Schmerz und Weisheit des Loslassens…

Vor langer Zeit lebte in Indien in einem kleinen Dorf eine junge Frau namens Kisa. Sie verliebte sich, heiratete und war sehr glücklich mit ihrem Mann. Bald bekamen sie einen Sohn, den sie beide sehr liebten. Als der Junge zweieinhalb Jahre alt war, erkrankte er jedoch plötzlich und starb. Kisas Welt brach zusammen. Von ihrer Trauer überwältigt, wollte sie nicht glauben, dass ihr Junge wirklich tot sein sollte. Sie nahm den kleinen Leichnam in ihre Arme und ging mit ihm durch das ganze Dorf, fragte überall verzweifelt nach einer Medizin, die den Jungen heilen könnte. Schließlich führte ihr Weg zu Buddha, und sie bat ihn um seine Hilfe. Buddha schaute Kisa mit vollem Mitgefühl an und sagte: „Ich werde dir helfen, aber zuvor benötige ich eine Handvoll Senfkörner.“

Als Kisa hoffnungsvoll sofort zusicherte, sie sei bereit alles zu tun, um die benötigte Menge Körner zu besorgen, entgegnete Buddha, „Aber die Körner müssen aus einer Familie stammen, in der niemand sein Kind, seinen Partner oder seine Eltern verloren hat. Alle Körner müssen aus einem Haus sein, wo der Tod noch nie zu Besuch war.“

Kisa ging von Haus zu Haus und fragte nach Senfkörnern. Doch in jedem Haus erhielt sie die gleiche Antwort. „Natürlich können wir dir Senfkörner geben, aber es gibt bei uns weniger Lebende als schon Verstorbene.“ Jeder hatte entweder die Mutter oder den Vater, seine Frau oder den Mann, den Sohn oder die Tochter verloren. Sie besuchte viele Familien und hörte immer wieder von verschiedenen Verlusten. Nachdem sie jedes Haus im Dorf besucht hatte, öffneten sich ihre Augen und sie verstand, dass niemand in seinem Leben von Verlust und Trauer verschont bleibt, und dass sie nicht alleine war. Ihre Trauer verwandelte sich in Mitgefühl für alle anderen trauernden Menschen. Jetzt war sie in der Lage, sich von ihrem Sohn zu verabschieden und ihn zu beerdigen.

Die fünf ethischen Grundsätze Buddhas…

Die fünf ethischen Grundsätze Buddhas

In der Fassung von Thich Nhat Hanh

Erster Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, will ich mitfühlende Zuwendung üben und Wege finden, um das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen zu bewahren. Ich bin entschlossen nicht zu töten, andere nicht töten zu lassen und den Akt des Tötens nicht herunterzuspielen – weder in meinem Denken noch in meinem Handeln.

Zweiter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diebstahl und Unterdrückung verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von liebender Güte entschlossen und möchte Wege finden, dem Wohlergehen von Menschen, Tieren und Pflanzen zu dienen. Ich möchte Großzügigkeit praktizieren, indem ich meine Zeit, Energie und materiellen Mittel mit denen teile, die es brauchen. Ich gelobe nicht zu stehlen. Ich werde den Besitz anderer achten und wenn immer möglich, andere davon abhalten, sich am menschlichen Leiden oder dem Leiden anderer Lebewesen zu bereichern.

Dritter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch sexuelles Fehlverhalten verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von Verantwortungsgefühl entschlossen und möchte Wege finden, die Sicherheit und Unversehrtheit von Individuen, Paaren, Familien und der Gesellschaft zu schützen. Ohne Liebe und eine langfristige Absicht will ich mich nicht in eine sexuelle Beziehung begeben. Ich bin zur Achtung gegenüber meinen Versprechen und denen der anderen entschlossen, um mein Glück und das der anderen zu erhalten. Alles in meiner Macht Stehende will ich tun, um Kinder vor sexuellem Mißbrauch zu schützen und um zu verhindern, daß Paare und Familien durch sexuelles Fehlverhalten auseinanderbrechen.

Vierter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch unachtsame Rede und die Unfähigkeit, anderen zuzuhören verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von einfühlsamer Rede und tief mitfühlendem Zuhören entschlossen. Damit will ich meinen Mitmenschen Freude bereiten und ihr Leiden lindern. Wissend, daß Worte Glück, aber auch Leiden verursachen können, will ich mich bemühen, im Einklang mit der Wahrheit zu sprechen und Worte zu gebrauchen, die Selbstvertrauen, Freude und Hoffnung wecken. Ich werde keine Informationen verbreiten, für deren Richtigkeit ich mich nicht verbürgen kann und nicht Dinge kritisieren und verurteilen, deren ich mir nicht sicher bin. Ich werde Äußerungen unterlassen, die Uneinigkeit oder Spaltung verursachen und die Familien oder die Gemeinschaft auseinanderbringen könnten. Ich will alles daran setzen, jeden Konflikt zu schlichten und zu lösen.

Fünfter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch unachtsamen Konsum verursacht wird, bin ich entschlossen, auf körperliche und geistige Gesundheit meiner selbst, meiner Familie und meiner Gesellschaft zu achten, indem ich mich in achtsamem Essen, Trinken und Konsumieren übe. Ich will nur Dinge zu mir nehmen, die Friede, Wohlergehen und Freude in meinem Körper und Bewußtsein fördern. Ich bin entschlossen, keinen Alkohol und andere Mittel einzunehmen, die meine Praxis behindern, wie z.B. bestimmte Fernsehsendungen, Zeitschriften, Filme und Unterhaltungen.

Ich will an der Umwandlung von Gewalt, Furcht, Wut und Verwirrung in mir selbst und in der Gesellschaft arbeiten, indem ich ein maßvolles Leben führe zum Wohle aller. Ich erkenne, daß dies für die Transformation der eigenen Person und der Gesellschaft entscheidend ist.

Weisheit der Vergebung…

Der Buddha saß unter einem Baum und sprach zu seinen Jüngern, als ein Mann kam und in sein Gesicht spuckte. Er wischte es weg und fragte den Mann: ”Was kommt als nächstes? Was möchtest du als nächstes sagen?” Der Mann war ein wenig verwirrt, da er mit so etwas ”Was kommt als nächstes?” nie gerechnet hätte, wenn man jemandem ins Gesicht spuckt. Er hatte noch nie eine solche Erfahrung gemacht. Er hatte Menschen beleidigt und sie wurden wütend und reagierten darauf. Oder wenn sie Feiglinge und Schwächlinge waren, haben sie gelächelt und versucht, ihn zu bestechen. Aber Buddha war keines von beiden, er war weder wütend, noch in irgendeiner Weise beleidigt oder feige. Aber weil er sachlich sagte: ”Was kommt als nächstes?”, gab es keine Reaktion auf seinen Teil.

Aber Buddhas Schüler wurden wütend und reagierten darauf. Sein engster Jünger, Ananda, sagte: ”Das ist zu viel. Das können wir nicht tolerieren. Er muss dafür bestraft werden, sonst wird jeder anfangen, solche Dinge zu tun!”

Buddha sagte: ”Du schweigst. Er hat mich nicht beleidigt, aber du beleidigst mich. Er ist neu, ein Fremder. Er muss von den Leuten etwas über mich gehört haben wie dass dieser Mann ein Atheist ist, ein gefährlicher Mann, der Menschen aus ihrer Spur bringt, ein Revolutionär, ein Verderber. Und er mag vielleicht eine Vorstellung gebildet haben, eine Vorstellung von mir. Er hat nicht auf mich gespuckt, er hat auf seine Vorstellung gespuckt. Er hat auf seine Idee von mir gespuckt, weil er mich überhaupt nicht kennt, so wie kann er auf mich spucken?

”Wenn du tief darüber nachdenkst”, sagte Buddha: ”hat er auf seinen eigenen Geist gespuckt. Ich bin nicht ein Teil davon und ich kann sehen, dass dieser Mann etwas anderes zu sagen haben muss, weil das eine Art ist, etwas zu sagen. Spucken ist eine Möglichkeit, etwas zu sagen. Es gibt Momente in denen du das Gefühl hast, dass die Sprache impotent ist: in tiefer Liebe, in intensiver Wut, in Hass, in Gebeten. Es gibt intensive Momente, in denen die Sprache impotent ist. Dann musst du etwas tun. Wenn du wütend bist, extrem wütend, schlägst du die Person, du spuckst darauf, du sagst etwas. Ich kann ihn verstehen. Er muss etwas mehr zu sagen haben, daher fragte ich: ”Was kommt als nächstes?”

  Der Mann war jetzt noch mehr verdutzt! Und Buddha sagte zu seinen Jüngern: ”Ich bin mehr beleidigt von euch, weil ihr mich kennt und schon jahrelang mit mir lebt und trotzdem reagiert.”

Verdutzt und verwirrt kehrte der Mann nach Hause. Er konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Wenn du einen Buddha siehst, ist es schwierig und unmöglich wieder so zu schlafen, wie du vorher geschlafen hast. Immer wieder wurde er von der Erfahrung verfolgt. Er konnte es sich selbst nicht erklären, was geschehen war. Er zitterte am ganzen Körper und nässte das ganze Leintuch mit seinem Schwitzen. Einem solchen Menschen war er noch nie zuvor begegnet; der Buddha hatte seinen ganzen Geist, sein ganzes Muster und seine ganze Vergangenheit erschüttert.

Am nächsten Morgen ging er zurück. Er warf sich zu Buddha’s Füssen. Buddha fragte ihn wieder: ”Was kommt als nächstes?” Auch das ist ein Weg um etwas zu sagen, dass in der Sprache nicht gesagt werden kann. Wenn du kommst und meine Füße berührst, sagst du etwas, dass normalerweise nicht gesagt werden kann, für das alle Wörter zu begrenzt sind; es kann in ihnen nicht enthalten sein. Schau, Ananda, dieser Mann ist wieder hier, er hat etwas zu sagen. Dieser Mann ist ein Mann von tiefen Emotionen.”

Der Mann sah Buddha an und sagte: ”Verzeih mir wegen dem, was ich Gestern getan habe.”

Buddha sagte: ”Vergeben? Aber ich bin nicht der gleiche Mann, dem du es angetan hast. Der Fluss fließt und ist nie wieder derselbe Fluss . Jeder Mensch ist ein Fluss. Der Mann, den du angespuckt hast ist nicht mehr hier. Ich sehe genau wie er aus, aber ich bin nicht der selbe, es ist viel passiert in diesen 24 Stunden! Der Fluss floss so viel. Ich kann dir nicht verzeihen, weil ich keine Missgunst gegenüber dir habe.

Und du bist auch neu. Ich kann sehen, dass du nicht derselbe Mann bist wie Gestern weil dieser Mann wütend war und gespuckt hat, während du jetzt bei meinen Füssen bist und sie berührst. Wie könntest du derselbe Mann sein? Du bist nicht derselbe, so lass es uns jetzt vergessen. Diese zwei Menschen, der Mann der spuckte und der Mann auf den gespuckt wurde, gibt es beide nicht mehr. Komm näher. Lass uns über etwas anderes reden.”

Die Strahlenperle…

Die Strahlenperle
(Tibetisches Märchen)
Seit langer Zeit schon wohnte am Rand des Sees eine arme Witwe mit ihrem Sohn. Der junge Mann war sehr fleißig und half seiner Mutter, so viel er konnte. Er arbeitete Tag um Tag, Jahr um Jahr, und doch blieben sie so arm wie eh und je. Da begann er zu grübeln: „Warum nur leben wir in solchem Elend? Und warum ist das Wasser des Sees so trübe, obwohl es durch das Wasser von 5 Quellen gespeist wird? Hängt vielleicht das eine mit dem anderen zusammen? Viele solcher Gedanken begleiten ihn bei seiner täglichen Arbeit und eines Tages hörte er die Leute im Dorf von einem weisen Alten erzählen, der im fernen Westen wohnte und allen Notleidenden Auskunft erteilte. Allerdings sei sein Haus soweit von dem See entfernt, dass bisher noch keiner dort Rat gesucht hätte. Weiterlesen

Der Junge der immer wütend wurde…

Es war einmal ein kleiner Junge, der schnell zornig wurde und aus der Haut fuhr. Sein Vater gab ihm einen Hammer und eine große Tüte voller Nägel. Jedes Mal, wenn er ausrastete, sollte er lieber einen Nagel in den Zaun hinter dem Haus schlagen, als seine Wut an anderen auszulassen.

Am ersten Tag schlug der Junge 30 Nägel in den Zaun. Die Tage vergingen und mit ihnen nahm auch die Zahl der Nägel ab, die der Junge in den Zaun schlagen musste. Er fand heraus, dass es einfacher war, nicht auszurasten, als Nägel in den Zaun zu schlagen.

Schließlich kam der Tag, an dem der Junge überhaupt nicht mehr ausrastete. Dies sagte er seinem Vater und der riet ihm nun, für jeden Tag, an dem er nicht mehr ausrastete, einen Nagel wieder herauszuziehen. Wieder vergingen etliche Tage und schließlich konnte der Junge seinem Vater berichten, dass er alle Nägel herausgezogen hatte. Der Vater nahm seinen Jungen bei der Hand und ging mit ihm zum Zaun.

Er sagte: „Das hast du gut gemacht, mein Sohn. Ich bin sehr stolz auf dich. Aber schau dir all die Löcher im Zaun an. Der Zaun ist nicht mehr der, der er einmal war. Denke daran, wenn du das nächste Mal etwas im Ärger zu anderen sagen willst. Deine Worte könnten eine Narbe hinterlassen, so wie die Nägel ihre Spuren im Zaun hinterlassen haben. Auch wenn du sagst, dass es dir Leid tut, die Wunde ist dennoch da“.

(Quelle unbekannt)
 
 

Ebenezer Scrooge…

Ihr konntet hier ja nun schon einiges über die Arbeit mit dem Inneren Kind lesen, beziehungsweise darüber, dass jeder von uns ein inneres Kind hat und das es glücklich macht, herauszufinden, was es gern mag und was es möchte. Meines liebt es sich Märchen und Geschichten anzuhören oder zu lesen. Schon als Kind konnte ich Stunden damit verbringen und liebte es, mir diese mit meiner Schwester und meiner Mum gemeinsam anzuhören. Hier eine meiner Lieblingsgeschichten für die Weihnachtszeit. Mein inneres Kind, ebenso mein Erwachsener lieben die Weihnachtszeit übrigens sehr, da es keine andere Zeit im Jahr gibt, in denen die Menschen sich mehr auf ihr Mitgefühl besinnen. Mal abgesehen von den Ebenezer Scrooge’s und den Grinch’s unter uns…

Viel Freude damit…

 

 

Der Garten des Königs

Im Garten des Königs

Es war einmal ein König. Eines Tages ging der König in seinen Garten. Und als er in den Garten kam fand er dort nur welkende und sterbende Bäume, Sträucher und Blumen.

Der König ging zu einer Eiche fragte was geschehen sei?

Die Eiche sagte, sie würde sterben, weil sie nicht so hoch werden könne wie die Tanne.

Als der König sich nun einer Tanne zu wandte, ließ diese nur ihre Zweige hängen, weil sie keine Trauben tragen könnte wie der Weinstock.

Und auch der Weinstock lag im Sterben, weil er nicht blühen konnte wie die Rose.

Doch endlich entdeckte der König das wilde Stiefmütterchen. Das wilde Stiefmütterchen war blühend und frisch, wie eh und je. s

Der König fragte das Stiefmütterchen warum es als einziges nicht im Sterben lag?

Auf seine Frage erhielt er folgende Antwort: „Für mich war klar, dass du ein Stiefmütterchen haben wolltest, als du mich einpflanztest. Hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gewollt, hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gepflanzt. Deshalb dachte ich: Da du mich hier eingepflanzt hast, sollte ich mein Bestes geben, um deinem Wunsch zu entsprechen. Und da ich ohnehin nichts anderes sein kann, als ich bin, versuche ich dies nach besten Kräften zu sein.“