, dass es bald endlich aufhörte zu schneien. Es würde ja so schon sicher einen halben Tag oder länger dauern bis die Räumfahrzeuge bei ihnen ankommen würden. Und wenn es weiter schneien würde, könnte ohnehin keiner mit dem Auto fortfahren.

Familie Dübner beschloss zunächst zu frühstücken und dabei zu überlegen, was man tun könnte. Dabei wurde ihnen klar, dass im Ort kein einziges Lebensmittelgeschäft existierte. D.h. sie mussten vorerst mit ihren Vorräten auskommen. Auch einen Bäcker gab es nicht mehr und das Brot war schon recht knapp.

Mutter Dübner hoffte nur auf ein schnelles Ende des Schnee-Chaos, wonach es im Moment jedoch gar nicht aussah. Es war still draußen und weiß. Der Schnee reichte über die Fensterbänke im Erdgeschoß. Ein merkwürdiges Gefühl so eingeschlossen zu sein.

Gegen 11 Uhr dann hörten sie endlich ein Geräusch. Vater Dübner ging auf die erste Etage und öffnete das Schlafzimmerfenster um zu sehen, was los war. Das Geräusch kam aus der Richtung des Lehnhart-Hofes. Bauer Lehnhart schien mit einer Schneefräse den Weg vom Hof Richtung Hauptstraße entlangzukommen. „Dass der Lehnhart für solche Fälle gerüstet ist, habe ich gar nicht gedacht“, meinte Vater Dübner zu sich selbst.

Jetzt sah er auch die Schneefräse näher kommen. Sie türmte auf beiden Seiten des Weges den Schnee zu noch höheren Wänden auf.

„Hoffentlich fährt er auch durch die anderen Dorfstrassen!“, ging es Herrn Dübner durch den Kopf, „Dann könnten wir uns wenigstens hier im Ort fortbewegen und untereinander verständigen.“

„Aber warum sollte er das tun?“ ,überlegt er, „Schließlich haben alle Bewohner ihn ziemlich ausgegrenzt und keiner wollte etwas mit ihm zu tun haben. Milch und Eier kauften sie lieber im Supermarkt als beim Bauern und wenn er mit dem Traktor vorbei fuhr drehten sich die Leute absichtlich weg.“

Herr Dübner war gespannt, was Bauer Lehnhart machen würde. Kurz vor der Hauptstraße bog er tatsächlich in die Ringstraße von Kaltenbeuren ein und befreite auch diese von den Schneemassen. Dann fuhr er zurück zu seinem Hof.

Herr Hübner rannte ins Wohnzimmer hinunter und sagte: “ Lasst uns rausgehen und einen Weg zur Straße frei machen. Der Bauer Lehnhart hat die Straße geräumt.“ Britta und Hans, Mutter und Vater, alle packten mit an und nach einer Stunde war der Weg geräumt und die Schneemauern an der Seite immens gewachsen. Auch die Nachbarn rechts und links nutzten die Chance sich zu befreien.

Herr Dübner meinte zu ihnen: „Ich weiß nicht, ob ein anderer das getan hätte. Wir waren zum Lehnhart so ablehnend, seit dem wir uns hier mit unseren Familien niedergelassen haben.“

Die anderen Nachbarn fanden das nicht so aufsehenerregend. „Sicher hofft er, dass wir jetzt zu ihm kommen und seine Hofprodukte kaufen. Das hat er doch bestimmt mit Berechnung getan“, meinte Frau Schulz von gegenüber.

Herr Hübner schüttelt nur mit dem Kopf und ging wieder zu seiner Familie zurück.

„Kommt,“, sagte er, „wir gehen zum Lehnhart und bedanken uns.“ Wir sollten ihm sagen, dass wir uns über seine Straßenräumung freuen. Und vielleicht können wir wirklich mal fragen, ob er Milch und Eier hat. Sicher wird er im Moment auch nichts los und wir können gut etwas zu Essen gebrauchen.

Britta, Hans und die Eltern gingen also zum Lehnhart-Hof. Bauer Lehnhart war damit beschäftigt, den Schnee von seinem Hof in der Umgebung zu verteilen. Er wunderte sich,     Familie Dübner hier zusehen.

Als die Familie sich bei ihm bedankte, wurde er gar ein bisschen rot im Gesicht. Er verkaufte Ihnen gerne Milch und Eier und meinte: „Der Wagen von der Molkerei kommt bei diesem Wetter sicher nicht hier durch. Wir können die Milch nicht alle selber verarbeiten.“

Familie Hübner nahm gleich noch einen Kanister voll mit. „Dann werden wir nun besonders viel Milch trinken“, meinten sie. „Übrigens“, meinte Frau Lehnhart, die gerade aus dem Haus kam, „wir haben säckeweise Mehl in der Scheune stehen. Ich könnte Brot backen für Sie und auch die anderen Dorfbewohner, weil… im Moment kommt ja niemand hier weg“

Frau Hübner fand das richtig toll, dass sie hier frisches Brot bekommen könnten, befürchtete aber dass die meisten Bewohner wohl zu stur wären, auch hierherzukommen. Da würde mancher lieber versuchen mit seinem Konservenvorrat über den Tag zu kommen, als Hilfe von den Lehnharts anzunehmen.

„Danke, sagte sie, „für uns gerne. Wir werden jeden zweiten Tag bei Ihnen Brot kaufen. Damit können sie rechnen!“

Familie Hübner war froh . Mit Hilfe des Bauern Lehnhart würden sie nicht in einen Versorgungsengpass kommen, zumindest was das Essen betraf.

In den nächsten Tagen schneite es immer noch. Der Schneefall war zwar nicht mehr so stark, aber es gab viel Sturm, der den Schnee überall hinwehte. Die Straße in die nächste Stadt wurde einmal am Tag einspurig geräumt. Doch kaum einer traute sich fort. Der Nachbar auf der rechten Seite war gestern mit dem Auto in die Stadt gefahren, musste dann jedoch dort übernachten, weil abends alles wieder verschneit und verweht war.

Die Menschen von Kaltenbeuren organisierten einen Transporter, der vom nächsten Lebensmittelgeschäft frische Ware     anlieferte. Dieser fuhr einmal am Tag hinter dem Räumdienst her und verteilte die Lebensmittel an die Bewohner.

Dann jedoch, zwei Tage vor Heilig Abend, änderte sich die Wetterlage. Die Temperaturen stiegen über Null Grad und alle hofften, dass nun vor Weihnachten das Tauwetter einsetzte. Am Nachmittag regnete es sogar.

Doch dann, zwei Stunden später, kam ganz plötzlich ein Kälteeinbruch. Das Wasser über dem Schnee gefror in Windeseile. Alle Straßen waren mit einem Mal spiegelglatt und nun konnte wirklich niemand mehr etwas ausrichten. Die Temperaturen sanken auf 10 Grad unter Null und Salz streuen hätte auch nichts mehr gebracht.

Die meisten Bewohner hatten ihre Einkäufe für die Weihnachtstage noch nicht erledigt, sie hatten auf die steigenden Temperaturen gewartet. Dieser plötzliche Kälteeinbruch machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

“ Was machen wir den jetzt?“ fragten sie einander und niemand wusste eine Lösung.

Nur Familie Hübner sagte:“ Wir gehen morgen zum Bauer Lehnhart und werden ihn fragen, was er noch an Vorräten hat.“

Der Bauer hatte tatsächlich genug Gemüse und Fleischvorräte, von denen er ihnen gerne etwas verkaufte.

Als die Nachbarn sahen, dass Familie Hübner ihre Einkäufe vom Bauernhof auf einem Schlitten heimfuhren, fingen viele an nachzudenken.

Der Bauer Lehnhart existierte ja eigentlich gar nicht mehr für sie und jetzt konnten sie doch nicht so einfach hingehen und dort auf Hilfe hoffen. Das war ihnen so unangenehm, dass sie dachten, lieber das Weihnachtsfest mit einem spärlichen Mahl zu feiern.

Frau Lehnhart aber hatte am nächsten Tag, es war der Tag vor Heilig Abend, an Ihre Mehlvorräte gedacht und an die Dorfbewohner, die hier alle eingeschlossen waren und sich nichts kaufen konnten. Sie beschloss für alle Bewohner ein großes Brot in Herzform zu backen. An jedes Brot befestigte sie einen kleine Zettel mit der Aufschrift:
„Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und sind gerne mit unseren Lebensmitteln behilflich!

Familie Lehnhart“
Die Menschen waren sehr erstaunt, die Brotnachricht von Britta oder Hans an der Haustür überreicht zu bekommen.

Keiner musste mehr lange überlegen. Wenig später stand eine Menschentraube auf dem Lehnhart-Hof. Die Kinder spielten mit den Katzen. Frau Lehnhart verteilte warmen Kakao und die Menschen kauften Lebensmittel für die Weihnachtstage ein.

Alle kamen miteinander ins Gespräch, redeten über die eigene Kindheit und fanden es plötzlich gut in ihrem eigenen Dorf wieder zusammengefunden zu haben.

Die Geschichte vom unglücklichen Engel

Die Geschichte vom unglücklichen Engel
                                                   von Andrea Schober

Es war einmal ein Engel, der hatte schon so vielen Menschen geholfen, aber selber war er manchmal sehr unglücklich. Er fühlte sich so klein und wertlos und dachte viel darüber nach, was ihn wertvoller machen könnte. Die Menschen sagten ihm „Kauf Dir etwas Schönes, dann fühlst Du Dich besser.“ Und so kaufte sich der Engel zunächst ein neues strahlend weißes Engelsgewand.

Erst fühlte sich der Engel damit ganz toll und alle anderen Engel bewunderten ihn. Nach einiger Zeit fand er sein neues Gewand aber nicht mehr interessant genug und so kaufte er sich golden glitzernden Sternenstaub. Den streute er auf sein Gewand und seine Flügel. Alle anderen Engel waren geblendet von seiner Schönheit.

Doch schon wenig später fand der Engel sich wieder langweilig. Er dachte darüber nach was ihn noch schöner machen könnte und so kaufte er sich von seinem ganzen restlichen Geld eine große weiße Wolke, die so weich war wie Samt. Ein Sonnenstrahl fiel auf die Wolke, so dass sie hell leuchtete. Der Engel war begeistert, legte sich auf die Wolke und ließ sich treiben.

Es dauerte nicht lange, da hatte der Engel wieder dieses schreckliche Gefühl so wertlos zu sein, trotz allem was er besaß und der Bewunderung aller anderen Engel. Da musste er ganz furchtbar weinen, weil er nicht mehr wusste, was er noch tun konnte. Er dachte sich: „ Ich stehe nie mehr auf! Es hilft alles nichts. Soll die Welt nur ohne mich auskommen. Das hat sie nun davon, dass sie mir nichts bieten kann, an dem ich länger Freude habe!“

Am ersten Tag war der Engel so traurig und wütend, dass er sich von allen anderen Engeln zurückzog und nicht mehr mit ihnen reden wollte.

Am zweiten Tag schaute der Engel in die endlose blaue Weite des Himmels und fühlte sich leer und tot.

Am dritten Tag fühlte er einen Sonnenstrahl auf seinem Gesicht. Da dachte er einen Moment: “Wie warm sich der Sonnenstrahl anfühlt!“ Aber dann fragte er sich gleich: „Was soll ich mit einem Sonnenstrahl? Er wird mir auch nicht weiterhelfen!“

Am vierten Tag kam der Sonnenstrahl wieder. Der Engel dachte sich: “Eigentlich ist der Sonnenstrahl das Beste, was ich im Moment habe und wenn er mir auch nicht helfen kann, so kann ich mich doch ein wenig an ihm wärmen!“

Am fünften Tag dachte der Engel schon gleich am Morgen an den Sonnenstrahl und stellte sich vor, wie schön es wäre, wenn er wieder kommen würde. Dabei wurde ihm warm ums Herz und er spürte, wie sich alles anders anfühlte bei dem Gedanken an den Sonnenstrahl.
Als der Sonnenstrahl dann wirklich kam, war der Engel so aufgeregt, dass er gar nicht wusste, ob er sich erst seine Füße oder seine Hände oder seinen Kopf wärmen lassen sollte.

Von da an war jeder Tag nur noch auf den Sonnenstrahl ausgerichtet. Der Engel dachte schon am Morgen daran, wie der Sonnenstrahl ihn bald wieder wärmen würde. Er ließ sich immer tiefer in die Vorstellung der Wärme fallen und merkte, wie sich seine Lustlosigkeit in Erwartung verwandelte und wie seine Traurigkeit und seine Angst an ihm vorüberzogen, ihn aber nicht mehr so tief erreichten wie früher.

Er fing an, wieder auf seiner Wolke hin und her zu gehen und dachte, wie schön es doch war, sich an etwas so freuen zu können. Der Sonnenstrahl durchströmte mehr und mehr seinen ganzen Körper. Die Energie des Lichts verteilte sich in ihm und der Engel bekam wieder neue Kraft. Er schwang seine Flügel und flog zu den anderen Engeln, um ihnen von dem Sonnenstrahl zu erzählen. Auf dem Weg dorthin trafen ihn unzählige Sonnenstrahlen und er wunderte sich, dass er sie früher nie so wahrgenommen hatte.

Der blaue Himmel war nicht mehr leer wie früher, sondern ein Meer des Lichts. Auf einmal fühlte sich der Engel wie im Himmel und nichts konnte ihm mehr die Hoffnung nehmen, wusste er doch nun um die Kraft der inneren Wärme, die es vermochte alles wundersam zu verwandeln.

 

Achtsamkeit: Nicht nur für Buddhisten

von Doris Kirch

Die Medien haben ein neues Lieblingskind: Achtsamkeit. Neben zahlreichen ‚Wunderwirkungen‘, die ihr zugeschrieben werden, soll sie uns auch vom Stress des Alltags befreien können. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen das.

Aber was genau ist eigentlich Achtsamkeit und lässt sich mit ihrer Hilfe tatsächlich mehr Gelassenheit und Lebensfreude entwickeln? Weiterlesen

Schmerz und Weisheit des Loslassens…

Vor langer Zeit lebte in Indien in einem kleinen Dorf eine junge Frau namens Kisa. Sie verliebte sich, heiratete und war sehr glücklich mit ihrem Mann. Bald bekamen sie einen Sohn, den sie beide sehr liebten. Als der Junge zweieinhalb Jahre alt war, erkrankte er jedoch plötzlich und starb. Kisas Welt brach zusammen. Von ihrer Trauer überwältigt, wollte sie nicht glauben, dass ihr Junge wirklich tot sein sollte. Sie nahm den kleinen Leichnam in ihre Arme und ging mit ihm durch das ganze Dorf, fragte überall verzweifelt nach einer Medizin, die den Jungen heilen könnte. Schließlich führte ihr Weg zu Buddha, und sie bat ihn um seine Hilfe. Buddha schaute Kisa mit vollem Mitgefühl an und sagte: „Ich werde dir helfen, aber zuvor benötige ich eine Handvoll Senfkörner.“

Als Kisa hoffnungsvoll sofort zusicherte, sie sei bereit alles zu tun, um die benötigte Menge Körner zu besorgen, entgegnete Buddha, „Aber die Körner müssen aus einer Familie stammen, in der niemand sein Kind, seinen Partner oder seine Eltern verloren hat. Alle Körner müssen aus einem Haus sein, wo der Tod noch nie zu Besuch war.“

Kisa ging von Haus zu Haus und fragte nach Senfkörnern. Doch in jedem Haus erhielt sie die gleiche Antwort. „Natürlich können wir dir Senfkörner geben, aber es gibt bei uns weniger Lebende als schon Verstorbene.“ Jeder hatte entweder die Mutter oder den Vater, seine Frau oder den Mann, den Sohn oder die Tochter verloren. Sie besuchte viele Familien und hörte immer wieder von verschiedenen Verlusten. Nachdem sie jedes Haus im Dorf besucht hatte, öffneten sich ihre Augen und sie verstand, dass niemand in seinem Leben von Verlust und Trauer verschont bleibt, und dass sie nicht alleine war. Ihre Trauer verwandelte sich in Mitgefühl für alle anderen trauernden Menschen. Jetzt war sie in der Lage, sich von ihrem Sohn zu verabschieden und ihn zu beerdigen.