Bäume & Pilze

Bäume & Pilze – einzigartige Symbiose

Weltweit gibt es mehr als 100.000 verschiedene Pilzarten und längst sind noch nicht alle entdeckt. Forscher, die zu Expeditionen in die Tropen aufbrechen, entdecken ständig neue Arten. Allein in Europa lassen sich an die 3000 Großpilzarten finden. Bei guten Bedingungen können wir sie im Spätsommer und Herbst in unseren Wäldern finden. Das Reich der Pilze ist bis heute ein großes Geheimnis und bislang weitgehend unerforscht. Alte sibirische erzählen von den Pilzen als den Kindern des Waldes. Rund 70 Prozent der heimischen Pilzarten gelten als reine Waldbewohner. Wie Moose existieren sie nunmehr seit 400 Millionen Jahren in kaum zu übertreffender Vielfalt, Vielzahl und Schönheit. Sie haben alle Kontinente der Erde erobert.

Was wir im Spätsommer und Herbst zu sehen, bekommen und was nicht zuletzt in unseren Pfannen und Soßen landet, sind allerdings nur die Fruchtkörper der Pilze. Der eigentliche Pilz befindet sich unter der Erde, im Falllaub der Bäume und Sträucher, in morschem Holz oder einfach im Boden.

Pilze bestehen unterirdisch aus zahllosen und dünnsten Fäden, sodass man den Eindruck gewinnen könnte, es handle sich um ein Spinnennetz. Ihr Wachstum scheint sich auf den ersten Blick mit dem der Pflanzen zu gleichen, doch gehören sie weder zur Pflanzengattung und weiter gibt es zu diesen gravierende Unterschiede. Nur die Pflanzen sind in der Lage aus dem Sonnenlicht Energie zu gewinnen und Chlorophyll zu produzieren.

Pilze können das nicht, wissen aber, wie sie anderweitig an die benötigte Energie für ihr Wachstum herankommen. Beispielsweise gehen sie Symbiosen mit Bäumen ein oder viel mehr mit deren Wurzeln. Die Bäume des Waldes sind neben dem Licht auf einen enormen Vorrat an Wasser angewiesen. Ihre Wurzeln bilden daher feinste Härchen aus, um ihre Oberfläche zu vergrößern. Unter normalen Umständen und wenn nicht gerade Trockenzeiten herrschen, ist das auch völlig ausreichend, denn so sind sie in der Lage genügend Feuchtigkeit aufzusaugen.

Doch mehr ist immer besser, gerade dann, wenn durch wenig Niederschläge und Hochsommerzeiten das Wasser ein wenig knapp zu werden scheint. So haben sich also die Bäume vor Jahrmillionen mit den Pilzen verbündet. Die Pilze wachsen mit ihrem unterirdischen Geflecht zwischen den Baumwurzeln und dringen sogar in diese ein. So werden die Bäume durch sie mit allem versorgt, was sie benötigen. Die Zellwände der Pilze sind aus Chitin aufgebaut. Sie können keine eigene Fotosynthese betreiben und sind so auf organische Verbindungen mit anderen Lebewesen angewiesen.

Das unterirdische Wattegeflecht der Pilze wird von Wissenschaftlern als Myzel bezeichnet. Im Laufe der Jahrzehnte und auch schon in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden, breitete sich dieses immer weiter aus. So kann dessen Ausbreitung eine Größe von mehreren Quadratkilometern erreichen. Im Bundesstaat Oregon findet sich beispielsweise ein Hallimasch mit einer Größe von neun Quadratkilometern. Sein Alter wird auf 2400 Jahre geschätzt. Pilze sind also die größten bekannten Lebewesen der Erde.

Allerdings ist der hier genannte Pilz ein Feind der Bäume, da er sich, um zu wachsen von ihnen ernährt und dabei Gewebe abtötet. Doch können die passenden Pilze durch ihre Myzel, wenn sie den passenden Baumpartner finden sich ebenso um einiges vervielfältigen. So findet sich zum Beispiel der Eichenreizker unter Eichen und kann so viel mehr Wasser und Nährstoffe ansaugen.

In Bäumen, die in Symbiose mit Pilzen leben, lässt sich wesentlich mehr Stickstoff und Phosphor nachweisen als bei denjenigen, die allein mit ihren Wurzeln im Erdreich saugen. Beide Partner arbeiten zusammen, denn der Pilz durchdringt und umschließt nicht nur die Wurzeln des Baumes, sondern breitet sein Netz auch im umliegenden Waldboden aus.

So entsteht das Netzwerk, mithilfe dessen nicht nur Nährstoffe ausgetauscht werden, sondern auch Informationen, wie zum Beispiel einen drohenden Schädlingsbefall. Pilze sind deshalb soetwas wie das Internet des Waldes, welches aus wissenschaftlicher Sicht auch das Wood-Wide-Web genannt wird. Doch Pilze tun das alles nicht einfach nur so und nicht ganz uneigennützig.

Wie weiter oben schon beschrieben, müssen Pilze eine Partnerschaft mit anderen Lebewesen eingehen. Ohne diese würden sie ganz einfach verhungern. Als verlangen sie von ihren Partnern eine Art Ausgleich oder quasi Bezahlung dafür, dass sie helfen diesen gesund zu halten. Dieser Ausgleich findet in Form dessen statt, dass der Pilz beispielsweise von seinem Baum Zucker und andere Kohlehydrate erhält. Dabei sind die Pilze nicht gerade zimperlich und der Baum hat dafür zu sorgen, dass der Pilz erhält was er braucht, ob er nun will oder nicht. Bis zu ein Drittel der gesamten Produktion beanspruchen sie für sich und so sind Pilze zu ihrem Vorteil auch in der Lage das Zellwachstum in ihrem Sinne zu regeln.

Für alles was ihnen der Baum gibt, geben sie jedoch auch etwas zurück und so sind sie in der Lage Schwermetalle zu filtern. Diese würden den Baumwurzeln nicht gut tun, machen den Pilzen aber eher weniger aus. Diese Schadstoffe finden wir dann in jedem Spätsommer und Herbst in den Fruchtkörpern, die sich überall über dem Waldboden, für uns deutlich sichtbar bilden. Es ist also nicht verwunderlich, dass das radioaktive Cäsium, welches sich nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 immernoch im Boden befindet, ganz leicht in Pilzen nachweisen lässt.

Pilze können im Zusammenleben mit ihren Bäumen ein stolzes Alter von mehreren Hundert Jahren erreichen. Verändern sich aber die Umwelt- und Luftbedingungen durch stetig ansteigende Schadstoffe, so sind auch sie am Ende ihrer Lebenszeit angelangt. Doch bedeutet das nicht, das mit den Pilzen die Bäume sterben oder andersrum. Die Natur ist so vielfältig und artenreich, dass beide immer wieder in der Lage sind neue Partner zu finden und neue Partnerschaften einzugehen. So gelingt es der Natur ihr Überleben zu sichern…

Die Bäume unserer Wälder

Auch der Baum, auch die Blume warten nicht bloß auf unsere Erkenntnis. Sie werben mit ihrer Schönheit und Weisheit aller Enden um Verständnis.

Christian Morgenstern

Bäume ändern nachts ihr bioelektrisches Potential (als elektrisches Potenzial wird der Quotient aus potenzieller Energie und Ladung bezeichnet) und ihren Durchmesser. Genau wie die Meere scheinen sie auf den Zyklus des Mondes zu reagieren. Jeder Baum verströmt seinen ganz eigenen Duft, den alle Bewohner des Waldes wahrnehmen können. Die Blätter der Bäume produzieren nicht nur Nahrung und Sauerstoff, sondern auch Nachrichten, genau wie das Moos am Waldboden.

Heutzutage fasziniert uns die Magie unserer Bäume und Wälder, doch noch im 18. Jahrhundert machte sie den Menschen Angst. Über Jahrhunderte war der Wald ein Ort, den niemand gern betreten wollte, geschweige denn in ihm wohnen. Man lebte und wohnte höchstens an seinem Waldrand. Er galt wegen seiner dicken und schlechten Luft sogar als ungesund und insbesondere nachts, wagte ihn niemand zu betreten. Viele Sagen und Legenden rankten um den Wald, in dem Hexen und andere dunkle, mystische Gestalten ihr Unwesen trieben.

Erst im 19. Jahrhundert wurde der Wald zum Idyll und einem Erholungsort, insbesondere für Großstädter, die zunehmend begannen die Natur zu genießen und durch die dichten Wälder zu wandern. Er wurde nun für sie ein Rückzugsort, um dem Gestank und dem Lärm der immer größer werdenden Städte zu entfliehen.

Die Bäume unserer Wälder sind eigentlich nicht einzeln zu betrachten, da sie so etwas wie einen großen Gesamtorganismus bilden. Durch Pilze, Moose und andere im und am Boden lebende Pflanzen, die mit den Bäumen in Symbiose leben, ist alles im Waldboden unterirdisch miteinander vernetzt. Vor allem die Pilze sind ein riesiges Netzwerk für Kommunikation und Informationsaustausch. Wir sehen zwar nur ihre Fruchtkörper, doch teilen sie den Boden mit den Wurzeln der Bäume.

Jeder Baum hat sein ganz eigenes Kommunikationssystem. Die Krone spricht mit der Leitzentrale im Untergrund, den Wurzeln. Die feinen Wurzelspitzen prüfen ständig den Boden auf Nährstoffgehalt und Feuchtigkeit. Bei Trockenheit werden über die Wasserleitungen der Wurzeln hydraulische Signale nach oben versandt, welche veranlassen, dass weniger Wasser verdunstet wird.

Umgekehrt empfangen die Wurzeln von oben Nachrichten zum Nährstoffbedarf oder wann ein Schädlingsbefall droht. So wie die Äste der Krone, wachsen natürlich auch die Wurzeln im Boden, doch an den Bodenstoffen können sie erkennen, wann Artgenossen in der Nähe sind. So stellen sie dann ihr Wachstum in diese Richtung ein, um ihren Verwandten nicht in die Quere zu kommen. Genauso verhält es sich mit dem Wachstum von Ästen und Zweigen der Krone des Baumes.

Um über größere Entfernungen miteinander reden zu können, brauchen Bäume eben ihre Verbündeten, die Pilze mit ihrem unterirdischen Netzwerk. Das Geflecht der Pilze kann ganze Wälder vernetzen, weshalb Forscher vom Wood-Wide-Web sprechen, dem Internet des Waldes. Auf diese Weise erhalten die Bäume Informationen darüber, ib es ihren Nachbarn gut geht oder diese vielleicht Hilfe benötigen und so versorgen sie auch ihre Baumkinder mit Zuckerlösung.

Ohne die Kooperation zwischen Pilzen und Bäumen, hätten unsere Wälder wohl nie ihre Größe erreichen können. Ständige Lücken im Blätterdach, hätten das feuchte Binnenklima des Waldes, empfindlich gestört und vielleicht hätte er so manchen Klimawandel gar nicht erst überlebt.

Vor mehr als 12000 Jahren waren durch die Eiszeit plötzlich alle Bäume verschwunden, denn sie waren unter dem Eis erfroren. Erst als die Eisschicht taute, wanderten nach und nach die Bäume wieder ins Rheinland ein. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 250 Metern pro Jahr, entstand nun ein Urwald, in dem vorwiegend die Eiche dominierte. Nach 3000 Jahren bedeckte er schließlich ganz Deutschland.

Das Holz der Bäume diente schon in der Jungsteinzeit zum Heizen und Kochen, vor allem aber, um Häuser zu bauen. Die Menschen errichteten Siedlungen, die sie zumeist schon nach zehn Jahren wieder verließen. Auf den verlassenen Flächen wuchsen nun erneut Bäume, zum größten Teil Buchen und Eichen. Da Buchen jedoch doppelt so schnell wachsen, wie Eichen, waren sie nun schnell die Nummer eins in deutschen Wäldern.

Über Jahrtausende folgten so die Buchen der Wanderung der Menschen, doch wird der Wald schon 500 Jahre v.Chr. immer intensiver genutzt, so zum Beispiel in Manching, einer Industriemetropole der Kelten, mit damals schon 10000 Einwohnern. Ihr enormer Bedarf an Holz, vernichtete schnell die Wälder ringsum.

500 Jahre später ist Deutschland nur noch zu 70 Prozent von Wald und damit Bäumen bedeckt. Im Mittelalter wachsen die Siedlungen zu bedeutsamen Städten heran, wie beispielsweise Dortmund. Das lässt den Wald in Rekordzeit noch weiter schrumpfen, sodass um 1400 nur noch 26 Prozent Waldfläche vorhanden sind, deutlich weniger als heute.

Erst um 1800 zieht man die Notbremse und es beginnt eine Wiederaufforstung mit schnellwachsenden Fichten, die heute die vorwiegend vorhandene Baumart in unseren Wäldern sind.

Wälder mit ihren Bäumen reichen in Deutschland heute bis in unsere Städte hinein. So ist Dortmund stolz auf 50 Prozent Grünfläche. Auch Berlins Grunewald kann sich sehen lassen. Er ist der größte Stadtwald Europas und wurde schon 1915 für alle Zeiten unter Schutz gestellt. Im Tiergarten, in Berlin Mitte stehen heute wieder 260000 Bäume. Das ehemalige Jagdrevier der Kurfürsten von Brandenburg, ist wieder eine grüne Oase.

Aus den Baumkindern von einst, die nach dem Krieg im völlig zerstörten Berlin gepflanzt wurden, sind inzwischen stattliche Bäume geworden. Kaum jemand erinnert sich heute noch daran, dass sie damals zu tausenden von amerikanischen Piloten nach Berlin eingeflogen wurden.

Baumharz & Pechsalbe

Gestern habe ich das wunderschöne Wetter genutzt, um mich auf den Weg in meinen geliebten Wald zu machen und Baumharz zu sammeln. Aufgefallen ist mir dabei, dass derzeit die Haselnuss blüht und ich mir unbedingt ein paar süß- sauer eingelegte Haselkätzchen machen möchte, aber dazu ein anderes Mal mehr…

In früheren Zeiten, galt das Harz der Nadelbäume durch seine antiseptische und entzündungshemmende Wirkung als eines der begehrtesten Heilmittel aus der Natur. Eingesetzt wurde es neben der Wundheilung auch als Mittel gegen Gicht, Rheuma oder bei Brustleiden. Die zähe, klebrige Flüssigkeit tritt bei einer Verletzung des Baumes aus der Rinde aus. Damit schützt sich der Baum vor dem Eindringen von Schädlingen, Pilzen und natürlich auch Wasser. Das Harz verfestigt sich mit der Zeit am Baum und bildet eine Wulst. Diese kann man abschneiden, oder auch das frische, flüssige Harz auffangen.

Zum Sammeln von Baumharz benötigt man lediglich ein Glas und ein altes Messer.

Man kann das Harz auch mit den Fingern vom Baum lösen, was jedoch eine sehr klebrige Angelegenheit ist. Entfernt wird das Harz so,  dass noch genügend am Baum verbleibt, um die Wunde verschlossen zu halten. Wenn man in kleinen Mengen sammelt, wird der Vorrat mit der Zeit auch aufgestockt. Wie bei allen Wildpflanzen, die wir sammeln, gilt auch hier, dass wir nur so viel nehmen, wie wir tatsächlich benötigen.

Ausgehärtetes Harz, lässt sich gut mit den Fingern abbrechen. Nimmst man ein Taschenmesser zur Hilfe, ist darauf zu achten, dass das Harz nicht bis auf die Rinde entfernt wird. Schneidet man zu tief oder ritzt man zu tief, fügt man dem Baum neue Wunden zu, was ihn anfällig für Schädlinge und Pilze. Das wollen wir vermeiden.

Das Baumharz kann nun zu Hause an einem warmen Ort getrocknet werden. Das Harz sollte nur vollständig getrocknet in Schraubgläser gefüllt werden, denn feuchte Pflanzenteile im Harz können schimmeln.

Um das klebrige Harz aus dem Sammelgefäß zu lösen, kann man es in den Gefrierschrank stellen. In gefrorenem Zustand ist das Harz spröde und hart und lässt sich leichter entnehmen.

Harzrückstände an Händen und Sammelutensilien können mit etwas Pflanzenöl gut entfernt werden.

Das Harz der Bäume verwende ich, um mir daraus eine Pechsalbe herzustellen und die Reste zum Räuchern. Hierfür eignet sich das Harz der Kiefern, Fichten, Tannen und auch Lärchen. Früher wurde der Salbe tierisches Fett für die Konsistenz hinzugefügt. Heute verwendet man rückstandsfreies Bio-Bienenwachs. (Meines habe ich von einer Imkerin meines Vertrauens) In die fertige Pechsalbe könnt ihr zusätzlich noch heilende Kräuter wie Ringelblume, Schafgarbe, Kamille oder auch ätherische Öle mischen.

Ich habe mir für meine Salbe zuvor einen Ölauszug aus Rosmarin und Wacholder hergestellt, welches sehr gut bei Arthrose anzuwenden ist und auch bei anderen Gelenkschmerzen eingesetzt werden kann.

Baumharz hat also ein großes Wirkungsspektrum. Die daraus gewonnene Pechsalbe ist – die Heilsalbe aus dem Wald. Pechsalbe selber herstellen ist ganz einfach. Hierzu wird das Harz der Fichte in Öl geschmolzen und mit Bienenwachs zu einer Heilsalbe verrührt. Statt Fichtenharz kann auch das Harz von Kiefer, Lärche oder Tanne verwendet werden. Die Pechsalbe ist ein wahres Allroundtalent für die Hausapotheke ohne künstliche Inhaltsstoffe und mit einem unglaublich schönem, waldigen Geruch.

Die Pechsalbe wirkt entzündungshemmend, zusammenziehend sowie antibakteriell, antiviral und fungizid. Somit kann sie bei offenen und entzündeten Wunden, Hautirritationen, kalten Füßen und Entzündungen wie Gicht oder Rheuma eingesetzt werden. Sie kann auch als Zugsalbe Splitter aus der Haut ziehen.

Um eine Pechsalbe herzustellen, wird folgendes benötigt:

  • 80 ml Olivenöl
  • 30 g Harz (selbst gesammelt, aus der Apotheke, oder online erhältlich)
  • 10 g Bienenwachs (vom lokalen Imker oder online)
  • leere Salbentiegel oder Gläser
  • Zwei leere Gläser (am beste alte Marmeladengläser, da Harzrückstände drin kleben bleiben)
  • Topf mit Wasser
  • altes Sieb oder Nylonstrumpf

Baumharz im warmen Olivenöl (ca. 60° C ) im ersten Schraubgals schmelzen, dabei gelegentlich Umrühren. Bei kleiner Flamme mind. 30 min ziehen lassen, so lösen sich die Wirkstoffe aus dem Baumharz. Die Harz-Öl-Mischung durch ein Mulltuch oder Sieb filtern, sodass sich keine Harzrückstände mehr im Öl befinden. (Es können auch kleine Holz- oder Rindenstücke dabei sein, welche im Harz eingeschlossen waren.) Gebe nun das Öl mit dem Harz in ein zweites Schraubglas. Hinzu kommt das Bienenwachs. Verrühre alles im warmen Wasserbad, bis das Wachs geschmolzen ist. Fülle das Öl in desinfizierte Salbentiegel und lass die Pechsalbe richtig auskühlen, bevor du die Tiegel mit dem Deckel verschließt. Aufgrund ihrer desinfizierenden und keimtötenden Eigenschaften ist die Pechsalbe – dunkel und kühl gelagert – bis zu 2 Jahre haltbar.

Der traurige Giersch im Blumengarten

Der traurige Giersch im Blumengarten

Blumenmärchen

„Ich glaube, ich bin zu früh“, sagte die Rose eines Tages. „Ich sollte mit dem Blühen noch warten.“

„Unsinn!“, rief der Giersch, der sich seinen Platz am Fuße des Rosenstrauches erobert und seine duftig weißen Blütenkronen weit geöffnet hatte. „Ich warte mit meinen Blütenkindern schon seit einigen Tagen auf euch. Keiner weiß unser zartes Blütenschleierweiß besser zu schmücken als ihr Rosen mit euren roten Blütenblättern.“

„Meinst du?“ Die Rose zögerte.

„Höre nicht auf ihn! Und hüte dich vor diesem Schmeichler“, riefen die Akeleien.
Nur hier und da ragten ihre roten, weißen, rosa- und lilafarben Blüten, die tanzenden Elfen glichen, aus dem Meer der Gierschblüten heraus. Die hatten sich nämlich überall in den Beeten jenseits der großen Wiese breit gemacht.

„Du nimmst uns die Luft zum Atmen, Giersch“, beschwerte sich die Margerite.
„Und das Licht. Du verdeckst uns das Licht“, sagten die Maiglöckchen.
„Stimmt“, riefen andere Blumen. „Wir haben schwer zu kämpfen, um von den Strahlen der Sonne gefunden zu werden.“

„Wir auch“, beschwerten sich die Essigrosen. „Wir ertrinken in deinem Blattgrün, Giersch.“
„Und wir finden erst gar nicht den Weg zum Licht“, rief es dumpf vom Boden her.
Es waren das Vergissmeinnicht, die Margeriten, Grasnelken, Stiefmütterchen und das tränende Herz, das in diesem Jahr mehr Tränen als sonst vergoss.

„Wohl dem, der einen langen Hals hat“, sagten die Taglilien und reckten sich noch ein paar Zentimeter weiter himmelwärts.

„Ihr sagt es“, klagten die Akeleien. „Er stiehlt uns die Schau, der unverschämte Kerl. Hey, Giersch, hörst du?“

„Ich höre“, antwortete der Giersch. „Und ich bin empört. Auch meine Blumen haben ein Recht zu Blühen.“

„Du bist keine Blume. Du bist ein Unkraut“, rief eine Irisblüte. „Unkraut hat in unseren Beeten nichts zu suchen.“

„Stimmt.“
„Wie recht du hast.“
„Hau ab, Giersch!“
„Du passt nicht zu uns.“

Laut ging es zu im Blumenbeet. Die Gartenblumen schimpften und klagten und waren sich einig: Der Giersch, dieser ungehörige Kerl, gehörte nicht zu ihnen. Er störte und sollte verschwinden.

Der Giersch seufzte.
„Was glaubt ihr, wie schwer das Leben für uns ist?“, klagte er und seine Stimme klang traurig nun. „Keiner mag uns leiden. Überall werden wir vertrieben, ausgerottet und beschimpft. Doch sagt: Sind unsere Blüten so hässlich?“

Hm. Einige der Gartenblumen murmelten ein „Hm!“ oder ein „Eigentlich nicht“ oder ein leises „Nun ja!“, andere blickten schnell in eine andere Richtung, wieder andere verkrochen sich unter ihre Blätter, weil sie dazu nichts sagen mochten.

Still war es wieder im Garten geworden. Nur die hellblauen und gelben Schmetterlinge besuchten die duftenden Gierschblüten und tanzten für sie ihre zärtlichen Tänze. Und Minna, die alte Katze, setzte sich mitten in die Gierschpracht hinein, putzte sich die Pfoten und murmelte:

„Sie sind nicht viel besser als die Menschen. Die Andersartigen wollen sie nicht unter sich dulden, und wenn es unbequem wird, stellen sie sich blind und schweigen.

© Elke Bräunling

-Giersch- Kulinarisch

Verwendung in der Küche

Giersch gehört als Doldenblütler zur Familie der uns bekannten schmackhaften Gemüse- und Würzpflanzen, wie Möhre, Pastinake, Kümmel, Petersilie und Dill. Er enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. So ist er dem mineralstoffreichen Grünkohl weit überlegen, er besitzt bis zu dreizehnmal mehr Mineralstoffe. Genauso ist der Vitamin-C-Gehalt viermal höher als in Zitronen!

Das gesamte oberirdische Kraut eignet sich für die Zubereitung verschiedenster Speisen. Die milden und sehr wohlschmeckenden Blätter werden am häufigsten verwendet. Ich esse sie im Salat, in Suppen, als Spinat-Ersatz sowie als Füllungen oder auf Pizza, in Wildkräuter-Aufstrichen, im Smoothie und gemeinsam mit Knoblauchsrauke und Gundermann als Pesto. Für diese Zubereitungen verwende ich nur junge, weiche Blätter, da ältere manchmal faserig sind, besonders nach der Blüte. Durch regelmäßiges Ernten treiben immer wieder junge Blätter nach.

Rezepte:

Einige köstliche Gerichte mit Giersch findest du hier.

Zum Salat junge Blätter mit Blattsalat, zu gleichen Teilen, mischen.
Gierschblätter eignen sich als Verzierung auf der Fleisch- oder Käseplatte.
Die jungen Blätter lassen sich als Ersatz für Basilikum zu Tomaten verwenden.
Junge Stängeltriebe schmecken gut in Kartoffelgerichten, z. B. grünes Kartoffelpüree.
Getrocknete Blätter ergeben ein würziges Kräutersalz.
In Russland werden die Blattstiele wie Sauerkraut eingestampft.
Die Wurzeln trocknen und rösten ergibt ein schmackhaftes Getränk, dem Malzkaffee ähnlich.

Erfrischender Kräuterauszug:

8 Gierschblätter
3 Zweiglein Thymian oder Quendel
3 Zweiglein Pfefferminze oder Zitronenmelisse
1 Gundelrebe
2 Schafgarbeblätter, evtl. auch Blüten
zu einem Sträusschen zusammenbinden und (wenn möglich) in einen Glaskrug hängen
1 Liter Süssmost und 1 Bio-Zitrone in Scheiben geschnitten dazugeben und 1 – 2 Stunden an der Sonne ziehen lassen. Kräuter herausnehmen und den Kräutermost geniessen.

Gründonnerstagssuppe

Schon die Germanen bereiteten eine kräftigende Kräutersuppe zu Ostara, dem germanischen Frühlingsfest, zu. Später nach der Christianisierung wurde der Brauch übernommen. Da die aus neun Wildkräutern bestehende Suppe sehr gesund ist, sollten auch wir sie öfter mit in den Speiseplan aufnehmen.

Was genau in der Gründonnerstagssuppe enthalten war, ist nicht überliefert und wahrscheinlich regional unterschiedlich gewesen. Dass Gundermann Bestandteil dieser Suppe war, ist jedoch sehr wahrscheinlich. Da er sogar unter Schnee weiter wächst, ist er eines der ersten Frühlingskräuter mit jungem Grün, außerdem wurde er bei den Germanen als Kraftpflanze verehrt.

Zutaten für zwei Personen:

  • je eine Handvoll: Gundermanntriebe, Brennnesseln, Giersch, Gänseblümchen, Brunnenkresse, Sauerampfer, Melde, Bärlauch, Wegerich – z.B. Spitzwegerich oder Breitwegerich (wenn eins dieser Kräuter bei dir nicht wächst, kannst du auch Huflattich oder Frauenmantel hinzunehmen)
  • 1 Liter kalte Gemüsebrühe
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Öl
  • 1 EL Mehl
  • optional Sahne

Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Ein paar Gänseblümchenköpfe beiseite legen
  2. Zwiebel klein schneiden
  3. Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln kurz andünsten
  4. Mehl dazugeben und mit Gemüsebrühe angießen
  5. Gut durchrühren und Kräuter hinzugeben
  6. Unter Rühren aufkochen und 5 Minuten kochen
  7. Mit einem Pürierstab fein pürieren
  8. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Sahne abschmecken
  9. Mit Gänseblümchenköpfen verzieren und mit frischem Brot servieren

Giersch- Pesto

Zutaten:

Eine Handvoll Giersch
1-6 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Nach Belieben: Parmesan, Pinienkerne und andere Wildkräuter.

Zubereitung:

Zu Beginn frische Blätter des Gierschs sammeln. Die Blätter waschen, gut abschütteln und grob hacken. Mit dem Pürierstab wird der Giersch zusammen mit beliebig vielen Knoblauchzehen und Olivenöl zerkleinert. So viel Olivenöl dazugeben, dass eine schöne Paste entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Pesto passt sehr gut zu Nudeln oder als Aufstrich aufs Brot. Im Aufbewahrungsglas sollte man das Pesto am besten mit einer Schicht Olivenöl bedecken und im Kühlen aufbewahren, so ist es länger haltbar.

-Giersch- In der Volksmedizin

Anwendung in der Heilkunde

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Samen, Triebe

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Chlorogensäure, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kaffeesäure, Kalium, Phenolcarbonsäuren, Polyine, Vitamin C

Anwendung bei: Blasenentzündung, Durchfall, Gicht, Hämorrhoiden, Ischias, Rheuma, Skorbut, Übergewicht, Verdauungsschwäche, Wunden

Eigenschaften: abführend, antirheumatisch, beruhigend, entwässernd, entzündungshemmend, harnsäurelösend, harntreibend, verdauungsanregend,

Sammelzeit: März bis Oktober

Drei Teile hat das Blatt und ist wiederum noch einmal dreigeteilt, der Stängel der Pflanze ist ebenfalls dreikantig. Hat man den Giersch sicher bestimmt, kann er als Heilkraut und Salatbeigabe oder wie Spinat zubereitet sehr gute Dienste für die Gesundheit tun. Sein Name Aegopodium podagraria beschreibt seine Eigenschaften als entsäuerndes Kraut, übersetzt bedeutet er „die Gicht heilend“. Bei Übersäuerung und den daraus resultierenden Krankheiten, wie der Gicht, ist der Giersch eine sehr große Hilfe. Die Mineralien im Giersch neutralisieren die Harnsäure und können so nicht nur Gicht, sondern auch Gelenkschmerzen und andere Beschwerden mildern.

Wie viele andere Wildkräuter birgt der Giersch eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralien und trägt zur Entgiftung des Körpers bei. Außer uns Menschen lieben ihn auch die Tiere. Viele Falter wie der Dukatenfalter oder der Kleine Eisvogel nutzen den Giersch als Nektar- oder Raupenfutterpflanze. Auch als Bienenweide sind die Blüten des Gierschs geeignet. Wenn Giersch also im Garten auftaucht, sollte man den Faltern und Bienen nicht alles wegfuttern, auch wenn es schwerfällt.

Tee

2 Esslöffel auf 250 ml Wasser. Kraut mit dem heißen Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Der Tee aus dem getrockneten Kraut hilft gegen Gicht und Rheuma.

Für eine Frühjahrskur kann man statt dem getrockneten Kraut die frischen Triebe in gleicher Menge nutzen.

Umschläge

Das frische zerquetschte Kraut wird als Umschlag auf die betroffene Körperstelle gegen Gicht und Rheuma aufgebracht.

Praktisch ist das zerquetschte Kraut bei Wanderungen gegen Insektenstiche.

Badezusatz

Zubereitung wie der Tee. Als Sitz-Bad gegen Hämorrhoiden.

Frische Triebe

Als Salat oder Spinat als Entschlackungskur im Frühling.

Frischsaft

Eine 10tägige Frühjahrskur.

Aus den frischen Trieben Saft pressen und 1:5 mit Mineralwasser oder Buttermilch verdünnen. Am ersten Tag 1 Esslöffel, am zweiten 2 Esslöffel usw…

Soll den Stoffwechsel anregen, entschlacken und entgiften. Vorsicht: Zuviel Frischsaft ergibt einen Durchfall.

Homöopathie

Verarbeitet wird die frische blühende Pflanze. Gegen Rheuma und Gicht.

Gierschbalsam

Gierschblätter und Wurzeln, 300 ml kaltgepresstes Olivenöl, 30 g Bienenwachs. Blätter und Wurzeln kleingeschnitten in Olivenöl bei 70 Grad ca. 20 Minuten lang „ausziehen“, danach durch einen Filter abseihen. Das Auszugsöl in den Topf zurückgeben und wieder auf die heiße Platte stellen. Das Bienenwachs einrühren und schmelzen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und noch etwas kalt rühren. In Salbendöschen füllen und zum Auskühlen mit einem sauberen Tuch bedecken. Anschließend den Deckel schließen und etikettieren.

-Giersch- Geschichte, Magie…

Geschichte, Magie & Mythologie

Als Wildgemüse dürfte Giersch schon in der Steinzeit gegessen worden sein.

Der Name (Aegopodium) leitet sich aus den griechischen Wörtern für Ziege und Füßchen her, wegen der einem Ziegenfuß ähnelden Kronblätter.

Nach der mittelalterlichen Signaturenlehre ist Giersch deshalb für die Behandlung von Gicht in Füßen geeignet.

Der Giersch wurde im Frühling als Salat oder Spinat als Frühlingskur genutzt.

Der Giersch war als Bestandteil von Suppen bei einigen Königshäusern eine geschätzte Delikatesse.

Nicholas Culpeper berichtet 1649 in seinem Kräuterbuch „The Complete Herbal“: „Man sollte nicht annehmen, dass das Gichtkraut ohne zwingenden Grund seinen Namen bekam, sondern weil man erfahren hatte, dass es die Gicht und die Ischiasschmerzen, also Gelenkschmerzen und andere kalte Leiden zu heilen vermag.

Schon das Beisichtragen des Heilkrautes lindert die Schmerzen und schützt vor Befall.“ Gicht galt als eine fahrende Krankheit, die durch Schadenszauber angezaubert oder von Hexen „geschossen“ werden kann. Heilende Wirkung hatte auch ein Schutzamulett, ebenso die Gicht besprechen, aus Sargnägeln geschmiedete „Gichtringe“ tragen, die Gicht an Tieren oder an Wegkreuzungen abstreifen.

„Prassen bringt Gicht“ sagt Wilhelm Busch.

Weil die alten Römer nicht auf ihre ausschweifenden Fressorgien verzichten wollten, bauten sie das Gichtkraut an. Sie brauchten es nötig, als lindernde Blattauflage für ihre schmerzenden Glieder. Gicht wird als typische Wohlstandserkrankung bezeichnet.

Sankt Gerhardskraut heisst der Giersch im Volksmund. Dies ist der Name des Schutzheiligen der Gichtkranken.

Tabernaemontanus, Arzt im 16. Jahrhundert, lobt den Giersch: “Schweissbäder davon gemacht / des Pulvers Quintlein mit Wein getruncken / verhütet vor Zipperlein und Gliedsucht / vertreibet das kalt und lauffend Gegicht / in den Gliedern.“ Offensichtlich kannte er auch die andere Seite: „Es hat eine kleine Wurzel / die kreucht in dem Erdreich hin und her / nimmt in kurzer Zeit einen gantzen Garten ein / dann wo sie einmal inwurzelt / ist sie nicht leichtlich mehr auszurotten.“

Der Giersch, wohl eines der ältesten Wildgemüse, kann vielseitig verwendet werden. Im 16. Jahrhundert, noch bevor der Spinat bei uns heimisch wurde, war der Giersch, als gesundes Nahrungsmittel, vor allem beim einfachen Volk, sehr beliebt.

Im 17. Jahrh. war Geissfusssamen bekannt unter dem Namen „äthiopischer Kümmel“, getrunken und äußerlich appliziert, nahm er der Haut die Farbe und machte blass. Blässe galt damals als fein, als die Hautfarbe der besseren Leute.

Gierschlied

Melodie: Auf der schwäb`sche Eisebahne

Wenn du durch den Wald tust gehen
kannst du dort den Giersch gleich sehen.
Was da unterm Baum rausschaut
ist Gemüse – Gicht- und Suppenkraut.
Trula trula trula la
Nimmst du dir den Tee vom Geissfuß
Harnsäure weiss wo sie hinmuss.
Schmerzen dort am grossen Zeh
Blätter drauf `s tut nimmer weh.
Trula trula trula la
Baumtropfen ist auch sein Name
seine Blüten für die Dame.
Die Wurzeln treiben weg die Mängel,
Sauerkraut mach aus dem Stängel.
Trula trula trula la
Das Zipperlein wird er vertreiben
in jedem Garten tut er bleiben.
Der Geißfußsamen ist bekannt,
„Äthiopischer Kümmel“ wird er genannt.
Trula trula trula la

-Giersch- Merkmale

Gewöhnlicher Giersch

Botanischer Name: Aegopodium podagraria

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Weitere Namen: Dreiblatt, Erdholler, Giersch, Geißfuß, Hinfuss, Podagariakraut, Podagrakraut, Podagriarkraut, Zaun-Giersch, Zaungiersch, Zipperleinskraut

Merkmale:

Der Giersch wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimeter. Da der Giersch aus einem stark wuchernden Rhizom entspringt, können die Ausläufer Kolonien bilden. Der kahle Stängel ist kennzeichnend kantig-gefurcht.

Blätter:

Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist doppelt dreizählig oder zweifach gefiedert. Die Fiederblätter sind eiförmig-länglich und besitzen einen gesägten Rand. Die Fiedern 1. Ordnung sind oft nur zweispaltig.

Blüte:

Der doppeldoldige Blütenstand ist flach und 12- bis 25-strahlig. Es fehlen sowohl Hüllblätter als auch die Hüllchenblätter. Die unscheinbaren, weißen Blüten sind zwittrig und fünfzählig. Die Blütezeit reicht meist von Juni bis Juli.

Früchte/Samen:

Die ungeflügelte kümmelähnliche, zweiteilige Spaltfrucht, auch Doppelachäne genannt, ist bei einer Länge von 3 bis 4 Millimeter eiförmig.

Standort/Vorkommen:

Der Giersch gehört zur Gattung Aegopodium aus der Familie der Doldenblütler, der neben Aegopodium podagraria noch vier weitere Staudenarten angehören. Der Giersch ist die einzige Art, die in Europa vorkommt. Die Halbschattenpflanze bevorzugt ozeanische und subozeanische Bereiche. Von Natur aus kommt sie in buchenreichen Mischwäldern mit Buche, Eiche, Bergahorn und Hainbuche, in Auwäldern, in Wald-, Gebüsch- und Waldsaumgesellschaften sowie am Gewässerrand in der Ruderalflora vor. Die Staude gilt als Frische- und Feuchtezeiger, die im schwach sauren bis schwach alkalischen Bereich wächst. Daneben ist der Giersch als ausgesprochener Stickstoffzeiger bekannt.

Heimisch ist der Giersch in fast ganz Europa und im gemäßigt-kontinentalen Teil Eurasiens. Sein Verbreitungsgebiet umfasst geografisch gesehen Europa, Türkei, Kaukasus und die Steppen von Kasachstan bis hinauf nach Sibirien. Im Gebirge steigt er bis auf Höhen über 1000 Meter. In Nordamerika wurde der Giersch eingeschleppt.

Der frostharte Giersch wächst in der Sonne und im Schatten. Nur in der prallen Sonne möchte er nicht stehen.

Der Giersch liebt stickstoffreichen Boden, der frisch bis feucht und ebenso nährstoffreich sein soll. Er kommt aber auch mit viel weniger aus. Verdichteter Tonboden schreckt ihn nicht ab. Bevorzugt wird aber ein lockerer, tiefgründiger, gut humoser Boden im Garten. Kalk wird toleriert, auch Trockenheit, hoher Säuregehalt wird dagegen gemieden. Der Boden muss frei von Salzen sein.

-Gundermann- Kulinarisch

Verwendung in der Küche

Will man Gundermann für die Zubereitung von Speisen verwenden, kann man sowohl die jungen Blätter wie auch die Blüten nutzen. Gundermann gibt Gerichten dank seines pikanten, minzeähnlichen, leicht scharfen und bitteren Geschmacks eine interessante Note, die sich insbesondere in Frühjahrssalaten und als Zutat für Kräuterbutter oder Kräuterquark gut macht. Gundermann ist bei Wildkräuterliebhabern sehr begehrt und wird oft zusammen mit anderen Kräuter wie der Knoblauchsrauke oder Löwenzahn in Wildkräutersalaten verarbeitet.

Gundermann ist sehr kräftig im Geschmack und sollte in den meisten Speisen eher untergeordnet verwendet werden. Werden zuviele Gundermannblätter oder -blüten verzehrt, kann der Geschmack des ganzen Gerichts sehr dominant sein, was nicht immer gewünscht ist.

Gundermann passt in der Küche hervorragend zu Pfannen- und Ofengerichten, wie z.B. Bratkartoffeln oder für deftige Eierkuchen. Die Blätter, oft in Verbindung mit Knoblauch, eignen sich auch zum Würzen von Kartoffelgerichten, wenngleich auch hier sehr sparsam dosiert werden sollte. Auch wird er mitunter zu Wildfleischgerichten oder für Wildkräutersalate verwendet.

Im Frühling gesammelte junge Blätter wurden früher als Gemüse gekocht, unter anderem in Gründonnerstagsgerichten. Aufgrund der Bitterstoffe und ätherischen Öle fand die Pflanze außerdem als Gewürz Verwendung. Die Blätter können roh zur Erfrischung des Atems gegessen werden oder zum Würzen von Tee, Käuterlikör, Kräuterwein, Schnaps und Bier verwendet werden. Sie dienen auch als Aroma für Würzöle. Als Beigabe bereichern sie auch Salate, Suppen, Eiergerichte, Eintöpfe, Kräuterbutter und ähnliches.

Rezepte:

Gundermann-Schokoblättchen

Gundermannblättchen in Schokolade gehüllt sind eine besondere Süßigkeit. Diese Nascherei ist ganz einfach herzustellen.

Zutaten:

  • 20 g Zartbitterschokolade
  • 20 Gundermannblättchen
  • ½ TL Kokosöl

Zubereitung:

  1. Schokolade zusammen mit Kokosöl in einem kleinen Topf auf niedriger Flamme schmelzen
  2. Die Gundermannblättchen einzeln in die flüssige Schokolade tunken
  3. Blättchen mit zwei Kuchengabeln heraus fischen und auf einen Teller legen
  4. Die fertigen Schokoblättchen zum Festwerden eine Stunde kühl stellen

Genauso kannst du Pfefferminzblätter in Schokolade tunken, sie schmecken dann etwas wie Pfefferminzschokolade.

Bananen-Schokoeis mit Gundermann

Dieses gesunde Eis wird nur mit Datteln und Bananen gesüßt. Die Rezeptmenge ist für vier Personen angegeben. Zur Herstellung benötigst du einen Smoothiemixer.

Zutaten:

  • 5 geschälte, gefrorene und kleingeschnittene Bananen
  • 3 entsteinte Datteln
  • 2 TL Kakao
  • 20 Gundermannblättchen
  • etwas Vanille
  • 80 ml Haferdrink

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf die Bananen in den Mixer geben und alles gut mixen, dann die Bananen dazu geben und auf kleiner Stufe solange mixen, bis eine feine Eiscreme entstanden ist.

Wenn möglich mit ein paar Gundermannblüten dekorieren und servieren.

Das Eis kann nach Geschmack variiert werden, den Kakao weglassen, Nüsse hinzufügen oder etwas Zitronenschale, und statt der Datteln kannst du auch Honig nehmen.

Anstelle des Haferdrink kann genauso Sahne oder Milch verwendet werden.

Giersch-Gundermann-Limonade

Diese Limonade ist sehr gesund, da sie reich an Vitamin-C ist. Dazu kommt, dass sie fantastisch schmeckt. Meine Kinder können nicht genug von ihr bekommen.

Zutaten:

  • 1 Handvoll Giersch
  • 1 Handvoll Gundermann
  • 1 L Apfelsaft
  • 500 ml Mineralwasser
  • Saft einer Zitrone
  • optional etwas Xylit oder Honig

Zubereitung:

  1. Apfelsaft, Kräuter und Zitronensaft in ein Gefäß geben
  2. 3-6 Stunden ziehen lassen
  3. Die Kräuter herausnehmen und nach Wunsch süßen
  4. Mineralwasser dazu gießen

Giersch-Gundermann-Quark:

Zutaten:

400 g veganer Quark
1 Handvoll Giersch, die Blätter
1 Handvoll Gundermann, Blätter und Blüten
Salz
Pfeffer
1 TL Schabziger Klee, gemahlen
1 kg junge Kartoffeln

Zubereitung:

Die Kräuter waschen und klein hacken.
Alle Zutenten für den Giersch-Gundermann-Quark verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und ziehen lassen, bis die Kartoffeln gar sind.

Die Kartoffeln waschen und in Salzwasser ca. 20 Minuten garkochen. Die Pellkartofflen mit dem Quark servieren.

Gründonnerstagssuppe mit Wildkräutern

Zutaten:

  • 9 Hände voll frische Kräuter fein gehackt
  • 1 Stück Zwiebel fein gehackt
  • 2-3 Stück Kartoffeln geschält, gewürfelt
  • 1 EL Ghee zum anbraten
  • 1 Liter Wasser oder gekochtes Ingwerwasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 100 ml Creme fraiche oder süße Sahne, Schmand
  • 1 Handvoll Blüten (z.B. Gänseblümchen, Gundermann) zum Garnieren

Zubereitung:

  1. Zwiebeln fein würfeln und in Ghee anschwitzen.
  2. Kartoffeln dazugeben
  3. andünsten und Brühe aufgießen
  4. Ca. 10 – 15 Min. köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
  5. Die feingehackten Kräuter hinzugeben und kurz aufkochen lassen.
  6. Evtl. einen Schuss Sahne oder Schmand hinzugeben.
  7. Pürieren.
  8. Mit Salz, Pfeffer und geriebenem Muskatnuss abschmecken.
  9. Auf dem Teller noch einen kleinen Klecks Sahne in die Mitte setzen und mit frischen Blüten von Gänseblümchen und Gundermann garnieren.

Rezept Anmerkung:

Rezept Gründonnerstagssuppe mit Wildkräutern

Gerade im Frühjahr sollte man die frischen Gaben der Natur nutzen und Wildkräuter häufig genießen, denn sie haben eine reinigende und stärkende Wirkung auf unseren Körper und den Geist.

Unsere Vorfahren feierten ein großes Fruchtbarkeitsfest, wenn die Tage wieder länger als die Nächte wurden und die Natur endlich wiedererwachte. Ein fester Bestandteil dieses Frühlingsrituals war die Neun-Kräuter-Suppe aus den ersten frischen Pflanzen, die nach der langen Winterzeit Vitamine und Lebensenergie brachten. Welche Pflanzen in diese Kultsuppe hineinkamen, ist heute nicht mehr genau überliefert. Zumindest hat sich der Brauch der grünen Suppe zum Frühlingsbeginn bis in die heutige Zeit erhalten. Sie wird am Gründonnerstag vor Ostern mit frischen Kräutern – meist neun an der Zahl gegessen. Rezepte gibt es je nach Region viele. Die Auswahl der Kräuter hängt natürlich auch davon ab, wie früh oder spät Ostern fällt und welche Pflanzen dann schon wachsen.

Als mögliche Auswahl sind: Gundermann, Giersch, Guter Heinrich, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Sauerampfer, Vogelmiere, Pimpinelle, Scharbockskraut, Brennnessel, Taubnessel, Schafgarbe, Bärlauch, Brunnenkresse, Knoblauchsrauke, Löwenzahn, Weidenröschen, Rauke, Melde und Labkraut. Aber auch Küchenkräuter wie Schnittlauch, Kerbel, Petersilie, Liebstöckel, Thymian, Salbei oder Dill können durchaus verwendet werden.

Jeweils eine Handvoll der neun Kräuter ist ein gutes Maß, bei intensiv schmeckenden Pflanzen wie z.B. Gundermann, Kerbel oder Liebstöckel kann es auch etwas weniger sein.

-Gundermann- In der Volksmedizin

Anwendung in der Heilkunde

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Triebspitzen, Blüten

Inhaltsstoffe: Gundermann enthält Glykoside, darunter Glucopyranoside und Neohesperidoside, Tannine und Bitterstoffe. Die während der Blüte gesammelten und getrockneten oberirdischen Teile enthalten ätherisches Öl (bis zu 0,06 Prozent), darunter Monoterpen-Ketone und Sesquiterpene, Glechomafuran, Glechomanolid, Rosmarinsäure (circa 1,5 Prozent), Kaffeesäure, Ferulasäure, Sinapinsäure, Flavonoide wie Cymarosid, Cosmosysrin, Hyperosid, Isoquercitrin, Luteolin-7-diglucosid, Triterpencarbonsäuren und Hydroxyfettsäuren.

Anwendung bei: Blasenprobleme, Bronchitis, Ekzeme, Gallensteinkoliken, Halsschmerzen, Husten, Lungenentzündungen, Nierenprobleme, Schwäche, Zahnfleischentzündungen, Zahnschmerzen

Eigenschaften: auswurffördernd, entzündungs­­hemmend, krampflösend, schleimlösend, trocknend, wundheilend, zusammenziehend

Sammelzeit: Wir sammeln die Triebe in der Zeit von Ende April bis Juni, wenn die Pflanze blüht, wenige Zentimeter über dem Boden. Die Triebe schnüren wir zu Bündeln zusammen und trocknen sie an einem schattigen Ort. Die getrockneten Pflanzenteile lassen sich gut in Papier- oder Stoffsäckchen lagern.

Durch seine schleimlösenden Inhaltsstoffe wird Gundermann als Gurgellösung bei Problemen im Rachenbereich eingesetzt, wirkt aber auch bei Schnupfen sowie Blasen- und Nierenproblemen harntreibend. Und nicht zuletzt verbirgt sich im Namen Gundermann ein Hinweis, wofür Gundermann in der Vergangenheit gebraucht wurde. Der Begriff Gund stammt aus dem Althochdeutschen und wird mit Beule oder Eiter gleichgesetzt – Gundermann ein Kraut gegen Entzündungen und Abzesse.

Für die alten Germanen war die Pflanze eine häufig genutzte Arzneipflanze. Auch Hildegard von Bingen und Kneipp erwähnten den Gundermann bereits in ihrem Werk als Heilkraut. Dort wurde er für Leiden und Beschwerden im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich eingesetzt. Im späten Mittelalter hat der Gundermann jedoch kaum noch Bedeutung gehabt. In vielen alten Kräuterbüchern fanden sich nur sehr wenig Anwendungsbereiche. Eine gewisse Bedeutung hat die Gundelrebe bei der Behandlung von Augenerkrankungen gehabt.

Als Hausmittel wird der Gundermann meist zur Linderung von Erkältungsbeschwerden, bei leichteren Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Verdauungsstörungen verwendet. Seltener wird das Kraut auch bei Appetitlosigkeit und Nierenbeschwerden genutzt.

Gundermann wurde in der Volksheilkunde und Medizin verwendet. Gemäß dem „New Kreüterbuch“ von Leonhart Fuchs (1543) wurde es gegen Hüftweh, Gelbsucht, Leberleiden, und als harn- und schweißtreibendes Mittel gegen Gifte eingesetzt. Hildegard von Bingen empfahl die Verwendung der Pflanze gegen Kopf- und Ohrenschmerzen. Heute wird er von Kräuterheilern gegen Abszesse, Tumore und Augenprobleme verwendet. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird er auch zur Behandlung von Lungenentzündung und Nephritis eingesetzt.

Die üblichen Darreichungsformen für Gundermann sind Tees und Kräuterbädere. Gundermanntee wird als heißer Aufguss zubereitet, wobei man etwa einen Teelöffel getrocknetes oder frisches Kraut (Blätter und Stängel) nehmen kann. Insofern die Pflanze bei Erkältungen zur Anwendung kommt, kann ein Erkältungstee zusammen mit Schafgarbe und Lindenblüten zubereitet werden. Bei äußerlichen Beschwerden, wie z.B. Ekzeme oder Gicht kann man Gundermann als alleiniges Kraut oder als Zutat für ein Kräuterbad nutzen. Hier können pro Liter Wasser etwa eine Hand voll frisches Gundermannkraut verwendet werden.

Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen: Gundermann ist in der Regel gut verträglich. Gundermann sollte jedoch nur in normalüblichen Mengen eingenommen und nicht überdosiert werden. Zu hohe Dosen von Gundermann können unter Umständen Übelkeit auslösen. Verantwortlich ist hierfür der Bitterstoff Glechomin. Dieser Bitterstoff ist auch dafür verantwortlich, weshalb die Gundelrebe bei vielen Tieren nicht verfüttert werden darf. Gundermann ist insbesondere für Pferde giftig.

Tee gegen Husten und Mundfäule

Aus Gundermann lässt sich Tee zubereiten, indem Sie die getrockneten oder frischen Blätter einige Minuten in Wasser ziehen lassen. Dafür nehmen wir 1,5 Milligramm des getrockneten Krautes auf 100 Milliliter Wasser und trinken zwei bis drei kleine Tassen pro Tag. Es handelt sich um ein Hausmittel gegen Husten, Mundfäule und Zahnfleischentzündungen.

Gundermann gegen Gicht?

Unsere Vorfahren kochten die Blätter in Milch auf, und das ist sinnvoll, denn Milch schließt die wasserlöslichen Inhaltsstoffe ebenso gut auf wie die fettlöslichen. Der flüssige Extrakt der Blätter lässt sich auch in Auflagen und Kompressen gegen äußere Wunden und Hautentzündungen einsetzen, historisch auch gegen Gicht und Ischiasschmerzen.

Bad gegen Akne und Ekzeme

Mehrere Handvoll der Blätter in fünf Liter Wasser gekocht lassen sich in ein Vollbad geben. Das hilft besonders gegen Hautbeschwerden wie Akne, Ekzeme, Geschwüre oder Insektenstiche, aber auch gegen nicht erkrankte, aber unreine Haut. Zudem wirkt ein solches Vollbad gegen Entzündungen der Atemwege und den damit verbundenen Symptomen wie Husten und Schnupfen.

Tinktur

 Innerlich regt der Gundermann den Stoffwechsel an und eignet sich als Küchengewürz oder in Form einer Tinktur zum Einsatz gegen chronische Bronchitis, chronischen Schnupfen oder bei Blasen- und Nierenerkrankungen. 

1-2 TL frisches Gundermannkraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5 Minuten bedeckt ziehen lassen; abgießen und bei Bedarf 1-2 Tassen täglich trinken. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit ist der Tee ein echter Geheimtipp bei chronischer Erkältung oder chronischen Problemen mit den Nasennebenhöhlen. 

Für die Tinktur wird der frische Gundermann zerkleinert, in ein verschließbares Gefäß gegeben und soweit mit 40%igem Doppelkorn oder Weingeist aufgefüllt, bis alle Teile bedeckt sind; Ansatz 2 – 6 Wochen ziehen lassen und ab und an schütteln; dann abseihen und die fertige Tinktur in dunkle Fläschchen abfüllen.

Saft

Mit einer Kräuterpresse kann aus der Gundelrebe ein Kräutersaft gepresst werden. Bei Beschwerden dreimal täglich einen Esslöffel (Kinder einmal täglich einen Esslöffel) einnehmen.

Wer keine Kräuterpresse besitzt, kann das Kraut auch mit etwas Wasser im Smoothiemixer zerkleinern und gegebenenfalls noch durch ein Tuch seihen.

Wunderblättchenöl

Eine Besonderheit ist das sogenannte Wunderblättchenöl. Es wird zum Einreiben schlecht heilender Wunden verwendet.

Für das Wunderblättchenöl benötigt man zwei große Hände voll frisches Gundermannkraut, diese in ein Schraubglas geben und wie Sauerkraut zusammenstampfen. Sind die Blättchen eng zusammengepresst, das verschlossene Glas für einige Tage an einen warmen und sonnigen Ort stellen. Am Boden des Glases bildet sich eine Flüssigkeit, diese wird abgeseiht und in einer dunklen Flasche kühl verwahrt. Das Öl wird im Hochsommer, am besten um Sonnenwende, hergestellt.