Mein Herzensprojekt…

Immer wieder begnen mir Menschen, die scheinbar blind durch ihr Leben gehen. Blind für das was sie selbst sind und tun, viel aufmerksamer und sehender jedoch, wenn es darum geht, was andere sind und tun.

Ich finde es sehr schade, dass es uns Menschen oft unmöglich scheint, das wirklich Schöne zu sehen. Nur allzu oft lässt uns dieses „durchs Leben rennen“ und hetzen, innerlich böse und hässlich werden und den Blick auf das Wesentliche und Schöne verlieren. Wir sind wütend auf uns und auf andere, projezieren fast alles auf unser Umfeld oder verurteilen andere und uns selbst zutiefst. Wir sind nur so wenig in der Lage, uns über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen und klar zu filtern, was wirklich wichtig ist. Worauf es im Leben ankommt und worum es tatsächlich geht.

Gerade weil das so ist und weil die Menschen bei wesentlichen und wichtigen Dingen nur allzu gern wegsehen, liegt mir Tierschutz besonders am Herzen. Tiere sind doch die Lebewesen, die sich selbst vor dem Menschen am wenigsten schützen können und sie brauchen diejenigen, die den Mut haben etwas zu unternehmen, insbesondere gegen die Unwissenheit und manchmal sogar grenzenlose Dummheit einiger oder auch in ganz kleinem Rahmen, ihren Möglichkeiten entsprechend versuchen wertvolles zu tun.

Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn es vonnöten ist. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.

Franz von Assisi

Dabei geht es nicht darum sich den Stempel des großen Tierschützers auf die Brust zu drücken und mit erhobener Nase damit hausieren zu gehen. Es geht eher darum zu erkennen, dass wir, die Menschen nur ein kleiner winziger Teil des Ganzen sind und das jedes Leben wertvoll ist.

Ich selbst hab schon seit meiner Kindheit ein riesiges Herz für Tiere. Das ist nicht verwunderlich, wenn man weiß, dass ich auf einem Bauernhof groß geworden bin, in einer Zeit, als man Fleisch und Wurst noch selbst produzierte und genau wusste, wie dieses in lebendiger Form aussah. Dennoch kein Vergleich zur heutigen Massentierhaltung, denn das was auf den Teller kam, war noch so richtig Bio.

Ich liebe nicht nur die Natur, sondern auch an meiner Liebe zu Tieren hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. In früheren Jahren waren es böse Zettel, die ich an Autoscheiben pinnte, wenn jemand versehentlich eine Katze überfuhr. Nicht selten räumte ich tote Tiere an den Straßenrand, sodass sie nicht von noch zig Autos überfahren werden konnten. Heute habe ich selbst drei Hunde, nur noch vier Katzen und so einige wilde Tiere im Garten, die das ein oder andere Mal mit versorgt werden, besonders im Winter.

Selbst gemachtes Fettfutter für die Vögel, ein paar Nüsse für Mr. Eichhörnchen, Heu auf dem Feld für die Rehe und Wildhasen, die sich hier herumtreiben und auch ein fremder, sehr scheuer Kater bekommt hier immer seine Futterrationen.

Eine zeitlang war es Gang und Gebe, wie man so schön sagt, dass mir ständig entlaufene Hunde über den Weg liefen. Jeden einzelnen sammelte ich ein, was sich bei einem kleinen Terriermix der in Panik war ziemlich schwierig gestaltete. Manchmal nach gefühlt ewiger Autofahrt konnte ich bei jedem die Besitzer ausfindig machen und die Freude war meist riesig, als sie ihre Lieblinge wieder hatten.

Da ich keine Angst vor Hunden hatte, war das nie ein Problem. Ich hatte schon immer einen besonderen Draht zu ihnen und irgendwie unterlag ich dem festen Glauben, ich wurde nie gebissen und ich werde nie gebissen. Bis ich in meiner grenzenlosen Arroganz ins Tierheim stiefelte und mich als Gassigänger meldete. So bekam ich Berry, einen ziemlich großen und absolut nicht erzogenen Schäferhundmix, der mich tatsächlich etwas Demut und Respekt lehrte. Er wollte mich nicht wirklich ernsthaft verletzen, doch er zeigte mir deutlich, dass auch ich noch in einiger Hinsicht sehr unwissend bin und das man auch Tieren gegenüber gefälligst Respekt an den Tag zu legen hat.

Nun, den hatte ich ab sofort dann auch. Ich fing trotzdem noch hin und wieder einen Hund ein, aber ab da mit einer gehörigen Portion Vorsicht. Tierheime sind ohnehin so eine Sache. Die, die ich bisher gesehen habe, waren eine echte Kathastrophe. Ich persönlich meine, Tierschutz wäre an diesen Orten, wenn man die Spendengelder in Hundetrainer investieren würde oder wenn die Gemeinden dafür Geld zur Verfügung stellen würden. Auch die Hundetrainer könnten sich bereit erklären, ehrenamtlich den ein oder anderen Vierbeiner zu resozialisieren. Bei dem was ich bisher gesehen habe, haben die Tiere kaum eine realistische Chance ein neues zu Hause zu finden und viele von ihnen verbringen ihr Leben im Heim.

Ich selbst hatte die Idee mich dieser Aufgabe zu widmen, aber Berry lehrte mich, dass ich seiner Größe nicht gewachsen bin und mir auf diesem Gebiet das Wissen fehlt. Bei meinen Hunden funktioniert alles über Vertrauen, welches bei Tierheimhunden erst aufgebaut werden muss. Da ich mich auch schlecht wieder trennen kann und vermeiden wollte eine Hundefarm zu eröffnen, verwarf ich diesen Gedanken wieder.

Dafür wurde bei mir schon eine auf der Starße aufgelesene Taube versorgt, die dann trotzdem eingeschläfert werden musste, weil der Flügel einfach zu schwer verletzt war. Eine gerettete Amsel konnte ich nach ihrer Genesung jedoch wieder frei lassen.

Einmal fand ich ein verletztes Reh im Wald in der Nähe meiner Arbeit. Es hat eine ganze Nacht und einen Tag gedauert, bis es endlich erlöst wurde. Mein Tierarzt diagnostizierte ein gebrochenes Rückrad, wahrscheinlich wurde es von einem Auto angefahren. Wobei ich mich fragte, wie es dann dort hin kam. Er durfte es aber nicht einschläfern, auch nicht wenn ich es bezahlt hätte. Zuständigkeit liegt beim Revierförster und bis der mal zu erreichen war und aus den Pötten kam, verging einiges an Zeit. Zeit in der ziemlich viele Tränen flossen.

Ebenso viele waren es, als ich meinen Kater und den meiner Eltern, beide ertrunken im Feuerlöschteich fand. Diese Teiche sind ein echtes Problem und vielerorts eine Falle für Haus- und auch Wildtiere. Die Geschichte dazu verlinke ich euch nachfolgend.

Einer der schlimmsten Tage…

Neues Projekt „Der Feuerlöschteich“

Tierschutzprojekt Feuerlöschteich Teil 1

Tierschutzprojekt Feuerlöschteich Teil 2

Feuerlöschteich sorgt für ordentlich Wirbel

Tierschutzprojekt Feuerlöschteich Teil 3

Aber natürlich gibt es auch erfreuliche Tierschutzgeschichten. So hatte ich ursprünglich gar keine Katzen. Bis mir eines Nachts auf der Landstraße, weit entfernt von jeglicher Zivilisation eine halb verhungerte Katze am Starßenrand entlanglaufend auffiel. Natürlich nahm ich sie mit. Sie war von der ersten Sekunde an so dankbar und anhänglich, dass sie mir sofort ans Herz gewachsen war. Tierärztlich versorgt wurde einstimmig beschlossen, sie ist bestimmt schon kastriert. Das genaue Alter war nicht festzustellen und da sie sehr langes Fell hat, wollten wir ihr nach ihren Strapazen nicht auch noch eine Rasur zumuten. Im darauffolgenden Mai war dann klar, dass sie nicht kastriert war und sie wurde Mama von fünf wunderschönen Katzenbabys.

Auch die nachfolgende Geschichte, ist doch ein wenig amüsant.

Lämmchen und der verflixte Zaun

Lämmchen und der verflixte Zaun 2

Ihr seht also Tierschutz muss gar nichts kosten oder sehr aufwendig sein. Manchmal reicht einfach schon ein großes Herz und Mut zum Handeln. Schon Demokrit wusste…

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

So durfte mein Mann auch schon mal eine Mäusemama mit ihren Babys, die in einem Karton in der Werkstatt mitten in Berlin zur Welt kamen, einsammeln und im Wald bzw. am Waldrand auf einer Wiese wieder aussetzen. Wir waren der Meinung dort wäre es ein schöneres Mäuseleben.

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