-Gundermann- Geschichte, Magie…

Geschichte, Magie & Mythologie

Bereits Römer und Germanen haben dieses Kraut genutzt, um Wunden zu heilen und Würmer loszuwerden. Äußerlich angewendet, klärt Gundermann die Haut und hilft bei Entzündungen. Insekten nutzen den Gundermann als Nektarpflanze. Aurorafalter und Zitronenfalter sowie Grünaderweißling und Rapsweißling saugen gern am Gundermann Nektar. Außerdem ist Gundermann eine besonders beliebte Bienenweide.

Volksnamen wie Heilrauf verweisen bereits darauf, dass der allgegenwärtige Gundermann als Allround-Arznei galt. Er sollte gegen Durchfall, Lebererkrankungen, Lungenleiden, Gelbsucht und Magenbeschwerden helfen, den Harn wie den Schweiß treiben. Die Volksheilkunde der Vergangenheit basierte nicht nur auf den Wirkstoffen, die die evidenzbasierte Medizin heute nachweist, sondern auch auf dem Glauben an Magie, Zauber, an Geister, Hexen und Dämonen.

Namen wie Engelkraut, Widerruf, Donnerrebe oder Gewitterblume zeigen, dass der Bodendecker in diesem Glauben an Übernatürliches als mächtiges Kraut galt – wie viele Pflanzen, die reale Heilwirkung haben, galt die Gundelrebe als Schutzmagie. So mischten Bauern Kühen Gundermann ins Futter, damit sie viel Milch gaben, und wischten das Milchgeschirr mit dem Kraut aus.

Der Begriff Kranzkraut stammt daher, dass ein Kranz mit Gundermann es möglich machen sollte, Hexen zu erkennen. Gundermann sollte das Haus vor Blitzeinschlag und Sturmschäden schützen, daher die Namen Donnerrebe und Gewitterblume. Magisch-religiöse Rituale vermischten sich mit praktischen Heilanwendungen: Pflückte man Gundermann zu Pfingsten während der Predigt, sollte es gegen jede Krankheit wirken. Am Johannistag auf schmerzende Körperstellen gelegt, sollte es rheumatische Beschwerden beenden.

In der Signaturlehre der frühen Neuzeit galt das Blatt als pflanzliche Entsprechung der Niere – wegen der Form der Blätter. Deswegen sollten diese gegen Krankheiten helfen, die mit den Nieren assoziiert wurden. Eine reale Wirkung als Diuretikum mit schwachem, positivem Effekt bei Nierenleiden spielte vermutlich bei diesen esoterischen Assoziationen hinein.

Heute fast vergessen, galt die kleine Pflanze bereits unseren vorchristlichen Vorfahren als mächtiges Zauberkraut. Die vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen konnten nach altem Glauben nur im Bunde mit dienstbaren Geistern vollzogen werden. Der Bezug zur Geisterwelt ist mit der Entwicklung der evidenzbasierten Wissenschaften weitgehend verloren gegangen. Die Mannigfaltigkeit der im Volkstum bewahrten Bräuche zeigt jedoch, welch wichtige Pflanze Gundermann einstmals darstellte. Die kleine Gundelrebe galt als schutzmagisch. Man glaubte auch, dass sie hellsichtig machen konnte.

Walpurgisnacht

In der ersten Mainacht mischten die Bauern den Kühen Gundermann mit Salz ins Futter, damit sie viel Milch gaben. Das Milchgeschirr wurde mit der Pflanze ausgewischt.

Angst vor Hexen war im Mittelalter weit verbreitet. Mit dem hellsichtig machenden Kraut hoffte man Hexen zu erkennen. Dies sollte in der Walpurgisnacht möglich sein, wenn man einen Gundermann-Kranz auf dem Kopf trug.

Zauber und Milchsegen

Nach einem anderen Zauber wand man den Gundermann um eine gelbe Kerze. Wenn man diese Kerze an einem Dienstag abbrennt, soll man erkennen können, wer einem Böses will.

Gundermann gehörte zu den wichtigen magischen Kräutern, welche Haus und Hof vor Blitz und Sturm schützten.

Allerlei Zauber betrafen Milch und Vieh. Gundermann galt wohl als besonders wirksam für diese Milchzauber. Das Kraut, verstärkt mit einem Zauberspruch, versprach, den Milchertrag zu fördern. Bei den kirchlichen Milchsegen übernahm der heilige Geist oder die Jungfrau Maria die magische Unterstützung.  Dazu musste in einem vorgeschriebenen Ritual Gundermann geerntet werden. Die abschließende Handlung, das Hochwerfen des Krautes in Richtung Osten, verstärkte man mit den Worten:

Ich wirff dich auf die Wolckhen

dass mir unser lieber Herr Jesus Christ

Widergeb mein Kees und mein Molckhen

Im Namen des…usw

Die erste Milch nach dem Austrieb des Viehs sollte durch einen Kranz aus Gundermann gemolken werden, damit die Milch nicht versiegt.

Bei anderen Bräuchen verschmolzen Heilanwendung und Magie. So gab man in das Nest der Brutgans etwas Gundermann, damit die Gössel gesund und stark schlüpfen. Den Bruthennen wurde er klein geschnitten unters Futter gemischt, damit die jungen Küken kräftig wurden.

Gesund mit Magie

Neben der Anwendung als Arznei galt Gundermann auch durch seine magische Kraft als heilend. So sollte etwa das Umhängen mit Gundermann den Stuhlgang befördern.

Ungerade Zahlen unterstützten abergläubisches Zaubern. Wer etwa 7 Gundelrebenblätter in ein ungebleichtes Tuch gibt und um den Hals getragen mit sich führt, vertreibe den „Brand im Mund“. Mit 77 Blättern auf eine Wunde gelegt, ist die Heilung garantiert.

Der an Pfingsten während der Predigt gepflückte Gundermann galt als wirksam gegen jede Krankheit.

In Frankreich legte man am Johannistag Gundermann auf rheumatische Körperstellen, damit die Krankheit verschwinde.

Astrologie

Die im Mittelalter blühende Alchemie fügte den Gundermann in ihr Wissenschaftsbild ein. Blattform, Blütenfarbe und Wachstum galten als Hinweis auf Verwendung und Eigenschaften von Pflanzen. In diesem System stand Gundermann für die Planeteneigenschaften von Venus und Merkur.

In der Blattform erkannte man die Signatur der Niere. Sie spiegelt die langjährige Verwendung als Heilpflanze bei nierenassoziierten Erkrankungen wieder. Wobei die Anwendung gewiss schon vor der astrologischen Deutung bestand.

Seinem Wesen nach fördere die Pflanze auf geistiger Ebene Gelassenheit, lebenserweckende Wärme, das Loslassen und den Neubeginn.

Räuchern mit Gundermann

Mit Gundermann zu räuchern, hält zwischenmenschliche Beziehungen stark zusammen; wie die Familie und auch wichtige Freundschaften. Diese Räucherung wirkt sehr stark Schaden abwehrend und gibt guten Energien die Chance, ihre Wirkung auf uns freizulassen. Eine Gundermann-Räucherung verleiht uns Hellsichtigkeit. So dass wir unserer Intuition freien Lauf lassen können. Aber auch um Gefahren und Schaden durch andere Menschen vorher abwenden zu können, ohne dass sie uns mit voller Wucht treffen. Wenn ihr schon im Vorfeld eine Vorahnung habt, so glaubt euren Bauchgefühl, das es auch so ist und kommen wird. Mentale Hoffnungslosigkeit löst sich in dieser Räucherung vollkommen auf und wir schöpfen neuen Mut und Urvertrauen; in uns selbst.

Dieses Räucherwerk hebt unseren Geist auf eine Ebene, die uns die Weissagung verleiht. Mit dem Gundermann als Räucherung entwickeln wir Instinkte, die uns zeigen, wer es schlecht mit uns meint. Unsere Intuition, unser Bauchgefühl baut sich auf, bis wir uns bewusstwerden, dass wir uns darauf verlassen können, ohne anzufangen Zweifel zu zeigen.

Schon die Germanen räucherten den Gundermann, um Haus und Hof beisammen zu halten und Schutz zu erhalten. Früher setzte man sich Kränze des Gundermanns auf dem Kopf, um Hexen und schlechte Menschen zuerkennen. Dieser Brauch war in der Walpurgisnacht weit verbreitet. Diese Pflanze war eine heilkräftige und zauberwidrige Pflanze des Volksglaubens. In Viehställen verräucherte man den Gundermann früher sehr viel, um das Vieh vor dem Behexen zu schützen.

Um mit dem Gundermann zu räuchern, nehmt ihr die getrockneten Stiele, Blätter und Blüten. Der Gundermann hat einen erdigen und sehr angenehmen Räucherduft. Getrockneter Gundermann harmoniert super mit der Haselwurz, Efeu und etwas Lärchenharz zu einem weissagenden Räucherwerk.

-Gundermann- Merkmale

Gundermann

Botanischer Name: Glechoma hederacea

Familie:  Lippenblütler (Lamiaceae)

Weitere Namen: Efeugundermann, Gundelrebe, Engelskraut, Donnerrebe, Gewitterblume, Wideruf, Erdefeu, Erdkränzel, Stinkender Absatz, Steinumwickler, Guck durch den Zaun, Huderich, Hederich, Gundelse, Gutermann, Gundelrieme, Gundam, Soldatenpetersilie, Kranzkraut, Heilrauf, Heilreif, Katzenminze, Zickelkraut, Erdhopfen

Merkmale:

Der Gundermann wächst als wintergrüne, ausdauernde krautige Pflanze. Die Behaarung (Indument) der Pflanzenteile ist variabel: Häufig ist sie fast kahl, sie kann aber auch dicht weich behaart sein. Stängel und Blattunterseite sind häufig purpurn überlaufen. Die nichtblühenden Sprossachsen kriechen als Ausläufer (Stolonen) am Boden, besitzen einen quadratischen Querschnitt und sind an vielen Knoten bewurzelt. Aufgrund ihres sehr raschen Wachstums und ihrer reichen Verzweigung sorgen sie für eine vegetative Vermehrung; der Hauptspross kann bis zu 2 Meter Länge erreichen. Der Gundermann ist ein Flachwurzler; die Blütentriebe sind 10 bis 30 Zentimeter hoch, aufsteigend bis aufrecht, und haben ebenfalls einen quadratischen Querschnitt.

Blätter:

Die Laubblätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Die Blattstiele sind in der Länge sehr variabel, jedoch kürzer als die Internodien. Ihre Länge reicht von rund einem Zentimeter bis zu 20 Zentimetern in dichter Vegetation. Die Blattspreiten sind mit einer Länge von 0,4 bis 3,5 Zentimeter und einer Breite von 0,6 bis 4 Zentimeter, meist jedoch nicht breiter als 3 Zentimeter, nierenförmig bis rundlich-herzförmig mit stumpfer oder spitzlicher Blattspitze. Der Blattrand ist grob gekerbt. Es können gelegentlich aber auch Blattspreiten mit bis zu 8 Zentimetern Durchmesser vorgefunden werden.

Blüte:

Die zwei- bis fünfblütigen Blütenstände entspringen den Achseln von Laubblättern. Die Deckblätter (Brakteolen) der einzelnen Blüten sind 1 bis 1,5 Millimeter groß und behaart. Die Blüten sind die für die Lippenblütler typischen zygomorphen Lippenblüten. Der Kelch ist röhren- bis glockenförmig, leicht zweilippig und besitzt 15 Nerven. Die Krone ist meist 15 bis 22 (6 bis 25) Millimeter lang und von blau-violetter Farbe mit purpurnen Flecken an der Unterlippe; selten ist die Krone rosa oder weiß.
Die Blütezeit liegt meist zwischen April und Juni (Juli).

Früchte/Samen:

Die Klausenfrucht zerfällt in vier Teilfrüchte. Jedes Fruchtknotenfach entwickelt sich zu einer nüsschenartigen Teilfrucht (Klause). Jede Klause ist eiförmig und glatt und dabei an den Seiten, wo sie die Nachbarn berührt, leicht eingedrückt. Die Klausen tragen einen grauen Auswuchs, der als Elaiosom gedeutet wird.  Die Klausen werden durch Kleb-Ausbreitung und durch Ameisen ausgebreitet. Die Fruchtreife erfolgt zwischen Juni und August.

Standort/Vorkommen:

Der Gundermann ist im Großteil Europas verbreitet. Er fehlt nur auf den Balearen, Kreta, den Färöern, Island, Spitzbergen und in der Türkei. In Mitteleuropa ist er sehr häufig. Er kommt außerdem in West- und Nordasien bis Japan, Hongkong und Tonkin vor. In Neuseeland, USA und Kanada wurde er durch den Menschen eingeschleppt.

Der Gundermann kommt bevorzugt auf feuchten, schweren, fruchtbaren sowie kalkhaltigen Böden vor. Häufig ist diese Pflanze auch in Waldsäumen, Hecken und Auengebüschen zu finden. Ein zweiter Standortschwerpunkt sind Wälder mit mäßig feuchten bis feuchten Böden, die wenig sauer sind. Der dritte Standortschwerpunkt ist die Klasse der Wirtschaftswiesen. Hier blüht der Gundermann in der Wiesen-Schaumkraut-Löwenzahn-Phase zusammen mit anderen niedrigwüchsigen Pflanzen. Es verträgt Mahd sehr gut, Weide und Trittbelastung jedoch nur mäßig.

Bereits die alten Germanen nutzten das Kraut als Arzneipflanze. Aufgrund seiner recht anspruchslosen Lebensweise kann er eine Vielzahl von Lebensräumen besiedeln. Heutzutage ist die Pflanze in vielen Ländern der Erde anzutreffen, u.a. in Japan, in der Ländern Skandinaviens, Türkei oder Spanien.

Er ist eines der am häufigsten anzutreffenden Wildkräuter in Mitteleuropa. Gundermann wächst vor allem auf nährstoffreichen, feuchten und lehmigen Standorten und ist vor allem auf Wiesen, Waldrändern oder in der Ufernähe von Seen und Teichen zu finden.

Die goldenen Zapfen der Sieben Fichten

Die goldenen Zapfen der Sieben Fichten


Auf der Kirkeler Burg lebte einst ein alter Förster. Er verließ sehr oft in den Abendstunden die Burg und kam erst spät in der Nacht wieder zurück. Das war einem Forstgehilfen aufgefallen. Er wollte herausfinden, wohin der Förster ging, und so schlich er ihm eines Nachts heimlich nach.

Der Förster schritt, ohne nach rechts oder links zu schauen, Wald einwärts. Immer dichter rückten die Bäume zusammen. Da blieb der Alte stehen, zog mit dem Stock einen Kreis und murmelte einige unverständliche Worte. Aus einem Versteck schaute der Gehilfe dem sonderbaren Treiben zu. Auf einmal rauschte es in den Wipfeln, und ein Männlein mit einem eisgrauen Bart stand in dem Kreis. Mit grabestiefer Stimme fing es an zu reden: „Sieben Jahre habe ich dir gedient. Morgen aber wird deine Seele zur Hölle fahren, wie wir es abgemacht haben. Heute will ich dir deinen letzten Wunsch erfüllen.“ Ganz ruhig erwiderte der Förster: „Schon gut. Wenn ich dir jedoch eine andere Seele beschaffe, bin ich dann wiederum sieben Jahre frei?“ – „Genau so habe ich es unterschrieben.“

Der Förster lachte und stieß den Stock in den Boden. „So wünsche ich, dass genau an dieser Stelle sieben Fichten mit goldenen Zapfen wachsen.“ Kaum hatte er die Worte gesprochen, so schossen sieben schlanke Fichten aus dem Boden. Ihre Zweige waren über und über beladen mit goldenen Zapfen. Während das Männlein plötzlich spurlos verschwunden war, pfiff der alte Förster zufrieden durch die Zähne und entfernte sich, ohne einen Zapfen anzurühren.

Nun sprang der Gehilfe aus seinem Versteck und kletterte auf einen der sieben Bäume. Hastig griff er nach den goldenen Zapfen und stopfte sie in seine Taschen.
Kaum hatte er den Gipfel erreicht, als ihn der Ast nicht mehr trug und unter seinen Füßen brach. Ein angstvoller Todesschrei erscholl, dann war es still. Am nächsten Morgen fanden Holzhauer die Leiche inmitten eines Berges gewöhnlicher Fichtenzapfen. Niemand wusste, was das zu bedeuten hatte. Nur der Förster hätte es sagen können, aber er schwieg.

Bis auf den heutigen Tag verwandeln sich die Zapfen der Siebenfichten alle sieben Jahre in pures Gold, und wer sich in dieser Nacht gerade dort aufhält, der wird ein reicher Mann für sein Leben lang.

*****

gefunden von Rudi Kleinpeter

Textquelle: Informationstafel bei den (real existierenden) Sieben Fichten zwischen Blieskastel-Bierbach und Kirkel im Saarpfalz-Kreis

Warum die Bäume nicht mehr sprechen können

Vor langer Zeit sprachen nicht nur die Menschen und die Tiere, sondern auch die Bäume. „Wie schade, dass ihnen ihre Stimmen nicht bis zum heutigen Tag geblieben sind!“ denkt ihr sicher, und das denke ich auch.

Aber für die Menschen damals war es nicht leicht, denn brauchte jemand eine Gerte oder brach jemand einen Ast ab, so klagte der Baum, dass es durch den ganzen Wald hallte. Und ganz schlimm wurde es, wenn ein Baum gefällt werden sollte. Da begann er herzzerreißend zu jammern und zu bitten und die anderen Bäume jammerten und baten mit ihm.

Das verdross die Menschen schließlich. Sie gingen zur Sonne und sprachen: „Du hast die Bäume geschaffen, damit wir Tische und Betten zimmern, damit wir Häuser und Boote bauen können. Aber du gabst ihnen auch die Sprache, und so dürfen wir nicht das kleinste Ästchen abbrechen, ohne dass sie ein großes Geschrei anstimmen.“

Aber die Sonne hörte gern zu, wenn die Bäume leise sangen, und so gab sie nichts auf die Worte der Menschen. Doch eines Tages geriet die Sonnte selbst in Zorn über die Bäume. Und das kam so: Als sie die Blätter an die Bäume verteilt hatte, waren alle zufrieden gewesen, nur die Fichte, die Tanne und die Kiefer nicht. Sie hatten feine, spitze Nadeln bekommen und die Nadeln fielen im Herbst auch ab, wie die Blätter bei den anderen Bäumen. Die Fichte, die Tanne und die Kiefer sagten zur Sonne:

„Diese feinen, spitzen Blätter mögen wir nicht. Gib uns andere, solche, wie kein Baum auf der Welt sie hat.“

Die Sonne erfüllte ihnen die Bitte, sie bekamen Blätter aus reiner Seide. Doch der Stolz der drei Bäume währte nicht lange, denn bald waren die seidenen Blätter vom Regen völlig aufgeweicht und so beklagten die Fichte, die Tanne und die Kiefer sich abermals bei der Sonne.

„Der Regen hat unsere seidenen Blätter verdorben“, sprachen sie. „Gib uns bessere!“
Da schenkte die Sonne ihnen Blätter aus reinem Kristall. Aber schon bald darauf zerbrach der Wind die kristallenen Blätter, und die Tanne, die Fichte und die Kiefer wandten sich erneut an die Sonne.


„Der Wind hat unsere Blätter zerbrochen“, sprachen sie. „Gib uns bessere!“
Da wurde die Sonne böse. Sie gab den Unzufriedenen ihre alten Nadeln wieder. Nur eines gestand sie ihnen zu: Die Nadeln fielen fortan im Winter nicht mehr ab, und Regen und Wind konnte ihnen nichts anhaben.

Damit aber keiner sich je wieder bei ihr beklagen konnte, nahm die Sonne der Tanne, der Fichte, der Kiefer und allen anderen Bäumen die Sprache. Nur ihren Gesang ließ sie ihnen. Wir hören ihn noch heute – wenn der Wind über die Wipfel streicht.

(Indianermärchen)

-Fichte- Kulinarisch

Verwendung in der Küche

Fichte und Tanne bilden im Mai ihre jungen Triebe aus, die auch als Maiwipfel oder Maiwuchs bekannt sind. Die jungen hellgrünen Triebe sind beliebt. Mit ihren schleimlösenden und antibakteriellen Eigenschaften sind Fichtentriebe heilkundlich vielfältig einsetzbar. Vielleicht kennst du Fichtenhonig gegen Husten oder Fichtenspiritus bei Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen.

Doch die zarten Maiwipfel von Fichte und Tanne sind auch essbar. Die jungen Maitriebe der Fichte schmecken zitronig, leicht bitter-harzig und sind ein erfrischendes Geschmackserlebnis. Probiere es aus. Fichtentriebe enthalten ätherische Öle u.a. Limonen, das für den zitronigen Geschmack verantwortlich ist, Flavonoide, Vitamin C und Gerbstoffe.

Bitte beachte, dass die jungen Triebe von Fichte und Tanne in freier Natur nur in Absprache mit einem Förster gesammelt werden dürfen! Vielleicht kennst du jemanden, der Fichten auf seinem Grundstück hat und kannst dort einige Maiwipfel ernten. Wie beim Sammeln von Wildkräutern gilt, weniger ist mehr. Sammle nur so viel du wirklich brauchst und nie alle Triebe von einem Zweig!

Rezepte

Fichtengelee:

Dieser Fichtengelee wird aus den frischen Fichtenknospen, den berühmten Maiwipfeln, zubereitet, die ihr ab März, je nach Region und Wetter, sammeln gehen könnt. Ich hatte hier auch schon mal über den Fichtenknospen-Sirup geschrieben, der sehr gut, gegen Erkältungen, uns Linderung verschafft. Die Fichte ist eine große Heilerin des Waldes, denn gerade gegen leichte Erkältungsbeschwerden hilft sie uns und lindert diese Beschwerden, wie auch ihre Vertreter die Tanne und die Kiefer.

Wenn ihr eure Maiwipfel wild im Wald sammeln geht, so beachtet bitte, dass diese Knospen Nahrung vieler Wildtiere ist, wie zum Beispiel Rehe. Denn sie binden Eiweiße mit diesen Knospen, die sie sonst nicht richtig verarbeiten können. Aber auch so mancher Schmetterling ist von der Fichte abhängig. Ich habe mir deswegen die Waldfichte in den heimischen Naturgarten geholt, um da von ihr die Knospen zu ernten. Die Fichte lässt sich auch gut in einem großen Kübel anpflanzen. Eventuell eine Idee, wenn viele Fichtenknospen im Frühjahr verarbeitet werden, um der Natur nicht zu schaden. Auch sollte beachtet werden, dass die Fichte mit der sehr giftigen Eibe verwechselt werden kann.

Fichtengelee Rezept

Zutaten:

  • 500 ml junge hellgrüne Fichtentriebe
  • 500 ml Wasser oder Orangensaft
  • 500 g Gelierzucker
  • Saft von einer halben Zitrone

Zubereitung:

Die Fichtentriebe werden mit dem Wasser oder dem Orangensaft für ca. fünf Minuten gekocht. Dann wird alles durch ein Sieb gefiltert. Die Fichtentriebe könnt ihr danach noch einmal kräftig ausdrücken. Nun fügt ihr den Gelierzucker und den Zitronensaft hinzu. Aufkochen lassen und noch für weitere fünf Minuten köcheln lassen. Wenn ihr alles fertig habt, müsst ihr das Fichtengelee sofort in heiße Gläser füllen und gut verschließen.

Dieses Waldgelee schmeckt auf Quark sehr gut, aber auch sehr lecker zum Süßen von Tee. Wer mag, kann Duftblüten hinzugeben, wie zum Beispiel die Blüten der Kartoffelrose. Sie färben und duften sehr kräftig und die Kombination von Fichte und Wildrosenblüte ist sehr geschmacksintensiv.

Fichtenspitzen-Mousse

Zutaten:

  • 150 g Fichtenspitzen
  • 150 g Zucker
  • 300 g Joghurt
  • 4 Blätter Gelatine
  • ¼ Liter Sahne

Zubereitung:

Die zarten Spitzen der Fichte mit dem Zucker im Mixer sehr fein mahlen. Die Gelatineblätter kalt einweichen, ausdrücken und mit 5 Esslöffeln Joghurt so lange erwärmen, bis sich die Gelatine gelöst hat. Die Gelatine mit dem restlichen Joghurt und dem grünen Zucker vermischen und kaltstellen, bis die Creme zu gelieren beginnt. Jetzt die steif geschlagene Sahne unterziehen und mehrere Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Kräuterseitlinge mit Fichten und Blüten

Zutaten

Zutaten:

Für die Fichtenjus  
50 ml Fichtensirup
250 ml Gemüsebrühe
Salz und Pfeffer
3 Zweige Rosmarin
  Für den Gemüsefond
  ½ Knollensellerie
3 Zwiebeln
3 Karotten
3 Lauchstangen 2 Handvoll Wildkräuter nach Geschmack
Pfefferkörner schwarz
Rotwein
Olivenöl
Wasser
  
Für die Kräutersaitlinge
  10 Kräuterseitlinge
Meersalz grob
1 Handvoll essbare Blüten

Zubereitung

1. Den Backofen auf die höchste Stufe vorheizen. Gemüse in einen Bräter geben mit etwas Olivenöl übergießen. Das Ganze in den Backofen stellen und ab und zu wenden bis alles scharf angebraten ist. Die Wildkräuter in kleinere Stücke schneiden, zum Gemüse geben und leicht anbraten lassen. Mit dem Rotwein ablöschen, dann mit Wasser auffüllen, bis alles bedeckt ist.

2. Dann im ca. 120 Grad heißen Ofen 1/2 Stunde ziehen lassen. Das verdampfte Wasser jeweils wieder auffüllen. Anschließend den Fond absieben in einen Topf füllen und einkochen lassen. Rosmarin, Salz, Pfeffer und den Fichtensirup hinzugeben und weiter einkochen lassen.

3. Anschließend die Kräutersaitlinge längs halbieren und mit etwas Öl kurz in einer Pfanne anbraten. Mit einem Pinsel die Fichtenjus auf einen Teller streichen und die Kräutersaitlinge und das Gemüse darauf anrichten. Mit etwas Meersalz bestreuen und mit den Blüten dekorieren. Kartoffeln oder Brot dazu reichen.

Fichtenspitzenpesto

Zutaten für ein Gläschen:

  • ca. 120 g Fichtenspitzen
  • optional Parmesan (Menge je nach Geschmack)
  • Pinien- oder Sonnenblumenkerne
  • Etwas Zitronensaft
  • Olivenöl

Zubereitung:

Die Fichtenspitzen gut mit lauwarmem Wasser waschen, am besten funktioniert das in einem Sieb. Die Spitzen mit einem frischen Geschirrtuch trocken tupfen oder eine Salatschleuder verwenden. Die Kerne in einer ungefetteten Pfanne anrösten. Die Triebe zusammen mit dem Parmesan (falls gewünscht), dem Zitronensaft und den Kernen in einen Mixbecher geben. Alles mit Olivenöl bis zur Hälfte bzw. Dreiviertel auffüllen. Mit dem Pürierstab sämig mixen und fertig! 

Mein Tipp: Das Pesto schmeckt hervorragend an Spaghetti oder auch in Kartoffel- oder Nudelsalat untergemischt!

Fichtenspitzen- Schoko- Konfekt

Selbst Skeptiker habe ich damit überzeugt:

  • Junge Fichtentriebe (Menge nach Bedarf)
  • Zartbitter-Kuvertüre

Die Kuvertüre lässt du im Wasserbad schmelzen, um dann die Triebspitzen einzutauchen. Wenn die Schokolade hart geworden ist, kannst du dein Schoko-Konfekt vernaschen oder zusammen mit einer Kugel Eis oder frischem Obst servieren.

Ziegenkäse – Crustini mit Fichtenspitzensirup

Zutaten:

4 Scheibe/nWeißbrot
2 ELOlivenöl
8 Scheibe/nKäse, (Ziegen-Weichkäse)
4 Tasse/nWasser
2 Tasse/nZucker
3 HandvollFichtentriebe, junge
1 HandvollZitronenmelisse
1Knoblauchzehe
1 TLgrobes Meersalz
100 mlOlivenöl
einigeBlüten

Zubereitung:

In zwei getrennten Pfannen jeweils etwas Öl geben und die Weißbrotscheiben bzw. die Ziegenkäsescheiben anbraten.

Fichtenspitzensirup:
Aus dem Wasser und dem Zucker einen Läuterzucker aufkochen die Grob zerkleinerten Fichtenspitzen zugeben, aufkochen und leise simmern lassen. Auskühlen lassen und mindestens 24 Stunden stehen lassen. Danach den Sirup auf die gewünschte Konsistenz einkochen.

Zitronenmelissen-Pesto:
Alle Zutaten im Mörser zerstoßen und gut durchziehen lassen.
Das geröstete Brot aus der Pfanne nehmen, evtl. auf Küchenpapier entfetten. Die noch warmen Käsescheiben darauflegen, mit dem Fichtensirup und dem Pesto anrichten und mit Blüten dekorieren.

Da ich grundsätzlich ohne Rezept und ohne Waage koche, sind die Mengenangaben nur Circa-Angaben!

-Fichte- In der Volksmedizin

Verwendung in der Heilkunde

Möchten Sie ihr Immunsystem auf natürliche Art und Weise stärken, so nutzen Sie ihren Feierabend öfter mal für einen ausgiebigen Waldspaziergang. Gerade im Herbst lässt sich das gut mit dem Sammeln von Beeren oder Pilzen verbinden, oder als Familienausflug in die Planung einbauen. Die Luft im Wald ist voll mit Phytonzyden. Das sind Stoffe, die Bäume an ihre Umgebung abgeben. Diese natürlichen Abwehrstoffe schützen den Wald vor Bakterien und Insekten. Der Spaziergänger profitiert beim Einatmen der Stoffe selbst von deren antibakteriellen Wirkung. Schon drei bis vier Spaziergänge pro Monat stärken nachweislich das Immunsystem.

Verwendete Pflanzenteile: junge Triebe, Nadeln, Zweige, Harz

Verwendet werden die frischen Fichtenspitzen (Piceae turiones) und das aus den frischen, zerkleinerten Zweigen und den anhängenden Nadeln durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl (Fichtennadelöl – Piceae aetheroleum).

Inhaltsstoffe:

ätherisches Öl, Terpentinöl, Harz, Glykosid Picein, Gerbstoff, Vitamin C

Eigenschaften:

anregend, antibakteriell, beruhigend, schleimlösend, schweißtreibend, tonisierend

Anwendung bei:

*  Erkrankung der Atemwege                  
*  Gicht                                   
*  Drüsenschwellungen                            
*  Nebenhöhlenentzündungen                
*  Rheuma                                       
*  Durchblutungsstörungen
*  Muskelkater                                            
*  Schlaflosigkeit
*  Muskel- und Nervenschmerzen          
*  Durchblutung anregend
*  Hexenschuss                                          
*  chronische Hautkrankheiten
*  Nervosität                                   
*  Rachenentzündungen

Die Inhaltsstoffe der Fichte wirken schweißtreibend, schleimlösend, tonisierend und antibakteriell. Tinkturen und äthertische Öle werden innerlich und äußerlich angewandt und werden vorwiegend zur Desinfektion und Reinigung der Atemwege eingesetzt.

Sammelzeit:

Triebe: Frühjahr,
Nadeln: Juni bis August,
Harz: Juni bis August

Fichtennadelöl (Fichtenöl) in der Medizin

Fichten werden wegen der Inhaltsstoffe (besonders ätherische Öle) ihrer Harze, Nadeln und Zweige traditionell in der Volksmedizin als Heilpflanze verwendet.

So z.B. bei der Benediktinerin und Kräuter-Gelehrten Hildegard von Bingen (ca. 1098 – 1179) oder beim Schweizer Arzt Paracelsus (ca. 1494 – 1541).

Anwendungsgebiete sind z.B. Hexenschuss, Husten, Muskelschmerzen, Rheumatismus oder Verschleimung. Sei es als Bonbons, Branntwein (Fichtennadel-Franzbranntwein), Fichtennadelhonig, Fichtennadellikör, Hustensaft, Salbe, Fichtensirup (Fichtennadelsirup) oder Tee (Fichtennadeltee). In der Naturheilkunde kommen Dampfbäder mit Fichtennadeln zum Einsatz bei Kiefer- und Nebenhöhlen-Entzündungen. Als Duftpflanze findet Fichtenöl mit seiner anregenden, kräftigenden und desinfizierenden Wirkung auch in der Aromatherapie und als Räuchermittel oder Fichtennadel-Tabak Verwendung. Von Bedeutung als Phytopharmaka ist Fichtennadelöl (umgangssprachlich auch kurz Fichtenöl genannt), das aus Nadeln, Zweigspitzen und Ästen gewonnen wird. 

Fichtennadelöl (Piceae aetheroleum) eignet sich bei innerlicher Anwendung zum Inhalieren bei Erkältungen, Husten und Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Keuchhusten.

Äußerlich findet Fichtennadelöl Verwendung bei Rheuma-, Gelenk- und Muskelbeschwerden sowie bei neuralgischen Schmerzen (Neuralgien), denn es enthält Ester (Bornylacetat), das beruhigend auf Atemwege, Nerven oder psychischen Stress wirkt und die Durchblutung fördert. Ferner eignet sich das antiseptische (keimreduzierende) Fichtennadelöl zur Linderung von Entzündungen, Schmerzen und Verschleimung.

Die ätherischen Öle der Fichtennadeln und -zweige werden wegen ihrem frischen harzig-waldigen Aroma als Aufguss in der Sauna genutzt.

Außerdem eignet sich Fichtenöl als Badezusatz, Parfüm, Gel, Salbe, Spray und Seife. Fichtenspitzen enthalten wie auch Tannenspitzen sehr viel Vitamin C, Flavonoide und ätherische Öle. Sie wurden in früheren Zeiten von Seefahrern zur Vorbeugung gegen die Vitamin-C-Mangelerkrankung Skorbut auf längeren Seefahrten genutzt.

Das Hauptanwendungsgebiet der Fichte sind Erkrankungen der Atemwege, vor allem wenn sie bakterieller Natur sind und Schleim festsitzt.

Fichtennadel-Tee:

Mit den jungen Triebspitzen und den ausgewachsenen Nadeln kann man einen Aufguss zubereiten und als Tee trinken.

Solch ein Tee hilft gegen Husten, Asthma und manchmal sogar gegen Lungenentzündung. Diesem Tee kann man Honig hinzufügen, um Geschmack und Wirkung zu verbessern. Auch bei Influenza-Grippe kann man Fichtennadeltee trinken umd die Beschwerden der Atmungsorgane zu lindern.

Der Fichtennadel-Tee hilft aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehaltes auch gegen Frühjahrsmüdigkeit und andere Vitamin-C-Mangel-Erscheinungen.

Terpentinöl:

Das Terpentinöl enthält das ätherische Öl und Harz von Fichten, Tannen und Kiefern.

Es wirkt reizend auf die Haut, kann die Durchblutung steigern, in höherer Dosierung aber auch Blasen werfen und zu Entzündungen führen. Daher muss man mit dem Terpentinöl sehr vorsichtig sein, auch wenn es zahlreiche Heilwirkungen hat.

Nach Einreibung der Haut mit einer fetthaltigen Salbe kann man von Rheuma betroffene Gelenke und Muskeln mit Terpentinöl einreiben. Auf die eingeriebenen Körperpartien sollte man jedoch ein Auge haben, um eine zu starke Reizung zu verhindern.

Gegen Asthma und infektiöse Erkrankungen der Atmungsorgane kann man auch Inhalationen mit Terpentinöl durchführen.

Als sparsam dosierter Zusatz in Bädern kann Terpentinöl die Durchblutung fördern und dadurch die Abheilung schlecht heilender Wunden fördern und rheumatische und gichtige Schmerzen lindern.

Die innerliche Anwendung des Terpentinöls ist heikel, weil dadurch die Nieren sehr stark gereizt werden. Ansonsten wirkt es wurmtreibend und fördernd auf die Produktion der Verdauungssäfte. Man sollte es aber nur unter ärztlicher Aufsicht innerlich einnehmen.

Ätherisches Öl:

Das ätherische Öl der Fichte kann ähnlich angewendet werden wie das Terpentinöl. Auch das reine ätherische Öl ist hautreizend, sollte also verdünnt angewendet werden. Man kann es mit Pflanzenöl verdünnen und als Einreibung gegen Schmerzen und Verspannungen einsetzen.

Fichten-Franzbranntwein:

Anwendung bei: Muskelkater, Hexenschuss, Rheuma und Gicht
Zutaten:

* ca. 2 Handvoll Fichtentriebel (grüne Spitzen)
* 3 Esslöffel Wacholderbeeren
* 300 ml Wodka oder Korn (mindestens 38 %)
* 2 bis 3 Tropfen ätherisches Lavendelöl
* 2 bis 3 Tropfen ätherisches Rosmarinöl

Zubreitung:

Die Fichtentriebe und die leicht gequetschten Wacholderbeeren in ein weithalsiges Glas geben und mit dem Alkohol aufgießen. Diesen Ansatz für 14 Tage an einem warmen Ort stehen lassen und täglich schütteln. Danach das Ganze abseihen und die ätherischen Öle dazugeben und noch einmal alles gut schütteln, damit sich alle Inhaltsstoffe gut miteinander vermischen. Nun in kleine Flaschen oder Gläser abfüllen.

Fichtennadel-Heckenrosenblüten-Honig:

wirkt schleimlösend, auswurffördernd, stärkend, stärkt das Immunsystem

Zutaten:

* 2 Liter Fichtensprossen (im Messbecher abmessen)
* 2 Liter Heckenrosenblätter (Hundsrose)
* Zucker
* Wasser
* 1 Zitrone

Zubereitung:

Fichtensprossen und Roseblüten in einen großen Topf geben und mit Wasser auffüllen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Das Ganze aufkochen und für 10 min köcheln lassen. Abgedeckt über Nacht stehen lassen. Die Flüssigkeit abseihen und mit der gleichen Volumenmenge Zucker zurück in den Topf geben. Langsam auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis eine honigähnliche Konsistenz erreicht ist. Die Zitrone auspressen, unterrühren und kurz aufkochen. Den Honig heiß in Gläser geben und verschließen.

Fichtennadelgeist:

Anwendung bei: Schlaflosigkeit, Erkrankungen der Atemwege, Herzbeschwerden und allgemeiner Unruhe

Zutaten:

* 100 g Fichtennadeln (frische)
* 1 Liter Wodka (38 – 40 %)
* 60 g Honig

Zubereitung:

Die Fichtennadeln und den Honig zusammen mit dem Wodka in eine Flasche oder ein großes verschließbares Glas geben und alles gut umrühren. Nun das Ganze ein bis zwei Wochen ziehen lassen. Bei Fichtenwipfeln kann sich die Zeit des Ziehens auf eine Woche verkürzen. Den Ansatz jeden Tag schütteln. Danach alles gut abfiltern und in einer Flasche gut verschließen.  Das Aroma entwickelt sich umso stärker, je länger der Fichtennadelgeist lagert.

Fichtennadelölbad:

Anwendung bei: Gicht und Rheuma, Erkältungskrankheiten und Atembeschwerden

Zutaten:

* 1 Teelöffel ätherisches Fichtennadelöl
* evtl. ein wenig Kondensmilch

Zubereitung:

Damit sich das Fichtennadelöl besser auflösen kann und nicht auf der Wasseroberfläche schwimmt, das Öl mit der Kondensmilch vermischen und in das ca. 38 Grad warme Badewasser geben. Ca. 15 Minuten baden. Danach hinlegen und ausruhen.

Fichtennadelbad:

Anwendung bei: Gicht und Rheuma, Erkältungskrankheiten und Atembeschwerden

Zutaten:

* 1 bis 1 1/2 kg Fichtennadeln
* 5 Liter Wasser

Zubereitung:

Das Fichtensubstrat in das Wasser geben und ca. 30 Minuten kochen lassen. Danach alles durchseihen und ins Badewasser geben. Ca. 15 bis 20 Minuten baden. Danach hinlegen und ausruhen.

Fichtennadel-Tinktur: 

äußerlich: Muskel- und Gelenkschmerzen, Gicht und Rheuma verwenden

Zutaten:

* frische Fichtennadeln
* Wodka oder Korn (mindestens 38 %)
*  zusätzlich kann man (kein Muss) noch ein paar Wacholderbeeren dazugeben.

Zubereitung:

Gib eine beliebige Menge Fichtennadeln in ein verschraubbares Glas oder eine Flasche und gieße mit dem Alkohol auf, bis alle Nadeln gut bedeckt sind. Stelle nun das gut verschlossene Glas an einen warmen, sonnigen Ort. Nun lasse das Ganze ca. 3 bis 6 Wochen stehen (je länger, umso stärker die Tinktur). Danach seihe das Ganze entweder durch ein Mulltuch oder ein (nichtmetallisches) Sieb ab und gieße es in eine Flasche. Beschrifte diese mit Datum und Inhalt.

Natürlich kann man diese Tinktur auch innerlich für Atemwegsprobleme und Erkältungskrankheiten anwenden. Ich persönlich würde darauf verzichten, da es zu Nierenreizungen kommen kann. Es gibt genug andere Kräuter, die ebenso wirkungsvoll sind.

Fichtennadelsirup:

Anwendung bei: Erkältungskrankheiten und Reizhusten

Zutaten:

* 2 Doppelhände frischer Fichtennadeltriebe
* 1 l Wasser
* 1 kg brauner Rohrzucker
* 1 Bio-Zitrone

Zubereitung:

Die Fichtennadeltriebe mit dem Wasser kurz aufkochen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag das Ganze durch ein Sieb gießen und gut ausdrücken. Man kann es auch durch ein Mulltuch gießen, weil sich die kleinen Nadeln immer wieder in einem zu großmaschigen Sieb durch die Löcher schmuggeln. Danach den Rohrzucker und die in Scheiben geschnittene Zitrone dazugeben und alles noch einmal auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis es eine honigartige Konsistenz angenommen hat. Nun heiß in Gläser oder Flaschen gießen und gut verschließen.

Fichtennadel- Fußgel

Das Fichtennadel-Fußgel kühlt geschwollene Füße an heißen Tagen. Es lässt die Füße wieder abschwellen und wirkt sogar vorbeugend gegen Krampfadern. Die drei Tinkturen wirken abschwellend, venenstärkend und kühlen durch die Verdunstung des Tinkturalkohols. Die ätherischen Öle unterstützen diese Wirkung.

Der Harnstoff wirkt der austrocknenden Eigenschaft der Tinkturen entgegen und sorgt für genug Feuchtigkeit auf der Haut.

Zutaten:

  • 10 ml Fichtennadeltinktur
  • 10 ml Rosskastanien-Blütentinktur
  • 10 ml Wacholdertinktur
  • 20 ml Wasser (Aqua dest. oder Mineralwasser)
  • 5 g Harnstoff
  • 1/2 TL Fluidlecithin CM oder Fluidlecithin Super
  • 1/2 TL Wacholderölauszug
  • 20 Tropfen Ätherisches Fichtennadel-Öl
  • 20 Tropfen Ätherisches Wacholder-Öl
  • 1/2 TL Xanthan oder Gelbildner

Wenn einem die Vielfalt der Tinkturen zu aufwendig ist, kann man auch ausschließlich Fichtennadel-Tinktur verwenden und die beiden anderen dadurch ersetzen.

Mit Fluidlecithin CM wird das Gel gelb mit Fluidlecithin Super entfällt die Gelbfärbung.

Statt einem halben Teelöffel (~ 5 ml) kann man auch jeweils einen Messlöffel mit 2,5 ml Fassungsvermögen verwenden.

Zubereitung:

  1. Stell die Zutaten bereit.
  2. Vermisch die Tinkturen.
  3. Gib das Wasser dazu und lös den Harnstoff darin auf.
  4. Gib das Fluidlecithin in ein kleines Glas, das einen dichten Schraubdeckel hat.
  5. Gib den Wacholder-Ölauszug in das Fluidlecithin.
  6. Tropf die ätherischen Öle in die Mischung.
  7. Rühr die Mischung um, bis eine einheitliche Flüssigkeit entsteht.
  8. Gieße die Mischung aus Tinkturen, Wasser und Harnstoff in die ölige Mischung.
  9. Rühr gut um, bis die Mischung einheitliche ist.
  10. Gib das Xanthan in die Mischung.
  11. Verschließe das Glas mit seinem Deckel.
  12. Schüttle das Glas kräftig und mehrmals.
  13. Es dauert jetzt etwa 10 Minuten, bis das Xanthan vollständig aufgequollen ist.
  14. Schüttle zwischendrin immer mal wieder, um das Gel einheitlicher zu machen.
  15. Nachdem das Xanthan fertig aufgequollen ist, hat sich ein gelbes (oder farbloses) Gel gebildet.
  16. Füll das Gel in einen Salbentiegel.
  17. Beschrifte den Salbentiegel mit Inhalt und Datum.

Holundersalbe mit Fichtenharz

Eine Holundersalbe mit Fichtenharz ist gut gegen Erkältungen und Bronchitis. Alles was ihr dazu braucht, findet ihr jetzt noch in der Natur, außer das Bienenwachs. Sie ist auch ein guter Begleiter, wenn ihr mal Knochenschmerzen habt. Bitte achtet darauf, das Fichtenharz Hautreaktionen auslösen kann. Am besten immer vorher in der Armbeuge ausprobieren, ob ihr allergisch reagiert.

Zutaten:

  • 1/2 Liter Speiseöl
  • Fichtenharz (ca. so viel das eure innere Handfläche bedeckt ist)
  • 65 Gramm Bienenwachs
  • ca. 20 kleine Holunderäste. Diese sollten fingerdick sein. Bitte keine alten Äste nehmen, sondern darauf achten, dass sie jung und frisch sind.

Zubereitung:

Zuerst bereitet ihr die Holunderäste zu, indem ihr die braune Rinde abschält. Dabei müsst ihr ein wenig vorsichtig umgehen, weil dort drunter die grüne Schicht sitzt, die wir für die Holundersalbe benötigen. Diese grüne Schicht kratzt ihr komplett ab und zerkleinert alles.

Nun bereitet ihr ein Wasserbad vor, indem ihr einen größeren Kochtopf nimmt, Wasser hineinfüllt und in diesen Kochtopf nochmal einen feuerfesten Gegenstand hineinstellt. Dort füllt ihr die ganzen Zutaten, die oben stehen, hinein. Ab und zu umrühren und alles für 1 Stunde leicht köcheln lassen.

Diese Masse muss über Nacht durchziehen und am nächsten Tag leicht erhitzt werden, so dass es flüssig wird. Dann filtert ihr es ab und füllt es in eure bereitgestellten Töpfchen oder Dosen.

-Fichte- Geschichte, Magie…

Geschichte, Magie & Mythologie

Fichten gelten schon seit alters her als ein weit verbreitetes und hoch geschätztes Heilmittel. Die Sprossen und Nadeln wurden ebenso wie das Harz für verschiedene Krankheiten verwendet. Interessant vielleicht noch, dass Fichte und Tanne in der Volksheilkunde die gleiche Rolle spielten und auch heute noch spielen.

Die immergrünen Fichten gehören zur Familie der Kieferngewächse. Es gibt ungefähr 50 Kiefernarten. Bei uns hier in Deutschland, vor allem in Bayern, ist vorwiegend die Gemeine Fichte zu finden. Manche kennen sie auch aufgrund ihrer rotbraunen Rinde als Rottanne.
Bei den Kelten und Germanen nahm die Fichte keine allzu große Rolle ein, hier wurde mehr die Verwandte der Fichte, die Kiefer, geheiligt. Einige Quellen berichten aber, dass sie von den Germanen als Schutz-, Mutter- und Lebensbaum verehrt worden sein soll.

Doch bei den Römern war die Fichte ein Symbol der Hoffnung, was auf ihr schnelles Wachstum und ihre Kraft und Stärke zurückzuführen ist. Im traditionellen Brauchtum wurde die Fichte als bewahrender Baum angesehen, der die Fähigkeit haben sollte, Krankheiten zu übernehmen, so dass der Bittende wieder gesund wurde.

Auch heute noch gibt es Maibäume, die anstelle von Birken gesetzt werden. Die Fichte hat auch sehr zeitig die Rolle der Tanne als Christbaum übernommen, und bei Begräbnissen ist es auch heute noch Brauch, Fichtenzweige mit in die Grabsträuße einzuflechten, was auf den Totenkult der Römer zurückzuführen ist, die bei Todesfällen Fichtenzweige an der Haustür anbrachten.

Bei den alten Griechen galt die Fichte als Baum des Meeresgottes Poseidon. Natürlich hat sich auch das Christentum etwas zur Fichte einfallen lassen, um die heidnischen Bräuche und Überlieferungen zu überdecken, weil sie sich nicht einfach so und noch weniger von heut auf morgen abschaffen ließen.

Laut christlicher Mythologie hat sich die heilige Jungfrau Maria die Fichte als ihren Aufenthaltsort ausgesucht. Es heißt, in der Nähe eines Klosters fand ein Pfarrer eine Fichte, aus der eine Stimme kam. Nachdem man den Baum gefällt hatte, fand man dort ein Bild von Maria mit ihrem Kind. Selbst-verständlich wurde auch sofort eine Kirche in diesem Dorf zu ihren Ehren erbaut.

Im Mittelalter wurde die Fichte vorwiegend zur Behandlung von Atemwegerkrankungen eingesetzt, aber auch bei rheumatischen Beschwerden und sogar bei Hautausschlägen. In der Zeit der Pestepedemien setzte man sie auch zur Reinigung und Desinfektion ein, da das Fichtenharz desinfizierende Eigenschaften besitzt.

Aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses in Europa wurden die heimischen Bäume nicht nur als Bau-, sondern auch als Heizmaterial verwendet, wodurch die nord- und mitteleuropäischen Urwälder fast ausgerottet wurden. Auf der Suche nach einem anspruchslosen, schnell wachsenden Baum stieß man auf die Fichte und forstete mit ihr in Monokultur die Wälder wieder auf. Fichtenwälder kann man also als Plantagen bezeichnen, denn etwas anderes sind sie nicht. Mittlerweile zählt die Gemeine Fichte in Mittel-, vorwiegend aber Nordeuropa zu den wichtigsten Baumarten in der Forstwirtschaft.

Doch diese Monokultur brachte auch eine Menge Probleme mit sich, so dass man sich in der heutigen Zeit wieder mehr auf Mischwälder orientiert. In den meisten Gegenden, außer in den Bergen, findet man schwere Böden, einen recht hohen Grundwasserspiegel oder sogar Staunässe vor. Im Gegensatz zu gut durchlüfteten, trockenen Böden bildet die Fichte keine tiefreichenden und reich verzweigten Wurzeln mehr aus, sondern ernährt sich über ein flaches, tellerförmiges Wurzelsystem, dem meist durch die Aufzucht der Jungfichten auch noch die Pfahlwurzel fehlt.

Bei starken Winden und Windböen wirkt sich dieses verheerend aus, da die Fichte ja von Natur aus ein Flachwurzler ist. Folge dieser Monokultur ist nach starken Stürmen und Orkanen das Sturmholz, auch als Windwurf und Windbruch bezeichnet, das nicht nur bei vereinzelten Bäumen, sondern auf größeren Flächen auftreten kann und in der Forstindustrie einen extrem hohen Schaden anrichtet. Aufgrund veränderter Klimabedingungen treten starke Stürme in Mitteleuropa immer öfter auf.

Doch im Klimawandel ist noch eine andere Problematik zu sehen. Die Fichte liebt kühlere Lagen, so wie wir sie vor allem in Hochgebirgen vorfinden, wo die Fichte die Funktion eines Schutzwaldes übernimmt und vor Steinschlägen sowie Lawinen schützt. Aufgrund der Klimaerwärmung geht der Bestand der Fichten in den tieferen Lagen, wo sie nur aufgrund menschlicher Anpflanzungen vorzufinden ist, immer mehr zurück und muss nun durch andere Bäume ersetzt werden.

Zusätzlich sind Fichten gegenüber Luftverschmutzung und sauren Regen sehr empfindlich, was sich besonders darin auswirkt, dass die Bäume ihre Nadeln schon nach 1 bis 3 Jahren abwerfen. Und das ist nur der Anfang, denn da die Fichte eher ein feuchtes Klima bevorzugt, aber immer öfter mit hoher Trockenheit konfrontiert wird, wird noch zusätzlich das Immunsystem des Baumes geschwächt, was zur Folge hat, dass sie ein besonderer Angriffspunkt für Waldschädlinge wie den Kupferstecher und vor allem den Borkenkäfer ist.

Um diese an ihrer fortwährenden und übermäßigen Vermehrung zu hindern, müssen nicht nur kranke, befallene Bäume, sondern oft auch gesunde gerodet und aus dem Wald entfernt werden, um nicht weitere Brutplätze für diese Schädlinge zu schaffen. Ein zusätzliches Problem der bisher praktizierten Monokultur besteht aber auch darin, dass es durch die hohe Anzahl abgeworfener Fichtennadeln zur einer Übersäuerung des Waldbodens kommt.

Die Hauptinhaltsstoffe der Fichte sind neben ätherischen Ölen und dem Harz, Vitamine, Gerbstoffe, Picein, Ameisensäure usw. Medizinisch verwendet werden neben den Nadeln und jungen Trieben auch die Knospen sowie das Harz. Die Nadeln werden von April bis August, die jungen Triebe bis ca. Mai und die Zapfen im Herbst gesammelt. Das Harz sammelt man am besten in der Zeit von Juni bis August.

Vom Mutterbaum zum Brotbaum.

Bereits in der Mythologie der alten Germanen und Kelten nahm die Fichte eine wichtige Rolle ein. Heute kennen wir den immergrünen Baum hauptsächlich aus dem Wald, wo er für die Forstwirtschaft und Waldbesitzer noch immer von zentraler Bedeutung ist. In Märchen ist der Fichtenwald der Ort des Unheimlichen und Gruseligen.

Als Baumsymbol hat die Fichte von je her eine vielseitige mystische, mythologische und symbolische Bedeutung.

So sollen bei den alten Römern die Fichten aufgrund ihrer starken Wuchskraft und hohen Wuchsgeschwindigkeit ein Hoffnungs-Symbol bei Trauer und Tod gewesen sein. Aus diesem Grund wurden im alten Rom bei Todes- und Trauerfällen z.B. Fichtenzweige an die Haustür gehängt oder die Scheiterhaufen zur Totenverbrennung mit Fichtenholz und Fichtenzweigen ausgestattet.

In der griechischen Mythologie findet sich die Fichte als der Baum, mit dem der Straßenräuber Sinis in der Nähe der Stadt Korinth vorbeiziehende Wanderer getötet haben soll, indem er sie an zwei heruntergebogene Fichtenbäume band. Seine Opfer wurden dann von den hochschnellenden Fichten in der Luft zerrissen, bis der berühmte Held der griechischen Mythologie, Theseus, diesem Treiben ein Ende setzte und Sinis auf die gleiche Weise vernichtete wie dieser die Wanderer.

Im alten Griechenland soll die Fichte außerdem dem mystischen Meeresgott Poseidon geweiht gewesen sein, weil sie der bevorzugte Baum zum Bau von Schiffen war.

Allgemein wurde der Fichte und besonders Fichtenwäldern eine düstere und mystische Bedeutung zugeschrieben, was speziell in Märchen wie „Das tapfere Schneiderlein“ und „Hänsel und Gretel“ zum Ausdruck kommt. In der Baumsymbolik der beiden Märchen sind die Riesen bzw. die Hexe in einem Fichtenwald zu Hause.

Speziell in Bayern werden als Maibaum am 1. Mai traditionell Fichtenbäume verwendet, die durch ihren schnellen, geraden Wuchs und die große Winterhärte ein Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit sowie die Selbsterneuerungskräfte der Natur darstellen.

Im Rheinland (Rheinland-Pfalz) wird dagegen beim Maibaum-Aufstellen die frühaustreibende Birke bevorzugt als ein betonendes Symbol für den Frühling und das Wiedererwachen der Natur.

Die Germanen verehrten die Fichte als Schutzbaum, Lebensbaum und Mutterbaum. Durch ihren geraden, geordneten Wuchs soll sie Klarheit bringen und den Lebensweg weisen. Mit ihrer pyramidenförmigen Wuchsform wächst sie in den Himmel und bündelt die Lebensenergie für alle, die den Kraftbaum gerade benötigen.

Fichtenwälder haben auf uns eine düstere Ausstrahlung. Im Vergleich zu hellen Buchen- und Mischwäldern, lassen die engstehenden Kronen der Fichte kaum Licht auf den Waldboden durchscheinen. Der perfekte Stoff für gruselige Szenarien. Viele deutsche Kindermärchen spielen sich deshalb im Fichtenwald ab. Er ist das Symbol für Verwirrung und Alleinsein. Er beherbergt Wölfe, Hexen oder böse Riesen. In der Gaunersprache gibt es die Redewendung: „Einen in die Fichten führen“. Sie bedeutet so viel wie „jemanden täuschen“. Diebe waren in diesem Zusammenhang auch als „Fichtegänger“ bekannt und die Bestohlenen als „Fichtner“.

Weihnachtsbaum an Weihnachten

Im Christentum ist die Fichte etwa seit der Neuzeit (16. Jhrd.) ein traditioneller Weihnachtsbaum, allerdings werden heute eher Tannen als Christbäume verwendet. Denn: Tannennadeln bleiben länger am Baum und sind beim Schmücken nicht so spitz wie Fichtennadeln, weshalb Tannen zu Weihnachten beliebter sind.

Fichten haben als Weihnachtsbaum den Vorteil, dass sie meist günstiger zu bekommen sind als z.B. die mittlerweile sehr populäre Nordmanntanne. Der Grund ist, dass sie heimisch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wachsen und somit geringere Transportkosten anfallen.

Hinzukommt, dass Fichtenbäume mit etwa 7 Jahren Wuchszeit schneller wachsen und früher als Christbäume verwendet werden können als Tannenbäume. Der geringere Preis im Verkauf ergibt sich außerdem aus dem Umstand, dass Fichten im Innenbereich weniger lang ihre Nadeln behalten als Tannen bzw. schneller zu nadeln beginnen.

Als Weihnachtsbäume werden hauptsächlich die Gemeine Fichte (Picea abies) und die etwas teurere Blaufichte bzw. Blaue Stech-Fichte (Picea pungens ‚Glauca‘) genutzt. Letztere weist einen ausgeprägten Tannennadel-Duft auf und wird wegen ihrer bläulichen Nadeln auch Blautanne genannt. In Nordamerika wird auch die Serbische Fichte (Picea omorika) als Christbaum verwendet.

Schon in der vorchristlichen Zeit stellte man zur Wintersonnenwende einen Tannenbaum (auch die Rottanne) auf. Im Jahr 1539 stand der erste christliche Weihnachtsbaum im Straßburger Münster. Goethe lernte den erleuchteten Christbaum als Student 1765 in Leipzig kennen und führte den Lichtschmuck 10 Jahre später am Weimarer Hof ein. Erst der deutsch- französische Krieg 1870/71 verbreitete den Weihnachtsbaum im Volk. Um seine Soldaten aufzumuntern, schickte König Wilhelm zu Weihnachten eine Unzahl von Fichtenbäumchen an die Front.

Wieder zu Hause übernahmen die Heimkehrer den Christbaum und etablierten ihn als festen Bestandteil der Weihnachtsfeier (Laudert, 2003). Diese Christbaumsitte hat sich seitdem über ganz Deutschland und darüber hinaus verbreitet. An Weihnachten schmücken wir den Tannenbaum, um mit seinem Grün an das Leben zu erinnern. Diese Begriffsverwirrung (Tannen-, Weihnachts- oder Christbaum) sehen die Förster meist gelassen, Hauptsache, der Baum ist echt und nicht aus Plastik. Deutschlands höchster Weihnachtsbaum 2003 war 38m lang, 100-120 Jahre alt und stand in Kronenburg. Er wurde mit 2500 Glühbirnen zum Leuchten gebracht.

Nur noch wenige Menschen kennen die Bedeutung, welche die Wälder und Bäume vor dem Einzug des Christentums für die damalige Bevölkerung hatten. So wird z. B. in der nordischen Mythologie die Existenz des Menschen auf die Bäume Ask und Embla (Esche und Ulme) zurückgeführt, aus denen die Götter Mann und Frau erschufen (LAUDERT, 2003).

Die Tanne galt schon bei unseren Vorfahren als Sinnbild für Schönheit, Stärke und Größe. Allein durch ihr Erscheinungsbild strahlt sie Achtung und Würde aus und wird deshalb auch als „Königin des Waldes“ bezeichnet. Vielfach nahmen die Menschen an, dass solch mächtige, alte Baumriesen ein beseeltes Lebewesen darstellen. Solch ein Baumgeist wird in dem Märchen von Wilhelm Hauff „Das kalte Herz“ beschrieben. Der wohl bekannteste Teil aus diesem Märchen ist die Beschwörung des Tanngeistes durch den jungen Köhler Peter Munk:

„Schatzhauser
im grünen Tannenwald,
bist schon viel hundert Jahre alt,
Dein ist all Land wo Tannen stehn,
läßt dich nur
Sonntagskinder sehn.“

Brauchtum des Weihnachtsbaumes

Der bedeutendste Brauch aus früheren Zeiten, den man in Verbindung mit einem Tannenbaum bringt, ist das Aufstellen eines geschmückten Tannenbaumes zum Weihnachtsfest. 1539 stand der erste urkundlich erwähnte Weihnachtsbaum im Straßburger Münster. Als Ursprung dieses Brauchtums wird das Julfest der Germanen genannt. Dieses Fest wurde im Julmond, dem heutigen Monat Dezember, zur Wintersonnenwende gefeiert. Damit wurde der Sieg des Lichtes über die Dunkelheit geehrt.

Hierzu hat man Tannenzweige auf öffentlichen Plätzen und vor Häusern verteilt, die eine heilende und schützende Wirkung auf die jeweiligen Personen bzw. den Ort ausüben sollten.
Das Aufstellen eines solchen Baumes war jedoch lange Zeit umstritten. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser Brauch von der Kirche anerkannt und verbreitete sich daraufhin in der Bevölkerung. In den Anfangszeiten fiel die Wahl des Baumes auf die beliebte Weißtanne, da sie zu der Zeit noch reichlich in den Wäldern vorkam. Später wurde sie zunehmend von der Fichte abgelöst, da diese in ganz Deutschland vermehrt angepflanzt wurde.

Märchen, die im Fichtenwald spielen

  • Hänsel und Gretel: Das Lebkuchenhaus der Hexe steht im Fichtendickicht
  • Rotkäppchen: Rotkäppchen begegnet dem bösen Wolf in einem Fichtenwald
  • Das tapfere Schneiderlein: Die schnarchenden Riesen liegen unter dunklen Fichtenstämmen

Spirituelle Sicht und Räucherung

Obwohl die Germanen die Fichte als Schutz-, Mutter- und Lebensbaum verehrten, spielt sie im keltischen und germanischen Raum nicht eine derart große Rolle wie ihre Verwandte, die Kiefer. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Fichte erst vor ca. 200 Jahren als Nutzbaum in Monokultur hier in Europa ihren Siegeszug begann, nachdem die ursprünglichen Wälder, bestehend aus Buchen und Kiefern, fast abgeholzt waren.

Die Fichte ist dem Mond zugeordnet und damit weiblich. Beim Verräuchern von Fichtenharz oder den Nadeln bzw. der Rinde wird ein wunderbar würziger Duft verströmt. Ich persönlich bevorzuge das Räuchern mit dem Harz, was früher als Waldweihrauch bezeichnet wurde und welches schon vor dem eigentlichen Weihrauch verwendet wurde, der zuerst in den Kirchen zum Einsatz kam. Wer wirklich richtig germanisch räuchern möchte, sollte also wieder mehr auf Fichtenharz als auf Weihrauch setzen.

Außerdem ist das verströmte Aroma bedeutend frischer als der sog. Kirchenweihrauch und hat gleichzeitig eine desinfizierende, keimtötende Wirkung. Gleichzeitig werden negative Energien vertrieben und es erfolgt eine energetische Reinigung. Doch der Duft dieser Räucherung ist auch allgemein kräftigend, belebt und euphorisiert und hilft uns dabei, wieder zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit zu kommen.
Viele Hexen lassen sich in der Zeit der Yule- und Raunächte vom Duft der Fichten-Räucherung begleiten, da sie der Neuorientierung und den wieder heller werdenden Energien nach der Yule-Nacht zugeordnet sind.

Wenn Weihrauch in früheren Zeiten selten zubekommen war oder man sich den echten Weihrauch nicht leisten konnte, nahm man Fichtenharz zum Räuchern als Ersatz. Daher stammt sein Name Waldweihrauch oder Weihrauch der armen Leute. Zum Räuchern mit der Fichte können die Nadeln, das Holz oder/und das Harz genommen werden.

In früheren Zeiten räucherte man diese Räucherung, wegen ihres Duftes in Reinigungs- und Desinfektionsräucherungen, als Heilmittel gegen Seuchen. Fichtenharz wirkt keimtötend und kann darum die Raumluft desinfizieren. Daher wird auch gerne Fichtenharz verräuchert, um damit Häuser von schlechten Energien zu reinigen.

Wie wirkt das Räuchern mit Fichtenharz auf unseren Geist?

Räuchern mit Fichtenharz hilft uns zur Ruhe zu kommen, wenn es mal etwas hektischer in unserem Leben wird. Es belebt unsere Sinne und wirkt sehr euphorisch auf unsere Seele. Diese Räucherung schützt uns vor negativen Fremdenergien (sie lösen sich förmlich auf) und baut uns, von innen her auf. Wir erhalten dadurch Elan, um aufgeschobene Angelegenheiten zu erledigen.

Habt ihr die Gewissheit oder auch nur Vermutung, dass eine Person schlecht über euch redet, so könnt ihr Fichtenharz verräuchern. Dadurch wird diese schlechte Fremdenergie entkräftet und zum Stillstand gebracht und eventuell zu dem Verursacher zurückgesendet. Auch bei einem Wechsel in ein neues Haus, sollte mit Fichtenharz die einzelnen Zimmer ausgeräuchert werden, damit alles Alte sich auflöst und Platz für Neues entstehen kann.

Räuchern mit Fichtenharz desinfiziert die Zimmerluft und ist stark keimreduzierend. In früheren Zeiten nahm man daher eine Räucherung mit Fichtenharz, um die Erkältungszeiten ab Herbst herum, um die Beschwerden zu lindern.

Ein Räucherwerk mit Fichtenharz mischen

Eine Fichten-Räucherung duftet sehr stark nach Nadelwald und belebt dadurch all unsere Sinne. Alle Teile der Fichte mischen sich gut mit Wacholderholz und der Mistel zu einem Räucherwerk. Fichtenharz sollte wenigstens ein Jahr gelagert und getrocknet werden. Umso länger, umso besser. Denn erst durch die Jahre kann das Harz sich vollends entfalten.

Das Fichtengrün als Girlande oder Türschmuck bei Hochzeiten und Festtagen ist ein Zeichen für eine ewige bzw lange währende Lebensgemeinschaft. Eine weitere Tradition hat die Fichte als Hochzeits- und Hochzeitjubiläumsbaum. Denn zur grünen (der eigentlichen Hochzeit) setzt man normale Fichten. Zur silbernen oder goldenen Hochzeit werden die Fichten mit silberner bzw. goldener Farbe angesprüht und vor die Haustür des jeweiligen Paares gestellt.

Die Fichte war dem alten Volksglauben nach in der Lage, Krankheiten der Menschen auf sich zu laden. Ein Thüringer Zauberspruch hilft Gichtkranken, die Krankheit aus dem Körper auf die Fichte zu übertragen. Dazu umschritt man den ausgewählten Baum und klagte ihm mit folgendem Spruch sein Leid: Fichtenbaum ich klage dir, Drei Würmer, die stechen mir, Der eine ist grau, Der andere blau, Der dritte ist rot, Ich wollte wünschen, Sie wären alle drei tot. (Laudert, 2003).

Unter Tage im Bergbau hat das Fichtenholz gute Dienste geleistet. Das Knistern des Holzes vor dem Brechen hat dem Fichten-Grubenholz im Bergbau lange Zeit einen festen Platz gesichert. Die Fichte „stöhnt“ bei Überdruck besonders laut, sagen die Bergleute; eine Warnung, die vielen von ihnen das Leben gerettet hat. Auch der phallusförmige Fichtenzapfen besitzt eine eigene Symbolik, die im Augsburger Stadtwappen deutlich wird:

Weil die Heilige Afra, Schutzpatronin der käuflichen Frauen, in Augsburg als Stadtheilige verehrt wird, bringt man den Fichtenzapfen mit Sexualität in Verbindung (Laudert, 2003). Aus den harzigen Stubben der Fichte destillierte man früher im Kohlemeiler Holzteer und aus diesem wiederum Pech. Dies wurde als Schusterpech und Wagenschmiere gehandelt. Auch das Fichtenharz wurde unter den Namen „Pix burgundica“ in den Apotheken als Arznei verkauft. Schon Pfarrer Kneipp erkannte die anregenden und kräftigenden Eigenschaften des Harzes.

Der „Aufgesetzte“ aus Maispitzen gehört auch heute noch zum Repertoire von Schnapsliebhabern. Mit dem Spruch „Aufgesetzten soll man trinken, solang die Tannen grün sind“ ist die Fichte gemeint.

-Fichte- Merkmale & mehr…

Fichten

Botanischer Name: Picea

Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)

Weitere Namen: Rotfichte, Rottanne, Feichten, Gräne, Krestling, Pechtanne, Rothtanne, Rottanne, Schwarztanne

Merkmale:

Die Gemeine Fichte besitzt einen geraden, mit grauer bis rotbrauner dünnschuppiger Rinde besetzten Stamm. Sie kann bis zu 60 m hoch werden und einen Durchmesser von 1 bis ca. 1,5 m Durchmesser aufweisen. Falls man sie nicht vorher fällt, kann sie sogar ein Alter bis zu 600 Jahren erreichen. Im Gegensatz zur Tanne, die eine abgeflachte Krone aufweist, ist die Fichte im Alter kegelförmig. Die Nadeln der Fichten verteilen sich, bis auf eine schmale Naht an der Zweigunterseite, rund um den Zweig und sitzen an braunen Stielen. Sie sitzen auf einer Art Nadelkissen, das nach Abfallen der Nadeln am Ast verbleibt.

Dadurch erscheint der kahle Zweig rau, im Gegensatz zur Tanne, bei der sich dann der Zweig glatt anfühlt. Die Zapfen der Fichten benötigen ein ganzes Jahr zur Samenreife. Die ausgereiften Zapfen hängen nach unten und werden nach der Reife als Ganzes abgeworfen. Sie weisen dann eine Länge von ca. 10 bis 15 Zentimetern auf. Auch hier unterscheiden sie sich von den Tannen, die ihre Zapfen nie als Ganzes abwerfen.

Zweige und Knospen

Junge Zweige besitzen feine Furchen. Diese befinden sich zwischen erhabenen Rücken, die durch die Abfolge der „Blattpolster“ (Pulvini) gebildet werden. Diese Blattpolster werden entweder als Achsenprotuberanzen oder als Blattgrund gedeutet. Sie enden nach oben in einem stielähnlichen Fortsatz. Dieser Fortsatz („Nadelstielchen“) ist rindenfarbig und steht vom Zweig ab, wodurch dieser raspelartig aussieht. Dem Nadelstielchen sitzt die eigentliche Nadel auf. Diese beiden Merkmale – Furchen und abstehende Nadelstielchen – sind für die Gattung Picea spezifisch.

Knospen sind vielfach ei- bis kegelförmig. Sie sind je nach Art mehr oder weniger stark verharzt. Die Knospenmerkmale sind für die jeweilige Art charakteristisch. Blütenknospen und die in den basalen Teilen auftretenden Proventivknospen weichen jedoch oft von diesen artcharakteristischen Merkmalen ab.

Nadeln

Picea-Arten besitzen die für Koniferen typischen immergrünen, nadelförmigen Blätter, die in der Regel einen recht xeromorphen Bau aufweisen. Die Nadeln sind vom rindenfarbenen „Nadelstielchen“ (Blattkissen) durch eine Trennschicht abgegrenzt. Hier löst sich die Nadel nach dem Absterben ab: Die Nadel schrumpft an der Kontaktfläche aufgrund von Wasserverlust, das verholzte Blattkissen hingegen nicht. Im Normalfall bleiben die Nadeln sechs bis 13 Jahre auf den Zweigen, bei Stress fallen sie eher ab.

Die Morphologie und Anatomie der Nadeln sind wesentliche Merkmale für die Unterscheidung der einzelnen Fichtenarten: Nadelquerschnitt, Mesophyllstruktur, Anordnung der Spaltöffnungen (Stomata) und der Harzkanäle.

Die Nadeln der einzelnen Arten entsprechen in der Regel einem von folgenden zwei Typen:

  • äquifazial/amphistomatisch: die Nadeln sind im Querschnitt viereckig, etwa so hoch wie breit oder sogar höher. Die Stomata sind allseitig verteilt, die Nadeln allseitig gleich gefärbt.
  • invers-dorsiventral/epistomatisch: die Nadeln sind dorsiventral abgeflacht, breiter als hoch. Auf der Blattunterseite fehlen die Stomatalinien und sind nur auf der Oberseite als weiße Streifen sichtbar. Die Nadeln sind daher zweifarbig.

Bei den Seitenzweigen der Picea-Arten sind die Oberseiten der Nadeln jedoch nach unten gerichtet, sodass die weißen Streifen scheinbar auf den Nadelunterseiten stehen.

Die Nadeln sind meist 1 bis 2 Zentimeter lang und spitz oder zugespitzt, bei manchen Arten sogar scharf und stechend (z. B. Picea pungens).

Die Nadeln sind an den Zweigen spiralig angeordnet. Dennoch gibt es artspezifische Unterschiede, wie die Nadeln an den horizontal wachsenden (plagiotropen) Seitenzweigen angeordnet sind: Sie können ringsum vom Zweig abstehen wie etwa bei Picea asperata und Picea pungens, oder an der Zweigunterseite streng (Picea glehnii) oder schwach (Picea schrenkiana) gescheitelt sein.

Blüten, Zapfen und Samen

Picea-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), d. h., es gibt weibliche und männliche Blütenorgane getrennt voneinander an einem Baum. Nur ausnahmsweise kommen auch zweigeschlechtige Blüten bzw. Blütenstände vor. Die Blütenstände werden an vorjährigen Seitensprossen gebildet. Blühreife tritt im Alter von 10 bis 40 Jahren ein. Die Blütezeit findet im Zeitraum April bis Juni statt.

Die männlichen Blüten stehen einzeln, sind länglich-eiförmig und 1 bis 2 Zentimeter lang. Anfangs sind sie purpurn bis rosa, zur Reife gelb. Der Pollen hat zwei Luftsäcke. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind (Anemophilie).

Die weiblichen Blütenzapfen entstehen meist aus endständigen Knospen. Sie sind zunächst aufrecht, krümmen sich jedoch nach der Befruchtung nach unten. Unreife Zapfen sind grün, rot bis dunkelblau und schwarzviolett gefärbt. Bei manchen Arten gibt es sogar einen Farbdimorphismus, der mit einem Selektionsvorteil rot/purpurn gefärbter Zapfen in alpinen/borealen Gebieten erklärt wird. Die Zapfen reifen zwischen August und Dezember und sind dann meist braun, eiförmig bis zylindrisch. Der Samen fällt zwischen August und Winter, teilweise erst im nächsten Frühjahr aus, wird also durch den Wind verbreitet. Danach werden die Zapfen als Ganzes abgeworfen. Die Zapfen sind 2 bis 20 Zentimeter lang. Die Deckschuppen sind immer kürzer als die Samenschuppen und deshalb am Zapfen nicht sichtbar.

Die Samen sind mit einer Länge von 3 bis 6 Millimetern relativ klein. Fertile Samen sind dunkelbraun bis schwarz, unfruchtbare Samen sind heller. Ihre Flügel sind hell, gelb- oder rosa-braun und etwa 6 bis 15 Millimeter lang.

Hier einige Informationen zur Fichte kurz zusammengefasst.

  • Immergrüner Baum mit großer ökologischer Amplitude.
  • Wichtige, relativ anspruchslose und dennoch leistungsfähige Wirtschaftsholzart Eurasiens – „Brotbaum“ der Forstwirtschaft.
  • Einstämmig mit einer Wuchshöhe von 30 bis 50 Meter.
  • Baum regelmäßig kegelförmig mit mehr oder weniger spitzer Krone. Im Freistand bis zum Boden beastet.
  • Beastung sehr variabel.
  • Blattorgane nadelförmig, vierkantig, zugespitzt, 6 bis 8 Jahre am Baum bleibend und einem Stielchen entspringend, das nach dem Nadelfall am Zweig verbleibt und dem kahlen Zweig eine raue Oberfläche verleiht.
  • Weibliche Blüten aufrecht, ziemlich groß, leuchtend purpur, männliche Blüten geschlossen rot, beim Stauben gelb. Blüht April / Mai / Juni.
  • Windblütig mit Blüten vom „unbeweglichen Typ“.
  • Zapfen einjährig, hängend und als Ganzes abfallend. Ihre Länge schwankt mit der geographischen Herkunft, ebenso die Form der Zapfenschuppen.
  • Pollen mit zwei Luftsäcken (Heuschnupfenerreger).
  • Samen beflügelt.
  • Alle 3 bis 4 Jahre findet eine besonders reiche Samenbildung statt.
  • Holz leicht und hell; viel genutzt als Bau- und Konstruktionsholz, für Masten und Papier.
  • Spezielle Verwendung des extrem engringigen Holzes als Resonanzholz.
  • Flachwurzelnde Halbschattbaumart mit geringen Wärme- und Nährstoffansprüchen.

Die gewöhnliche Fichte gehört zu den Kieferngewächsen und wird auch als Rottanne oder Rotfichte bezeichnet. Es werden zirka 35 Arten unterschieden. Von einem zentralen Stamm gehen weit ausladende Äste aus, die etagenförmig angeordnet und mit immergrünen Nadeln versehen sind. Die Flachwurzler mit dem kegelförmigen Umriss können zu mächtigen Riesen bis 60 Meter Höhe und einem Stammdurchmesser bis 2 Meter heranwachsen. Die grünen Nadeln, die sich alle 6 bis 13 Jahre erneuern, sitzen nicht direkt an den Zweigen, sondern auf kurzen Holzstielen. Dieses Detail unterscheidet sie von den Tannennadeln, die direkt aus dem Zweig herauswachsen.

Die Zweige sind außerdem nicht glatt, sondern in Längsrichtung gefurcht. Tannenzweige hingegen sind nahezu glatt. Die spitzen Nadeln haben einen quadratischen Querschnitt, sind spiralig aufgereiht und zeigen in alle Richtungen. Tannennadeln sind flacher, haben eine hellere Unterseite, weiche Enden und sind gescheitelt angeordnet. Die länglichen Zapfen fallen als Ganzes ab und hängen nach der Befruchtung nach unten, während sie bei Tannen nach oben stehen. Fichtenbäume wachsen schnell, können aber trotzdem sehr alt werden. Ein Baum in Schweden soll angeblich 9550 Jahre alt sein und wäre somit der älteste Baum überhaupt. Für gewöhnlich wird ein Alter von bis zu 600 Jahren erreicht. Auf die zapfenartigen, aufrechtstehenden roten Blüten muss man lange warten. Erst nach 20 bis 40 Jahren erscheinen sie zum ersten Mal.

Standort/Vorkommen:

Fichten werden intensiv forstwirtschaftlich genutzt und leider auch oft in Monokultur angebaut, wodurch die Wälder aus dem Gleichgewicht geraten und Schädlinge sich breit machen. Sie sind relativ anspruchslos, nur dauerhafte Staunässe wird nicht vertragen. Auch zu heißes und trockenes Klima wird nicht gerne toleriert. Kühle, feuchte und schattige Plätze sind besser geeignet als sonnige. Sie sind sehr winterhart und gedeihen daher auch in kalten Zonen, wo Laubbäume nicht mehr wachsen. In Mischwäldern sind sie die am häufigsten vorkommenden Bäume, noch vor den Rotbuchen. Man sieht sie auch oft in Gärten, aber wegen der starken Schattenbildung sind sie auf kleinen Grundstücken nicht zu empfehlen.

Fichten gedeihen in weiten Teilen Europas mit Ausnahme der Gebiete ganz im Westen und Süden. Sie sind im Flachland wie im Gebirge anzutreffen und steigen in den Berner Alpen (Schweiz) bis 2000 m hoch. Sie wachsen, mit Kiefern und Birken, am weitesten nördlich. Oft werden Fichten über ihr natürliches Verbreitungsgebiet hinaus in reinen, gleichaltrigen Beständen angebaut (Kahlschlagwirtschaft) oder sie sind u. a. mit Tanne, Föhre und Buche vergesellschaftet. In der Schweiz und in Österreich übertrifft die Fichte in ihrer Ausdehnung die andern Bäume und prägt nachhaltig die Landschaft. Mit Fichten wurden etliche Kahlschlagflächen (Raubbau im 18. Jh.) wieder aufgeforstet.

Verwendung: Das Holz ist vielseitig verwendbar für Furniere, Holzwerkstoffplatten, Vollholz-Möbel, Musikinstrumente, Bodenbeläge, Sauna-Bauteile, Fenster und Türen, Treppen, Blockhäuser und andere tragende Baukonstruktionen, Holzwolle, Kisten, als Brennstoff und für die Zellstoffindustrie.

Holz-Eigenschaften: Fichtenholz ist hell und relativ weich, aber mechanisch stabil. Typisch ist die lebhaft-rustikale Maserung mit zahlreichen dunklen Ast-Stellen. Astfreies Holz hat einen höheren Preis.

Die Fichte gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae), zu der etwa 45 Arten zählen. Der Baum stammt ursprünglich aus Nord-Europa, ist aber auch in vielen Teilen Asiens in großer Höhe zu finden. Man unterscheidet eine Fichte von einer Tanne, indem man sich die Nadeln genauer anschaut: Bei einer Fichte sind sie flach und stehen getrennt voneinander auf dem Zweig, bei einer Tanne sind die Nadeln rund und stehen beieinander. Im Gegensatz zur Weißtanne (Abies) wird bei der Fichte (Picea) ein Teil der Rinde mit abgerissen, wenn man die Nadel vom Zweig zupft. Außerdem befindet sich bei Fichten immer ein kleines Fähnchen an der abgelösten Nadel.

Wissenswertes

Dort, wo das Grün so dichte um Kirch und Rasen steht,
Da wo die alte Fichte allein zum Himmel weht;
Da ruhet unsrer Toten frühzeitiges Geschick,
Und leitet von dem Boden zum Himmel unsern Blick

Johann Wolfgang von Goethe

In der Botanik zählt die Pflanzengattung der Fichten (botanisch: Picea) zur Pflanzenfamilie der Kieferngewächse (Pinaceae) in der Ordnung der Koniferen (Coniferales, Pinales). Der immergrüne Nadelbaum hat seine Verbreitung vor allem in der nördlichen, gemäßigten Zone vor und weltweit gibt es 38 Arten.Fichtenbäume (englisch: spruce) wachsen als mittelgroße und große Bäume mit einer Wuchshöhe von 20 bis 70 Metern und werden je nach Art bis zu 600 Jahre alt.

Von einigen Arten ausgenommen zählen Fichten zu den schnell wachsenden Baumarten. Die meisten Fichtenbäume sind sehr winterhart, weil sie bei Frost ihre Photosynthese mehr oder weniger einstellen. Aufgrund von diesem Merkmal ist die Fichte ein typischer Baum für die kalte Klimazonen.

Sie blüht abhängig vom jeweiligen Klima erstmals nach etwa 20 bis 40 Jahren. In der Blütezeit von April bis Juni können die männlichen Blüten-Pollen ganze Landstriche überdecken. Die Fichte zählt zu den einhäusigen, windblütigen Samenpflanzen, d.h. an jedem Baum befinden sich sowohl männliche als auch weibliche Blüten-Organe und die Vermehrung erfolgt durch Windbestäubung.

Diese Wurzelverwachsungen, die sich über ganze Fichtenwälder ausbreiten, bieten den einzelnen Bäumen gleich mehrere Vorteile. So erhöht sich die Standfestigkeit jeder einzelnen Fichte, weil sie mit einer oder mehreren anderen einen viel größeren Wurzelteller ausbildet als allein. Und weil die Bäume auf diesem Weg auch Informationen austauschen, spricht man ja vom Wood Wide Web. „Wird ein Baum von Käfern befallen, fangen die Zweige an, Abwehrstoffe zu produzieren, und das wird auch dem Nachbarbaum mitgeteilt.“ Zu diesem großen Vorteil gesellt sich allerdings ein großer Nachteil, denn über das Netz der Wurzelverwachsungen können auch Pilzkrankheiten verbreitet werden.

Heute ist die Fichte die häufigste Forstbaumart. „Die damit verbundenen Probleme haben ihren Ruf erheblich ruiniert, daran ist aber die Fichte unschuldig.“ Der Anbau von gleichaltrigen Reinbeständen – also in Monokultur – führt dazu, dass diese besonders anfällig gegen Windwurf sind, trotz der Wurzelverwachsungen, und dass sie besonders anfällig gegen das massenhafte Auftreten von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer sind. Können diese sich doch in solch einer Monokultur rasant ausbreiten.

Dabei sind die ausgedehnten Fichtenwälder im Flachland etwas, das es ohne den Menschen nicht geben würde. Denn Picea abies, wie der lateinische Artname der Fichte lautet, ist eigentlich ein Baum der Mittel- und Hochgebirge. Ins Tiefland ist sie nur so massenhaft gekommen, weil sie wegen ihres geraden und relativ schnellen Wuchses zum „Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft“ geworden ist – Fichten werden im Alter von 70 bis 100 Jahren geerntet. Und weil das relativ leichte, feste und elastische Holz gut als Bau- und Konstruktionsholz und zum Möbelbau geeignet ist, ist es begehrt.

Allerdings hat Andreas Roloff, der in Diera-Zehren zu Hause ist, Vorkommen von natürlichen Flachlandfichten gefunden – in unserer Region eine Rarität. Sie befinden sich an der äußersten Grenze des Kreises im Naturschutzgebiet Waldmoore bei Großdittmannsdorf und im Naturschutzgebiet Moorwald am Pechfluss. „Dort sind die Böden so kalt, da gibt es noch im Mai Bodenfröste, dort befinden sich Kaltluftschneisen – da fühlen sich die Fichten wohl, als ständen sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im Gebirge.“

Andreas Roloff war bis 2015 Vorsitzender des Kuratoriums „Baum des Jahres“. In dieser Eigenschaft hat er Gewächse wie den Berg-Ahorn, die Elsbeere oder den Wild-Apfel zu Bäumen des Jahres mitgekürt. Aber die Fichte? Diesen Allerweltsbaum? Rein zahlenmäßig wächst der doch wie Unkraut im Wald.

Mit solchen Vorurteilen ist Vorsicht geboten. Das massenhafte Vorkommen ist kein Garant für die ungefährdete Existenz eines Lebewesens. Ältere Leser werden sich erinnern, dass sie als Kind ganzen Schwärmen von Schmetterlingen hinterhergejagt sind. Und heute? 2002 wurde der Hausspatz zum Vogel des Jahres gekürt. Zwar soll es weltweit noch 500 Millionen Individuen geben, aber „nach deutlichen Bestandsrückgängen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem im Westen Mitteleuropas wurde die Art in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen“. Und erinnern Sie sich, dass noch vor zehn Jahren jede Tankstelle ein Sprühgerät an der Waschanlage stehen hatte, um die Insekten von der Windschutzscheibe zu lösen. Heute kann man kilometerweit fahren, ohne einen einzigen Fleck von einem toten Käfer auf der Windschutzscheibe zu haben.

Was hat das alles mit der Fichte zu tun? „Die Fichte gilt als diejenige Baumart, die das schlechteste Anpassungspotenzial an die kommenden klimatischen Veränderungen unter den Waldbäumen hat“, schreibt das Kuratorium „Baum des Jahres“. Sie werde besonders unter hohen Temperaturen und Trockenheit zu leiden haben. Eine Prognose für Baden-Württemberg sagt, dass 2050 nur noch etwa fünf Prozent der Fichtenbestände auf geeigneten Standorten stehen werden. „Selbst in den Hochlagen des Schwarzwaldes, also dort, wo die Fichte von Natur aus zu Hause ist, wird es nur noch suboptimale Klimaverhältnisse für sie geben.“ Warum soll es im Erzgebirge besser sein?

Die Fichte hat keine spektakuläre Blüte, keine spektakuläre Blattfärbung, sie ist immer grün. „Wenn man sich aber mit ihr beschäftigt, dann findet man viele interessante Dinge“, so Andreas Roloff. Er erklärt, dass es zum Beispiel ein Fichtenbarometer gibt. Wenn man immer die selben Seitenäste einer Fichte beobachtet, so wird man sehen, dass sie sich heben und damit feuchtes Wetter ankündigen und dass sie sich senken und trockenes vorhersagen. „Bei Windstärke 4 hören sie ein helles gleichmäßiges Rauschen in der Krone.“

Und dann weiß Professor Roloff noch etwas: „In der Mythologie steht die immergrüne Fichte als Symbol für die Unendlichkeit des Lebens. Maibäume waren früher häufig Fichten, die aus dem Wald geholt und als Schutzbaum aufgestellt wurden.“

Die folgende Liste zeigt ein Übersicht von einheimischen und exotischen Fichten-Arten, wie man sie als Setzlinge in den meisten Baumschulen kaufen kann:

Unterschied Fichte und Tanne

Fichtenbäume sind flachwurzelnde Bäume und bilden wie auch die Douglasie keine tiefen Pfahlwurzeln aus. Flachwurzler sind bei starken Stürmen im Vergleich zu Tiefwurzlern wie dem Tannenbaum deutlich windempfindlicher und können leichter am Standort umfallen.

Im Unterschied zu Tannennadeln sind die vierkantigen, dunkelgrünen Fichtennadeln wie auch Kiefernnadeln spitz und nicht flach.

„Die Fichte sticht, die Tanne nicht“

(Gängiges Sprichwort zum Unterschied von Tannennadeln und Fichtennadeln)

 Wie kann man Fichtenbäume und Tannen noch unterscheiden? Die Rinde der Fichte ist im Vergleich zur Rinde vom Tannenbaum nicht glatt, sondern eher rissig und im Fall der „Rottanne“ (Picea abies), der häufigsten Fichtenart in Deutschland, hat die Rinde einen rötlichen Farbton.

Dagegen bekommen Tannenbäume im Alter Harzblasen auf ihrer grauen Rinde, die sich dann silber oder weiß verfärbt wie z.B. bei der Edel-/Silbertanne und Weißtanne.

Ein weiterer Unterschied zwischen Fichte und Tanne besteht in der Form ihrer Baumkrone. Diese ist beim Tannenbaum eher nach oben abgerundet und beim Fichtenbaum spitz und kegelförmig zulaufend.

Unterschied von Tannen- und Fichtenzapfen

Fichtenzapfen wachsen zunächst aufrecht und hängen nach der Befruchtung an den Ästen herunter, während Tannenzapfen generell aufrecht wachsen (und Kiefernzapfen generell hängend wachsen).

Ein weiterer Unterschied zwischen Tannenzapfen und Fichtenzapfen betrifft ihr Abfallen: die Zapfen der Fichte fallen im Unterschied zur Tanne nicht schuppenweise vom Baum, sondern fallen nach Freisetzung der Samen als Ganzes zum Boden und zerfallen dort.

Aus diesem Grund sind im Wald auch keine Tannen-Zapfen zu finden, sondern überwiegend Fichten-Zapfen.

Einheimische Fichten

In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt nur die folgende heimische Fichtenart vor:

Europäische/Gemeine Fichte (Picea abies)

Wegen ihrer rötlich-braunen Rinde wird die Gemeine/Europäische Fichte umgangssprachlich auch Rotfichte oder Rottanne genannt. Das liegt daran, weil in früheren Zeiten noch nicht zwischen Tannen und Fichten unterschieden wurde, nachdem beide Nadelbäume viele gemeinsame Eigenschaften aufweisen.

„Ein Fichtenbaum steht einsam im Norden auf kahler Höh’.
Ihn schläfert; mit weißer Decke umhüllen ihn Eis und Schnee.
Er träumt von einer Palme, die, fern im Morgenland,
einsam und schweigend trauert auf brennender Felsenwand.“

(Heinrich Heine, 1797 – 1856, deutscher Dichter, in: Buch der Lieder von 1827, S. 137)

Exotische Fichten

Die folgende Liste zeigt exotische Fichten-Arten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht heimisch sind und deren ursprüngliches Vorkommen in Kleinasien, Südost-Europa oder Nordamerika liegt:

  • Kaukasus-Fichte (Picea orientalis)
  • Serbische Fichte (Picea omorika)
  • Stechfichte/Blaufichte (Picea pungens)
  • Zuckerhutfichte (Picea glauca var. albertiana ‚Conica‘)

Ökologischer Nutzen

Große Fichtenbäume bieten einigen Kleintieren Lebensraum, Brutplatz und Nahrungsgrundlage. Zu nennen sind Vögel wie z.B. Eulen, Häher, Fichtenkreuzschnabel und Spechte.

Oder Schmetterlinge wie Kiefernschwärmer, Kiefernspinner, Klosterfrau, Nadelholz-Rindenspanner oder Nonne, deren Raupen sich von Fichtennadeln, Kiefernnadeln und Lärchennadeln ernähren. Aus diesem Grund ist der Fichtenbaum einer der wenigen Nadelholzgewächse, die sich als Heckenpflanzen für eine Schmetterlingshecke eignen.

Ökologisch von Bedeutung ist die Fichte außerdem für Flechten wie die Bartflechte (Usnea barbata), die bevorzugt an den Ästen und am Stamm von Lärchen- und Fichtenbäumen wächst und auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen steht.

Wie andere große Nadelbäume sind Fichten für kleine und mittelgroße Gärten nicht geeignet, weil sie mit ihren dichten Baumkronen den Garten verschatten, schnellwüchsig sind, mit ihren herabfallenden Nadeln den Boden übersäuern und so in ihrer Umgebung anderen Pflanzen die Existenzgrundlage nehmen.

Trotzdem werden Fichtenbäume in der Gartengestaltung wegen ihrer schönen und zum Teil leuchtenden Blüten geschätzt. Sie verlangen jedoch einen großen Garten als Lebensraum, um sich ausbreiten zu können, ohne dabei andere Pflanzen fast vollständig zu verdrängen.

Die weißen Blüten der Schlehe – Märchenhaftes

Woher die Schlehe ihre weißen Blüten hat…


Vor langer Zeit hielten die Pflanzen im Wald eine Versammlung ab. Sie forschten nach dem
Gewächs, dessen Zweige dereinst dem Heiland als Dornenkrone solche Pein gebracht
hatten. Die Wildrose konnte es nicht sein, ihre Ranken hatten viel zu feine und zu weiche
Stacheln. Auch vom Weißdorn fiel der Verdacht ab, waren seine Äste doch gar nicht
biegsam genug. Schließlich blieben nur der Kreuzdorn und die Schlehe übrig.

Forsch meldete sich der Kreuzdorn zu Wort: „Ich hätte ja schon längst ausgesagt,
aber ich musste doch auf die Schlehe aufpassen. Die wollte sich klammheimlich aus der
Affäre ziehen – aber ich habe sie an ihren Ausläufern festgehalten. Sie streckte den
Soldaten von Jerusalem ihre schwarzen Zweige entgegen, drängte sich ihnen förmlich auf!“
Die Schlehe versuchte, sich gegen diese schweren Beschuldigungen zu wehren. Doch weil
der Kreuzdorn gar so bestimmt gesprochen hatte, hörten ihr die anderen Pflanzen gar nicht
mehr zu. Mit Schimpf und Schande jagten die Pflanzen die Schlehe davon.

Mit hängenden Ästchen saß sie nun traurig am steinigen Abhang. Doch der liebe
Gott, der alles gesehen hatte, kam zur Schlehe und tröstete sie. „Du kannst gar nichts dafür,
liebe Schlehe – kein Gewächs hätte seine Ranken freiwillig gespendet.“ Und er schenkte der
Schlehe zum Zeichen ihrer Unschuld ein reinweißes Blütenkleid. Das darf sie bis heute in
der Osterzeit tragen. Auch zum Kreuzdorn ging der liebe Gott. Der aber kreuzte voller
Scham seine Zweige. Und trägt sie bis heute so.

Eine andere Geschichte…

Am Karfreitag war einer der Soldaten von Pilatus ausgeschickt worden, um Dornen für die Marterkrone Christi zu holen. Er schnitt zuerst Zweige der wilden Rosen, doch am Rückweg kam er an einem Schlehenbusch vorbei, dessen starre spitze Seitentriebe ihm sofort auffielen. Er dachte, dass diese besonders schmerzhaft stechen müssten und nahm einige Zweige mit. So kam auch die Schlehe in die Dornenkrone des Heilands. Dem Strauch tat das furchtbar leid, und es war ihm eine rechte Pein, dass seine Stacheln dazu beitragen sollten, dem Sohne Gottes Schmerzen zu bereiten.

Die Schlehe war gerade am Aufblühen gewesen, als der Soldat den Zweig mitnahm. Das war dem Strauch jedes Jahr eine liebe und schöne Zeit gewesen, auch wenn nie jemand seine Blüten bewundert hatte. Doch nun hatte er jegliche Freude du Lebenskraft verloren, und die Knospen blieben ungeöffnet. Da geschah es, dass in einer warmen Frühlingsnacht der auferstandene Jesus des Weges kam, und er blieb bei dem trauernden Schlehenbusch stehen.

 „Verzeih mir Herr, ich wollte wahrlich nicht, dass meine Stacheln dir in der Dornenkrone Weh bereiten. Miss mir bitte keine Schuld bei und gewähre mir deine Gnade“, wisperte die Schlehe. „Wie könnte ich dir die geringste Schuld geben, du liebe Schlehe. Sei ganz getrost! Und damit alle Menschen wissen, dass du keine Schuld an meinem Schmerz trägst, will ich deine Blüten das Zeichen deiner Unschuld tragen lassen. So werden sich alle Menschen, die das erkennen, schätzen und lieben.“ Seither ist der Schlehenstrauch im Frühjahr, noch lange bevor seine Blätter erscheinen, über und über mit unschuldsweißen Blüten bedeckt, und alle Menschen, die vorbeigehen, freuen sich über diese Frühjahrspracht.

-Schlehe- Kulinarisch

Verwendung in der Küche

Rohe Schlehen sollten nicht in Massen verzehrt werden, weil es sonst du leichten Vergiftungen kommen kann, da die Kerne Blausäure enthalten. Durchs Erhitzen, wie zum Beispiel beim Kochen wird die Blausäure zerstört. Bitte beachtet, dass diese Vorstellung den Gang zu einem Arzt oder Heilpraktiker nicht ersetzt.

Um im Winter seine Abwehrkräfte zu stärken, sollten in der Winterzeit Schlehdornprodukte gegessen oder getrunken werden, in Form von Marmelade, Sirup, Tee, Mus oder als Saft. Die Schlehenfrüchte sind ein Ersatz für Oliven, die sogenannten Eifeloliven oder Schlehenoliven:

In unreifem Zustand kann das Steinobst z. B. wie Oliven eingelegt werden, reif wird es beispielsweise zur Herstellung von Fruchtsaft und Obstwein sowie Marmelade und als Zusatz zu Likör (Schlehenlikör bzw. „Sloe Gin“, „Schlehenfeuer“), „Schlehenbrand“ oder „Schlehengeist“ verwendet.

Dafür nehmt ihr 500g Schlehen und gebt sie in ein großes verschließbares Gefäß. Dann wird 500 ml Wasser mit 1/2 Bund Thymian, 1 x Lorbeerblatt, 10 Nelken und 100 g Meersalz in einen Topf gegeben und alles aufgekocht. Das Salz muss sich ganz auflösen. Danach übergießt ihr mit diesem Sud die Schlehen. Gut verschließen oder nur mit einem Leinentuch bedecken und für 2~3 Monate ziehen lassen.

Aus der Schlehe kann auch Tinte hergestellt werden, die in früheren Zeiten viel genommen wurde. Das Rezept soll aus dem 12. Jahrhundert sein:

Im Frühling werden Schlehenzweige geschnitten, getrocknet, um dann anschließend die Rinde abzumachen. Dann wird die Rinde in Wasser quellen gelassen. Wenn das Wasser eine rotbraune Farbe angenommen hat (ca. 3~5 Tage), wird die Flüssigkeit abgegossen und aufgefangen und aufgekocht. Dann wird die Rinde wieder dem heißenWasser hinzugefügt. Ihr solltet diesen Vorgang so lange machen, bis die Rinde regelrecht ausgelaugt ist. Dann kann sie aus dem Wasser entfernt werden. Nun wird dieser Sud langsam eingekocht und mit Wein versetzt. Dann wird diese Masse in Pergamentsäckchen gegossen und in die Sonne gehängt. Dadurch erhält man eine sehr harte Masse, von der man nach Bedarf etwas abbricht und in sehr wenig Wein oder Wasser auflöst.

Getrocknete Schlehenblätter sind auch ein guter Tabakersatz. Sie dürften damals in keiner Mischung fehlen.

Der Schlehensirup, als Stärkungsmittel ist im Winter immer willkommen. Gerade Schlehen und die Hagebutte unterstützen unseren Körper, um kräftig über den Winter zu kommen. Die Hagebutte ist da noch ein bisschen beliebter als die Schlehe.

Erst nach ein paar Frostnächten sind Schlehen verzehrbar, vorher sind sie so bitter-sauer, dass sich beim Versuch sie zu essen alles im Mund zusammenzieht. Wenn du die Fröste nicht abwarten willst, kannst du die Beeren auch für ein paar Tage ins Gefrierfach legen. Durch den Frost verlieren sie einen Großteil des sauren Geschmacks und werden leicht süßlich.

Schlehen können zu Mus gekocht oder entsaftet werden. Schlehensaft wird zu Gelee weiterverarbeitet und ist zudem ein wichtiges Heilmittel.

Die gesunden Früchte schmecken auch pur direkt vom Strauch, wobei die Kerne nicht mitgegessen werden sollten.

Im März eignen sich die feinen, weißen Schlehdornblüten als Gewürz in Nachspeisen.

Die Schlehenfrüchte reifen ab etwa September, werden zumeist aber nach dem ersten Frost am Strauch geerntet. Durch Frosteinwirkung (Naturfrost oder Tiefkühlkälte) wird ein Teil der bitter schmeckenden und adstringierend wirkenden Gerbstoffe in den Früchten enzymatisch abgebaut. Dabei sinkt der Gerbstoffgehalt im Fruchtsaft von ca. 10 g/l auf unter 5 g/l. Ein vollständiger Abbau der Gerbstoffe ist hingegen unerwünscht, da sie wesentlich zum Geschmack der Produkte beitragen.

Schlehenwein ist ein Fruchtwein, der nur auf den Früchten des Schlehdorns basiert. In manchen Gegenden werden die Früchte auch in geringen Mengen dem Apfelwein zugesetzt, wodurch dieser aufgrund der Gerbstoffe in den Schlehenfrüchten einen etwas weinähnlicheren Charakter erhält.

Blätter:

Zarte Blätter (etwa bis Mai) können frisch wie getrocknet als Brat- & Kochgewürz genutzt werden. Sie können auch das ganze Jahr über (frisch oder getrocknet) als Tee verwendet werden.

Blüten:

Sie können als essbare Dekoration genutzt werden, oder aber, mit Zuckerwasser benetzt und anschließend getrocknet, als kandierte Nascherei erfreuen.

Rezepte

Eifeler Oliven

Die Früchte werden fermentiert und können dann ähnlich wie Oliven verwendet werden. Sie schmecken besonders gut zu Wild, als Antipasti oder auf der Pizza. Für ein 1/2 Kilogramm Eifeler Oliven werden benötigt: 

Zutaten:

500 g Schlehen
2 Zweige Thymian
2 Lorbeerblätter
Gewürznelken
1/2 L Wasser
125 g Salz

Zubereitung:

Schlehen auslesen, waschen und samt Stein in ein passendes Einmachglas verfüllen. Wasser und Zutaten aufkochen, gelegentlich Rühren, bis sich das Salz aufgelöst hat. Den Sud etwas abkühlen lassen und über die Schlehen gießen, bis sie gut abdeckt sind. Etwa 6-8 Wochen ruhen lassen, zu einem guten Stück Käse und oder einem Glas Rotwein servieren und schon kann der mediterrane Kurzurlaub beginnen.

Schlehensaft

Schlehensaft selbst herzustellen, braucht etwas Geduld, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Er ist nicht nur schmackhaft, sondern wirkt auch entzündungshemmend und kann bei rheumatischen Erkrankungen, Gelbsucht und Nierensteinen helfen.

Zubereitung:

  1. Schlehen mit kochendem Wasser übergießen und 24 Stunden stehen lassen
  2. Beeren herausfiltern, das Wasser wieder aufkochen und noch einmal über die Schlehen geben
  3. Wiederum 24 Stunden stehen lassen
  4. Diesen Prozess sechs Mal wiederholen, von Mal zu Mal wird der Aufguss dunkler und geschmackvoller
  5. Zum Abschluss für eine längere Haltbarkeit nochmal aufkochen und heiß in Flaschen abfüllen

Schlehdornblüten~Wein

Dieser Heil- Wein ist in der Erfahrungsheilkunde der Klassiker. Er unterstützt den Körper nach langer Krankheit und beugt Müdigkeit, gerade die Frühjahrsmüdigkeit vor. Um in den Genuss zukommen, nehmt ihr so viele Schlehdornblüten, dass euer Gefäß zu 1/3 gefüllt ist. Dann mischt ihr 3 Esslöffel Honig und 700 ml Weißwein hinzu, verschließt es und schüttelt es gut durch. Die Ziehzeit beträgt 2~3 Wochen. Danach wird alles abgefiltert und in andere Flaschen umgefüllt. Bei Verlangen kann ein Schnapsglas voll getrunken werden.

Schlehdorn ~ Marmelade

Für diese leckere Marmelade benötigt ihr 500 g Schlehen, die gewaschen und halbiert werden. Sie werden mit 250 ml Wasser über Nacht stehen gelassen. Am nächsten Tag wird diese Mischung aufgekocht und dann durch ein Sieb gestrichen. Dann wird dieser Schlehen Mus mit 500 ml Weißwein und 750 g Gelierzucker aufgekocht und in sterilisierte Gläser gefüllt. Diese Marmelade eignet sich auch gut in Joghurt gerührt. Diese Schlehenmarmelade wirkt appetitanregend, indem man vor dem Essen einen Löffel davon zu sich nimmt.

Schlehenlikör

1 kg Schlehen waschen, abtropfen lassen und zerdrücken. Zusammen mit 1 Liter Wodka, einer aufgeschlitzten Vanilleschote und 1 Zimtstange in ein Gefäß geben und verschließen. Dieser Ansatz wird für 4~6 Wochen dunkel gelagert und danach der Ansatz herausgefiltert. Nun löst ihr 250 g Zucker in 1/4 Liter heißem Wasser auf und fügt den Schlehenansatz hinzu. Nun noch alles in Flaschen umfüllen. Dunkel und kühl lagern. Eine Köstlichkeit in kalten Winterabenden.

Schlehensirup

Dieser Sirup schmeckt sehr gut als Süßungsmittel in schwarzen Tee und gibt Abwehrkräfte im Winter. Dafür braucht ihr 500 g Schlehen, die ihr wascht und in einen Topf gebt und heißes Wasser hinzufügt, bis sie gerade so bedeckt sind. Diese Mischung wird für einen Tag stehen gelassen. Danach gießt ihr den Saft ab und kocht ihn auf und gießt ihn wieder über die Schlehen. Dann gießt man diese Flüssigkeit samt Schlehen durch ein Sieb und fangt den Saft auf, den ihr nun mit einer Brise Zimt und Nelkenpulver, sowie 180 g Zucker mischt und aufkocht. Es wird so lange gekocht, bis der Zucker sich aufgelöst hat und ein wenig eingedickt ist. Dann wird alles in kleinen Fläschchen umgefüllt.

Schlehenwasser

Schlehenwasser wurde früher gerade von der armen Bevölkerung viel getrunken. Es war sozusagen ein Lebenselixier. Dafür benötigt ihr Schlehen die ihr dreimal mit kochendem Wasser übergießt und für einen Tag durchziehen lasst. Es kann auch als Gurgelwasser verwendet werden.

Schlehen- Apfelmus- Marmelade

Zutaten:

1,5 Päcken Gelierzucker 2:1
500g Schlehenmark
400g Apfelmus aus dem Glas
2 Clementinen- Saft davon verwenden)
½ TL Zimt gemahlen
100ml Edelkirsch mit Schokolade
1 Päckchen Orangevanille aus den Päckchen
4 Gewürznelken
Wasser
1 Päckchen Bourbon-Vanillearoma
½ TL Lebkuchengewürz

Zubereitung:

Schlehen in einen Topf geben , soviel Wasser hinzufügen bis Schlehen bedeckt sind , die 4 Nelken dazugeben alles zum Kochen bringen, Dann die Schlehenmasse durch ein Sieb streichen, die Flüssigkeit wieder in den Topf geben, das Apfelmus dazugeben Gelierzucker dazu Saft der Clementinen Zimt Orangenvanille Lebkuchengewürz , Bourbon-Vanillearoma Edelkirsch mit Schokolade Zimt dazugeben alles einige Minuten aufkochen. dann in saubere Schraubglässer füllen und einige Zeit auf den Kopf stellen damit sich der Deckel ansaugt. nun wieder umdrehen fetig ist die köstliche Marmelade die sehr viel Vitamin C enthält sehr gut schmeckt dazu noch so gesund ist.

Quarkknödel mit Birnen und Schlehen

Zutaten:

Knödel und Brösel

400 g Magerquark

140 g Toastbrot

1 Vanilleschote

80 g Butter (weich)

60 g Zucker

1 Eigelb (Kl. M)

1 Tl Bio-Zitronenschale (fein abgerieben)

80 g Semmelbrösel

30 g Mohn (gemahlen)
Salz
Puderzucker

Schlehensauce und Birnen

100 ml Schlehenmark (z.B. über bosfood.de)
100 ml Holunderbeersaft
50 g Zucker
1 TL Speisestärke
2 Birnen (reif, weich)
1 El Zitronensaft (nach Bedarf 2 El)

Außerdem: Mulltuch

Zubereitung:

  1. Für die Knödel Quark im Mulltuch leicht ausdrücken. Toastbrot entrinden und in einer Küchenmaschine sehr fein zerkleinern. Vanilleschote längs einritzen und das Mark herauskratzen. 30 g weiche Butter und 30 g Zucker mit den Quirlen des Handrührers schaumig rühren. Quark, Vanillemark, Eigelb, Zitronenschale und Toastbrösel unterarbeiten. Knödelmasse zugedeckt mindestens 2 Stunden kalt stellen.
  2. Für die Brösel restliche Butter und restlichen Zucker in einer Pfanne zerlassen bzw. schmelzen. Semmelbrösel und Mohn einrühren. In eine Arbeitsschale umfüllen und abkühlen lassen.
  3. Für Schlehensauce und Birnen das Schlehenmark, den Holundersaft und Zucker aufkochen. Unter Rühren auf ca. die Hälfte einkochen lassen. Mit der in wenig kaltem Wasser gelösten Speisestärke ganz leicht binden (siehe Tipp). Lauwarm abkühlen lassen. Kurz vor dem Servieren Birnen waschen, trocken tupfen und in Scheiben schneiden, in einer Schale mit dem Zitronensaft beträufeln.
  4. Aus der Quarkmasse mit feuchten Händen ca. 15 kleinere Knödel formen. Die Knödel in einen Topf mit leicht gesalzenem kochendem Wasser geben. Sofort die Hitze reduzieren. Sobald die Knödel nach oben steigen, 10 Minuten gar ziehen lassen. Anschließend Knödel mit einer Schaumkelle herausnehmen und heiß in den Mohnbröseln wenden.
  5. Birnen, Schlehensauce und Knödel in Tellern anrichten. Mit Puderzucker bestäuben und sofort servieren.

Tipp Das Verhältnis von Wasser- und Stärkemenge bedingt die Bindung. Je mehr Wasser zum Anrühren verwendet wird, desto mehr verdünnt die Stärke und desto weniger bindet sie. Da das Mark schon dicklich ist, wird die Sauce nur ganz leicht gebunden.

Märchenhafte Schneewittchen-(Schlehen)-Speise

Zutaten für 4 Portionen:

200 ml Schlagsahne
1-2 Esslöffel Schlehenblüten (frisch oder getrocknet)
1/2 Vanillestange
100 g Pumpernickel
2 cl Schlehenlikör
50 g geriebene Zartbitterschokolade
200 g Joghurt
75 g Puderzucker
200 g Schlehengelee
1/2 Limette

Zubereitung:


Schlehenblüten und längs aufgeschnittene Vanillestange in die Sahne geben und einmal kurz aufkochen, dann erkalten lassen.

Pumpernickel fein zerbröseln, den Schlehenlikör darüber gießen. Alles mit der geriebenen Schokolade vermischen.

Joghurt mit dem Puderzucker schaumig aufmixen. Schlehenblütensahne durchsieben und steif schlagen. Sahne unter das Joghurt heben.

Limettenschale hauchdünn abschälen und in feine Streifen schneiden. Schlehengelee ganz leicht erwärmen, mit Limettensaft verrühren.

In Dessertgläser schichten: Etwas Pumpernickel, darauf einen Klacks Schlehengelee, dann die Joghurtsahne – entweder drei Schichten oder das Ganze mehrmals wiederholen. Mit Limettenschale garnieren.

-Schlehe- In der Volksmedizin

In der Heilkunde

Die Frucht der Schlehe beinhaltet viel Vitamin C, sie hat antioxidative Eigenschaften, kann so freie Radikale bekämpfen, die gesunde Zellen schädigen können und krebserregend wirken. Sie wirkt adstringierend und kann bei gereizter Haut und verschiedenen Hautproblemen angewandt werden.

Ein Sirup aus den Beeren hilft gegen Rheumaschmerzen oder gegen Grippe. Die Beere wird zusammen mit den getrockneten Blüten gegen Ruhr und Durchfall verwendet. Die Beeren helfen ebenfalls gegen Magenbeschwerden.

Die Blüten und Blätter, getrocknet und als Tee getrunken, helfen gegen Magenkrämpfe, ein Tee aus den Blüten hilft gegen Nierensteine und Gallensteine. Sie wirken außerdem abführend und regen den Appetit an, reinigen das Blut und helfen gegen Katarrhe.

Die Schlehe bessert die Verdauung, sie lindert Verstopfungen, reduziert Blähungen, hilft bei Durchfall.

Schlehenblüten in Form eines Tees kann man gegen Flüssigkeitsansammlungen im Körper verwenden, sie haben eine durchspülende Wirkung auf die Nieren. Ein solcher Tee hilft auch gegen Blasenkrämpfe, Krämpfe im Magen und gegen Nervenschmerzen.

Weitere Einsatzgebiete eines Blütentees sind Erkrankungen der Atemwege, zur Schleimlösung bei Erkältung und Husten.

Das Fruchtfleisch reifer Schlehen kann aufgrund seiner adstringierenden Wirkung für Gesichtsmasken verwendet werden, die die Elastizität der Haut bessern, wodurch die Haut jünger aussieht.

Schwarzdornöl kann gegen Schwangerschaftsstreifen helfen. Das Rezept dafür finden Sie weiter unten. In Cremes gibt die Schlehe der Haut Feuchtigkeit zurück.

Der Saft der Schlehe enthält große Mengen an Tanninen, Säuren und Vitamin C, er wird äußerlich zum Beispiel dazu verwendet, Hautbeschwerden zu heilen und die Stoffwechselfunktionen der Haut zu stimulieren.

Die Rinde, pulverisiert und mit etwas Wasser getrunken, wirkt nervenberuhigend, gegen Müdigkeit und vitalisierend.

Einen Sirup aus Schlehenfrüchten kann man wegen seiner adstringierenden Eigenschaften auf das Zahnfleisch einmassieren, wodurch die Festigkeit der Zähne gesteigert wird. Auf die Zähne eingerieben entfernt es Zahnstein und lässt die Zähne weißer und glänzend werden. Den gleichen Effekt hat auch Blütentee, den man warm gurgelt und durch die Zähne zieht, allerdings dauert es hier länger, bis die Wirkung eintritt.

Schlehenfrüchte und die Rinde des Baumes helfen bei Krämpfen, man kann sie auch als Umschlag auf Wunden auflegen.

Als homöopathisches Heilmittel Prunus spinosa hilft sie bei Nervenschmerzen, Harnproblemen, Herzschwäche und nervösen Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen.

Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Rinde, Früchte und Blätter

Inhaltsstoffe:

Flavonglykoside, Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Pektin, Rutin, Vitamin C, Glykoside, Apfelsäure, Flavonoide, Blausäure (Kerne)

Anwendung bei:

Erkältungen, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Harnsteine, Harnwegs­­entzündungen, Magen­schleimhaut­entzündungen, Magenkrämpfe, Nierenprobleme, Nierensteine, Rheuma, Verstopfung, Zahnfleischentzündungen, Durchfall (Schlehenfrüchte), Verstopfung (Schlehenblüten), Nieren- und Blasenbeschwerden, Stärkungsmittel, Zahnfleischentzündungen, Magenbeschwerden, Hautausschläge, Husten, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Blutreinigungskur, Wundheilung, Erholung von langer Krankheit

Eigenschaften:

blutstillend, kräftigend, krampflösend, verdauungsanregend, zusammenziehend, abführend, entzündungshemmend, magenstärkend, fiebersenkend, stärkend, harntreibend, schleimlösend, entkrampfend, schweißtreibend, blähungswidrig, blutreinigend, wundheilend, immunsystemstärkend, vorbeugend

Schon in der Antike war Schwarzdorn eine anerkannte Heilpflanze. Sie wirkt entzündungshemmend, hilft Blutungen zu stillen und kann bei Rheuma, Gelbsucht, gestörter Nierenfunktion sowie Harngrieß und Nierensteinen helfen. Dafür wird Schlehensaft getrunken oder Beerenmus gegessen.

Eine Tinktur aus den Beeren kann bei Schließmuskelschwäche und Bettnässen helfen. Getrocknete Schlehenfrüchte werden als Tee zur Stärkung des Immunsystem getrunken. Ebenso kannst du sie bei Zahnfleischbluten und Zahnentzündungen wie Kaugummi kauen.

Aus den Blüten und Blättern wird gleichfalls ein heilkräftiger Tee bereitet.

Sammelzeit:

Frühling (Blüten)

Frühling oder Herbst (Blätter)

Spätherbst (Früchte)

Frühling oder Herbst (Rinde)

Ernte & Trocknung

Die Blüten müssen immer bei trockenem Wetter gesammelt werden. Die getrockneten Schlehenblüten nehmen eine leicht beige Farbe und sie sollten bei der Trocknung niemals gewendet werden. Wenn sie zu braun werden, dann werden sie aussortiert. Der liebliche Geruch verflüchtigt sich leider bei der Trocknung. Schlehenblüten werden in Holzschächtelchen aufbewahrt.

Die Früchte werden nach den ersten Nachtfrösten gesammelt, weil sie dann nicht mehr so herb und zusammenziehend schmecken. Die Methode die Schlehen in den Gefrierschrank zu stecken, um so ihren Eigengeschmack zu verringern, funktioniert meines Wissens nicht, weil die Stoffe in der Natur sich zurück in die Äste verziehen, was ja im Gefrierschrank nicht passiert. Schlehenfrüchte können auch getrocknet werden. Dafür wird meist der Dörrautomat oder der Backofen genommen oder wenn ihr einen Holzofen habt, könnt ihr sie dort trocknen.

Tee

Aus den zarten Blüten der Schlehe lässt sich ein wohlschmeckender Tee bereiten. Er kann als Frühjahrskur und zur Kräftigung nach Krankheit täglich getrunken werden. Weiterhin unterstützt dieser Tee bei Erkältung, Fieber, zur Magenstärkung, bei Verstopfung und krampfartigen Schmerzen. Pfarrer Kneipp verwendete ihn vor allem als unschädliches Abführmittel, welches auch für Kinder geeignet ist.

Zubereitung:

Einen Esslöffel getrockneter oder frischer Blüten mit 200 ml 60-70 °C heißem Wasser übergießen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Die Blüten werden einfach mitgetrunken.

Aus den Blättern wird ein Tee gegen Nierenleiden sowie Blasen- und Darmkatarrh bereitet. Dafür einen Esslöffel getrockneter oder frischer Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen.

Schlehdorn ~ Tinktur

In einen Liter 40% Alkohol (Wodka oder Korn) setzt man 6 Esslöffel Schlehenblüten an. Ca. für 3 Wochen ziehen lassen und dann abfiltern. Genommen wird diese Tinktur in der Volksheilkunde gegen Engegefühl und Stechen am Herzen.

Schlehdornmilch

Diese Kräutermilch lindert Beschwerden bei Entzündungen. Dafür nehmt ihr je eine Handvoll Schlehen ~ und Kamillenblüten und einen halben Liter Milch. Zusammen kocht ihr es auf und tränkt ein Stück Leinen damit, um damit dann eure Entzündungen zu betupfen oder es darauf aufzulegen. Bei einer Auflage sollte es eine halbe Stunde auf der Entzündung liegen bleiben.

Körperpflege mit Schlehenblütenöl

Aus den Schlehenblüten kann ein feuchtigkeitsspendender Ölauszug hergestellt werden. Er regt den Hautstoffwechsel an und wirkt straffend auf das Gewebe, außerdem gilt dieses Öl als vorbeugendes Mittel gegen Schwangerschaftsstreifen.

Herstellung von Schlehenblütenöl:

  1. Ein ausgekochtes Schraubglas mit Schlehenblüten füllen
  2. Blüten etwas zusammendrücken und mit hochwertigem Bio-Olivenöl oder Mandelöl auffüllen, bis alle Blüten bedeckt sind
  3. Bei Zimmertemperatur ziehen lassen, regelmäßig schütteln und nach drei Wochen abseihen