Die fünf ethischen Grundsätze Buddhas…

Die fünf ethischen Grundsätze Buddhas

In der Fassung von Thich Nhat Hanh

Erster Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, will ich mitfühlende Zuwendung üben und Wege finden, um das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen zu bewahren. Ich bin entschlossen nicht zu töten, andere nicht töten zu lassen und den Akt des Tötens nicht herunterzuspielen – weder in meinem Denken noch in meinem Handeln.

Zweiter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit, Diebstahl und Unterdrückung verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von liebender Güte entschlossen und möchte Wege finden, dem Wohlergehen von Menschen, Tieren und Pflanzen zu dienen. Ich möchte Großzügigkeit praktizieren, indem ich meine Zeit, Energie und materiellen Mittel mit denen teile, die es brauchen. Ich gelobe nicht zu stehlen. Ich werde den Besitz anderer achten und wenn immer möglich, andere davon abhalten, sich am menschlichen Leiden oder dem Leiden anderer Lebewesen zu bereichern.

Dritter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch sexuelles Fehlverhalten verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von Verantwortungsgefühl entschlossen und möchte Wege finden, die Sicherheit und Unversehrtheit von Individuen, Paaren, Familien und der Gesellschaft zu schützen. Ohne Liebe und eine langfristige Absicht will ich mich nicht in eine sexuelle Beziehung begeben. Ich bin zur Achtung gegenüber meinen Versprechen und denen der anderen entschlossen, um mein Glück und das der anderen zu erhalten. Alles in meiner Macht Stehende will ich tun, um Kinder vor sexuellem Mißbrauch zu schützen und um zu verhindern, daß Paare und Familien durch sexuelles Fehlverhalten auseinanderbrechen.

Vierter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch unachtsame Rede und die Unfähigkeit, anderen zuzuhören verursacht wird, bin ich zur Entwicklung von einfühlsamer Rede und tief mitfühlendem Zuhören entschlossen. Damit will ich meinen Mitmenschen Freude bereiten und ihr Leiden lindern. Wissend, daß Worte Glück, aber auch Leiden verursachen können, will ich mich bemühen, im Einklang mit der Wahrheit zu sprechen und Worte zu gebrauchen, die Selbstvertrauen, Freude und Hoffnung wecken. Ich werde keine Informationen verbreiten, für deren Richtigkeit ich mich nicht verbürgen kann und nicht Dinge kritisieren und verurteilen, deren ich mir nicht sicher bin. Ich werde Äußerungen unterlassen, die Uneinigkeit oder Spaltung verursachen und die Familien oder die Gemeinschaft auseinanderbringen könnten. Ich will alles daran setzen, jeden Konflikt zu schlichten und zu lösen.

Fünfter Grundsatz

Des Leidens bewußt, das durch unachtsamen Konsum verursacht wird, bin ich entschlossen, auf körperliche und geistige Gesundheit meiner selbst, meiner Familie und meiner Gesellschaft zu achten, indem ich mich in achtsamem Essen, Trinken und Konsumieren übe. Ich will nur Dinge zu mir nehmen, die Friede, Wohlergehen und Freude in meinem Körper und Bewußtsein fördern. Ich bin entschlossen, keinen Alkohol und andere Mittel einzunehmen, die meine Praxis behindern, wie z.B. bestimmte Fernsehsendungen, Zeitschriften, Filme und Unterhaltungen.

Ich will an der Umwandlung von Gewalt, Furcht, Wut und Verwirrung in mir selbst und in der Gesellschaft arbeiten, indem ich ein maßvolles Leben führe zum Wohle aller. Ich erkenne, daß dies für die Transformation der eigenen Person und der Gesellschaft entscheidend ist.

Weisheit der Vergebung…

Der Buddha saß unter einem Baum und sprach zu seinen Jüngern, als ein Mann kam und in sein Gesicht spuckte. Er wischte es weg und fragte den Mann: ”Was kommt als nächstes? Was möchtest du als nächstes sagen?” Der Mann war ein wenig verwirrt, da er mit so etwas ”Was kommt als nächstes?” nie gerechnet hätte, wenn man jemandem ins Gesicht spuckt. Er hatte noch nie eine solche Erfahrung gemacht. Er hatte Menschen beleidigt und sie wurden wütend und reagierten darauf. Oder wenn sie Feiglinge und Schwächlinge waren, haben sie gelächelt und versucht, ihn zu bestechen. Aber Buddha war keines von beiden, er war weder wütend, noch in irgendeiner Weise beleidigt oder feige. Aber weil er sachlich sagte: ”Was kommt als nächstes?”, gab es keine Reaktion auf seinen Teil.

Aber Buddhas Schüler wurden wütend und reagierten darauf. Sein engster Jünger, Ananda, sagte: ”Das ist zu viel. Das können wir nicht tolerieren. Er muss dafür bestraft werden, sonst wird jeder anfangen, solche Dinge zu tun!”

Buddha sagte: ”Du schweigst. Er hat mich nicht beleidigt, aber du beleidigst mich. Er ist neu, ein Fremder. Er muss von den Leuten etwas über mich gehört haben wie dass dieser Mann ein Atheist ist, ein gefährlicher Mann, der Menschen aus ihrer Spur bringt, ein Revolutionär, ein Verderber. Und er mag vielleicht eine Vorstellung gebildet haben, eine Vorstellung von mir. Er hat nicht auf mich gespuckt, er hat auf seine Vorstellung gespuckt. Er hat auf seine Idee von mir gespuckt, weil er mich überhaupt nicht kennt, so wie kann er auf mich spucken?

”Wenn du tief darüber nachdenkst”, sagte Buddha: ”hat er auf seinen eigenen Geist gespuckt. Ich bin nicht ein Teil davon und ich kann sehen, dass dieser Mann etwas anderes zu sagen haben muss, weil das eine Art ist, etwas zu sagen. Spucken ist eine Möglichkeit, etwas zu sagen. Es gibt Momente in denen du das Gefühl hast, dass die Sprache impotent ist: in tiefer Liebe, in intensiver Wut, in Hass, in Gebeten. Es gibt intensive Momente, in denen die Sprache impotent ist. Dann musst du etwas tun. Wenn du wütend bist, extrem wütend, schlägst du die Person, du spuckst darauf, du sagst etwas. Ich kann ihn verstehen. Er muss etwas mehr zu sagen haben, daher fragte ich: ”Was kommt als nächstes?”

  Der Mann war jetzt noch mehr verdutzt! Und Buddha sagte zu seinen Jüngern: ”Ich bin mehr beleidigt von euch, weil ihr mich kennt und schon jahrelang mit mir lebt und trotzdem reagiert.”

Verdutzt und verwirrt kehrte der Mann nach Hause. Er konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Wenn du einen Buddha siehst, ist es schwierig und unmöglich wieder so zu schlafen, wie du vorher geschlafen hast. Immer wieder wurde er von der Erfahrung verfolgt. Er konnte es sich selbst nicht erklären, was geschehen war. Er zitterte am ganzen Körper und nässte das ganze Leintuch mit seinem Schwitzen. Einem solchen Menschen war er noch nie zuvor begegnet; der Buddha hatte seinen ganzen Geist, sein ganzes Muster und seine ganze Vergangenheit erschüttert.

Am nächsten Morgen ging er zurück. Er warf sich zu Buddha’s Füssen. Buddha fragte ihn wieder: ”Was kommt als nächstes?” Auch das ist ein Weg um etwas zu sagen, dass in der Sprache nicht gesagt werden kann. Wenn du kommst und meine Füße berührst, sagst du etwas, dass normalerweise nicht gesagt werden kann, für das alle Wörter zu begrenzt sind; es kann in ihnen nicht enthalten sein. Schau, Ananda, dieser Mann ist wieder hier, er hat etwas zu sagen. Dieser Mann ist ein Mann von tiefen Emotionen.”

Der Mann sah Buddha an und sagte: ”Verzeih mir wegen dem, was ich Gestern getan habe.”

Buddha sagte: ”Vergeben? Aber ich bin nicht der gleiche Mann, dem du es angetan hast. Der Fluss fließt und ist nie wieder derselbe Fluss . Jeder Mensch ist ein Fluss. Der Mann, den du angespuckt hast ist nicht mehr hier. Ich sehe genau wie er aus, aber ich bin nicht der selbe, es ist viel passiert in diesen 24 Stunden! Der Fluss floss so viel. Ich kann dir nicht verzeihen, weil ich keine Missgunst gegenüber dir habe.

Und du bist auch neu. Ich kann sehen, dass du nicht derselbe Mann bist wie Gestern weil dieser Mann wütend war und gespuckt hat, während du jetzt bei meinen Füssen bist und sie berührst. Wie könntest du derselbe Mann sein? Du bist nicht derselbe, so lass es uns jetzt vergessen. Diese zwei Menschen, der Mann der spuckte und der Mann auf den gespuckt wurde, gibt es beide nicht mehr. Komm näher. Lass uns über etwas anderes reden.”

Die Strahlenperle…

Die Strahlenperle
(Tibetisches Märchen)
Seit langer Zeit schon wohnte am Rand des Sees eine arme Witwe mit ihrem Sohn. Der junge Mann war sehr fleißig und half seiner Mutter, so viel er konnte. Er arbeitete Tag um Tag, Jahr um Jahr, und doch blieben sie so arm wie eh und je. Da begann er zu grübeln: „Warum nur leben wir in solchem Elend? Und warum ist das Wasser des Sees so trübe, obwohl es durch das Wasser von 5 Quellen gespeist wird? Hängt vielleicht das eine mit dem anderen zusammen? Viele solcher Gedanken begleiten ihn bei seiner täglichen Arbeit und eines Tages hörte er die Leute im Dorf von einem weisen Alten erzählen, der im fernen Westen wohnte und allen Notleidenden Auskunft erteilte. Allerdings sei sein Haus soweit von dem See entfernt, dass bisher noch keiner dort Rat gesucht hätte. Weiterlesen

Der Junge der immer wütend wurde…

Es war einmal ein kleiner Junge, der schnell zornig wurde und aus der Haut fuhr. Sein Vater gab ihm einen Hammer und eine große Tüte voller Nägel. Jedes Mal, wenn er ausrastete, sollte er lieber einen Nagel in den Zaun hinter dem Haus schlagen, als seine Wut an anderen auszulassen.

Am ersten Tag schlug der Junge 30 Nägel in den Zaun. Die Tage vergingen und mit ihnen nahm auch die Zahl der Nägel ab, die der Junge in den Zaun schlagen musste. Er fand heraus, dass es einfacher war, nicht auszurasten, als Nägel in den Zaun zu schlagen.

Schließlich kam der Tag, an dem der Junge überhaupt nicht mehr ausrastete. Dies sagte er seinem Vater und der riet ihm nun, für jeden Tag, an dem er nicht mehr ausrastete, einen Nagel wieder herauszuziehen. Wieder vergingen etliche Tage und schließlich konnte der Junge seinem Vater berichten, dass er alle Nägel herausgezogen hatte. Der Vater nahm seinen Jungen bei der Hand und ging mit ihm zum Zaun.

Er sagte: „Das hast du gut gemacht, mein Sohn. Ich bin sehr stolz auf dich. Aber schau dir all die Löcher im Zaun an. Der Zaun ist nicht mehr der, der er einmal war. Denke daran, wenn du das nächste Mal etwas im Ärger zu anderen sagen willst. Deine Worte könnten eine Narbe hinterlassen, so wie die Nägel ihre Spuren im Zaun hinterlassen haben. Auch wenn du sagst, dass es dir Leid tut, die Wunde ist dennoch da“.

(Quelle unbekannt)
 
 

Ebenezer Scrooge…

Ihr konntet hier ja nun schon einiges über die Arbeit mit dem Inneren Kind lesen, beziehungsweise darüber, dass jeder von uns ein inneres Kind hat und das es glücklich macht, herauszufinden, was es gern mag und was es möchte. Meines liebt es sich Märchen und Geschichten anzuhören oder zu lesen. Schon als Kind konnte ich Stunden damit verbringen und liebte es, mir diese mit meiner Schwester und meiner Mum gemeinsam anzuhören. Hier eine meiner Lieblingsgeschichten für die Weihnachtszeit. Mein inneres Kind, ebenso mein Erwachsener lieben die Weihnachtszeit übrigens sehr, da es keine andere Zeit im Jahr gibt, in denen die Menschen sich mehr auf ihr Mitgefühl besinnen. Mal abgesehen von den Ebenezer Scrooge’s und den Grinch’s unter uns…

Viel Freude damit…

 

 

Der Garten des Königs

Im Garten des Königs

Es war einmal ein König. Eines Tages ging der König in seinen Garten. Und als er in den Garten kam fand er dort nur welkende und sterbende Bäume, Sträucher und Blumen.

Der König ging zu einer Eiche fragte was geschehen sei?

Die Eiche sagte, sie würde sterben, weil sie nicht so hoch werden könne wie die Tanne.

Als der König sich nun einer Tanne zu wandte, ließ diese nur ihre Zweige hängen, weil sie keine Trauben tragen könnte wie der Weinstock.

Und auch der Weinstock lag im Sterben, weil er nicht blühen konnte wie die Rose.

Doch endlich entdeckte der König das wilde Stiefmütterchen. Das wilde Stiefmütterchen war blühend und frisch, wie eh und je. s

Der König fragte das Stiefmütterchen warum es als einziges nicht im Sterben lag?

Auf seine Frage erhielt er folgende Antwort: „Für mich war klar, dass du ein Stiefmütterchen haben wolltest, als du mich einpflanztest. Hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gewollt, hättest du eine Eiche, einen Weinstock oder eine Rose gepflanzt. Deshalb dachte ich: Da du mich hier eingepflanzt hast, sollte ich mein Bestes geben, um deinem Wunsch zu entsprechen. Und da ich ohnehin nichts anderes sein kann, als ich bin, versuche ich dies nach besten Kräften zu sein.“

Eifersucht- Martin Uhlemann

EIFERSUCHT…

Das kennst Du sicher.

Ein heftiges,
saugendes,
schmerzhaftes,
dunkles Gefühl.

Ein völlig natürliches Gefühl.
Sagen Sie…

N E I N .
Tut mir leid.

Das ist es nicht..

Eifersucht ist ein Gefühl des Mangels.
Ein Gefühl der Angst.
Ein Gefühl der Ohnmacht.

Du gibst Deine Macht ab.
Machst Dich zum Opfer…

Du glaubst,
etwas verlieren zu können.

Du kannst NICHTS verlieren.

Das ist nichts,
als eine Story.
Die Dir Dein Ego erzählt.

Es erzählt Dir,
Du wärs’t klein.
Du wärs’t falsch.
Du müsstest etwas festhalten..
Du wärs’t es nicht wert.

Gott..
DU BIST DER PREIS.

Jeder Augenblick mit Dir ein Geschenk.

Doch..

es nützt nichts,
das zu WISSEN..

Alles was zählt,
ist,
dass DU das FÜHLST.

Dann…
erst dann,
geht die Eifersucht.

Weil DU da bist.

Ich liebe Dich.

Martin Uhlemann

(Sich)Selbstbewußte Eifersucht ???

Eifersucht und Selbstwert

Eifersüchtige Partner sagen oft, dass ihre Eifersucht ein Liebesbeweis wäre. Eifersucht zeige, dass man um den geliebten Partner kämpft. Oder dass man den Partner so sehr liebt, dass man der oder die einzige im Leben des anderen sein will. Weiterlesen

„Eifersucht ist eine Leidenschaft,…“

Eifersucht ist ein sehr quälendes und schmerzhaftes Gefühl und sie überrollt Dich, wie eine Welle von der Du glaubst nicht dagegen ankommen zu können. Sie führt dazu, dass sich Deine Gedanken  wie in einem Karussell drehen, Du keinen klaren Gedanken mehr fassen kannst und vor Deinem inneren Auge laufen die schlimmsten Horrorszenarien ab. Sie führt auch dazu, dass Du Dinge tust und sagst, für die Du Dich im Nachhinein entschuldigen musst. Vor allem aber sorgt sie für Streit und Verletzungen und niemals schafft sie Harmonie. Weiterlesen

In der Flamme der Eifersucht wendet man gleich dem Skorpione den vergifteten Stachel gegen sich selber – doch ohne den Erfolg des Skorpions.

– Friedrich Nietzsche (1844 – 1900), preußisch-staatenloser Philosoph-

Verantwortung für das Glück übernehmen…

Wir alle wollen wirklich Glücklich sein…

Glücklich zu sein ist ein Gefühl, ein ganz wunderbares Gefühl, dass wir möglichst jeden Tag erleben und fühlen möchten. Wir streben nach diesem Gefühl und sind bereit doch jede Menge über uns ergehen zu lassen, um wirklich glücklich zu sein, doch in Wahrheit geißeln wir uns nur selbst. Viele von uns glauben, dass sie erst bestimmte Dinge oder Menschen in ihrem Leben brauchen, um wirklich glücklich sein zu können.

Wieder andere neigen dazu, andere Menschen oder äußere Umstände für ihr nicht glücklich sein, verantwortlich zu machen. Das führt in vielen Bereichen unseres Lebens zu erheblichen Problemen, besonders aber in unseren Liebesbeziehungen, da wir ihn diese am meisten mit unseren Emotionen verstrickt sind und es uns dort am schwersten fällt in uns hinein zu horchen oder uns neben uns zu stellen und unsere oft irrationalen Gedanken und Gefühle zu betrachten.

Einige haben noch lange nicht verstanden, das Glück und Zufriedenheit nicht von materiellen Dingen abhängt oder auch nicht von dem was andere Menschen sagen oder tun oder wie sie mit uns umgehen und uns behandeln. Niemals kann ein anderer Mensch dafür sorgen, dass es uns gut geht und wir glücklich sind, nicht dauerhaft und nicht in dem Maße, wie wir es wollen, uns vorstellen, ja sogar glauben zu brauchen. Glück können wir nur bei uns selbst finden und nicht in der Abhängigkeit von Gegebenheiten, Dingen und Menschen.

Da aber nur wenige von uns in der Lage sind sich selbst bewusst wahr zu nehmen und dem zu folgen was sie denken und fühlen, als neutrale außenstehende Person ohne jegliche Wertung, verbauen wir uns eigentlich jede Gelegenheit des Glücks und die Momente des Glücklich Seins sind ziemlich rar. Wir stehen uns also immer wieder selbst im Weg, da wir das was wir denken und fühlen für die absolute Wahrheit halten, dabei resultiert all das nur aus unseren Erfahrungen und Erinnerungen. Die sind bei jedem Menschen anders, was also bedeutet, dass wir auf unsere eigene Wahrheit keine Allgemeingültigkeit erheben können und sie deshalb auch niemand anderem aufzwingen sollten.

Manchmal kommt es vor, dass wir eine innere Leere verspüren und wir haben das Bedürfnis diese auszufüllen. Wir tun das indem wir uns vielleicht schöne Dinge kaufen oder besonders nett zu anderen sind, um ein Stückchen Liebe und Anerkennung von ihnen zu bekommen. Doch das vermeintliche Glück, dass wir dann empfinden, ist nur von kurzer Dauer und die Leere kehrt schnell zurück. Zumeist dann, wenn wir mit uns allein sind. Viele von uns können nicht mit sich allein sein und das Gefühl der Einsamkeit oder des AlleinSeins auch nicht ertragen.

Also lenken wir uns ab, mit fernsehen, essen, Sport oder anderen Aktivitäten oder greifen zu anderen Suchtmitteln, wie beispielsweise Alkohol. Um dieses Gefühl des AlleinSeins nicht spüren und nicht ertragen zu müssen. Erika Chopich schrieb ganz treffend in ihrem Buch „Aussöhnung mit dem Inneren Kind“: „Einsamkeit ist das Buch, dass wir zu lesen uns weigern.“

Wenn wir jedoch lernen könnten, dass mit uns allein sein zu genießen und uns die Zeit dafür nehmen, dann können wir über uns selbst so sehr viel lernen. Wir können unseren Gedanken zuhören, unseren Gefühlen nachzuspüren, unser tiefstes inneres ergründen und mit all dem was wir daraus lernen unser Leben sehr viel besser und angenehmer gestalten. Wenn wir es genießen können mit uns selbst allein zu sein, können wir Erfüllung finden und haben die Chance herauszufinden, was wir wollen uns was uns eigentlich wirklich Freude macht uns somit glücklich sein lässt. Viele von uns wissen das nämlich gar nicht so genau, da sie glauben immer jemand anderen oder etwas anderes zu brauchen, um das Gefühl von Glück und Freude zu spüren. Das AlleinSein mit uns selbst öffnet uns alle Türen und wir können uns von allen Abhängigkeiten befreien.

Wenn wir gern mit uns Allein sind, dann brauchen wir keinen anderen Menschen, da wir die Fähigkeit erwerben uns selbst glücklich zu machen. Wir sind unabhängig von allen anderen Menschen. Das soll keinesfalls heißen, dass wir nun immer allein sein müssen, wenn wir glücklich sein wollen. Es bedeutet viel mehr sich bewusst die Zeit zu nehmen, einen Gang runter zu schalten und die Einsamkeit bis ganz zum Schluss zu durchlaufen. Haben wir das einmal getan und sind den Weg gegangen, heißt das nicht, dass wir uns nie wieder einsam fühlen werden, doch es wird nicht mehr so lange dauern und wir wissen uns haben verstanden, dass wir davon nicht sterben und es auch nichts schlimmes ist. Wir haben alle Fäden in der Hand zu lernen mit diesem Gefühl des vermeintlich unerträglichen AlleinSeins gut umzugehen, von ihm zu lernen und dadurch etwas zu verändern.

Wir gehen so oft mit geschlossenen Augen durchs Leben, ohne die wahre Schönheit der Dinge zu erkennen, ohne einmal genau hinzusehen, ohne überhaupt das Glück in uns und um uns herum wirklich wahrzunehmen. Wir sehnen und streben immer und immer, nach Dingen, die wir noch nicht haben, in der Erwartung, dass wenn sie da sind, sie uns erfüllen. Das ist sehr schade, denn wirkliche Zufriedenheit und wirkliches Glück können wir nur im Gegenwärtigen Augenblick erfahren, indem wir leben, was uns das Leben zu bieten hat, indem wir aus allem das Beste machen und in allem das Schöne sehen.

Natürlich gehören all unsere negativen Gefühle genauso zum Leben dazu, wie alle schönen und es ist utopisch zu glauben, wir könnten dafür sorgen, dass wir mit einem Dauergrinsen im Gesicht durch Leben gehen. Das wäre sehr anstrengend, denn wir würden uns verbiegen und würden wir alle negativen Gefühle immer nur beiseite schieben, würden wir letztendlich krank davon werden, da sie sich über kurz oder lang ohnehin in uns manifestieren werden, weil sie nicht gehört wurden.

Das geschieht meist noch viel stärker, als wenn wir uns Zeit genommen hätten ihnen gleich Beachtung zu schenken. Dennoch können wir uns bemühen in nicht allem und jedem immer nur das schlechte zu sehen, denn oftmals stellt sich heraus, dass auch aus allem scheinbar negativen etwas sehr positives entstehen kann. Es kommt nur immer darauf an, was wir daraus machen und wie genau wir hinsehen.

Unser Glück werden wir auch nicht in der Vergangenheit finden, in dem wir ihr in unseren Gedanken immer wieder nachjagen und anhängen, ja sie nicht loslassen können und immer wieder geschehenes aufs Neue durchleben. Sie ist längst vorbei und wir können an nichts geschehenem mehr etwas ändern. Wir haben dennoch zu jeder Zeit unser Bestes gegeben, so gut wir es eben vermochten.

Unser Glück werden wir auch nicht in der Zukunft finden, wenn wir glauben erst dies oder jenes muss geschehen und dann werden wir endlich glücklich sein, doch machen wir uns immer wieder Gedanken über  diese, da wir uns so verschiedenen Sehnsüchten hingeben. Das bedeutet nicht, dass wir keine Zukunftspläne schmieden sollen oder keine Wünsche und Träume haben dürfen. Ganz im Gegenteil, zu träumen bringt uns uns selbst wieder ein Stück näher und lässt uns herausfinden, was wir wirklich wollen und dabei ist alles erlaubt. Doch können wir uns bewusst sein, dass niemand in die Zukunft sehen kann und genau weiß, was passieren wird oder gar ob sich Wünsche und Träume realisieren lassen.

Oftmals ist es sogar so, dass wir feststellen, wenn wir uns den ein oder anderen Wunsch erfüllt haben oder den ein oder anderen Traum leben, dass wir trotzdem nicht automatisch glücklicher sind. Das Leben ist voller Veränderung, jeden einzelnen Moment lang, jeden einzelnen Tag. Morgen sind wir schon nicht mehr der Mensch, der wir heute sind. Wie können wir dann glauben, dass wir unser Glück in der Zukunft finden werden, wenn wir gar nicht wissen können, wie diese aussieht.

Viele Menschen machen ihr Glück abhängig von materiellen Dingen. Sie streben nach mehr Geld, einem besseren Job, dem größeren Auto, der schöneren Küche oder einem Haus und sonstigen Dingen, die man so kaufen kann.

Doch all diese Dinge sind nur scheinbar wundervoll, wenn wir sie besitzen, jedoch können sie die Leere in uns nicht füllen, die wir verspüren und die uns unglücklich bleiben lässt. Wenn wir verstanden haben, dass man um glücklich zu sein gar nicht so viel braucht, erst dann können wir begreifen, von welchem Reichtum wir umgeben sind und diese Unzufriedenheit und Leere werden verschwinden, weil wir gelernt haben sie aus uns selbst heraus zu füllen.

Jeden Tag sind wir umgeben von lieben Menschen, die es gut mit uns meinen. Wir müssen sie nur sehen. Wenn wir jedoch die Augen verschließen und misstrauisch sind, dann werden wir mit ihnen nicht in Kontakt kommen können, weil wir sie nicht wahrnehmen. Glück können wir sehen und fühlen in dem Lächeln eines Kindes oder einer alten Frau.

Glück fühlen wir, wenn wir anderen Menschen helfen und ihnen mit Liebe und Freude begegnen, einfach aus unserem Gefühl heraus, denn dann sind wir aufrichtig und ehrlich und können anderen damit so viel geben. Wenn wir aus freien Stücken geben, ohne dass wir dafür etwas haben wollen, dann können wir erfahren, wie es sich anfühlt wirklich glücklich zu sein.

Dauerhaftes Glück finden wir nicht in anderen Menschen oder Dingen, die wir uns kaufen können. Es reicht oft einfach schon ein nettes Wort, ein Lächeln oder eine nette Geste, die von Herzen kommt. In jedem Baum, in jeder Blume, jedem Blatt, den Wolken, dem Regen und der Sonne und in so sehr viel mehr Dingen in unserem Leben, können wir Glück finden, wenn wir verstehen, dass alles miteinander verbunden ist und alles einen Sinn hat. Wir müssen nur genau hinsehen und es erkennen. Schon Albert Einstein sagte:

„Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben:
entweder so, als wäre nichts ein Wunder,
oder so, als wäre alles ein Wunder.“