Schneekönigin und Eisblume

Eisblumen

Ich weiß ein Märchen wunderbar
Von Blumen, die kein Lenz gebar;
Die schauern stumm in weißer Pracht –
Und sind erblüht im Frost der Nacht;


Ich weiß ein Märchen, lind und leis,
Von Sternen, still und silberweiß,
Die mir – wenn er vorüberfaucht –
Der kalte Wind ans Fenster haucht;


Dies Märchen spricht von einer Lieb’,
Die niemals Frühlingsknospen trieb,
Die frierend schon zu Eis erstarrt,
Kaum, dass sie süß das Herz genarrt!

Anton Müller (deutscher Fußballspieler, der vorzugsweise im Mittelfeld eingesetzt wird)

Winterwaldträume

Der Wald ist ein besonderes Wesen,
von unbeschränkter Güte und Zuneigung,
das keine Forderungen stellt
und großzügig die Erzeugnisse
seines Lebenswerks weitergibt;
allen Geschöpfen bietet er Schutz
und spendet Schatten selbst dem Holzfäller,
der ihn zerstört. 


Siddharta Gautama Buddha

Wintergedichte und Geschichten

Ein Männlein steht im Walde

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein?

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

gesprochen:

Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur die Hagebutte sein.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

(deutscher Hochschullehrer für Germanistik, der wesentlich zur Etablierung des Fachs als wissenschaftliche Disziplin beitrug, Dichter sowie Sammler und Herausgeber alter Schriften aus verschiedenen Sprachen)

Wintermärchen

Ein Winterabend

Sonnenuntergang

Es ist als ob die Sonne,
Die Erde sanft berührt.
Dass diese voller Wonne,
Die tiefe Wärme spürt.

Orange Farben gleiten,
Durch die dunkle Nacht.
Erreichen alle Weiten,
Umschlingen alles sacht.

Doch plötzlich scheint die Erde,
Die Sonne fortzuziehn.
Damit es dunkel werde.
Die Sonne kann nicht fliehn.

Bald liegt die Welt im Dunkeln,
Das Licht hat nicht gewonnen.
Doch dann erstrahlt ein Funkeln,
Als wollt es wiederkommen.

Verfasser unbekannt

gefunden auf www.gedichte.com

Als Väterchen Frost den Wald verzauberte…

Behutsam halte ich die Blume
der Erkenntnis in den Händen,
die Erkenntnis,
daß die Liebe
die Quelle von allem ist!
Und spüre Wärme
in die Finger strömen,
welche noch kurz zuvor
vor Kälte erstarrten,
und in mir ist große
Dankbarkeit!

Albert Einstein.

(deutscher Physiker mit Schweizer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft. Er gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte und weltweit als bekanntester Wissenschaftler der Neuzeit)

Wald- und Wiesen „Wesen“

Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn es vonnöten ist. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.

Franz von Assisi (Begründer des Ordens der Minderbrüder und Mitbegründer der Klarissen. Er wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt)

Winter am Fluss

Das Wirken der Natur zu erkennen, und zu erkennen, in welcher Beziehung das menschliche Wirken dazu stehen muß: das ist das Ziel.

Zhuangzi (chinesischer Philosoph und Dichter)

Eichhörnchen

Die kleinen und zierlichen Wesen sind nur allzu niedlich anzusehen, wenn sie durch unsere Gärten wandeln, auf der Suche nach Futter. Ronja Klein hat in ihrem Gedicht ganz wunderschön geschrieben…

Lautlos huscht’s von Ast zu Ast
den Schwanz als Ruder angepasst,
sein Sprung ist leicht und elegant,
ein Elf im roten Pelzgewand.

Ein jeder freut sich und bleibt stehn,
um das Eichhörnchen zu sehen.
Im Herbst beginnt die Sammelzeit,
man sieht es voller Emsigkeit
von früh bis spät auf Beutesuche
die Frucht der Eiche und der Buche,
Hagebutte, Schlehenbeere,
verbuddelt eifrig in der Erde
alles was man essen kann,
denn der Winter ist sehr lang
das Nahrungsangebot wird knapp,
wohl dem, der einen Vorrat hat!

Doch das Vergraben hier und dort
an diesem und an jenem Ort
hat einen Haken riesengroß,
wie findet man die Plätze bloß?
Der Kopf ist leider viel zu klein,
die Schatzkarte passt nicht hinein!
Die Sucherei ist eine Plage
Und fördert oft nicht viel zutage.
Eines geb ich zu bedenken,
auch Eichhörnchen kann man beschenken.
Und beginnt die Winterzeit,
mit Regen, Schnee und Eisigkeit
schenk ihm als Gedankengruß
die eine und die andre Nuss!

Unsere Eichhörnchen sind nicht nur in Parks und Gärten zu Hause, sondern leben vor allem in den Misch- und Nadelwäldern ganz Europas, außerdem ebenso in Nordasien. In den USA und Kanada ist das Grauhörnchen zu Hause. Siedler brachten es mit nach England und auch Italien und ließen es dort frei. Da das Grauhörnchen viel größer und stärker ist, sind Eichhörnchen dort nun fast ausgestorben.

Zum Glück sieht das hierzulande etwas anders aus. Die kuscheligen Hörnchen werden bis zu 25 Zentimeter groß, bei einem Gewicht von 200 bis 400 Gramm. Sie haben rotbraunes Fell, welches sie zwei mal im Jahr wechseln. Im Frühjahr und im Herbst. Das ist auch wünschenswert, denn ein Winterfell im Sommer oder lediglich Sommerfell im Winter, wäre von der Natur nicht besonders gut durchdacht. Doch wie wir wissen, macht die Natur natürlich keine Fehler.

Die kleinen Racker haben Pinsel an den Ohren, allerdings nur im Winter. Im Sommer sind diese kaum zu sehen oder gar völlig verschwunden. An den Vorderpfötchen haben sie lange Finger, mit scharfen Krallen. Die werden nicht nur zum Festhalten des Futters benötigt, sondern besonders bei all den akrobatischen Turnübungen und Fliegereien durch die Bäume, in denen sie ihren Lebensraum haben. Am Boden sind Eichhörnchen doch eher vorsichtig, aber „fliegen“ sie durch die Baumwipfel, dient ihnen der bis zu 50 Zentimeter lange Schwanz als Ruder und ermächtigt sie dazu auch während der waghalsigen Sprünge ihr Gleichgewicht zu halten.

Eichhörnchen sind Einzelgänger und kommen nur zur Paarungszeit zusammen, also einmal im Januar und dann gleich nochmal im April. Eine Eichhörnchenschwangerschaft dauert ja auch nur fünf Wochen, sodass dann ziemlich bald im Schnitt fünf Junge zur Welt kommen. Die roten Hörnchen bauen hierzu ihre Nester in Bäumen. Sie bestehen aus kleinen Kugeln von Ästchen, die innen mit Moos ausgekleidet werden. Auch Baumhöhlen sind ein willkommenes zu Hause. Da die Kleinen offensichtlich die Abwechslung lieben, haben sie nicht nur ein Nest, sondern gleich mehrere. Eines für den Nachtschlaf, eines für die Tagruhe im Schatten und noch eins für die Jungtiere. Droht den Hörnchenkindern Gefahr, werden diese flux im Nacken gepackt und in eines der anderen Nester geschleppt. Ziemlich clever.

Wenn die Jungen das Licht der Welt erblicken, sind sie zunächst nackt, blind und taub und ganz winzige 6- 9 Zentimeter lang. Mama Eichhörnchen versorgt die kleinen mit Milch, während Papa Eichhörnchen sich längst aus dem Staub gemacht hat. Ihn geht Kindererziehung nämlich so gar nichts an. Nach etwa einem Monat öffnen die Eichhörnchenkinder die Augen und nach zwei weiteren Wochen verlassen sie das erste Mal ihr schützendes Nest. Das Eichhörnchenheim wird übrigens Kobel genannt und da Eichhörnchen tagaktiv sind, dient es ohnehin nur der Nachtruhe und als Kinderstube. Bereits nach 8- 10 Wochen sind die Zwergenkinder schon in der Lage selbstständig auf Futtersuche zu gehen und können sich somit allein versorgen. Mama wird nun nicht mehr gebraucht und wird sich sehr bald um die Aufzucht der nächsten Generation kümmern.

Wer glaubt, Eichhörnchen seien Vegetarier, der irrt. Zwar bestehen ihre Hauptmahlzeiten aus Beeren, Nüssen, Samen, Knospen, Rinde, Blüten, Pilzen und Obst, doch stehen hin und wieder auch ein paar Proteine auf ihrem Speiseplan. Dann dürfen es auch gern mal ein paar Würmer oder aber Vogeleier oder gar die frisch geschlüpften Vogeljungen sein. So will es eben die Natur und auch das wird schon seinen Sinn haben. Im Herbst beginnen die kleinen roten Hörnchen nun alles zu sammeln und zu horten, was ihnen zwischen die Pfötchen kommt. Der Winter wird schließlich lang und kalt und weil sie sich nicht wie andere Tiere einen Winterspeck anfuttern, sind sie in der Kalten Jahreszeit auf ihre gesammelten Vorräte angewiesen, insbesondere Eicheln, Bucheckern und Nüsse.

Es gibt dabei nur ein winziges Problem. Für ein Eichhörnchen ist es doch recht schwierig sich all die Verstecke zu merken. So tragen auch sie auf ihre Weise zum ökologischen Gleichgewicht bei, denn alles was versteckt und nicht wiedergefunden wurde, geginnt im Frühjahr zu keimen und so entstehen Bäume und neues Leben. Gott sei Dank gibt es die immergrünen Fichten und Tannen, die auch im Winter voll hängen mit Zapfen. Hier kann man notfalls immernoch ein paar leckere Samen herausknabbern, sodass der kleine Magen doch immer recht gut gefüllt werden kann. Auch die Gabe der Menschen in Form von Nüssen, ist immer eine willkommene Abwechslung. So viel Futtersuche ist schließlich doch recht anstrengend.

Im Gegensatz zu manch anderen Tieren, halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe. Dafür machen sie aber das ganze Jahr über einen ausgedehnten Mittagsschlaf und zwar täglich. Ist das nicht das wahre Leben… Im Sommer sind sie somit vormittags und spätnachmittags aktiv und unterwegs. In den Wintermonaten beträgt die Aktivitätenphase lediglich zwei Stündchen. Futtern macht eben müde und sonderlich angenehm ist es draußen ja nun auch nicht unbedingt zu dieser Zeit. Außerdem müssen sich Eichhörnchen egal ob Sommer oder Winter vor ihren Fressfeinden in acht nehmen. Bei Mardern, Wildkatzen und Greifvögeln stehen sie nämlich ganz oben auf der Speisekarte und hin und wieder möchten auch Hauskatzen nur allzu gern mit ihnen spielen, woran jedoch nur die Katze Gefallen findet.

Für uns Menschen sind Eichhörnchen jedoch immer ein Grund zur Freude und dafür dürfen wir ihnen danken. Mit ihren Flugkünsten durch die Baumwipfel oder dem Verzehren ihres Futters, sind sie doch so niedlich anzusehen, dass es Spaß macht sie dabei zu beobachten. Ich jedenfalls könnte stundenlang sitzen und zuschauen und bin froh, dass unser Mr. Eichhörnchen (der Hauptdarsteller auf meinen Bildern) auch fast täglich mal vorbeischaut und seine schönsten Seiten präsentiert.

Sommer, Sonne, Land & Mehr…

Ich persönlich bin jetzt auch nicht der größte Fan klirrender Kälte, doch finde ich die derzeitigen Winterwelten und alles was es zu entdecken gibt, einfach traumhaft schön. Besonders weil es uns daran erinnert, wie vergänglich alles ist und das der ganze Zauber in Schnee und Eis bald wieder sein Ende findet.

Für alle, die schon so richtig die Nase voll vom Winter haben, hab ich ein paar Aufnahmen des letzten Sommers herausgekramt. So könnt ihr es euch auf der Couch bequem machen und ein wenig vom kommenden Frühjahr und dem darauffolgenden Sommer träumen. Ich wünsche allen einen schönen und gemütlichen Sonntag.

Eure Nicole