Löwenzahn

Löwenzahn

Botanischer Name: Taraxacum officinalis

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Weitere Namen: Der Löwenzahn hat im Volksmund etwa 500 verschiedene Bezeichnungen. Einige davon sind einige Milchstöck, Kettenblume, Ringelblume, Lichtbloom, Hundeblume, Teufelsblume, Pfaffenplatte und, seiner harntreibenden Wirkung wegen, auch Pissblume. Heutzutage nennt man ihn auch Pusteblume, Butterblume sowie Kuhblume.

Der Gewöhnliche Löwenzahn stammt ursprünglich aus dem westlichen Asien und Europa, ist aber, auch durch menschliches Zutun, weit auf der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Auf der Südhalbkugel kommt er nur sporadisch und dann ausschließlich infolge einer Verschleppung vor. In Mitteleuropa ist er ein häufiges Wildkraut auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten. Als Ruderalpflanze besiedelt er schnell Brachflächen, Schutthalden und Mauerritzen.

Anwendung in der Heilkunde

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Knospen und Wurzeln

Inhaltsstoffe: Vitamin A, Vitamin B2, Vitamin C, Bitterstoffe, Cholin, Inulin, Kalium, Magnesium, Phosphor

Anwendung bei: Frühjahrsmüdigkeit, Gallenschwäche, Gallensteine, Arteriosklerose, Bronchitis, Ekzeme, Fieber, Gelenkerkrankungen, Gicht, Hämorrhoiden, Hautleiden, Hühneraugen, Husten, Wechseljahrsbeschwerden, Kopfschmerzen, Leberschwäche, Magenschwäche, Nierensteine, Pickel, Rheuma, Verstopfung, Allergien, Appetitlosigkeit, Warzen, Wassersucht

Eigenschaften: harntreibend und abführend

Sammelzeit:

  • Im Herbst bis in den Winter die Wurzel
    Blätter, Blüten und Knospen im Frühjahr

Die Bitterstoffe des Löwenzahn sorgen dafür, dass mehr Speichel und Magensäure produziert wird, was die Verdauung anregt und auch den Appetit. Gleichzeitig werden Hormone- und Enzyme freigesetzt, die die Gallentätigkeit ankurbeln. Wenn nach einer fetten und reichhaltigen Mahlzeit ein Völlegefühl entsteht, kann Löwenzahn ebenfalls hilfreich sein. Bei einer Frühjahrskur lässt sich Löwenzahn hervorragend zur Blutreinigung und Entschlackung einsetzen, auch in Kombination mit anderen Wildkräutern, wie der Brennnessel.

Die einfachste Form ist hier sich einen Tee aufzubrühen, entweder aus dem frischen Kraut oder den getrockneten Pflanzenteilen. Aufgrund deiner vielfältigen Eigenschaften und Wirkungen, lässt sich der Löwenzahn in vielen Rezepturen weiterverarbeiten. Wir können ihn im Salat oder als Frischpflanzenpresssaft verwenden, aber auch als Kaffee, Kaltwasserauszug, Tinktur, Öl, Wein oder Wurzelextrakt. Auch zur Aktivierung der Nierentätigkeit ist Löwenzahn sehr gut geeignet, ebenso bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht. Hier werden Löwenzahnteekuren empfohlen, die gleichzeitig die Stärkung des Bindegewebes begünstigen.

Geschichte, Magie & Mythologie

Einer griechischen Sage nach hat die Göttin Hekate, eine „Herrin über Geburt und Tod“, den Helden Theseus mit Löwenzahn bewirtet. Daher sollen nach altem Glauben und Volksbrauch die Löwenzahnwurzeln am besten im November gesammelt werden, denn das ist der Monat der Göttin Hekate.

Der Löwenzahl ist als „Pusteblume“ eine klassische und bis heute beliebte und gebräuchliche Orakelpflanze, die besonders von Kindern sehr geliebt wird. Die nach dem Anpusten stehengebliebenen Früchte oder auch die Zahl der Blasvorgänge, die notwendig sind alle Schirmchen zu entfernen, zeigen z.B. wieviele Jahre man noch leben wird, wieviel Jahre man noch bis zur Hochzeit hat usw.

Überlieferungen zufolge war der Löwenzahn bei den Kelten fester Bestandteil von Orakeln und Totenbeschwörungen zu Samhain. Samhain, altirisch: Samuin oder Samain, ist zusammen mit Imbolc, Beltane und Lughnasadh eines der vier großen irisch-keltischen Feste. Wenn man sich mit Löwenzahn den Körper einrieb, erfüllt sich nach altem Hexenglauben jeder Wunsch.

Eine christliche Legende dagegen besagt, dass der Heiligen Maria, als sie ihre Cousine Elisabeth besuchte, ein Tropfen des Menstruationsblutes als Zeichen der unbefleckten Empfängnis auf den Löwenzahn fiel. Seit dieser Zeit hat die Pflanze neben ihren grünen Blättern immer auch ein blutrotes.

Im beginnenden 15. Jahrhundert fehlt auf kaum einem mittelalterlichen Tafelbild der Löwenzahn in der Nähe der Maria. Die Nähe zur Jungfrau in der christlichen Mythologie kommt von der Möglichkeit der Selbstbefruchtung des Löwenzahns.

Die Blüten der Pflanze sind in der Entwicklungsgeschichte Christi noch geschlossen, zu Ende seines Lebens jedoch geöffnet und flugbereit: Symbol für die Ausbreitung der christlichen Lehre über die ganze Welt. Auf einem Grabstein aus dem Jahr 1480 in Straßburg ist Löwenzahn in allen Lebensstadien abgebildet. Der Text dazu lautet: «O mensch zart, gedenck der Blumen Art.»

Der lateinische Name des Löwenzahn „Taraxacum“ finden seinen Ursprung im griechischen und arabischen Raum. Seine wunderbaren Heilwirkungen finden bereits im 10. Jahrhundert n. Chr. Erwähnung. Über die vielfältigen Möglichkeiten, die uns der Löwenzahn mit seiner Heilkraft bietet, wussten schon die Ärzte der Antike bescheid und so schrieben sie ganze Abhandlungen über das gelbblühende Kraut.

Seine gelbe Farbe wird in den Analogielehren mit der Galle und der Leber in Verbindung gebracht. Doch nicht nur die Blüten der Pflanze, sondern auch ihr Stängel bergen einen besonderen Saft in sich. Trägt man diese Flüssigkeit bei abnehmendem Mond auf Warzen auf, sollen diese schon innerhalb kürzester Zeit verschwinden.

Der bei den Kindern als „Pusteblume“ so beliebte Löwenzahn gilt als ein uraltes und mystisches Kraut der weißen Magie. Hexen und Magier nutzten den Löwenzahn mit seinen gelben Blüten gegen Verfluchungen und um drohendes Unheil abzuwenden, aber auch in allerlei Ritualen zur Wunscherfüllung.

Wenn zum Beispiel die Tiere im Stall verhext waren, also krank, so wurde dem Bauern gesagt, er solle seinen Tieren drei Blüten des Löwenzahn zu fressen geben, denn damit würde der Fluch verschwinden und sei somit gebannt. Menschen, die nicht besonders gut sehen konnten oder unter Augenproblemen litten, glaubten, wenn sie die getrockneten Blätter des Löwenzahn bei sich tragen, dann hätte dieser die Kraft den Dämon von ihren Augen zu nehmen und so die Krankheit zu besiegen. Trug man ein Beutelchen bei sich, mit sieben getrockneten Wurzeln, so sollte das den selben Effekt haben.

Da der Löwenzahn wie bereits erwähnt der Göttin Hektate geweiht war, wurde nach altem Hexenglauben in Anrufung an diese traditionell eine Kette aus getrockneten und aufgereihten Löwenzahnwurzeln getragen. Hierbei handelte es sich oftmals um Rituale, die eng mit dem Element Luft in Verbindung standen und so sollten die Luftgeister, die auch Sylphen genannt wurden, zur Unterstützung herbeigerufen werden. Nach altem Glauben und Brauchtum sagt man, wenn man einen Menschen „rufen“ möchte, wird die Botschaft mithilfe der Samen der Pusteblume durch die Luftgeister zu dieser Person getragen.

Ein uraltes Wunscherfüllungsritual

Nachfolgend wird ein uraltes weißmagisches Ritual beschrieben, dass dazu dienen soll Träume Visionen und Wünsche mit der Kraft des Löwenzahn zu erfüllen.

Hierfür wird folgendes benötigt:

Ein Räuchergefäß, Räucherkohle, Eine Bienenwachskerze, heller Weihrauch und 7 Löwenzahnblüten

Üblicherweise wird dieses Ritual an einem Sonntagmorgen vollzogen. Auf einer Wiese sucht man sich ein stilles Plätzchen, entzündet das Räucherwerk und ebenfalls die Bienenwachskerze. Dann nimmt man die sieben Löwenzahnblüten in die Hände und sagt dazu folgenden Zauberspruch:

„Sieben Blüten halt ich hier,
sie bringen nun das Glück zu mir!“
Die Sorgen lasse ich nun los
Und Stärke wird in mir ganz groß!
Ich nutz die starke Löwenkraft,
die mir großen Schutz verschafft!
Ich wünsch mir durch Hektates Kraft,
dass mir das Glück nun ständig lacht.
So sei es, so sei es, so sei es!“

Dass die positive Kraft des Rituals auf einen übergehen kann, wird nun symbolisch der Körper mit den sieben Löwenzahnblüten abgerieben. Man verweilt nun solange an diesem Ort, bis die Kerze heruntergebrannt ist und wenn der Rauch des Räucherwerks in den Himmel aufsteigt, ist das ein Zeichen dafür, dass die Luftgeister die Fürbitte erhört haben.

Verwendung in der Küche

Löwenzahn schmeckt leicht bitterwürzig und eignet sich gut für Salate. Dabei harmoniert er besonders gut mit Salatdressings aus Walnussöl und Rotweinessig. Aber auch ein Honig- Senf- Dressing mit anderen Wildkräutern ist eine leckere Variante den Löwenzahn zu nutzen. Der etwas herbe Geschmack des Löwenzahns lässt sich im Dressing durch einen Schuss Sahne oder Schmand abmildern.

Aus den Blüten des Löwenzahns kann man Sirup und Gelee herstellen, was als süßer Brotaufstrich super auf einem Butterbrot schmeckt. Außerdem können die leuchtend gelben Blüten als Garnitur verwendet werden. Ganz einfach lassen sich die jungen Knospen verarbeiten. Dazu gibt man die Löwenzahnköpfchen einfach zusammen mit Essig, Estragon, Petersilie, Knoblauch und Zwiebelringen in ein verschließbares Glas und lässt das Ganze 8 bis 10 Wochen ziehen. Danach können die eingelegten Blütenknospen gegessen werden. Dies ist nur eines von einer Vielzahl an Rezepten, die es rund um den Löwenzahn gibt.

Die jungen Blätter des Löwenzahns enthalten weniger Bitterstoffe und können vielseitig zubereitet werden. Besonders im Frühjahr gibt es viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten für leckeren Löwenzahn-Salat. Ob allein, mit anderen Wildpflanzen, Tomaten, Zucchini oder anderem Gemüse – junge Löwenzahnblätter sind eine wild-aromatische Grundlage für grünen oder bunten Salat.

Frische Löwenzahnblätter können zusammen mit anderem Gemüse in einem Entsafter verarbeitet werden, sind aber auch eine tolle Zutat in einem Wildkräutersmoothie.

Spaghetti mit Löwenzahn- Tomatensoße

Zutaten:

300 g junge Löwenzahnblätter 
2 Tomaten
1 Paprikaschote
1 Dose Pizzatomaten
1 EL Tomatenmark
50 ml Gemüsebrühe
60 g schwarze Oliven entkernt
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
500g Spaghetti
1 EL Olivenöl
2 EL Kapern
etwas wilder Dost, oder andere Wildkräuter nach Geschmack
etwas Estragon
1 kleine Chilischote wer mag
Salz , Pfeffer aus der Mühle, Paprika

Zubereitung:

Den Löwenzahn waschen und klein schneiden. Tomaten, Paprika und die Zwiebel in Würfel schneiden. Oliven in halbe Ringe schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken.

Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser garen.

Olivenöl in einem Topf erhitzen, Knoblauch, Zwiebeln und Paprika darin anschwitzen, Tomaten und die zerkleinerte Chilischote darin bei mittlerer Hitze offen ca. 5 Min. garen. Tomatenmark einrühren, mit Brühe aufgießen, Pizzatomaten zufügen und weitere 5 Min. kochen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika, Estragon und wildem Dost würzen und noch weitere 2 Min. zugedeckt schmoren.

Die Nudeln abgießen, abtropfen lassen, mit der Soße und dem Löwenzahn auf tiefen Tellern anrichten. Oliven und Kapern darüber streuen und servieren. Ich mag es sehr gern noch mit einer Portion geriebenem Käse oben drauf.

Weitere tolle Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten unserer kostbaren Wildpflanzen findest Du hier:
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Purpurrote Taubnessel

Purpurrote Taubnessel

Botanischer Name: Lamium purpureum

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Weitere Namen: Honignessel, Kuckucksnessel, Bienensaug, weiße Nessel, zahme Nessel, Ackernessel,

Die Blüten der Taubnesseln werden in der Natur von vielerlei Insekten besucht. Da die Purpurrote Taubnessel bei günstiger Witterung schon sehr früh mit der Blüte beginnt, gehört sie mit zu den ersten Nahrungspflanzen für Bienen und Hummeln. Die Blätter von Lamium purpureum dienen manchen Schmetterlingen als Raupenfutter. Die Samen werden von Ameisen an ihre Brut verfüttert.

Die Purpurrote Taubnessel kriecht recht nahe am Boden entlang und erhebt dann ihre blühenden Triebe ein paar wenige Zentimeter über die Erde. Als Heilkraut verwendet man sie häufig bei Frauenleiden, sie kommt aber auch bei diversen anderen Beschwerden zur Anwendung. Dazu kommt, dass die Taubnessel ein sehr wohlschmeckendes Wildkraut ist und so findet sie auch in der Küche vielfältige Verwendung.

Anwendung in der Heilkunde

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Triebe, Wurzeln

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Schleimstoffe, Kalium, Aucubin, Germanium, Kieselsäure, Vitamin B, Vitamin C, Zink, Zirkon

Anwendung bei: Harnwegs­­entzündungen, Magen­schleimhaut­entzündungen, Reizdarm, Hautentzündungen, Husten, Insektenstiche, Verbrennungen, Wunden, Asthma, Bronchitis, Lungenentzündungen, Lungenschwäche,

Eigenschaften: desinfizierend, entzündungs­­hemmend, wundheilend, zusammenziehend abschwellend, antibakteriell, antiseptisch, auswurffördernd, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, reizmildernd, schleim­haut­schützend,

Sammelzeit: März – Oktober

Die Taubnessel ist ihrem Wesen nach eine eher weibliche Pflanze, zumal sie auch eine wichtige Rolle in der Frauenheilkunde spielt.

Taubnesseln werden bereits seit Jahrhunderten als Heilpflanzen verwendet. Während die weiße Taubnessel beispielsweise durch ihre effektive Wirkung bei Weißfluss als Frauenheilmittel bekannt ist, gilt die rote Taubnessel als Heilmittel für beide Geschlechter.

Die purpurrote Taubnessel lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Bei Beschwerden mit den Harnwegen oder dem Verdauungssystem kommt die Taubnessel ebenso zum Einsatz wie bei Symptomen auf der Ebene der Atmung. Ferner lassen sich Verletzungen von Haut und Schleimhäuten mit dem Heilkraut sanft behandeln.

Geschichte, Magie & Mythologie

Viele unserer Wildpflanzen tragen ihren Namen nach alten Mythen und Legenden und die darin vorkommenden Figuren spiegeln häufig die Eigenschaften der Pflanzen wieder. Bemerkenswert viele dieser Mythen finden wir in der griechischen Mythologie. Sie geben Aufschluss über psychische Symptome, organische Krankheiten, sowie körperlich Auffälliges, aber auch über die Pflanzen an sich.

Die alten Griechen sahen die Welt in einer ständigen Entwicklung, eine Welt, in der sich die Form des Lebens unaufhörlich ändert. Götter verwandelten sich in Menschen und zeugten mit Mensch und Tier Kinder. Tiere konnten die Gestalt von Pflanzen annehmen. Auf diese Weise konnte im Gegensatz zur christlichen Schöpfung Neues entstehen. Wenn die Götter Menschen in Tiere oder in Pflanzen verwandelten, diente das nicht selten als Strafe. Kräuter und Blumen entstanden aber auch aus den Tränen der Götter oder der Milch der Göttinnen.

Lamium ssp. – Der verschlingende Lippenblütler

In den tiefsten Abgründen des Hades lauerte ein Ungeheuer, das die Mythen über Jahrtausende befruchtete. Lamien nannten noch die christlichen Hexenjäger der Neuzeit die Hexen, die vermeintlich mit dem Teufel kopulierten, und so die Macht für ihre bösen Zauber bekamen. Im antiken Rom wurden die Lamien nächtliche Schrecken, die in der Gestalt von Vögeln in die Häuser eindrangen, und den Säuglingen nach Vampirart das Blut aussaugten, was den plötzlichen Kindstod erklärte.

Die Original-Lamia aber hauste in der Unterwelt der Griechen, und ihr Monsterkörper war ebenso der einer Schlange wie der einer Frau. Ursprünglich war sie eine ebenso kluge wie schöne Göttin, und rückte so ins Fadenkreuz des Götter-Casanovas Zeus. Wie bei dem Samenverbreiter üblich schwängerte er sie etliche Male, legte sie dann ab wie ein nasses Handtuch und ließ sie mit den Kindern sitzen.

Die Verlassene raste ebenso vor Verzweiflung wie vor Zorn. An den Erzeuger kam sie nicht heran, und deshalb ließ sie ihre Wut an den Kindern aus. Sie ermordete ihre Leibfrüchte und verschlang sie danach. Jetzt regten sich Post mortem Zeus väterliche Triebe, und er bestrafte seine Verflossene, verwandelte sie in ein drachenartiges Ungetüm und gab ihr die schwärzeste Stelle im Tartaros als Zuhause. Das Reptil starrte dort mit lidlosen Augen in die Finsternis, um zu schlafen, musste sie die Augen herausnehmen, diese wachten dann weiter. Die Griechen erzählten sich auch andere Varianten: In einer Alternativversion wurde Zeus so wild, dass er seinerseits Lamia fraß, die dann als Athene aus seinem Kopf wiedergeboren wurde.

Laimos heißt Schlund oder Rachen. Linné benannte nach dieser Figur eine ganze Familie, die Lamiaceae. Diese Verschlingenden heißen im Deutschen Lippenblütler. Sie gehen mit Hummeln eine Win-Win-Beziehung ein; die Hummel ernährt sich vom Nektar und bestäubt zugleich die Blume. Doch das Auge sieht erst einmal anderes: Eine Hummel, die in die „Lippenblüten“ hineinkrabbelt, wirkt, als würde sie verschlungen.

Im Unterschied zu ihrem antiken Vorbild ist Lamium, die Taubnessel, völlig harmlos.

Quelle: www.heilpraxisnet.de

Die Taubnessel soll als Kraut gegen allerlei Gefahren zum Kranz gebunden um den Hals getragen worden sein. Und wer sie als Kranz einem Rind um den Hals legt, dem soll das Rind überall hin folgen. In früheren Zeiten sagte man auch, die erste Taubnessel sei dort gewachsen, wo der erste Mensch begraben wurde und dass bei Vollmond gepflückte Taubnessel, die über die Eingangstür gehängt wird, vor Verhexung, Dämonen und Geistern schützt.

Hier habe ich einen Zauberspruch gefunden, den man früher häufig in Verbindung mit der Taubnessel verwendete. Es hieß:

„Gegen das kalte Fieber muss man auf die Nesseln pinkeln und eine Zauberformel sprechen, dann ein Gebet, und dann muss man den Ort verlassen und nicht wiederkommen (Elberfelder Rechenbuch, Ende des 18. Jh.).

Die Zauberformel hierfür lautet:

                    Hier mach ich mein Wasser auf diesen Samen
                    In allen Fieber Namen
                    Das Fieber will mich meiden
                    Bis daß ich komm und will die Sonne abschneiden
                    Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes usw.

Auch kam die Taubnessel bei einer Reihe anderer Heilzauber zur Anwendung und nachfolgend sind einige davon aufgelistet:

Gegen den „weißen Fluß“ der Frauen, bei den Wenden auch gegen Bleichsucht (Signaturenlehre).

Das zerstoßene Kraut gegen den Fingerwurm (Nagelgeschwür) und Hautverhärtung an den Füßen.

Die Taubnessel taucht in einem Krankheitsorakel auf (J. Starcicius: Geheimnißvoller Heldenschatz).

Taubnessel zur Dreisgenzeit (So nennt man die Zeit von Maria Himmelfahrt (15.8.) bis Maria Geburt (8.9.)) gesammelt, in einjährigem Zypressensaft eingelegt und bei sich getragen, macht sanft und gütig und hilft allen Widerpart zu überwinden.

Die Taubnessel an einem Auffahrtstag (Himmelfahrtstag) ausgegraben, in fließendem Wasser und Wein gewaschen und bei sich getragen, macht sie unbesiegbar.

Wie man einen Dieb zwingt, die Beute wiederzubringen:

Nimm einen neuen Hafen und einen Deckel darauf, schöpfe dreimal aus dem fließenden Wasser in den drei höchsten Namen, unterwärts, den dritten Teil des Hafen voll, nehme ihn mit heim, stelle ihn auf Feuer, nimm ein Stücklein Brot, tue es in dem Hafen sieden, auch ein wenig Thauneßlen darein. Dieb oder Diebin, bring mir meine gestohlene Sach herbei, du seiest Knab oder Mägdlein. Dieb du seiest Weib oder Mann, ich zwing dich im Namen ††† (Albertus Magnus).

Die Wenden (Wenden ist eine veraltete Bezeichnung für Slawen im deutschsprachigen Raum) brühen gegen Hexen die Milchtöpfe mit Dorant und Taubnesseln aus.

Verwendung in der Küche

Auch in der Küche ist die Taubnessel vielfältig verwendbar. Sie ist ein gehaltvolles, wohlschmeckendes und gesundes Gemüse, vielerorts in großen Mengen zu finden und kann deshalb ruhig etwas öfter gegessen werden.

Die Wurzel können vor allem im Herbst genutzt werden, entweder als rohe Knabberei, kleingeschnitten als Gemüse- und Suppenbeigabe, in Pesto oder man verwendet sie getrocknet, geröstet und gemahlen als Kaffeeersatz.

Besonders die jungen Blätter und Triebe sind sehr nährstoffreich und schmackhaft und können als Salat und Rohkost aber auch in Smoothies verwendet werden. Die Triebspitzen mit ihren kleinen Blüten sind eine ausgezeichnete Grundlage für Vorspeisensalate mit Gurkenwürfeln und Schafskäse.

Taubnesseln haben eine feine pilzige Note und deshalb passen sie auch hervorragend in Gemüselasagne mit gerösteten Nüssen und Ziegenkäse. Man kann leckere Gemüsechips herstellen und sie sind eine leckere Zutat in Bratlingen. Als Gemüse gekocht sind die Blätter und Triebspitzen schön mild und deshalb gut als Suppengemüse zu verwenden. Sie können auch als spinatähnliches Gemüse oder in Eierspeisen zubereitet werden. Aus den Blättern und Blüten lässt sich eine wunderbare Teemischung herstellen.

Sobald sich die Samen gebildet haben, können diese für einen Wintervorrat getrocknet werden. Aus ihnen lassen sich in der kalten Jahreszeit Keimlinge ziehen, die man wunderbar in Smoothies und Salaten verwenden kann, aber auch ganz einfach auf einem Butterbrot.

Frühlingssalat

Zutaten:

1 Handvoll Taubnesseln (junge Triebe, Blätter und Blüten)
1 Handvoll weitere Wildkräuter je nach Geschmack wie Gänseblümchen, junge Löwenzahnblätter, Scharbockskraut, Knoblauchsrauke, Gundermann, Schagarbe oder Vogelmiere
1 Handvoll grünen Salat wie Rucola, Mangold oder Spinat
2 Tomaten
1 gelbe Paprika

Salatdressing:

3 EL Pflanzenöl
1-2 EL Apfelessig oder Kräuteressig
1 TL flüssiges Süßungsmittel wie Honig
etwas Senf
Salz, Pfeffer, Knoblauch je nach Geschmack

Zubereitung:

Die Kräuter, Tomaten, die Paprika und den Salat unter kaltem Wasser kurz waschen und gut abtropfen lassen. Salat klein zupfen, die Tomaten und Paprika in Würfel schneiden. Nun die Kräuter von festen Stielen befreien, grob zerkleinern und alles in eine Schüssel geben. In einer kleinen Schüssel die Zutaten für das Dressing gründlich mischen und über den Salat geben.

Wer möchte garniert mit ein paar gerösteten Sonnenblumenkernen, Nüssen, Mandel-Parmesan oder anderen Toppings, Zum Frühlingssalat passen Brotchips, gebratener Tofu, gegrilltes Gemüse, Pellkartoffeln, Wildkräuterquark oder einfach frisch gebackenes Brot mit Wildkräuterbutter.

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Gundermann

Gundermann

Botanischer Name: Glechoma hederacea

Familie: Lippenblütler Lamiaceae

Weitere Namen: Donnerrebe, Gundelrieme, Erdkränzl, Buldermann, Gundam, Hederich, Grundrebli, Huder, Silberkraut, Blauhuder, Soldatenpetersilie, Zickelkräutchen, Erdefeu

Der Gundermann ist im Großteil Europas verbreitet und kommt bevorzugt auf feuchten, schweren, fruchtbaren sowie kalkhaltigen Böden vor. Aufgrund seiner recht anspruchslosen Lebensweise kann er eine Vielzahl von Lebensräumen besiedeln.

Schon bei den Germanen war der Gundermann eine sehr geschätzte Pflanze, besonders als Zauber- und Heilpflanze. Der Gundermann, welcher auch Gundelrebe genannt wird, wurde häufig bei Erkrankungen der Schleimhäute eingesetzt, aber auch, dank seiner Gerb- und Bitterstoffe, bis 1516 zum Brauen von Bier.

Der Name stammt aus dem Althochdeutschen; gund steht für Eiter und die schlecht fließenden Körpersäfte. Neben seiner Heilwirkung kann man ihn in Salate mischen oder als Gewürz beim Kochen verwenden. Es heißt unter seinen schützenden, heiligen Blättern hielten sich die guten Geister und Heinzelmännchen auf.

Anwendung in der Heilkunde

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Triebe

Inhaltsstoffe: Vitamin C, ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine, Cholin, Kalium

Anwendung bei: Schwäche, Zahnfleischentzündungen, Lungenentzündungen, Blasenprobleme, Bronchitis, Zahnfleischentzündungen, Ekzeme, Gallensteinkoliken, Zahnfleischentzündungen, Husten, Nierenproblemen, Zahnschmerzen, Ohrrauschen, eiternde und schlecht heilende Wunden, zur Geburtserleichterung, Heuschnupfen, Asthma, Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Durchfall, Rheuma, Gicht

Eigenschaften: zusammenziehend, auswurffördernd, schleimlösend, entzündungs­­hemmend, trocknend, krampflösend, wundheilend, appetitanregend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend, schwermetallausleitend (Blei)

Sammelzeit:

April – Juni die Blüten
Blätter – ganzjährig

Die Blüten können dünn geschichtet im Schatten getrocknet werden, ebenso die Blätter. Das die Blüten ihre schöne Farbe behalten, werden sie möglichst dunkel getrocknet oder aber in einem Dörrgerät. Auch die jungen Triebe der Pflanze können von April bis Juni geerntet werden. Zur Trocknung werden diese in einem Bündel zusammengeschnürt und aufgehangen.

Schon die alten Germanen verwendeten den Gundermann als Arzneipflanze. Auch bei Hildegard von Bingen und Kneipp findet er Erwähnung als Heilkraut in deren berühmten Werken. Dort wurde er bei allerlei Leiden und Beschwerden im Hals- Nasen- Ohrenbereich eingesetzt.

Durch seine schleimlösenden Inhaltsstoffe kann Gundermann als Gurgellösung bei Problemen im Mund- Rachenraum verwendet werden, er wirkt aber auch bei Schnupfen oder Blasen- und Nierenproblemen. Früher fand er häufig Verwendung bei Beulen, Eitrigen Wunden, Entzündungen und Abszessen, was im Laufe der Zeit zunehmend in Vergessenheit geriet.

Gundermann Saft

Das frische Kraut des Gundermann kann entweder in einem Entsafter verwendet werden oder man zerstampft es zu einem Brei und drückt es durch ein sauberes Tuch aus. Von dem so gewonnenen Pflanzensaft nimmt man nun einen Esslöffel 2-3 Mal täglich ein, um beispielsweise das Immunsystem zu stärken. Für bessere Verträglichkeit kann der Saft auch mit etwas Wasser gemischt werden.

Gundermann Wundöl

Das Heilöl ist sehr einfach herzustellen. Man nimmt einige Gundermannblätter und presst sie fest zusammen und füllt diese in ein weithalsiges Gefäß. Am besten legt man noch einen sauberen Stein darauf und stellt das Ganze in die pralle Sonne. Nach ein paar Tagen sammelt sich unten im Glas ein Öl, welches dann abgefiltert wird. Es sollte kühl und dunkel gelagert werden. Mit diesem Gundermannöl wird die Heilung schlecht heilender Wunde, auch eitriger, natürlich verbessert.

Gundermann-Tinktur

Um eine Tinktur herzustellen, befüllt man ein drittel eines weithalsigen Glases mit zerkleinerten Blättern und/oder Blüten. Es können frische, aber auch getrocknete Pflanzenteile verwendet werden. Dieses wird dann bis zum Rand mit einem mindesten 40% haltigem Alkohol befüllt und fest verschlossen. Das Ganze lässt man jetzt 2-4 Wochen an einem zimmerwarmen Ort ziehen, während es täglich wenigsten einmal geschüttelt wird. Danach die fertige Tinktur abseihen, in dunkle Fläschchen füllen und kühl und dunkel lagern.

Täglich 15-20 Tropfen der Tinktur eingenommen, beruhigt den Magen, regt den Appetit an und fördert die Verdauung.

Geschichte, Magie & Mythologie

Der Gundermann ist eine besonders beliebte Bienenweide, weshalb wir immer nur wenig sammeln. Dort wo viel wächst, nehmen wir ein bisschen und dort wo wenig wächst, Garnichts. Einen guten Sammler erkennt man daran, dass nicht zu sehen ist, dass gesammelt wurde. Genutzt wird der Gundermann als Insektenpflanze vom Aurorafalter, sowie dem Zitronenfalter, dem Grünaderweißling oder dem Rapsweißling.

Das der beliebte Bodendecker als magisches Kraut galt, zeigen seine volkstümlichen Namen, wie Engelkraut, Widerruf, Donnerrebe oder Gewitterblume. Wie viele andere Wildkräuter auch, galt der Gundermann als Schutzmagie. So wurde von den Bauern den Kühen Gundermann ins Futter gemischt, sodass sie viel Milch gaben und auch das Milchgeschirr wurde mit dieser Pflanze ausgewischt.

Allerlei Zauber betrafen Milch und Vieh. Gundermann galt wohl als besonders wirksam für diese Milchzauber. Das Kraut, verstärkt mit einem Zauberspruch, versprach, den Milchertrag zu fördern. Bei den kirchlichen Milchsegen übernahm der Heilige Geist oder die Jungfrau Maria die magische Unterstützung.  Dazu musste in einem vorgeschriebenen Ritual Gundermann geerntet werden. Die abschließende Handlung, das Hochwerfen des Krautes in Richtung Osten, verstärkte man mit den Worten:

Ich wirff dich auf die Wolckhen

dass mir unser lieber Herr Jesus Christ

Widergeb mein Kees und mein Molckhen

Im Namen des…usw

Die erste Milch nach dem Austrieb des Viehs sollte durch einen Kranz aus Gundermann gemolken werden, damit die Milch nicht versiegt.

Bei anderen Bräuchen verschmolzen Heilanwendung und Magie. So gab man in das Nest der Brutgans etwas Gundermann, damit die Gössel gesund und stark schlüpfen. Den Bruthennen wurde er klein geschnitten unters Futter gemischt, damit die jungen Küken kräftig wurden.

In früheren Zeiten band man Kränze aus Gundermann, welche es möglich machen sollten, Hexen zu erkennen. Daher stammt der Name Kranzkraut. Donnerrebe oder Gewitterblume wurde er genannt, weil man die Pflanze verwand, um Haus und Hof vor Sturmschäden und Blitzschlag zu schützen. Im Laufe der Zeit wurden oft auch die praktischen Heilanwendungen mit magisch- religiösen Ritualen vermischt. Pflückte man Gundermann zu Pfingsten während der Predigt, sollte das Kraut gegen jede Krankheit wirken. Wurde es am Johannistag auf schmerzende Körperstellen gelegt, hieß es die Schmerzen würden dann beendet und der Kranke gesund.

Die vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen des Gundermann, konnten nach altem Glauben nur im Bunde mit dienstbaren Geistern entfaltet werden. Der Bezug der Menschen damals zur Geisterwelt oder auch der Welt der Pflanzengeister, ist mit der Entwicklung der Wissenschaft jedoch weitgehend verloren gegangen. Die Vielfältigkeit jedoch, der im Volkstum bewahrten Bräuche zeigt jedoch, dass Gundermann einstmals eine wichtige Pflanze darstellt und als schutzmagisch galt. Man glaubte sogar er könne hellsichtig machen. Da im Mittelalter die Angst vor Hexen sehr verbreitet war, nutzte man diese Hellsichtigkeit und glaubte durch sie wäre es ebenfalls möglich die Hexen zu erkennen.

Am besten gelänge das, so sagte man, in der Walpurgisnacht, wenn man in dieser einen Kranz aus Gundermann auf dem Kopf trage. Ein anderer Zauber besagt, man solle Gundermann um eine gelbe Kerze binden. Wird diese Kerze an einem Dienstag abgebrannt, so soll man erkennen können, wer einem böses will.

Ungerade Zahlen unterstützten abergläubisches Zaubern. Wer etwa 7 Gundelrebenblätter in ein ungebleichtes Tuch gibt und um den Hals getragen mit sich führt, vertreibe den „Brand im Mund“. Mit 77 Blättern auf eine Wunde gelegt, ist die Heilung garantiert.

Verwendung in der Küche

Möchte man Gundermann für die Zubereitung von Speisen verwenden, können sowohl die jungen Blätter als auch die Blüten verwendet werden. Dank seines leicht scharfen bis bitteren, pikanten Geschmack, verleiht er vielen Gerichten eine interessante Note. Gundermann gilt als Würzpflanze und sollte deshalb nur in kleinen Mengen verwendet werden.

Verwendet werden kann er in Frühlingssalaten und Kräuterquark, aber auch in Kräuterbutter und selbst hergestelltem Kräutersalz ist er eine leckere Zutat. Er lässt sich sehr gut in Kombination mit anderen Wildkräutern verwenden, wie zum Beispiel Knoblauchsrauke, Sitzwegerich, Bärlauch oder Löwenzahn.

Auch passt Gundermann hervorragend in Pfannen- und Ofengerichte, wie Bratkartoffeln, Eierkuchen oder gegartem Gemüse. Die im Frühjahr gesammelten jungen Blätter und Triebe wurden früher als Gemüse gekocht und werden heute noch in verschiedenen Gründonnerstagsgerichten verwendet. Aber auch roh verzehrt oder zu Tee, Kräuterlikör, Würzöl, Kräuterwein oder Kräuteressig weiterverarbeitet, sind sie eine echte Delikatesse.

Giersch-Gundermann-Quark:

Zutaten:

500 g Quark
1 Handvoll Giersch, die Blätter
1 Handvoll Gundermann, Blätter und Blüten
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
etwas selbstgemachtes Wildkräuteröl
etwas Wasser oder Milch

Zubereitung:

Die Kräuter waschen und klein hacken. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und in kleine Würfel schneiden. Alles unter den Quark mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und dem Würzöl und Wasser (oder Milch) cremig rühren.

Schmeckt sehr gut zu Pellkartoffeln, auf frisch gebackenem Brot oder auch zu Ofengemüse.

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Wildpflanzen sammeln im Februar

Unsere Natur schenkt uns viele schmackhafte und essbare Blumen, Pflanzen und Wildkräuter. Nutzen Sie die Spaziergänge im Freien und sind Sie neugierig auf das, was Ihnen da an Essbarem in unserer Natur begegnet. Die Blüten des Gänseblümchens, die frischen Löwenzahnblätter oder auch seine gelben Blüten, die frischen grünen Blätter des Sauerklees (in kleinen Mengen!) – alle sind sie essbar. Pflücken Sie sie jedoch immer nur da, wo nicht gedüngt wird und nicht an der Straße. Ebenfalls gilt nur in kleinen Mengen zu sammeln.

Die ersten Frühlingsboten zeigen sich, dazu gehören die ersten Blüten des Huflattichs, den man für Tee gegen Husten oder als Salat nutzen kann.

Auch das Wohlriechende Veilchen ist mancherorts schon zu finden. Die ersten saftigen Blätter von Sauerampfer, Löwenzahn, Gänseblümchen, Pfennigkraut, Wiesenschaumkraut, Vogelmiere, Labkraut, Gundermann, und Brennnessel kannst du in Wildkräuter-Salaten oder Smoothies verarbeiten. Auch die Blätter des Scharbockskrauts zeigen sich bereits und füllen unsere Vitamin-C-Speicher auf. Sie schmecken lecker im Salat und stärken unser Immunsystem.

Die Ahornsamen vom letzten Jahr fangen an zu keimen und sind eine leckere Beilage zu Reisgerichten und peppen Salate auf.

Eine Besondere Energiequelle sind die verschiedenen Knospen von Bäumen und Sträuchern, welche du jetzt sammeln kannst. Wie bei allen Schätzen der kostbaren Natur ist aber auch hier besondere Umsicht angebracht. Jede Knospe bedeutet neues Leben und die Pflanzen benötigen sie für ihren Fortbestand.

Hier eine Liste der vielen Wildpflanzen, die du im Februar nutzen kannst:

Wie schon in den Vormonaten lassen sich im Februar außerdem die Wurzeln folgender Kräuter ernten:

Spitzwegerich und Breitwegerich
Nachtkerze
Beifuß
Seifenkraut
Nelkenwurz

Der Löwenzahn beginnt jetzt schon wieder kräftig auszutreiben, weshalb die Wurzel nicht mehr geerntet wird.

Viele wertvolle Informationen zu den Wildkräutern, ihren Inhaltsstoffen und deren Verwendung sind auf den nachfolgenden Seiten zu finden. Viel Spaß beim Stöbern.

Quellen:

https://www.smarticular.net/schmackhaftes-aus-feld-und-flur-wildpflanzen-im-februar/
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www.kostbarenatur.net

Gundermann und Gunderfrau

Gundermann und Gunderfrau

Ein Gelegenheits-Märchen von Susanne Wolf, das sich sehr über weitere Verbreitung von
jedermann freut.

Früher war alles ganz anders. Gundermann und Gunderfrau residierten in einem Garten und waren sich selbst genug. Genauer gesagt, lebten sie unter einem Fliederstrauch,
erzählten sich Geschichten, freuten sich, wenn Hummeln zu Besuch kamen, hatten ein nettes Verhältnis zur Nachbarschaft und ließen es sich wohl sein.

Eines Tages nun war ein Blumenelf zu Gast und erzählte von der weiten Welt. Vom Murmelbächlein und von der großen bunten Wiese; vom Wald und von der wilden Hecke.
Gundermann wurde es ganz heiß und kalt. Das alles wollte er gerne selbst sehen. Es erwuchs eine mächtige Sehnsucht in ihm. Als fest verwurzelte Pflanze tut man sich nicht so leicht mit dem Wandern, aber Träumen kann man ja schließlich.

Und Gunderfrau? Sie brächte es einfach nicht fertig, ihr heimeliges Fleckchen zu verlassen und mochte sich nicht einmal an seinen Träumereien beteiligen! Beiden wurde ganz weh ums Herz, liebten sie sich doch innig! Gunderfrau wollte ihren Mann behalten, aber ihn doch nicht an der Erfüllung seiner Wünsche hindern.


Gundermann wollte zwar fort, aber am liebsten gemeinsam mit seiner Gattin. Was für ein Dilemma! Es gab auch öfter Streit. Unter dem Fliederbusch war es nicht mehr so recht gemütlich.


Als der Blumenelf (ein echter Harmoniesüchtiger), mal wieder vorbeikam, sah er, was los war, und wurde traurig. Zuhause bei der Blumenfee erzählte er, was er angerichtet hatte. Und die Blumenfee wusste Rat!

Gundermann sollte reisen und doch gleichzeitig daheim bleiben. Mit goldenem Zauberstaub überstäubte die Fee den Gundermann eines Nachts im Frühling. Während Gundermann sonst im Frühling nur breit und dick wurde, spürte er diesmal eine eigenartige und andersartige Wachstumsregung.

Aus dem Blätterhorst wuchsen lange Triebe, die sich vorwärts schoben, wurzelten, daraus wieder vorwärts schoben, wurzelten und so weiter.

Ehe Gundermann sich recht versah, war er bis zum Apfelbaum, zum Zaun, zum Bach, zur Wiese gewandert und konnte nun nach Herzenslust alle Herrlichkeiten der großen, weiten Welt besichtigen und doch auch daheim bei seiner Frau bleiben und es sich gut gehen lassen.
Im Laufe der Zeit lösten sich viele der „Ableger“ von der Vaterpflanze und wurden selbstständig, um weiter und weiter zu wandern.

Der alte Gundermann und seine Frau gerieten bei den Ablegern in Vergessenheit und die jungen Gundermänner waren ständig auf Wanderschaft.

Sie sind nun überall zu finden, ständig auf der Suche. Wonach sie suchen, wissen sie nicht. Irgendwo in ihrem Inneren spüren sie eine unbestimmte Sehnsucht. Jedes Frühjahr gehen sie erneut auf Wanderschaft: zum Murmelbächlein, zur großen bunten Wiese, zum Wald und
zur wilden Hecke.

Und wir schauen unter jeden Fliederstrauch, würden wir doch zu gerne einmal eine Gunderfrau sehen!

Die Alte im Wald…

Ein wunderschönes Waldmärchen

Es fuhr einmal ein armes Dienstmädchen mit seiner Herrschaft durch einen großen Wald, und als sie mitten darin waren, kamen Räuber aus dem Dickicht hervor und ermordeten, wen sie fanden. Da kamen alle miteinander um bis auf das Mädchen, das war in der Angst aus dem Wagen gesprungen und hatte sich hinter einem Baum verborgen. Wie die Räuber mit ihrer Beute fort waren, trat es herbei und sah das große Unglück. Da fing es an bitterlich zu weinen und sagte: »Was soll ich armes Mädchen nun anfangen, ich weiß mich nicht aus dem Wald herauszufinden, keine Menschenseele wohnt darin, so muß ich gewiß verhungern.« Es ging herum, suchte einen Weg, konnte aber keinen finden. Als es Abend war, setzte es sich unter einen Baum, befahl sich Gott und wollte da sitzen bleiben und nicht weggehen, möchte geschehen, was immer wollte.

Als es aber eine Weile da gesessen hatte, kam ein weiß Täubchen zu ihm geflogen und hatte ein kleines, goldenes Schlüsselchen im Schnabel. Das Schlüsselchen legte es ihm in die Hand und sprach: »Siehst du dort den großen Baum, daran ist ein kleines Schloß, das schließ mit dem Schlüsselchen auf, so wirst du Speise genug finden und keinen Hunger mehr leiden.« Da ging es zu dem Baum und schloß ihn auf und fand Milch in einem kleinen Schüsselchen und Weißbrot zum Einbrocken dabei, daß es sich satt essen konnte. Als es satt war, sprach es: »Jetzt ist es Zeit, wo die Hühner daheim auffliegen, ich bin so müde, könnt ich mich doch auch in mein Bett legen.«

Da kam das Täubchen wieder geflogen und brachte ein anderes goldenes Schlüsselchen im Schnabel und sagte: »Schließ dort den Baum auf, so wirst du ein Bett finden.« Da schloß es auf und fand ein schönes, weiches Bettchen; da betete es zum lieben Gott, er möchte es behüten in der Nacht, legte sich und schlief ein. Am Morgen kam das Täubchen zum drittenmal, brachte wieder ein Schlüsselchen und sprach: »Schließ dort den Baum auf, da wirst du Kleider finden«, und wie es aufschloß, fand es Kleider, mit Gold und Edelsteinen besetzt, so herrlich, wie sie keine Königstochter hat. Also lebte es da eine Zeitlang, und kam das Täubchen alle Tage und sorgte für alles, was es bedurfte, und war das ein stilles, gutes Leben.

Einmal aber kam das Täubchen und sprach: »Willst du mir etwas zuliebe tun?«

»Von Herzen gerne«, sagte das Mädchen. Da sprach das Täubchen: »Ich will dich zu einem kleinen Häuschen führen, da geh hinein, mittendrein am Herd wird eine alte Frau sitzen und ‚Guten Tag‘ sagen. Aber gib ihr beileibe keine Antwort, sie mag auch anfangen, was sie will, sondern geh zu ihrer rechten Hand weiter, da ist eine Türe, die mach auf, so wirst du in eine Stube kommen, wo eine Menge von Ringen allerlei Art auf dem Tisch liegt, darunter sind prächtige mit glitzerigen Steinen, die laß aber liegen und suche einen schlichten heraus, der auch darunter sein muß, und bring ihn zu mir her, so geschwind du kannst.«

Das Mädchen ging zu dem Häuschen und trat zu der Türe ein; da saß eine Alte, die machte große Augen, wie sie es erblickte, und sprach: »Guten Tag, mein Kind.« Es gab ihr aber keine Antwort und ging auf die Türe zu. »Wohinaus?« rief sie und faßte es beim Rock und wollte es festhalten, »das ist mein Haus, da darf niemand herein, wenn ich’s nicht haben will.« Aber das Mädchen schwieg still, machte sich von ihr los und ging gerade in die Stube hinein. Da lag nun auf dem Tisch eine übergroße Menge von Ringen, die glitzten und glimmerten ihm vor den Augen; es warf sie herum und suchte nach dem schlichten, konnte ihn aber nicht finden.

Wie es so suchte, sah es die Alte, wie sie daherschlich und einen Vogelkäfig in der Hand hatte und damit fort wollte. Da ging es auf sie zu und nahm ihr den Käfig aus der Hand, und wie es ihn aufhob und hineinsah, saß ein Vogel darin, der hatte den schlichten Ring im Schnabel. Da nahm es den Ring und lief ganz froh damit zum Haus hinaus und dachte, das weiße Täubchen würde kommen und den Ring holen, aber es kam nicht. Da lehnte es sich an einen Baum und wollte auf das Täubchen warten, und wie es so stand, da war es, als wäre der Baum weich und biegsam und senkte seine Zweige herab.

Und auf einmal schlangen sich die Zweige um es herum und waren zwei Arme, und wie es sich umsah, war der Baum ein schöner Mann, der es umfaßte und herzlich küßte und sagte: »Du hast mich erlöst und aus der Gewalt der Alten befreit, die eine böse Hexe ist. Sie hatte mich in einen Baum verwandelt, und alle Tage ein paar Stunden war ich eine weiße Taube, und solang sie den Ring besaß, konnte ich meine menschliche Gestalt nicht wiedererhalten.« Da waren auch seine Bedienten und Pferde von dem Zauber frei, die sie auch in Bäume verwandelt hatte, und standen neben ihm. Da fuhren sie fort in sein Reich, denn er war eines Königs Sohn, und sie heirateten sich und lebten glücklich.

Quelle: Kinder- und Hausmärchen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm), 1812-15, KHM 123

-Bärlauch- Kulinarisch

Verwendung in der Küche:

Bärlauch ist aber auch eine alte Nahrungs- und Gewürzpflanze ist. Die „Novelle cuisine“ hat dem Bärlauch in den letzten Jahren eine Renaissance beschert, die sich in den auf dem Markt befindlichen Küchenrezepten widerspiegelt.

Beim Trocknen oder Einfrieren verliert Bärlauch leider seine Heilkräfte, weshalb er als Tee oder Trockengewürz weniger geeignet ist. Dennoch gibt es einige raffinierte Möglichkeiten, die Inhaltsstoffe und vor allem das besondere Aroma des Bärlauchs über mehrere Monate zu bewahren.

Bärlauchpaste

Eine wohlschmeckende und vielseitige Bärlauchpaste ist sehr einfach herzustellen. Die folgend beschriebene besteht aus nur drei klassischen Zutaten. Sie eignet sich als Zugabe zu allen herzhaften Gerichten, die sonst auch mit Knoblauch verfeinert werden.

100 g Bärlauchblätter
7 g Salz
100 ml Olivenöl
1 Schraubglas

Die Blätter in feine Streifen schneiden. Eine etwa 1 cm dicke Lage Bärlauch in das Schraubglas geben. Eine Prise Salz darüberstreuen und mit etwas Öl übergießen. Lage für Lage fortfahren, bis das Glas voll ist; dabei hin und wieder die Blätter mit einem Löffel zusammendrücken. Genügend Öl darübergeben, so dass alle Blätter bedeckt sind. Zum Schluss das Glas fest verschließen.

Die Bärlauchpaste ist im Kühlschrank etwa drei bis vier Wochen lang haltbar.

Bärlauchöl

Die Herstellung des Bärlauchöls ist sehr einfach und du benötigst nur zwei Zutaten. Falls du keinen Bärlauch zu Hand hast, kannst du auch Wunderlauch oder sogar die Knoblauchsrauke verwenden. Das nach Knoblauch schmeckende Öl eignet sich gut als Salatdressing oder zu Fleisch und Fisch.

100 g frische Bärlauchblätter
500 g Olivenöl
1 Schraubglas
optional einen Ölspender

Bärlauchblätter waschen und trocken tupfen. Die Blätter grob schneiden und in ein verschließbares, gereinigtes Glas füllen. Mit dem Olivenöl aufgießen und solange schwenken, bis die Blätter vollständig im Öl schwimmen.

Etwa zwei bis drei Wochen an einem dunklen kühlen Ort ziehen lassen.

Danach durch ein Sieb filtern und das Öl zum Beispiel in einen Ölspender füllen.

Die Bärlauchblätter sollten beim Befüllen unbedingt trocken sein, da überschüssiges Wasser die Haltbarkeit negativ beeinträchtigen könnte. Die Blätter sollten im Glas komplett mit Öl bedeckt sein und dürfen nicht auf der Oberfläche schwimmen. Bei sorgfältiger Arbeitsweise ist das Bärlauchöl etwa ein Jahr haltbar.

Rezepte:

Bärlauch-Spaghetti

200 g Bärlauchblätter,
1 mittelgroße Zwiebel,
1 grüne Paprikaschote,
4 EL Olivenöl, Salz,
2 Knoblauchzehen,
500 g grüne Spaghetti oder Vollkornspaghetti,
weißer Pfeffer,
60 g frisch geriebener Parmesankäse.

Die Bärlauchblätter waschen und klein schneiden.

Die geschälte Zwiebel und die von den inneren Strängen befreite Paprikaschote fein klein schneiden. Beides in 3 EL Olivenöl dünsten.

Den fein geschnittenen Bärlauch zu der Zwiebel-Paprika-Mischung dazu geben und gut 5 Minuten am Schluss noch mitdünsten. Mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken.

Nebenher reichlich Salzwasser mit dem restlichen Olivenöl und den geschälten Knoblauchzehen aufkochen.

Die Spaghetti darin ca. 10-12 Minuten bissfest kochen. Die Nudeln abgießen und mit der Bärlauch-Paprika-Zwiebel-Mischung vermischen. Mit Parmesan bestreut servieren.

Bärlauchsuppe

1 Bund Bärlauchblätter (ca. 100 g)

2 mittelgroße Kartoffeln (etwa 200 g)

1 Pastinake (alternativ ein Stück Sellerie)

10 cm einer Lauchstange 1 kleine Zwiebel

500 ml Gemüsebrühe

100 ml Hafersahne oder Schlagsahne

2 EL Pflanzenöl zum Braten

Gewürze wie Salz, Pfeffer, Muskatnuss nach Geschmack

optional 2-3 Zehen Knoblauch

Das Gemüse waschen, schälen und in grobe Würfel schneiden, gegebenenfalls den Knoblauch fein hacken. Pflanzenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch hineingeben und für eine Minute braten. Anschließend die Kartoffel-, Pastinaken- und Lauchwürfel dazugeben und erneut etwa zwei Minuten braten, dabei gelegentlich umrühren. Die Gemüsebrühe hinzufügen und alles abgedeckt bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. In der Zwischenzeit den Bärlauch waschen und gelbe und welke Blätter aussortieren. Den Bärlauch in grobe Streifen schneiden. Wenn das Gemüse weich ist, den Bärlauch dazugeben und alles mit einem Pürierstab mixen, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat. Zum Schluss (Hafer-)Sahne unterrühren und die Suppe mit Gewürzen abschmecken.

Vegetarische Bärlauchfrikadellen

250 g Kichererbsen (aus der Dose) 
200 g Tiefkühlerbsen oder gekochte Erbsen

2 Handvoll Bärlauchblätter
4 EL Haferflocken 
1 Ei 
1 Paprika 
1 Tomate
1 Zwiebel
Kräuter nach Belieben
100 g Käse geriebener Käse 
Salz und Pfeffer 

Die Kichererbsen und Erbsen pürieren. Das Gemüse in kleine Stücke schneiden und kurz in der Pfanne dünsten. Dann das Ei, Haferflocken, die Kräuter und das gedünstete Gemüse zum Erbspürree geben. Geriebenen Käse zufügen, durchkneten und mit den Händen Frikadellen formen. In einer Panne mit etwas Öl von beiden Seiten braten.

-Bärlauch- In der Volksmedizin

Anwendung in der Heilkunde:

Verwendete Pflanzenteile:

Die Blätter, Blüten und Blütenknospen, Zwiebeln und Samen sind essbar und können sowohl zu Heilzwecken als auch in der Küche verwendet werden.

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl, Schwefel, Alliin, Allicin, Alkylsulfensäure, Allylpolysulfid, Alkylpolysulfid, Ajoen, Thioacrolein, Cycloalliin, Gamma-Glutamylalliin, Dialkylsulfide, Thiosulfonate, S-Oxide, Senfölglykoside, Vitamin C, Adenosin, Eisen, Mangan, Magnesium, Mineralsalze

Anwendung:

Bärlauch wird nicht nur wegen seines feinen Geschmacks geschätzt, sondern besitzt für uns Menschen ebenso eine heilende Wirkung. Bärlauchblätter sind eine wunderbare Vitalstoffquelle. Sie liefern viele Vitamine und Mineralstoffe, die für einen gesunden Organismus unerlässlich sind. Bärlauch ist sehr reich an Vitamin C. In 100 Gramm Bärlauch finden sich etwa 150 mg Vitamin C, weitaus mehr, als im Gemüse, dass wir im Supermarkt kaufen können.

Tatsächlich besitzt der Bärlauch wertvolle Bestandteile wie Vitamin C, verschiedene ätherische Öle und Allicin. Letzteres hat antibiotische Wirkung und auch sonst werden der Pflanze viele positive Wirkungen nachgesagt: sie fördert die Verdauung, senkt den Blutdruck, wirkt entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und wirkt sich positiv auf die Gallenfunktion aus. Bärlauch wird deshalb oft bei Entgiftungskuren eingesetzt.

Auch als Kur gegen Frühjahrsmüdigkeit eignet sich der Waldknoblauch: hierzu nimmt man 4 Wochen lang täglich mindestens eine Handvoll Bärlauch zu sich. Die grünen Blätter verzehrt man am besten frisch, denn gekocht oder getrocknet verlieren sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Bärlauch wächst ab März, ernten kann man ihn von April bis Mai. Wenn die weißen Blüten zum Vorschein kommen, können die Blätter zwar noch verwendet werden, schmecken aber nicht mehr so gut wie davor.

Der Bärlauch hat viele positive Eigenschaften mit Nutzen für die Gesundheit. Schon Hildegard von Bingen empfahl das Wildkraut mit antibakterieller Wirkung bei Magen-Darm-Störungen. Bärlauch fördert außerdem die Verdauung, da Leber und Galle aktiviert werden.
Außerdem kann sich Bärlauch positiv bei Bluthochdruck auswirken und senkend auf den Cholesterinspiegel. Dafür verantwortlich sind die schwefligen Verbindungen, die den typischen Bärlauchduft erzeugen.

Zudem unterstützen die Inhaltsstoffe des Bärlauchs auch die Schleimlösung und wirken leicht antibiotisch, weshalb er bei Erkältungen und Bronchitis Abhilfe schaffen kann.
Frische Bärlauchblätter werden auch gerne als Blutstiller bei kleinen, blutenden Wunden verwendet. Zudem werden dem Bärlauch und anderen Lauchgewächsen krebsvorbeugende und pilztötende Eigenschaften zugeschrieben.

Zur Heilanwendung werden für 4-6 Wochen täglich ca. eine Handvoll frische Bärlauchblätter gegessen.

Bärlauch- Tinktur:

Die Heilwirkung des Frühlingsgemüses Bärlauch lässt sich als alkoholischer Auszug, Tinktur ganzjährig auch außerhalb der Saison erzielen

Mithilfe einer selbst gemachten Bärlauch-Tinktur lässt sich die volle entgiftende und heilende Kraft der Pflanze in konzentrierter Form nutzen. Dafür braucht es:

  • Große Handvoll zerschnittenen Bärlauch
  • Fläschchen Doppelkorn oder einen sonstigen hochprozentigen, geschmacksneutralen Alkohol
  • Leeres Glas mit Schraubdeckel (zum Beispiel ein Marmeladenglas)
  • Kaffeefilter
  • Kleine Fläschchen mit Tropfaufsatz oder Pipette (erhältlich über Apotheken oder Fachhandel)

Den zerschnittenen Bärlauch in das Marmeladenglas geben, bis es halbvoll ist. Mit Alkohol komplett bedecken. Glas zuschrauben und für zwei bis drei Wochen bei Zimmertemperatur in einer lichtgeschützten Ecke lagern. Anschließend alles durch einen Kaffeefilter geben und in kleine Fläschchen abfüllen.

Bei der Einnahme der Tinktur beginnt man mit zwei- bis dreimal täglich zehn Tropfen. Bei guter Verträglichkeit auf 20 Tropfen pro Dosis steigern und über einen Zeitraum von mindestens vier, besser sechs, Wochen einnehmen.

Bärlauch war schon bei den Germanen, Kelten und auch den Römern als Heilpflanze bekannt. Für Pfarrer Künzle (Johann Künzle war ein Schweizer katholischer Pfarrer und Publizist. Er ist neben Sebastian Kneipp der wohl bekannteste Kräuterpfarrer und ein Förderer der Alternativmedizin sowie der Pflanzenheilkunde.) war Bärlauch die Pflanze mit den wirksamsten Kräften zur Reinigung von Magen, Darm und Blut. Seiner stark blutreinigenden Eigenschaft verdanken wir die heilende Wirkung bei chronischen Hautausschlägen und Flechten, da er die Ursache von innen her bekämpft.

-Bärlauch- Geschichte, Magie…

Geschichte, Magie & Mythologie

Bärlauch ist eine sehr alte Heilpflanze und war schon den Germanen und Kelten bekannt. Nach verschiedenen Quellen verehrten die Kelten in Wales den Lauch (vielleicht aber ursprünglich auch den wilden Lauch sprich Bärlauch). Sie aßen die Pflanze vor der Schlacht, um gestärkt in den Kampf zu ziehen. Eine andere Quelle besagt, dass sich die Waliser während der Schlachten gegen die Sachsen einen Lauch an den Helm steckten, um sich zu erkennen. Noch heute wird am Nationalfeiertag in Wales, St.Davids-Day am 1. März traditionell Lauch an der Kleidung getragen. Es gibt Lauch-Wettbewerbe und der Lauch wird (roh!) gegessen. Auf der britischen 1-Pfund-Münze ist der Lauch als Wappen von Wales abgebildet. Der Lauch auf dem Wappen wurde dann durch die Narzisse ersetzt, die etwas hübscher aussieht und aber in der walisischen Sprache den gleichen Ursprung wie Lauch hat (Lauch = Cenhinen und Narzisse = Cenhinen Pedr).

Funde bei Pfahlbauten wiesen eindeutig nach, dass der Bärlauch bereits zu germanischen Zeiten im Europa nördlich der Alpen verbreitet war. Die in manchen Landstrichen heute noch übliche Bezeichnung „Ramser“ oder „Rämsch“ stammt vom germanischen Ausdruck hramusan beziehungsweise vom althochdeutschen Ausdruck ramsada. Das mittelhochdeutsche Wort Rams findet sich noch heute in vielen Ortsnamen, etwa Ramsthal, Ramsloh oder Ramsau (Deutschland). Aber auch in der Schweiz gibt es einige Ortsnamen, bei denen eine Verbindung zum Rams resp. eben dem Bärlauch möglich ist.

Sogar in jungsteinzeitlichen Siedlungen des Alpenvorlandes fand man Überreste von Bärlauch. So ist es wahrscheinlich, dass die Menschen ihn bereits vor 5000 Jahren kannten und aßen.

Bereits die Römer kannten den Bärlauch als Herba salutaris (= heilsames Kraut). Sie zogen den Bärlauch dem Knoblauch vor. Sie schätzten ihn als magen- und blutreinigendes Mittel und schrieben ihm heilsame Wirkung bei Bluthochdruck, Bronchitis, Hautleiden und Müdigkeit zu.

Tabernaemontanus mochte Bärlauch hingegen nicht besonders, denn er schrieb über den Waldt Knoblauch:
„Dieses ist in seiner gantzen Substanz eines ublen starcken Geruchs unnd bösen Geschmacks: also dass wann das Rindviehe es in der Weyde versucht/ so schmackt unnd reucht die Milch/ Käss und die Butter so starck nach dem Knoblauch/ dass dieselbige nicht leichtlich kan genossen werden.“

Der Bärlauch wird auch bei Hieronymus Bock (Vergleich mit dem Knoblauch: „vbeler dann der zam stincket… wobei … er villeicht inn der Artzney Gifft zuvertreiben krefftiger sei“) und bei Matthiolus und Leonhart Fuchs in deren mittelalterlichen Kräuterbüchern erwähnt. Der Schweizer Pfarrer und Naturarzt Johann Künzle (1857-1945) (Kräuterpfarrer Künzle) schrieb: „Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.“

Der Wert des Bärlauchs als vorbeugende Medizin spricht auch aus einem alten englischen Reim: „Eat leeks in Lide (March) and ramsins in May, and all the year after physicians may play“ (Iss Lauch im Frühling und Bärlauch im Mai, dann haben die Ärzte im nächsten Jahr frei!).

Im Zauberglauben sollte der Bärlauch, wie Knoblauch, Vampire vertreiben und Hexen und Schlangen abwehren. Auch als Liebestrank war Bärlauch geschätzt. Die bösen Geister hielt man mit einer Suppe aus Bärlauch, in der Walpurgisnacht gekocht, fern.
Der Bärlauch zählt zu den Teufelsaustreibemitteln, er sollte in der Lage sein, Dämonen und Plagegeister zu vertreiben.

In Thüringen (Deutschland) wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Brauch des sogenannten Ramschelfests gepflegt. Am Sonntag vor Walpurgis zogen die Bewohner kleiner Dörfer im Raum Erfurt in die Wälder um Bärlauch (damals Ramschel) zu sammeln, zu essen und zu trinken und dann geschmückt mit den Blüten heimzukehren und so die bösen Geister zu vertreiben. Dies konnte ausschließlich in der Walpurgisnacht geschehen, denn in der Walpurgisnacht, so lautete die Sage, durchstreiften Hexen die Wälder und nahmen den Pflanzen die Kräfte, was daran zu erkennen war, dass in der Folge die Pflanzen verwelkten.

Der Zeitpunkt war wohl aus zwei Gründen günstig gewählt: Zum einen zerstören die in der Walpurgisnacht vom 30.April auf den 1.Mai aktiven Hexen die Heilkraft der gegen böse Geister gerichteten Pflanze. Zum anderen erreicht schließlich der Bärlauch Ende April beziehungsweise Anfang Mai ein Optimum an wirksamen Bestandteilen. Wie so oft in der Geschichte der Pflanzenheilkunde geben sich medizinisches Wissen und Volksbrauch die Hand und bilden eine Symbiose.

Bärlauch gegen böse Geister

Bärlauch spielt in der Heilkunde des Mittelalters keine untergeordnete Rolle, was sich etwa in den Ausdrücken „Herba Salutaris“, also Heilpflanze schlechthin, widerspiegelt. Darüber hinaus gibt es Quellen, die Allium ursinum nicht nur eine Vergangenheit als Arznei-, sondern auch als Nahrungspflanze zuweisen. Zur Bedeutung der Pflanze hat sicherlich die Verankerung im Volksaberglauben beigetragen, indem man den Bezug zu einem Seelentier herstellte, nämlich dem Bären.

Der Name Bärlauch kommt angeblich von der beobachteten Angewohnheit der Bären, sich nach dem Winterschlaf den Bauch mit diesem Kraut vollzuschlagen. Man glaubte, der Bär verleihe seine Kräfte bestimmten Pflanzen und wenn diese Pflanzen durch den Menschen verzehrt werden, gehen die Kräfte auf ihn über. Im Zauberglauben sollte er – wie Knoblauch – Vampire vertreiben, aber auch Hexen und Schlangen abwehren und auch als Aphrodisiakum war Bärlauch ein geschätztes Kräutlein. Eine Hexenzwiebelsuppe an Walpurgis hielt böse Geister fern.

Die religiöse Bedeutung des Tieres wird allein schon an der Tatsache deutlich, dass der indogermanische Name verloren gegangen ist. Denn die Ehrfurcht vor den Bären beinhaltete das Verbot, den Namen auszusprechen, weshalb man das Wort durch „der Braune“ oder der „Bär“ ersetzte.

Aber auch außerhalb Europas war der Bär ein bedeutendes Attribut, wie die Darstellung eines Medizinmannes aus dem Stamm der Blackfootindiander zeigt. Die Kraft des Bären sollte durch das Eingehüllt sein in sein Fell auf den medizinkundigen „Schamanen“ übergehen. Eine ähnliche Analogie findet sich in vielen Mythen im Bild des Bären als ein verwandelter Mensch.

Auch in der Märchenwelt existiert oft das Motiv des verwünschten Prinzen oder Königs, dessen Entzauberung nur durch Verbrennen der Tierhülle, Enthauptung oder Kuss gelingt. Auch Teile des Tieres besaßen übernatürliche, geradezu dämonische Kräfte, wie ein weiteres Märchen aus der berühmten Bechsteinschen Sammlung deutlich macht: Es wird von einem jungen Schützen berichtet, der vom Teufel dazu verbannt wird, sieben Jahre das Fell eines erlegten Bären zu tragen, des Weiteren sich in dieser Zeit nicht zu reinigen und zu beten. Als Belohnung für diese siebenjährige Exilzeit erhält Rupert, der Bärenhäuter, wie der Hauptheld heißt, zur Belohnung ein stattliches Vermögen und darf schließlich seine Auserwählte heiraten.

Der Bär beziehungsweise seine Haut wird mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Die Zeit der gesellschaftlichen und auch religiösen Isolation verbringt Rupert in einer Bärenhaut. Sogar das Bild des Teufels als Bär ist ein altes Motiv in der Mythologie. Interessanterweise haben somit, ähnlich wie beim Johanniskraut oder der Alraune, vom Bären als Amulett getragene Teile, wie etwa Bärenklauen, eine apotropäische (dämonenbannende) Wirkung.

Auch vom Bärlauch ging, ähnlich wie bei anderen Lauchgewächsen, ein Effekt gegen böse Geister aus.

Wer einen Dieb, der etwas gestohlen hat, im Traum sehen wollte, band Bärlauch und Brot an seinen linken Arm und ging so schlafen. Durch Bestreichen der Brust mit Bärlauch (Hexenzwiebel) kann man Hexen abwehren. Aus dem Saft des Bärlauchs, gemischt mit Koriander, stellten die Bömer Liebestränke her.

Die Zigeuner setzen ihren Jahresvorrat an Bärlauch in Öl oder als Tinktur in 90% igem Alkohol an. Sie nennen die Pflanze den „Jungbrunnen der Zigeuner“ und setzen sie bei Akne, Pilzerkrankungen, Ekzemen, zur Blut- und Darmreinigung ein und bei Epidemien, um sich gegen Infektionskrankheiten zu schützen. Die Indianer Nordamerikas benutzten ihn zum Kochen, gemahlen mit Tierfett als antiseptische Salbe und als Absud oder Tinktur um Harngries zu behandeln.

Die Bärlauch-Blütenessenz verhilft dazu innere Trägheit und seelischen Ballast loszulassen und sich wieder mit Schwung zu erfüllen. Sie fördert Ausgeglichenheit und Milde.

Nicht nur magisch-mythologische Motive lenkten das Interesse immer wieder auf den Bärlauch. Die Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts nehmen sich der im mittelalterlichen Schrifttum in Vergessenheit geratenen Pflanze wieder an. Neben dem erwähnten Hieronymus Bock, beschreibt auch Leonhart Fuchs (deutscher Mediziner, Übersetzer, Herausgeber, Kommentator, Hochschullehrer und Botaniker des Humanismus) die Pflanze in seinen Monographien. In einer umfangreichen Knoblauchmonographie erwähnt der Tübinger Gelehrte drei Arten: den Garten- oder „zahmen“ Knoblauch, den Feld- und den Waldknoblauch. Hinter der zuletzt genannten Pflanze verbirgt sich der Bärlauch.

Die Beschreibung mit „zewy grossen breyten Blättern“ und der Vergleich mit dem „Meyenblümlinkraut“ basieren auf der sehr genauen Beobachtungsgabe, die Leonhart Fuchs den Titel „Vater der Botanik“ neben Bock und Brunfels eingebracht hat. Auch die Angabe der „statt ihrer wachsung“ an „finsteren, feuchten und nassen wälden“ sowie der Hinweis auf die Blütezeit Ende April bis Anfang Mai stimmen ziemlich genau mit den tatsächlichen Vegetationsverhältnissen überein. Die Tatsache, dass der Bärlauch eher an feuchten Standorten anzutreffen ist, erklärt ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zum Maiglöckchen.

Was die Anwendung betrifft, werden alle Knoblaucharten von Leonhart Fuchs über einen Kamm geschoren. Während Abbildungen und Beschreibungen der Pflanzen in den Kräuterbüchern der Neuzeit oft sehr innovativ sind, so greifen die Indikationen in der Regel auf ältere Autoritäten zurück.

Im 16.Jahrhundert sind es vor allem die Werke der Antike, etwa von Dioskurides und Plinius, weshalb die bereits genannte Theriak-ähnliche Komponente im Vordergrund steht. So beschreibt Fuchs: „Knoblauch gessen widersteet allem gifft, darumb ihn Galenus nent ein Theriak der bauren“.

Nach dem 16. Jahrhundert verfiel der Bärlauch regelrecht in einen Dornröschenschlaf, aus den ihn die Phytotherapie Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre wieder erweckte. Der Gefahr, die traditionelle Literatur unkritisch zu übernehmen und im Sinne des Fuchsschen Kräuterbuches Allium ursinum und Allium sativum über einen Kamm zu scheren, konnte in den letzten Jahren begegnet werden.

Bärlauch und die Wissenschaft:

Selbstverständlich ähneln sich die Inhaltsstoffe beider Pflanzen im Hinblick auf schwefelhaltige Verbindungen. Die Wirkung resultiert zweifellos aus einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe. Aus diesem Grunde ist es nicht einzusehen, weshalb dem Bärlauchzwiebelextrakt aufgrund des geringeren Alliin- beziehungsweise Allicinverhältnisses eine geringere antithrombotische beziehungsweise antisklerotische Wirkung unterstellt wird.

In einer gemeinsamen Arbeit einer norddeutschen Firma und dem Münchener Institut für Pharmazeutische Biologie konnte diese These schon zu Beginn der neunziger Jahre widerlegt werden. Mit einem Cyclooxygenase- beziehungsweise 5-Lipoygenasetest wurden für Bärlauch und Knoblauch vergleichbare Effekte erzielt. Hinsichtlich des an der Wirkung beteiligten Ajoengehalt, Abbauprodukt des in reichlicher Menge vorkommenden Methylallyl- und Allylmethylthiosulfinat, schneidet Allium ursinum sogar besser ab als Allium sativum. Hinzu kommt eine besondere Komponente des Bärlauchs. Mit einem ACE-Test wurde über die Hemmung des Angiotensin Converting Enzyms die blutdrucksenkende Wirkung der Substanzgruppe untersucht. Die Zwiebeln beider Alliumarten schnitten hier zwar gleich schlecht ab, ein Bärlauch-Frischblatt-Granulat führte im Vergleich zu Knoblauch allerdings zu hervorragenden Ergebnissen.

Der Bärlauch ist in den letzten Jahren intensiv auf mögliche pharmakologische Wirkungen untersucht worden. Dabei entdeckte eine Münsteraner Forschergruppe neben der bereits erwähnten präventiven Wirkung gegen Artherosklerose noch einen Effekt auf bereits in Makrophagen eingelagerte Lipide. Daraus ergeben sich in den nächsten Jahren sicherlich neue Ansätze in der adjuvanten Therapie von Hypercholsterolämien.

-Bärlauch- Merkmale

Bärlauch

Botanischer Name: Allium ursinum

Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Weitere Namen:

Bärlauch wird auch Bärenlauch, Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Rinsenknoblauch, Hundsknoblauch, Hexenzwiebel, Ramsen oder Waldherre genannt.

Bärlauch, der auch Waldknoblauch, Hexenlauch, Wilder Knoblauch oder Bärenlauch genannt wird, hat bei uns seine Saison von März bis April. Er gehört zur Familie der Läuche, die etwa 1000 Arten umfasst und ist eine heimische Pflanze. Auch in Nordasien ist er zu Hause. Hierzulande ist er nicht nur in unseren Gärten zu finden, sondern wächst auch wild in unseren Wäldern. Er braucht ein mildes Klima und so bevorzugt er Standorte in Auenwäldern unter Laubbäumen. Bärlauch liebt besonders feuchte und humusreiche Böden, auf denen er sich Teppichartig vermehren kann.

Merkmale:

Leicht zu finden ist er nicht, aber dort wo er vorkommt, findet man ihn meist in Massen. Er bildet knollenartige Rhizome aus, aus denen jedes Jahr mehr Pflanzen entstehen, kann sich aber auch über seine Samen vermehren, sodass in Wäldern und Gärten nach ein paar Jahren riesige Bestände entstehen.

Anfang März kommen die ersten zarten Blätter aus dem Boden und wachsen zu einer Größe von 25- 30 cm heran. Aus einer Knolle wachsen mehrere Blätter. Dennoch sollten beim Sammeln des Wald Knoblauchs nur einige wenige Blätter der Pflanze geerntet werden, sodass diese im nächsten Frühjahr wieder in voller Kraft und Pracht heranwachsen kann.

Die Blätter des Bärlauchs haben einen würzigen Knoblauchgeruch- und Geschmack, dennoch ein wenig milder als Knoblauch. Sie lassen sich in der Küche in Quark, Suppen, Brotaufstrich, Pesto und vielen anderen Gerichten anwenden und verarbeiten. Je größer die Blätter, desto fester werden sie und der Geschmack wird herber.

Ab Ende März beginnen die Blütenstängel heranzuwachsen, die zuerst Knospen ausbilden und dann zu weißen Blüten reifen. Die Knospen sind essbar und eine leckere Delikatesse in allerlei Gerichten. Sie lassen sich hervorragend zu Kapern weiter verarbeiten und so gut einlagern. Die weißen Blüten sind ebenfalls essbar, jedoch nicht besonders lecker. Sie lassen sich jedoch als hübsche Dekoration für Salate oder auf dem angerichteten Teller verwenden.

Wenn der Bärlauch blüht, läutet er damit das Ende der Bärlauchsaison ein, denn nach der Blüte zieht er wieder in den Boden ein, um im nächsten Frühjahr neu auszutreiben.

Leicht zu verwechseln ist er mit der Herbstzeitlosen und dem Maiglöckchen, die zur selben Zeit wachsen und überaus giftig sind. Deshalb sollte nur dort gesammelt werden, wo eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Manchmal wachsen Maiglöckchen und Bärlauch sogar an derselben Stelle. Dort hilft auch nicht der feine Knoblauchgeruch die Pflanzen zu unterscheiden, da in den großen Beständen einfach alles nach Knoblauch riecht.

Der Bärlauch ist eine ausdauernde, krautige und mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 cm bis zu einem halben Meter erreicht. Während der Vegetationsperiode, die von Frühjahr von März bis Ende Mai/Anfang Juni stattfindet, verströmt der Bärlauch sein intensives knoblauchartiges Aroma.

Blätter:

Die Blätter des Bärlauchs sind Lanzetten förmig und wachsen auf einem dreikantigen, leicht rundlichen Stiel, dessen Länge zwischen fünf und 20 mm misst. Die Blätter selbst sind bis zu 25 cm lang und zwischen zwei und fünf Zentimeter breit. Auffällig bei Bärlauch Blättern ist die matte dunkelgrüne Blattoberseite bei einer gleichzeitig helleren Blattunterseite. Ein weiteres markantes Zeichen sind die länglichen Blattnerven, die in Richtung Blattspitze verlaufen.

Nicht sichtbar an der Erdoberfläche ist die unterirdisch wachsende Bärlauch Zwiebel. Die Zwiebel wird bis zu fünf Zentimeter lang, ist weiß und von länglich-schlanker Form.

Blüten:

Während der Blütezeit von Ende März bis Ende Mai entspringt aus der Blattrosette die Blüte, die einem ca. 20 cm langen Stängel aufsitzt. Zunächst werden die Blüten von einer weißen Hülle umgeben, die sich schon bald öffnet und 20 Einzelblüten bestehend aus jeweils sechs weißen, sternförmig angeordneten Blüten in Form einer Scheindolde präsentiert. Genau wie die Blätter verströmen auch die Bärlauch Blüten den für diese Pflanze markanten Geruch.

Früchte und Samen:

Im Anschluss an die Blütezeit entwickeln sich die für Lauchgewächse typischen Kapselfrüchte, die kugelförmige Samen enthalten. Bärlauch Samen sind ebenfalls rund und haben eine schwarze bis dunkelgraue Färbung.

Standort/Vorkommen:

Bärlauch zählt zu den Kräutern, die schattige und halbschattige Standorte bevorzugen. Außerdem benötigt die Pflanze feuchte, kalkhaltige, nährstoffreiche und humose Böden. Der Boden sollte jedoch so gut Wasser leiten können, so dass keine Staunässe entsteht. Entsprechend häufig findet man Bärlauch Kolonien unter schattenspendenden Laubwäldern (daher auch der andere Name Waldknoblauch) und in grundwassernahen Gebieten wie Auen.

Der Bärlauch ist eine Pflanze, die ihren Ursprung in Europa hat und bis weit nach Nordasien zu finden ist. Aufgrund der für Kräuter eher unüblichen Standortanforderungen, die Bärlauch stellt, ist das Knoblauchgewächs vor allem in feucht-schattigen Auenwäldern und entlang von Flussniederungen und Bächen anzutreffen. Da Bärlauch sehr ausbreitungsfreudig ist, wächst er mittlerweile auch wild in vielen Gärten und Parks.

Kultiviert wird der Bärlauch heute u.a. in Osteuropa, z.B. in Tschechien und der Slowakei.

Bärlauch im Garten:

Wer Bärlauch im Garten kultivieren möchte, sucht sich dafür am besten einen schattigen, feuchten Standort unter Bäumen. Zum einen kann man den Bärlauch dann direkt pflanzen, denn zu dieser Zeit sind Bärlauchpflanzen im Handel erhältlich. Es gibt aber auch die Möglichkeit Bärlauch auszusäen. Hierbei ist jedoch einiges zu beachten.

Bärlauchsamen sind auch unter optimalen Lagerbedingungen nur ein halbes Jahr keimfähig. Es ist deshalb darauf zu achten, dass frisches Saatgut verwendet wird. Wer es ordentlich mag, legt alle 10 cm ein Saatkorn auf den Boden, wer nicht, säet breitwürfig aus. Die Samen werden dann mit etwa 1 cm Erde bedeckt und gut angefeuchtet.

Die Samen des Bärlauch brauchen einen Kältereiz, dass sie aufgehen und haben eine verhältnismäßig lange Keimzeit. So sollten die Samen im Spätsommer und Herbst, spätestens aber bis Mitte Februar in die Erde eingearbeitet werden. Je nach Zeitpunkt der Aussaat, kann es sein, dass sich die Pflänzchen auch erst im zweiten Jahr nach der Saat entwickeln.