– Das Bewusstsein… –

Auszug aus dem Buch, „Vom Herzenswunsch zur Realität“ von Colin C. Tipping.

Die bewusste Ebene

Auf dieser Ebene des Bewusstseins handeln wir mit bewusstem Gewahrsein. Sie ist für unsere alltägliche kognitive Aktivität zuständig. Man geht davon aus, dass dieser Teil desBewusstseins gerade einmal 10 Prozent der Gesamtaktivität unseres Bewusstseins ausmacht. Weiterlesen

Ich bringe Liebe, bringe Licht…

Ich bringe Liebe, bringe Licht
erhelle gern dein Angesicht
erzähle von der Wirklichkeit
die, die unser Herz befreit
befreit von Grenzen, Fesseln, Mauern
uns nicht mehr lässt am Wege kauern
sondern uns hilft uns zu erheben
uns zuzuwenden unserm Leben.

Ich bringe Liebe, bringe Freude
niemand jemals wieder leide
wenn wir bereit sind hinzuhören
auf uns’re Stimme, uns’re Lehren
die in uns selbst verborgen sind
so lieb und zärtlich wie ein Kind
ruft diese Stimme altbekannt
so nehmt dies Kind an eure Hand.

Ich bringe Liebe, bringe Frieden
habe mich dafür entschieden
zu dienen auf die eine Weise
die mich glücklich macht und leise
so sag ich Worte, zeig die Sicht
von der das Kind oft zu mir spricht
sie öffnet Herzen, Fenster, Türen
ich lass mich endlich heimwärts führen.

Blanka Britt
www.pinsel-und-feder.de

Liebe ist…

Liebe ist die einzige Macht die im Stande ist einen Feind in einen Freund zu verwandeln.

Die Tipping-Methode

© Die Tipping-Methode | Informationen und kostenlose Downloads: http://www.tipping-methode.de

Die Tipping-Methode

Vier Schritte zur Vergebung

Dieser Prozess dauert nur ein paar Minuten, doch er kann Sie davor bewahren, total in das Drama des Geschehens verwickelt zu werden und auf unbestimmte Dauer im „Opferland“ zu verweilen. Sobald Sie merken, dass Sie sich über etwas furchtbar aufregen, oder einfach nur über jemanden urteilen, sich selbstgerecht fühlen oder eine Situation anders haben wollen, als sie ist, setzen Sie diesen Prozess ein. So können Sie Ihr Bewusstsein wie-der an den Prinzipien der Radikalen Vergebung ausrichten.

Erster Schritt: „Schau, was ich kreiert habe!“Es ist ein spirituelles Gesetz – bestätigt durch die Quantenphysik und andere Wis-senschaften – dass das, was in der Welt geschieht, ein Abbild unseres Bewusstseins ist. Wenn wir uns also sagen „Schau, was ich gemacht habe!“, dann öffnen wir uns für die Möglichkeit, dass wir an der Erschaffung dessen, was geschieht, einen Anteil haben. Wir lassen zu, dass unser Tun unserer Heilung und unserem spirituellen Wachstum dient. Dies ist unser erster Schritt auf dem Weg zur Übernahme von Ver-antwortung für das, was in unserem Leben geschieht.

Zweiter Schritt: „Ich bemerke, meine Urteile und Gefühle und liebe mich dennoch.“ Dieser Schritt ermöglicht uns, unsere Menschlichkeit anzuerkennen und liebevoll anzunehmen. Als Menschen verbinden wir automatisch eine ganze Reihe von Beur-teilungen, Interpretationen und Überzeugungen mit allem, was in unserem Leben passiert. Wenn wir dies jedoch klar erkennen, bewahren wir unsere Bewusstheit und können mit unseren Gefühlen und unserem authentischen Selbst in Kontakt bleiben.

Dritter Schritt: „Ich bin bereit, die Vollkommenheit in der Situation zu sehen.“ Die Bereitschaft ist der wichtigste Schritt im Prozess der Radikalen Vergebung. Dies ist der Punkt, an dem wir uns die Ansicht erlauben, dass sogar in diesem, von uns vielleicht als schrecklich empfundenem, Ereignis eine Art göttliche Vollkom-menheit am Werk sein könnte. Und dass wir sie möglicherweise erkennen könnten, wenn wir imstande wären, das ganze Bild zu sehen.

Vierter Schritt: „Ich entscheide mich für die Kraft des Friedens.“ Der vierte Schritt ist die Konsequenz der vorangegangenen Schritte. „Frieden“ meint hier die Art von Frieden, die wir fühlen, sobald wir bereit sind uns der Vollkommenheit der Situation hinzugeben. Dies gibt uns die Kraft, die wir brau-chen, um in der Welt vollständig bewusst zu handeln. Nutzen Sie diese vier Schritte, so oft Sie können. Machen Sie sie zu einem Teil Ihres Bewusstseins. Sie werden Ihnen im Alltag einen Weg in die Gegenwart be-reiten.

– Das perfekte Herz –

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe. Eine große Menschenmenge versammelte sich und sie alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht, es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten. Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte: „Nun, dein Herz ist nicht annähernd so schön, wie meines.“ Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten Mannes an.

Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken…Genau gesagt, waren an einigen Stellen tiefe Furchen, in denen ganze Teile fehlten. Die Leute starrten ihn an und dachten: Wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand und lachte: „Du musst scherzen“, sagte er, „dein Herz mit meinem zu vergleichen. Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.“

„Ja“, sagte der alte Mann, „deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen. Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es ihnen und oft geben sie mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau passen, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten. Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen. Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen werden. Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen.

Er ging auf den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an. Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz. Er nahm dann ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.

Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich und gingen fort, Seite an Seite.

 

Wir konnten leider keinen Urheber/Verfasser/Autor finden. Hinweise sind Willkommen!

(Manche Seiten nennen eine Fr. Manuela Ridder-Hillenbrand als Autorin – wir konnten jedoch keine Kontaktdaten finden)

Wenn Du…

Wenn du dich selbst liebst, liebst du deine Mitmenschen. Wenn du dich selbst hasst, hasst du deine Mitmenschen. Deine Beziehung zu den anderen ist nur ein Spiegelbild von dir selbst.

– Mitgefühl und Verstehen üben… –

Heute möchte ich einen Beitrag zu einem für mich sehr brisanten Thema verfassen, dass mich lange Zeit in sehr unangenehmer Weise beschäftigte und kaum noch losließ. Überall machten eine Zeitlang sehr grausame Videos die Runde, solche in denen zu sehen war, wie schrecklich Hunde von Menschen gequält wurden. Auf welch brutale Art und Weise mit ihnen umgegangen wurde und das sich der Mensch, von dem Schmerz und Geschrei des armen wehrlosen Tieres in keinster Form beeindrucken oder abhalten lies.

Tierquälerei ist nicht nur bei Hunden der Fall, sondern finden wir auch bei vielen anderen Tierarten in unterschiedlichsten Formen. Doch immer ist es der Mensch, der sich zu solchen Taten hinreißen lässt, was einem schon manchmal den Glauben an das Gute im Menschen verlieren lassen kann.

Zuerst überlegte ich, ob dieses Thema überhaupt in diese Kategorie passen könnte, doch da ich selbst Hundebesitzerin bin, werden mir einige vielleicht beipflichten, dass wir auch zu unseren Tieren eine ganz besondere Form von Liebesbeziehung pflegen. Ich für meinen Teil tue das zumindest. Meine Hunde und Katzen sind mir lieb und wertvoll, ein entscheidender Teil meines Lebens, Familienmitglieder. Von meinen Hunden durfte ich viel über Vertrauen, Freundschaft, Verzeihen, Loyalität, Zusammengehörigkeit und vieles andere lernen.

Umso weniger gelang es mir, in irgendeiner Form nachzuvollziehen, dass Menschen so unendlich grausam sein können und mit solch wertvollen Geschöpfen so brutal und lieblos umgingen. Mein erster Impuls war unbändige Wut, schon fast Hass und vor allem verspürte ich große Verzweiflung. Mir war völlig bewusst, dass ich nicht einfach dort hin fahren konnte und das arme Tier aus den Fängen dieser unsagbar bösen Menschen retten konnte.

Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als diese Hunde aus diesen Videos herauszuholen, ihre Wunden zu versorgen und ihnen ein gutes zu Hause zu geben, um dass sie solches Leid nie wieder erfahren müssen und dennoch war mir bewusst, dass ich das nicht kann. Mit anzusehen, was dort geschieht, ließ mich unendlich großes Leid spüren, ließ mich all den Schmerz spüren, den das Tier dort erfuhr und ich weiß nicht genau, was größer war. Dieses Leid zu fühlen oder in der Gewissheit und Hilflosigkeit zu leben, dass es überall auf der Welt geschieht und ich rein gar nichts daran ändern kann.

Ich fühlte tiefe Traurigkeit in mir und begann zu zweifeln. Schließlich rede ich doch in meinen Beiträgen und meinem Blog immer wieder von der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich und von Verständnis und Mitgefühl allen anderen Wesen gegenüber. Nur wollte mir dieses Verständnis und Mitgefühl in Bezug auf dieses Thema so gar nicht gelingen, sodass ich begann daran zu zweifeln, ob ich mir selbst gegenüber wirklich ehrlich bin und vor allem in dem was ich sage und schreibe authentisch.

Zuerst beschloss ich mir solche Dinge, solche Bilder und Videos nicht mehr anzuschauen, schon um denen, die sie veröffentlichten und es noch tun keine Plattform zu bieten. Doch erschien mir das nicht wirklich richtig, zumindest führte es nicht dazu, dass ich mich besser fühlte, denn für mich kam das dem Augen verschließen vor dem Leid der Welt ziemlich gleich. Ich bin ohnehin nicht der Mensch, der weg sieht und nun verlangte ich es von mir selbst, nur um diesen unerträglichen Schmerz nicht fühlen zu müssen.

Mir war durchaus bewusst, dass diese Quälerei nicht nur bei Tieren geschieht oder viel mehr, nicht nur Menschen den Tieren das antun. Mehr und mehr wurde mir klar, dass Menschen dieses unsägliche Leid auch untereinander geschehen lassen und antun, sei es Kindesmissbrauch, Gewalt, Terror, Mord usw. Mit dieser Erkenntnis vertiefte sich jedoch nur das Gefühl der Hilflosigkeit und ich glaubte, dass ich rein gar nichts tun könnte, um daran etwas zu ändern, um zu verhindert, dass auf der Welt derartige Grausamkeiten nun mal geschehen.

Ich glaubte auch, dass ich erst recht nichts ändern könnte, wenn es mir doch nicht gelingt Verständnis und Mitgefühl auch solchen Menschen entgegen bringen zu können, jedoch ist es das, was ich glaube, was ich praktiziere und wovon ich immer rede. Ich fragte mich, ob meine Arbeit überhaupt einen Sinn machen würde, wenn ich in solchen Situationen oder in Bezug auf solch grausame Dinge, letztendlich doch auch nur die Wut, den Hass, den Schmerz und die Hilflosigkeit fühlen würde und es mir nicht gelänge zu verstehen, warum Menschen so etwas tun.

Doch wenn wir Verständnis und Mitgefühl nicht aufbringen können und wenn wir nicht verstehen, dass dieses Potential in jedem von uns steckt und jeder von uns grundsätzlich Zugang zur Weisheit seiner inneren Quelle besitzt, so können wir niemals etwas verändern, weder bei uns selbst, noch bei anderen. Ich kam also auf die Idee, dass vielleicht Unwissenheit dahinter steckte. Es gelang mir nicht zu verstehen und zu vergeben oder auch nur ein Fünkchen Mitgefühl zu empfinden, weil ich nicht verstand, was Menschen dazu bewegt solche Dinge zu tun. Was sie wohl in sich tragen müssen, um zu solchen Taten fähig zu sein.

Also begann ich zu recherchieren. Ich fand heraus, dass diese Menschen generell ganz anders ticken, als das was wir als normal bezeichnen würden. Das war mir jedoch schon völlig klar. Es gibt sehr verschiedene Faktoren, die bei einem solchen Menschen mit rein spielen. Zuerst können im Gehirn verschiedene Regionen, die für Emotionen und Empathie zuständig sind, beschädigt oder gar außer Funktion sein, was dazu führt, dass Schuldgefühle oder eine Art Gewissen nicht vorhanden sind.

Viel weitreichender und auch viel weiter verbreitet sind jedoch die Traumata, die auch diese Menschen in ihrer Kindheit erfuhren, die sie von ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen ertragen mussten, wo Gewalt von Generation zu Generation weiter gegeben wird und klar wird, welch vertale Folgen es haben kann, wenn wir nicht die Augen öffnen und uns bemühen in dem uns möglichen Rahmen etwas zu verändern. Der Missbrauch und die Gewalt, welche in diesen Familien stattfinden und der an die Kinder weiter gegeben wird, ist die Ursache dafür, dass solche Dinge immer wieder geschehen.

Jetzt werden sicher viele von uns sagen, dass eine schreckliche Kindheit, Missbrauch oder Traumata keine Rechtfertigung oder Entschuldigung dafür sind, einem anderen Menschen oder einem Tier solches Leid zuzufügen oder gar über Leben und Tod zu entscheiden, nur um ein Gefühl von Macht, Freude oder Genugtuung zu empfinden. Wieder andere werden sagen, dass es auch genug Menschen gibt, die ebenso grausame Dinge in ihrer Kindheit erfuhren und durchleben mussten und sich trotzdem nicht zu solch grausamen Taten verleiten lassen. Prinzipiell stimmt das sogar und es geht hier auch nicht darum etwas zu entschuldigen. Es geht lediglich um Verstehen und Einsicht und nur damit ist auch Mitgefühl möglich, was der einzige Hebel ist, mit dem die Veränderung in Gang gesetzt werden kann.

Auch mir gelingt es immer noch einigermaßen schwer, mich in einen Menschen der Tiere quält oder Menschen tötet oder anderen sonstiges Leid zufügt, hinein zu versetzen. Mich hinein zu versetzen, rein vom Verstand und der Logik vielleicht schon, jedoch nicht mich hinein zu fühlen. Einerseits wäre mein eigener Schmerz nicht leicht zu ertragen, andererseits kann ich mich nicht in etwas hinein fühlen, wo nicht sonderlich viel Gefühl zu sein scheint. Mit wirklicher Sicherheit kann ich aber auch das nicht sagen, da ich ein solcher Mensch nun eben nicht bin.

Nach ewigem Für und wieder, nach ewigem Zweifeln und darüber nachdenken, ist es mir dennoch gelungen für einen solchen Menschen Mitgefühl zu empfinden und ihnen ihre Taten zu vergeben. An dieser Stelle muss aber auch ganz klar gesagt werden, dass Vergeben oder Verzeihen nicht unter dem Aspekt zu sehen ist, dass man solche Taten entschuldigt oder gar gut heißt. Es bedeutet lediglich, „Ich vergebe Dir, was Du getan hast, weil ich weiß und verstehe, dass Du nicht anders handeln konntest. Tief aus Deinem Inneren heraus gelang es Dir nicht eine andere Entscheidung zu treffen und das ist nicht Deine Schuld.“

Menschen, die solch grausame Taten verüben, sind in der Regel tatsächlich krank. Einerseits aufgrund neuronaler Störungen, andererseits aufgrund ausgeprägter psychischer Störungen. Nicht selten sind sie somit nicht mehr in der Lage zu erkennen, was richtig und falsch, was unrecht oder recht ist. Sie sehen die Dinge des Lebens und die Menschen oder Tiere bei weitem nicht so, wie wir sie sehen können und dazu kommt dann die Gefühlsarmut in jeglicher Hinsicht.

Als Kinder wurden sie so unendlich gequält, wie sie nun die Menschen und Tiere quälen. Nicht selten ist der Weg vom Tierquäler zum Mörder nicht weit, das Tiere quälen also eine Vorstufe davon auch Menschen Leid zuzufügen. Nicht selten wollen sich diese Menschen rächen, richten ihre Wut und ihren Hass gezielt auf Lebewesen, die ihnen unterlegen sind. So kann ein Mann, der von der Mutter missbraucht wurde und die Macht über ihn hatte, da man sich als Kind schlecht wehren kann, nun Frauen vergewaltigen, nur dass er nun derjenige ist, der die Macht über andere hat. Nicht selten sind die betroffenen Frauen dann nichts anderes als das Spiegelbild der Mutter, denen jetzt der gesamte Hass gilt.

Jemand der einen Hund beispielsweise auf so bestialische Art und Weise schlägt, misshandelt, anzündet oder was auch immer für Dinge dort passieren, lässt sich von dem Geschrei des Tieres und dem offensichtlichen Schmerz auch nicht abhalten. Ganz im Gegenteil, es verschafft ihm ein Gefühl der Genugtuung und Erleichterung und ist eine sehr extreme Form, den eigenen kindlichen Schmerz nicht fühlen zu müssen.

Aufgrund der Persönlichkeitsstörung ist der emotionale Anteil des Menschen wie tot. Als ob er nicht existiert und solch ein Mensch ist aus eigener Kraft nicht in der Lage, diesen Anteil in sich zu reintegrieren. Das bedeutet jedoch auch, dass ein solcher Mensch all die Schönheit des Lebens, die tollen Dinge, die es bereit hält und alle Liebe und Freude nicht fühlen kann. So denke ich ist ein solcher Mensch doch sehr arm und auf jeden Fall bemitleidenswert.

Ich stelle es mir vor, wie ein dunkles, kaltes, meterhohes Verließ, in dem ein Mensch gefangen ist und leben muss, mit seinem eigenen Selbst. Würde ein solcher Mensch Gefühle von Reue, Schuld, Scham oder ähnlichem fühlen, würde er solche Taten entweder nicht begehen oder er würde an seinen Schuldgefühlen elendig zugrunde gehen und sich zuletzt das Leben nehmen, da niemand in der Lage ist mit solch einem Gefühl leben zu können. Ich stelle mir bei einem solchen Menschen ein Leben vor, in dem man niemals die Sonne oder Bäume, Vögel und blühende Blumen sehen kann, denn man kann nicht empfinden, welch Freude und Glück diese Dinge bringen. Jemand wie dieser Mensch wird niemals das Glück im Lächeln eine Kindes sehen, denn er kann es nicht wahrnehmen. Es muss ein Leben in einem riesigen Schlammloch sein, wo er vielleicht noch versucht heraus zu klettern, doch an den glitschigen Wänden immer wieder hinab rutscht.

Der einzige Lichtblick für diesen Menschen ist es, wenn ein Mensch oder ein Tier wegen ihm leidet. Nur in dem Moment, wo er quälen und Leid zufügen kann, mindert sich ein ganz kleines Stück sein eigenes Leid, es verschafft ihm Erleichterung, die Qual des anderen zu sehen, denn eigentlich spürt er nur seine eigene und in diesen Momenten ist es nicht seine Qual, sondern ein anderer muss so leiden. Daraus ensteht eben auch der Drang danach solche Dinge immer wieder zu tun, denn in dieser kranken Welt, ist es das einzige, was diesen Menschen zu ein wenig Glück verhilft, auf solch völlig abstrakte Weise.

Als es mir plötzlich gelang, ganz tief in diese Menschen hinein zu blicken, mich so gut ich es kann in sie hinein zu versetzen und zu verstehen, wie sie sind, empfand ich plötzlich tatsächlich Verständnis und Mitgefühl und meine Arbeit, alles was ich praktiziere und versuche weiter zu geben, machte wieder Sinn.

Mit den Opfern mitzufühlen, ist für uns ganz leicht und ganz klar und manchmal so intensiv den Schmerz zu fühlen, dass wir auch davor die Augen verschließen wollen. Tun wir das aber, können wir die Täter nicht verstehen, verstehen wir die Täter nicht, können wir nichts verändern. Mitgefühl und Verständnis für die Täter nicht nur zu kommunizieren, sondern auch wirklich zu empfinden, war für mich ein langer, harter und steiniger Weg und ich wusste nicht, ob ich daran nicht scheitern würde.

Doch eins wurde mir klar. Nur durch tiefes Schauen, durch Verstehen und Mitgefühl, durch mein eigenes lernen und wachsen, durch die Weitergabe meiner Erfahrungen und meines Wissens, kann ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, dass solche Dinge nicht mehr geschehen. Es wird sicher nie so sein, dass Tiere und Menschen nicht mehr leiden müssen, doch durch das was ich kann und was ich bin, trage ich dazu bei, dass es vielleicht zwei oder drei Menschen oder Tiere gibt, bei denen ich das Leid verhindern oder wenigstens lindern kann und das ist allemal besser als nichts. Es ist ein Anfang zur Veränderung.